- THAILAND -

KÜRZBERICHT

KOMPLETTBERICHT

-Düsseldorf - Bangkok-

Abflug des LTU-Airbuses von Düsseldorf um 10.35 Uhr, Zwischenlandung in Abu Dhabi, Ankunft in Bangkok am nächsten Tag um 5.20 Uhr Ortszeit

Transfer zum Hotel Menam Riverside im Süden Bangkoks

Erste individuelle Stadterkundung:

Spaziergang vom Hotel zur Skytrain-Station Saphran Taksin (über die New Charoen Krung Straße, Besichtigung des Tempels Wat Yannawa) und durch die angrenzenden Straßen

Fahrt mit Skytrain zur Station Siam Central

Besuch in den Einkaufszentren Siam Center, World Trade Center, Narayana Phand

Besichtigung des Erawan Schreins und einiger kleineren und neueren Tempel

Übernachtung im Hotel Menam Riverside, Bangkok

-Bangkok-

Fahrt ins Stadtzentrum mit einem Expressboot auf dem Menam Chao Phraya

Besichtigung wichtigster Sehenswürdigkeiten Bangkoks:

Wat Phra Kaeo und Grand Palace (Königspalast)

Wat Mahathat (nur von außen, da geschlossen)

Wat Pho (Tempel des Liegenden Buddha, mit 45 m langem liegenden Buddha)

Wat Arun (Tempel der Morgendämmerung, Überfahrt mit der Fähre auf die andere Flußseite)

Taxifahrt zum Siam Square, Bummel durch das Viertel, später Taxifahrt ins Hotel

Übernachtung im Hotel Menam Riverside, Bangkok

      -Bangkok - Bang Pa-In - Ayutthaya - Suphanburi-

Begin der "kleinen Thailand-Rundreise"

4stündige Schifffahrt auf dem Menam Chao Phraya von Bangkok nach Bang Pa-In und anschl. kurze Busfahrt zum Palast

Besichtigung des Sommerpalastes der Könige von Ayutthaya in Bang Pa-In

Weiterfahrt nach Ayutthaya, dort Besichtigung des ältesten Tempels der Stadt (von 1344) - Wat Phanan Choeng (vor der "Insel" von Ayutthaya)

In der Ruinen-Altstadt von Ayutthaya Besichtigung der Tempelruinen des Königstempels (Wat Phra Si San Phet (drei große verwitterte Chedis) sowie eines neueren Tempels aus den 50er Jahren - Vihara Phra Mongkol Bophit (beherbergt den größten Bronze-Buddha des Landes)

Weiterfahrt nach Suphanburi

Übernachtung im Hotel Songphanburi, Suphanburi

-Suphanburi - Kanchanaburi - River Kwai Dschungel Rafts-

Busfahrt nach Kanchanaburi

Besichtigung des JEATH-Kriegsmuseums, eines Soldatenfriedhofs und der Berühmten Brücke am River Kwai

Busfahrt nach Nam Tok (Endstation der Bahnlinie der "Eisenbahn des Todes") und dann entlang der Bahnlinie zurück zu einem sehenswerten Bahnviadukt, der an einer steilen Felswand hängt

Besichtigung der spektakulärsten Stelle (Wang Po-Viadukt) der Eisenbahnlinie am River Kwai sowie einer benachbarten Hölle mit Buddha-Statuen

Mittagsessen in einem Hotelrestaurant im Dschungel am River Kwai

20minütige Fahrt mit Longtail-Booten zum "schwimmenden Hotel" am River Kwai Noi

Individueller Spaziergang zum benachbarten Hmong-Dorf im Dschungel

Abends Vorführung der burmesischen Tänze der Region durch Kinder und Jugendliche aus dem Hmong-Dorf

Übernachtung im schwimmenden Hotel River Kwai Dschungel Rafts auf dem River Kwai bei Sai Yok

- River Kwai - Muang Singh - Kanchanaburi - Nakhon Pathom - Sampran -

30minütige Fahrt mit Longtail-Booten auf dem River Kwai nach Paksae (Paksang Pier) und Weiterfahrt mit dem Bus

Kurzer Stopp am Wasserfall Sai Yok Noi (nördlich des Paksang Piers), anschl. Besuch des gegenüberliegenden Marktes an der Hauptstraße, Weiterfahrt

Besichtigung des alten Khmer-Tempels Muang Singh und eines kleinen Museums mit Ausgrabungsfunden, dann kurze Busfahrt zur Fundstelle von alten Skeletten an einer Flußschleife des River Kwai

Weiterfahrt nach Kanchanaburi, Mittagsessen im Restaurant an der River Kwai Brücke

Fahrt nach Nakhon Pathom

Besichtigung des Phra Pathom Chedi (größter buddhistischer Chedi, 127 m) in Nakhon Pathom

Übernachtung im Hotel Rose Garden Country Resort, Sampran

-Sampran - Damnoen Saduak - Petchaburi - Bangkok-

1,5stündige Busfahrt Richtung Damnoen Saduak

30minütige Fahrt mit Longtail-Boot durch die Klongs zum Schwimmenden Markt

Individuelle Besichtigung des Schwimmenden Marktes in Damnoen Saduak

Fahrt nach Petchaburi, unterwegs kurze Pause an einer Kokospalmen-Plantage und Demonstration der Zuckerherstellung aus Kokosnussen

Mittagsessen im ortstypischen Restaurant in der Altstadt von Petchaburi

Besichtigung der Sommerresidenz des Königs Mongkut auf einem Berg in Petchaburi

Rückfahrt nach Bangkok (ca. 2 Stunden), Ende der "kleinen Thailand-Rundreise"

Individuelle Fahrt mit Expressboot und Skytrain zu Siam Central Station, Bummel durch das Einkaufsviertel

Übernachtung im Hotel Menam Riverside, Bangkok

-Bangkok-

Morgens Fahrt mit dem Expressboot ins Stadtzentrum (Tho Chang Pier) und ganztägige Besichtigung verschiedener Sehenswürdigkeiten in Bangkok, u.a.:

Lak Muang Schrein (Mittelpunkt der Stadt)

Wat Suthat und die Riesenschaukel

Wat Saket und Golden Mount (Aufstieg auf den Berg, Panoramablick)

Wat Ratchanada und Loha Prasat (Metalpalast)

Wat Sommanat

Wat Benchamabophit (Marmortempel)

Park im Stadtteil Dusit mit Vimanmek Teakholzpalast, ehem. Thronhalle, Parlamentsgebäude, und weiteren interessanten Gebäuden

Taxifahrt zur nächsten Skytrain-Station (Phaya Thai) und dann mit der Hochbahn zur Siam Central

Fußweg am Uni-Campus vorbei zum Vergnügungsviertel Patpong an der Silom Road

Rückfahrt mit Skytrain nach Taksin, dann zu Fuß zum Hotel

Übernachtung im Hotel Menam Riverside, Bangkok

-Bangkok-

Fahrt mit dem Expressboot zur Tha Ratchawong Pier

Besichtigung der kleinen Tempel Wat Bophit Phimuk und Wat Ratchburana

Gang durch das indische Viertel und Besichtigung eines hinduistischen Sikh-Tempels

Spaziergang durch die Chinatown mit ihren Marktständen, Garküchen etc; Besichtigung einiger kleineren chinesischen Tempeln

Besichtigung des Wat Trimitr (Tempel des Goldenen Buddha, mit 5,5 t schwerem Buddha aus Gold)

Rückkehr durch das chinesische Viertel zur Expressboot-Anlegestelle und Rückfahrt ins Hotel

Übernachtung im Hotel Menam Riverside, Bangkok

-Bangkok - Klang Dong - Korat - Phimai - Khon Kaen-

Begin der "großen Thailand-Rundreise":

Fahrt durch die Zentralebene nach Norden und später nach Nordosten Richtung Nakorn Ratchasima (Korat). Unterwegs Besichtigung von:

Kloster Wat Theppitak mit großer weiß gekalkter Buddha-Statue an einem Berghang

Obstmarkt von Klang Dong mit Früchten der Gegend

Mittagsessen in Korat (Hotel Grand Palace)

Besichtigung der Khmer-Tempelanlage von Phimai (60 km von Korat) aus dem ca. 9. Jh.

Besichtigung eines großen, 350 Jahre alten Banyan-Baumes (Sai Ngarm) auf einer Flußinsel im Menam Mun, 1,5 km von Phimai, der mit seinen Stelzwurzeln eine Fläche von 0,25 ha bedeckt

Weiterfahrt nach Khon Kaen, nach dem Abendessen Spaziergang durch den lokalen Obstmarkt

Übernachtung im Hotel Charoen Thani Princess, Khon Kaen

-Khon Khaen - Ban Chiang - Nong Khai - Udon Thani-

Fahrt nach Norden zum Dorf Ban Chiang (50 km östlich von Udon Thani)

In Ban Chiang Besichtigung des kleinen Museums mit neolithischen Geräten und Gefäßen (UNESCO-Weltkulturerbe) und Spaziergang durch das Dorf

Mittagsessen in Udon Thani (Hotel Charoen), danach Fahrt mit Fahrrad-Rikschas durch die Stadt

Weiterfahrt nach Nang Khai - ofizieller grenzübergang nach Laos (Brücke am Mekong)

Ausblick auf Mekong, Laos und die Grenzbrücke, dann Spaziergang durch den sog. Indochina-Markt

Besuch einer Aufführung von Tänzen der Region, dargeboten von Schülern einer Oberschule in Nong Khai (draußen im Innenhof der Schule)

Rückfahrt nach Udon Thani

Übernachtung im Hotel Charoen, Udon Thani

-Udon Thani - Loei - Phitsanulok-

Fahrt nach Westen in Richtung Loei

Besichtigung des Klosters Wat Tham Klong Phaen (Waldtempelanlage und Meditationszentrum der Thammayut-Sekte), ca. 100 km vor Loei

Weiterfahrt über Loei nach Phitsanulok durch eine Gebirgslandschaft mit einem Zwischenstopp an der Freundschaftspagode Phra That Si Song Rak (Symbol der thai-laotischen Brüderlichkeit) bei Dan Sai

Besichtigung von Wat Mahathat (Tempel der großen Reliquie) in Phitsanulok

Nach dem Abendessen Bummel durch das große Kaufhaus im Hotelgebäude und durch die Einkaufsstraße

Übernachtung im Hotel Topland, Phitsanulok

      -Phitsanulok - Sukhothai - Lamphun - Chiang Mai-

Fahrt nach Sukhothai, unterwegs ein Zwischenstopp an einem Reisfeld und später an einem Teich mit blühendem Lotus

Besichtigung einiger Tempelruinen in Sukhothai, der ersten Hauptstadt Thailands (UNESCO-Weltkulturerbe):

Wat Mahathat, die größte und am besten erhaltene Anlage

Wat Sri Sawai (3 Prangs im Khmer-Stil)

Wat Si Chum mit riesiger Buddha-Statue Phra Atchana

Weiterfahrt durch hügelige Landschaft, Mittagsessen in Lampang, Stadt der Pferdekutschen

Fahrt nach Lamphun, unterwegs Zwischenstopp an einem Paß (623 m) mit einer großen Ansammlung von Geisterhäuschen zu Ehren eines lokalen Berggeistes

Besichtigung von Wat Phra That Hariphunchai in Lamphun, eines der traditionsreichsten und verehrtesten Klöster des Nordens

Weiterfahrt nach Chiang Mai, individueller Spaziergang durch den Nachtmarkt von Chiang Mai

Kantoke-Abendessen im Old Chiang Mai Kulturzentrum mit Vorführungen thailändisch-burmesischer Tänze sowie Tänze der Bergvölker

Übernachtung im Hotel The Empress, Chiang Mai

-Chiang Mai-

Besuch des Klosters Wat Phra Doi Suthep auf einem Berg hoch über der Ebene von Chiang Mai

Fahrt auf der "Straße der Handwerkkünste" von Chiang Mai nach San Kamphaeng mit Besichtigung verschiedener Handwerksbetriebe:

Seidenfabrik mit Demonstration der Seidenherstellung

Schmuckfabrik mit Herstellung der Jade-Schmuckstücke

Dorf der Schirmemacher - Bo Sang

Fertigung der Lackarbeiten

große Holzschnitzerei

Rückfahrt nach Chiang Mai, individuelle Tuk-Tuk-Fahrt ins Stadtzentrum von Chiang Mai und Rückkehr zu Fuß ins Hotel mit Besichtigung verschiedener Tempel, u.a.:

Wat Phra Singh vom14.Jh, der wichtigste Tempel in der Altstadt

Wat Tung Yu

Wat Chai Phra Kait

Wat Chedi Luang mit der 60 m hohen Ruine eines Chedis

Wat Mahawan

Wat Bupparam

Abends Bummel durch den berühmten Nachtmarkt von Chiang Mai

Übernachtung im Hotel The Empress, Chiang Mai

-Chiang Mai - Fang - Thatorn - Chiang Rai-

Fahrt Richtung Norden, Besichtigung einer Orchideenfarm bei Chiang Mai

Weiterfahrt zu einem Elephantencamp im Dschungel (Training Center Chiang Dao)

1stündiger Elephantenritt durch den Dschungel und einen Fluß, anschl. Vorführung: Elephantenbad und Arbeit der Elephanten beim Holztransport

Fahrt über zahlreiche Serpentinen durch die bewaldeten Berge Richtung Norden

Abstecher zur Chiang Dao Höhle und Besichtigung der Tropfsteinhöhle mit Buddha-Statuen

Weiterfahrt über Fang und Thatorn am Kok-Fluß, dann Richtung Nordosten durch das Siedlungsgebiet der Bergvölker:

Besichtigung eines Akha-Dorfes

Besichtigung eines Lahu-Dorfes

Weiterfahrt Richtung Osten und dann Richtung Süden nach Chiang Rai

Nach dem Abendessen individueller Besuch des Nachtmarktes von Chiang Rai

Übernachtung im Hotel Wiang Inn, Chiang Rai

-Chiang Rai - Bangkok-

Busfahrt Richtung Norden nach Chiang Saen und dann zum "Goldenen Dreieck"

Einstündige Bootsfahrt auf dem Mekong entlang der thailändisch-laotischen und burmesisch-laotischen Grenze

Freizeit am "Goldenen Dreieck": Aufstieg zum Aussichtspunkt und zum benachbarten kleinen Tempel mit davorstehendem großem Buddha

Mittagsessen am "Goldenen Dreieck"

Rückfahrt zum Flughafen in Chiang Rai, unterwegs kurzer Zwischenstopp an einem Reisfeld

15.50 - 17.05 Uhr Flug mit Thai Airways von Chiang Rai nach Bangkok, Transfer zum Hotel

Letzter Besuch im Einkaufsviertel (Spaziergang vom World Trade Center zum National Stadium)

Übernachtung im Hotel Menam Riverside, Bangkok

Um 10.30 Uhr Abflug mit LTU von Bangkok via Abu Dhabi nach München, Weiterflug München-Düsseldorf mit LTU, Landung 21.05 Uhr

1 TAG:

- Düsseldorf. - Bangkok -

Wir sind der zweite Woche von November 2002. Unsere Reise begann bereits gestern vormittags in Düsseldorf. Um 10.35 Uhr startet die Airbus A330 der LTU zum unseren Flug Richtung Südostasien. Nach 5070 Kilometern Flugstrecke erfolgt um 19.15 Uhr Ortszeit (16.15 Uhr MEZ) eine planmäßige Zwischenlandung in Abu Dhabi. Auf diese Weise besuchen wir zumindest nominell auch diesen Wüstenstadt am Golf. Bei dem Landeanflug haben wir tatsächlich nichts anderes gesehen, als nur Wüste. Wir haben hinter uns 5 Stunden 40 Minuten Flugzeit, und diese Zwischenlandung ist eine willkommene Gelegenheit, unsere Beine auszustrecken. Wir müssen sowieso das Flugzeug mit unserem gesamten Handgepäck verlassen. Wir haben jetzt ca. 1,5 Stunden Zeit, dürfen aber den Transitbereich des Flughafens nicht verlassen. Wir spazieren und sitzen also in der architektonisch sehr interessanten, aber kleinen runden Halle mit einer sehr eigenwilligen Decke. Wir besuchen hier einige Duty-Free-Geschäfte, interessanter ist aber die Leute zu beobachten. Der Flughafen ist ein Drehkreuz für Flüge zwischen der arabischen Welt und Fernost. So sieht man hier viele exotisch angezogene Reisende - arabische Scheiks, Hindus etc. Kurz vor dem Weiterflug um 20.50 Uhr Ortszeit werden wir zum Einstieggate aufgerufen. Bevor wir aber einsteigen können, müssen wir unser Handgepäck wieder durchchecken lassen. Dann geht es mit einem Nachtflug unspektakulär weiter. Der zweite Streckenabschnitt - von Abu Dhabi nach Bangkok - beträgt 4950 km und dauert 5 Stunden 30 Minuten. Um 5.20 Uhr Ortszeit landen wir im ehemaligen Siam (bis 1939) und heutigen Thailand - dem "Land der Freien" (Prathet Thai). Hier ist es bereits morgen früh, die Nacht war sehr kurz für uns.  Es folgen die Einreiseformalitäten und die Abholung des Gepäcks. Um 6.20 Uhr werden wir vom Flughafen mit einem Bus abgeholt. Wir fahren über die breiten, höher gelegenen Stadtautobahnen Richtung Stadtzentrum zu unserem Hotel. Das erste, was mir auf dieser Durchfahrt auffällt, sind die riesengroßen Werbetafeln an den Autobahnen, die auf mehrere Meter hohen Gerüsten aufgebaut sind, und die manch ein altes Haus vollständig hinter sich verstecken können. An den Knotenpunkten schießen sie förmlich aus dem Boden wie Pilze nach dem Regen, und versuchen die Konkurrenz mit ihrer Größe und Höhe zu übertreffen. Auch die chaotische Bauweise, alt und neu, groß und klein, fällt sofort ins Auge. Und die großen, mehrstöckigen Autobahnkreuzungen, die keine Rücksicht auf die alten Häuser der armen Leute nehmen und sie unter sich fast begraben. Auch noch etwas anderes bemerke ich auf dieser ersten Fahrt Richtung Zentrum. Im Garten eines Häuschens in einem der ärmeren Vororte steht ein Elefant. Einfach so. Dies prägt sich mir aber ins Gedächtnis ein. In der Nähe des Zentrums angekommen, verlassen wir die Stadtautobahn und tauchen in den chaotischen Verkehr der Ortsstraßen ein. Hier sehen wir die ersten buddhistischen Mönche, die barfuß über die Straßen gehen und Almosen sammeln. Nach etwa 30 Minuten Fahrt, kurz vor 7.00 Uhr erreichen wir unser Hotel "Menam Riverside", einige Kilometer südlich des Stadtzentrums, direkt an dem Fluß Menam Chao Phraya gelegen. Es ist ein riesiges, ca. 15geschoßiges Gebäude, das sich U-förmig zum Fluß hin öffnet. Unser Zimmer ist aber noch nicht fertig, und wir müssen über eine Stunde im Foyer warten. Kurz nach 8.00 Uhr können wir endlich das Zimmer beziehen. Wir sind müde und verschwitzt. Also duschen wir und erholen uns etwas. Wir wollen jedoch nicht allzu viel Zeit verlieren und heute noch einen Spaziergang Richtung Zentrum unternehmen. Gegen 10.00 Uhr verlassen wir also das Hotel. Der Himmel ist leicht verschleiert, es ist ziemlich diesig und sehr schwül. Es ist für uns, die aus dem kalten Europa gekommen sind, unglaublich heiß - ca. 35 Grad. Trotz des anstrengenden Wetters sind wir auf die ersten Eindrucke der exotischen Metropole Bangkok - des Dorfes der wilden Pflaumen, wie der Name übersetzt heißt - sehr gespannt. Der ofizielle Thai-Name der Stadt lautet jedoch ganz anders und ist laut Guiness Buch der Rekorde mit 27 englischen Wörtern der längste Stadtname der Welt. Man kann einen solchen Namen zwar nicht behalten und benutzen, aber zitieren kann man es: "Krung Thep Manakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya Mahadilokpop Noparatratchathani Burirom Udomratchanivetmahasathan Avatartsathit Sakkathattiya Visnukarmrasit", was soviel heißt wie: "Stadt der Engel, größte aller Städte, Wohnsitz des Smaragd-Buddha, unbezwingbare Festung, unsterbliches, wertvolles Juwel, überaus mächtig, altehrwürdig, neunfach mit Juwelen geschmückte himmlische Stadt, gestiftet von Indra und wiedererrichtet von Vishnu". An diesem Beispiel sieht man sofort, daß die klangvollen thailändischen Namen von Orten, Tempeln u.ä. wegen ihrer Länge und Häufung bestimmter Laute für uns nicht zu behalten und kaum auszusprechen sind. Von unserem Hotel aus sind es nur einige Dutzend Meter bis zur Hauptstraße Charoen Kung Road, die parallel zum Fluß Richtung Norden verläuft. Dort liegt auch das Zentrum der Stadt. Wir folgen der verkehrsreichen Straße, ohne eine Vorstellung zu haben, wie weit es bis zum Zentrum ist. Unterwegs sehen wir an der rechten Straßenseite den ersten buddhistischen Tempel in der für Thailand typischen, etwas kitschigen Bauweise, der gerade fertiggestellt wird (Wat Sutthi Wararam). Er sieht trotzdem sehr schön aus. Nach einigen Hundert Metern spühren wir beide, daß uns die Kräfte schlagartig verlassen. Die Mischung aus der schwülen, heißen Luft und aus den hochkonzentrierten Abgasen der ununterbrochen in der Straßenschlucht vorbeifahrenden Autos und Mofas tut ihr Werk. Und auch die rapide Klimaumstellung sowie unsere Müdigkeit nach dem langen Flug tragen dazu bei, daß wir plötzlich nicht weiter können. Wir kriegen keine Luft mehr und haben das Gefühl, gleich zu ersticken, wenn wir von hier nicht sofort wegkommen. Zum Glück entdecken wir rechtzeitig eine weitere Tempelanlage und gehen gleich hinein. Es ist der Wat Yannawa. Wir müssen am Eingangstor für den Eintritt 20,- Baht bezahlen, sind aber glücklich, von der Straße wegzukommen. Die Tempelanlage hat einen großen Hof, der fast zum Fluß hinreicht. Eigentlich gibt es hier nicht viel zu sehen, aber für uns ist es nur wichtig, daß man hier wieder frei atmen kann. Die Abgase der Straße kommen nicht bis hierher.  Wir halten uns hier deshalb etwas länger auf und sammeln die Kräfte für den weiteren Weg. Kurze Zeit später erreichen wir die Endstation Saphan Taksin der neuen Hochbahn Skytrain. An dieser Stelle überspannt auch eine große Straßenbrücke den Chao Phraya Fluß. Wir gehen aber weiter unter der hohen, gemeinsamen Betonbrückenkonstruktion der Bahn und Straße hindurch und kommen gleich zu einem kleinen Einkaufszentrum inmitten einer alten, dichten Bebaung. Das Zentrum (Robinson Dept. Store?) grenzt an das große, futuristisch aussehende Hotel "Centre Point Salom" an. Hier befindet sich auch ein McDonald's, den wir gleich aufsuchen. Naß und durchgeschwitzt tretten wir herein und glauben, einen Kühlschrank zu betreten. Es ist hier sehr kühl, um nicht zu sagen kalt. Wir bestellen hier etwas zum Essen und Trinken und genießen diese Abkühlung, die aber sehr gefährlich sein kann. Nach einer längeren Pause glauben wir, genug Kräfte für den weiteren Weg gesammelt zu haben. Ich möchte den Weg zur Straße Silom Road finden, an deren anderem Ende sich auch das Vergnügungszentrum befindet. Ich will jedoch zu einem Hindu-Tempel, der sich laut Stadtplan in der Nähe dieser Straße befindet. Unser Stadtplan hat aber wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Und so irren wir durch die straßen und Gassen des Stadtviertels, ohne Silom Road zu finden. Dafür beobachten wir das pulsierende Leben auf den Straßen des Viertels. Schließlich kehren wir zum Einkaufszentrum und folgen dann der auf hohen Betonträgern über der Straße Sathon Tai Rd. den verlaufenden Sky Train. Die Hochbahn kreuzt später die Silom Road, und so hoffe ich, diese Straße zu finden. Aber die Entfernungen sind um ein Vielfaches größer, als man dies vom Stadtplan her vermutet. Wir folgen und folgen der Bahnlinie, aber das angestrebte Ziel ist nicht in Sicht. Inzwischen sind wir in einem vornehmeren Stadtviertel mit Bank- und Bürogebäuden angekommen. Hier sehen wir die ersten Geisterhäuschen, die so typisch für Thailand sind. Fast vor jedem Haus steht ein solches Häuschen, unterschiedlich aufwändig gestaltet und mit Blumengirlanden sowie diversen Figuren, z.B. geschnitzten Elefanten, geschmückt. Hier werden die Gaben für die guten Geister des Hauses geopfert, vor allem Obst und Früchte, aber auch andere Lebensmittel und sogar Getränke. Auf der Terrasse, die immer das Häuschen des Hausgeistes umgibt, werden auch andere Geschenke hingelegt und Räucherstäbchen entzündet. Auch vor den Luxusgebäuden der Banken stehen solche Geisterhäuschen, natürlich auch entsprechend groß und luxuriös ausgestattet. Dar Silom Road immer noch in Sicht ist, ändern wir in der Nähe der Station Chong Nonsi unsere Pläne. Wir klettern hoch zu der Station, kaufen in einem Automaten die Tickets und steigen in die Nächste Bahn ein, die Richtung Zentrum fährt. Die Bahnlinie verläuft schätzungsweise auf der Höhe der 2. Etage, unter uns fahren auf der breiten Straße Autos. Die Sky Train ist ein sehr schnelles und bequemes Verkehrsmittel, vor allem auch unabhängig von den ständiges Staus auf den Straßen. Die modernen uns sauberen Bahnen fahren alle paar Minuten. Aber es gibt nur zwei Bahnlinien. Sie führen zu dem modernen Stadtzentrum (Pathumwan) mit den großen Eikaufszentren. Aber zu dem historischen Zentrum am Fluß, wo sich der Königspalast und einige der interessantesten Tempeln befinden, kommt man damit nicht hin. Kurze Zeit später biegen wir in die Silom Road. Jetzt aber fahren wir weiter und steigen erst auf der Zentralstation (Siam Central) am Siam Centre aus. Beim Verlassen der Bahnstation müssen wir die scheckkartenähnlichen Plastiktickets wieder in einen Schlitz reinschieben und abgeben, damit wir rauskommen können. Jetzt befinden wir uns im Geschäftszentrum Bangkoks. Die Hauptstraße Thanon Rama I., über der die Hochbahn verläuft, ist eine der wichtigsten Ost-West-Achsen in der Stadt. Dementsprechend ist hier das Verkehrsaufkommen und die Smogentwicklung. Die Verkehrspolizisten, die hier versuchen, den chaotischen Verkehr zu regeln und die ständigen Staus aufzulösen, tragen Mundschutzmasken. Wir können dies gut nachvollziehen. An dieser Straße stehen dicht gedrängt riesige Luxushotels und moderne Einkaufszentren. Wir betreten jetzt eines der Zentren, das Siam Center, direkt an der Skytrain-Station. Überall hier - auf der Hauptstraße und in den Fluren des Handelszentrums - gibt es Massen von Menschen, obwohl die Geschäfte im Siam Centre eher zu der gehobenen Preiskategorie gehören. Anschließend gehen wir über die Thanon Rama I. nach Osten, parallel zur Skytrain-Trasse, die hier tlw. zweigeschoßig gebaut ist. Sie macht durch ihre massive Betonbauweise auf massiven Betonstelzen einen überwältigenden Eindruck und läßt die darunter verlaufende Straße im Schatten liegen. Auf der Straße rauschen die Autos und unzählige Tuk-Tuks an uns vorbei. Die Bebaung wird etwas kleiner und lockerer, und auf der rechten Straßenseite befindet sich eine große Grünanlage und ein Tempel. Nach etwa 30 Minuten kommen wir zu einer großen Kreuzung mit der Ratchapra Rop Road. Hier befinden sich wieder große Einkaufszentren und Hotels. Direkt an der Kreuzung sehen wir links das World Trade Centre, ein vollklimatisiertes Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Restaurants, wo ich früher schon ein paar Auftritte hatte, sowie einem großen Vorplatz mit einem ansehnlichen Geisterhäuschen. Wir wollen jedoch auf die gegenüberliegende Kreuzungsseite, wo sich der berühmte Erawan-Schrein befindet. Dahin zu gelangen, ist nicht so einfach. Wir müssen über die großen Fußgängerbrücken gehen, die die mehrspurigen Straßen überspannen.  San Phra Phrom, der Erawan-Schrein, ist eigentlich nur ein kleines Geisterhäuschen (chao thi) des Grand Hyatt Erawan Hotels, in dessen Schatten er auf einem kleinen Vorplatz direkt an der Kreuzung steht. Aber es ist wohl das berühmteste chao thi des Landes, das von der Bevölkerung sehr verehrt wird. Der Schrein wurde Mitte der 50er Jahre errichtet, als sich beim Bau des Hotels rätselhafte Unfälle häuften. Er ist dem hinduistischen, vierköpfigen Gott Brahma (einer der drei obersten Hindu-Götter, der auch als Vater des Gautama Buddha gilt) geweiht, der allerlei Wünsche erfüllen soll, wenn er entsprechend verwöhnt wird. Dementsprechend entwickelte sich der vergoldete Schrein zum richtigen Wahlfahrtsort. Auch jetzt herrscht hier ein reges, lebhaftes Treiben. Die Gläubigen bringen ihre Wünsche vor und bedanken sich für deren Erfüllung. Sie entzünden Räucherstäbchen, spenden Blumengirlanden oder aus Teakholz geschnitzte Elefanten. Die Luft ist hier erfüllt vom Rauch der Räucherstäbchen, vermischt natürlich mit den der Abgase von den angrenzenden Hauptstraßen. Trotzdem kann man hier die Nähe der Kreuzung vergessen. Es herrscht hier eine ganz andere, mythische Atmospäre. Unter einer schattenspendenden Überdachung in der Ecke des engen Vorplatzes sitzen Musikanten und Tänzerinnen in traditionellen Thai-Kostümen. Gegen Bezahlung führen sie für die Gottheit kurze Lakon-Tänze auf. Rund um die Uhr herrscht hier ein ständiges Kommen und Gehen, und angeblich insbesondere vor den jeweiligen Lotto-Ziehungen. Nach dem Aufenthalt am Schrein, während dessen wir die zahlreichen Gläubigen und die Tänzerinnen mit Interesse beobachtet haben, gehen wir jetzt noch zum Narayana Phand auf der anderen Straßenseite. Es ist ein riesengroßes Kaufhaus nur mit Handwerkserzeugnissen und Souvenirs aus Thailand. Danach gehen wir wieder über die Rama I. Road zum Siam Centre zurück. Unterwegs machen wir noch einem Absteher zu der Tempelanlage des Wat Rathum Wanaram, der auf dem Weg, unweit der Straße liegt. Zurück am Siam Centre, gehen wir noch herein, da wir dort vorher einen Internet-Terminal gesehen haben, der jedoch ständig besetzt war. Jetzt haben wir mehr Glück und der Terminal ist frei. Es findet hier wohl gerade eine Aktion eines Telekommunikationsanbieters statt und man kann dort kostenlos das Internet nutzen. Ich nutze die Gelegenheit, um einige E-Mails nach verschiedenen Künstleragenturen abzuschicken und meine eigene Mails nachzuschauen. Ich bin ziemlich zufrieden, dar ich gerade eine positive Antwort bekommen habe, angehend eine große Show, worauf ich schon ein paar Tage gewartet habe. Mittlerweile ist es 15.30 Uhr und wir haben Hunger bekommen. Wir gehen also zu einem der Fastfood-Läden (KFC), die hier im Center reichlich vertreten sind, und essen eine Kleinigkeit. Dann kaufen wir noch einige Wasserflaschen (wir schwitzen in diesem Klima enorm und müssen ständig den Wasservorrat des Körpers ergänzen) und machen uns auf den Rückweg. Wir fahren wieder mit Skytrain von Siam Central bis zur Endstation Saphan Taksin am Fluß Chao Phraya südlich des Zentrums. Den weiteren Weg kennen wir schon von unserem Spaziergang am Vormittag. Wir gehen jetzt den gleichen Weg zurück und nach ca. 40 Minuten erreichen wir das Hotel. Auf dem Stadtplan sieht alles ziemlich nah aneinander gelegen aus, aber es sind in Wirklichkeit riesige Entfernungen. Auf dem Rückweg haben wir schon viel weniger Probleme mit dem lauten Verkehr und den Abgasen auf der Straße. Trotzdem, als wir um 17.15 Uhr unser Hotelzimmer in der 10. Etage betreten, sind wir total geschafft. Nach einer schnellen Dusche legen wir uns also erst mal hin und schlaffen sofort ein. Später stehen wir aber wieder auf, packen unsere Sachen teilweise aus bzw. um, und bereiten uns für den morgigen Tag vor. Wir haben einen sehr anstrengenden Tag hinter uns, mit der langen Anreise, einer harten Klima- und Zeitumstellung, und einer erschöpfenden ersten Erkundung der riesigen Metropole. Mein erster Eindruck von Bangkok ist, daß sie trotz der vielen hervorragenden Sehenswürdigkeiten, die wir noch vor uns haben, eine sehr anstrengende, chaotische Stadt ist, in der man sich - zumindest am Anfang - nur sehr schwer orientieren kann. Da wir für Morgen ausführliche Besichtigungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten planen, gehen wir heute rechtzeitig ins Bett.

Bangkok - Kreuzungsbereich von Ratchapra Rop Road und Rama I Road, rechts Skytrain-Bahnlinie, vorne ein Geisterhäuschen - Thailand

Bangkok - der Erawan-Schrein, dahinter die Skytrain - Thailand

2 TAG:

- Bangkok -

Obwohl wir einen anstrengenden Tag hinter uns haben, stehen wir heute recht frühzeitig auf. Nach dem Frühstück gehen wir zu der hoteleigenen Anlegestelle für Boote. Unser Hotel bietet ein "free boat service", mit dem man flußaufwärts Richtung Stadtzentrum zu den Anlegestellen für öffenliche Boote am Oriental Public Pier bzw. River City Pier kostenlos gebracht wird. Die Hotelboote verkehren nur zu bestimmten Zeiten und man muß sich vorher, am besten schon Tage zuvor, an der Hotelrezeption anmelden, denn die Anzahl der Plätze im Boot ist begrenzt. Wir haben dies für ein Boot, das heute um 9.00 Uhr ablegt, bereits gestern getan. Wir wollen soweit wie möglich mit dem Hotelboot kommen, und so steigen wir nach 20 Minuten Fahrt an der River City Pier aus, vor dem 3stöckigen River City Shopping Centre  mit zahlreichen Kunst- und Antiquitätengeschäften. Von hier aus müssen wir einige Meter zurückgehen, und zwar bis zur Si Phraya Pier, die sich an dem Royal Orchid Sheraton Hotel befindet. An dieser Pier legen die öffentlichen Expressboote (Chao Phraya Express Boat) an, die am Fluß entlang pendeln und mit denen man am schnellsten ins Zentrum von Bangkok kommt. Diese Boote haben keine Schilder mit der Zielangabe, deshalb muß man aufpassen, wohin man einsteigt. Es verkehren hier nämlich auch viele andere Boote, die andere Ziele, auch außerhalb des Zentrums von Bangkok anfahren und nicht an allen Anlegestellen im Zentrum anhalten. Es dauert etwas Zeit bis wir das System durchschauen. Es gibt spezielle Expressboote und die haben jeweils eine kleine Fahne in den Farben gelb, rot oder grün. Die sollten wir nicht nehmen. Die Standard-Expressbote, die überall im Zentrum anhalten, haben keine Fahne.  Wir haben hier noch etwas Zeit, denn das nächste Boot kommt erst kurz vor 10.00 Uhr. Währenddessen beobachten wir die Umgebung. Auf dem Fluß herrscht ein reger Verkehr - Schiffe, Fähren, Boote und Motorboote fahren scheinbar chaotisch in alle Richtungen. Man sieht sofort, daß der Menam Chao Phraya der wichtigste und schnellste Verkehrsweg Richtung Stadtzentrum ist. Interessant ist auch die offensichtliche Unordnung in der Bauweise, die wir überall in Bangkok feststellen. Modernste Hochhäuser und exklusivste Hotels stehen häufig inmitten von alten, fast abbruchsreifen kleinen Häusern. Auch vom Fluß aus siehen wir an den Ufern meistens alte Abbruchbuden, aber hin und wieder direkt daneben auch moderne Bauten, wie die zahlreichen Hotels entlang des Flußes. Das Boot kommt relativ pünktlich an. Es bietet genug Sitz- oder Stehplätze für viele Passagiere. Es gibt aber auch speziell ausgewiesene Sitzplätze nur für Mönche. Die Tickets kauft man direkt im Boot. Die Schaffnerin kommt sicher zu jedem, der gerade eingestiegen ist. Der Ticket bis zur Tha Chang Pier, die am nächsten zum Königspalast gelegen ist, kostet uns 8,- Baht pro Person. Das Wetter ist heute sehr schön - sonnig, sehr warm, nur ab und zu zeigen sich am Himmel einzelne Wolken. Wir genießen die leichte Brise in dem öffenen, nur überdachten Boot und beobachten die an uns schnell vorbeiziehende Uferpanorama. Immer wieder sieht man hinter den direkt am Ufer stehenden alten Häusern und Schuppen auch die Spitzen der bunten Tempeldächer und goldene Chedis oder Pagoden. Allein in Bangkok gibt es angeblich ca. 400 Tempelanlagen. Nach etwa 20 Minuten Fahrt sind wir an der richtigen Anlegestelle angekommen, wobei sie, wie auch viele andere, keinen Schild mit dem Namen tragt. Man muß sich durchfragen oder an der Umgebung orientieren. Wir sind in der direkten Nähe des Königspalastes und des wichtigsten Tempels der Stadt - Wat Phra Kaeo - aber die Uferbebaung sieht gar nicht danach aus. Vor uns liegen alte Baracken und Holzschuppen  , und wir überlegen im ersten Moment, ob wir hier richtig ausgestiegen sind. Von der Pier müssen wir zuerst durch eine Halle mit kleinen Geschäften und Ständen durchgehen. Wen man hier herauskommt, liegt vor einem aber schon die Straße Thanon Na Phra Lan, an der rechterhand hinten dem Finanzministerium das weitläufige Gelände des Royal Grand Palace und des Königstempels Wat Phra Kaeo liegt, das unser erstes Ziel am heutigen Tag ist. Am Ausgang warten schon auf die Touristen selbsternannte Führer und Schlepper, die ihre Dienste und ihre Tuk-Tuks für Stadtrundfahrten anbieten. Wir wimmeln jedoch ab, denn wir wollen ganz alleine die Stadt besichtigen. Nach mehreren Dutzend Metern an einer hohen weißen Mauer vorbei kommen wir schließlich zum großen, von Soldaten bewachten Eingangstor, über das wir das ca. 20 ha große Areal betreten. Den Weg findet man immer - man muß sich nur an den Touristenströmen orientieren, die hier rein- und rausgehen. Zunächst gehen wir jetzt, den anderen Touristen folgend, über eine lange Straße Richtung Süden, bis wir zu einem großen Gebäude mit Kassenhäuschen und einer Durchfahrt zum Palastgelände kommen. Auf der linken Seite haben wir bereits eine große Wiese passiert, hinter der eine große Mauer und dahinter die reich dekorierten Dächer und Chedis des Wat Phra Kaeo Tempels zu sehen sind.  Zum Grand Palace geht es geradeaus, der Eingang zum Tempelgelände befindet sich links, an den Kassehäuschen vorbei. Die Besichtigung des öffentlich zugänglichen Teils des Palastgeländes ist kostenlos, hingegen für den Zutritt zu den Tempelanlagen braucht man einen Ticket. Es ist jetzt 10.30 Uhr. Wir entscheiden uns zuerst für die Besichtigung der Palastanlagen. Wir gelangen zu einem großen Platz mit Rasen, umgeben mit kugelförmig, sehr kunstvoll geschnittenen Bäumen, um den sich zahlreiche Gebäude gruppieren. Direkt vor unseren Augen, hinter dem Vorplatz, liegt das größte Gebäude, das den zentralen Bereich der gesamten Anlage einnimmt.  Es ist der Palast des Königs Rama V. (Chakri Maha Prasat), das im europäisch-thailändischen Mischstill entworfen ist. Die im Renaissance-Stil gebaute Fassade ist mit traditionellen Spitzdächern und Türmen im siamesischen Stil überdacht. Über eine von steinernen Elefanten flankierte Treppe im linken Flügel des Gebäudes gelangt man hinauf zur großen Audienzhalle. Vor dem Aufgang steht ein Wachsoldat in einer schicken weißen Uniform. Geduldig und regungslos erträgt er die unzähligen Touristen, die sich mit ihm fotografieren wollen. Hinter diesem langgezogenen Palastbau befindet sich ein großes privates Aeral der Königsfamilie, das der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Wir gehen jetzt nach rechts in den südlichen Bereich der Palastanlage.  Von der südlichen Seite wird die Grünfläche von einem kleinen, filigranen Aphonphimok Prasat Pavillon flankiert, den König Mongkut um 1860 als Umkleidepavillon errichten ließ. Mit eleganten Dekorationen und harmonischen Proportionen gilt er als besonders gelungenes Beispiel thailändischer Architektur.  Über ein schmuckes Tor  neben dem Aphonphimok Prasat Pavillon kommen wir zum im Süden angrenzenden, kleineren Areal, in dem der im Thai-Stil erbaute Palast Dusit Maha Prasat dominiert.   Dieser kreuzförmige Bau mit einem fünffach gestaffelten Bau und einem hohen siamesischen Turm  , der als Krönungshalle errichtet wurde, wird heute als Aufbahrungshalle für Begräbniszeremonien genutzt.  Nach einem kurzen Rundgang an dieser Halle, wenden wir uns jetzt dem gegenüberliegenden Teil der Anlage zu, der vom Norden die Grünanlage begrenzt. Hier dominiert ein großes, ganz im Thai-Stil errichtetes Gebäude, der Amarindra Vinichai Palast.  Er diente zur Zeit von König Rama I. als Gericht, später fanden hier Krönungsfeierlichkeiten und offizielle Empfänge statt. Davor befinden sich einige kleinere Hallen, bzw. Pavillons, u.a. die Dusida Bhiromya Halle und Snamchand Halle. Besonders die letzte Halle gefählt mir sehr wegen ihrem mit filigranen Keramikblümchen geschmückten Dach. In der nordwestlichen Ecke des Areals befindet sich ein Übergangstor zu der Tempelanlage. Da wir jedoch noch keine Eintrittskarten besitzen, müssen wir den Palastbezirk wieder verlassen und zu den Kassenhäuschen gehen. Ohne lange warten zu müssen kaufen wir hier unsere Eintrittskarten (200,- Baht p.P.), die auch zur Besichtigung einer Münzsammlung und des Vimanmek Palastes aus Teakholz in einem anderen Stadtteil berechtigen. Durch ein hohes Eingangstor im Südwesten der 1782 entstandenen Tempelanlage betreten wir zusammen mit zahlreichen anderen Touristen aus der ganzen Welt das ausgedehnte Gelände des Wat Phra Kaeo, des Tempels des Smaragd-Buddhas. Der Eingangsbereich wird überwacht von mehreren riesigen Yak-Dämonenpaaren,  die ein beliebtes Fotomotiv darstellen.  Der Tempel ist von einem überdachten Wandelgang umschlossen, auf deren Wänden ein farbenprächtiger Bilderzyklus das thailändische Ramayana-Epos erzählt. Wir bewegen uns durch das Tempelareal im Uhrzeigersinn und kommen zuerst zu einem, auf einer Marmorplattform gelegenen, großen goldenen Chedi (Phra Sri Ratana),  der eine Buddha-Reliquie beherbergt.  Um ihn herum sind einige kleine, mit Elefantenfiguren dekorierte Altare angeordnet. Auf der gleichen, erhöhten Plattform, östlich des goldenen Chedis befindet sich das prächtige Gebäude der königlichen Bibliothek (Phra Mondhop).  Vergoldete, mit Mosaiken geschmückte, schlanke Säulen tragen ein ebenso geschmücktes und vergoldetes, pyramidenförmiges Dach. Am unteren Rande des Daches befinden sich zahlreiche kleine Glöckchen, die, durch den Wind bewegt, ständig leise läuten. Auch die Außenwände der Bibliothek sind nicht weniger aufwendig geschmückt. Hier werden die heiligen Schriften "Triptaka" aufbewahrt. Wir gehen vom Westen um den goldenen Chedi herum, und kommen zu der nördlichen Begrenzung des Tempelgeländes. Auch hier überwachen einige Yak-Dämonen die Eingänge im Wandelgang.  Im Nordwesten befindet sich das Mausoleum Ho Phra Nak für verstorbene Verwandte des Königshauses.  Südöstlich des Mausoleums steht eine kleine Gebetshalle Vihara Yot. Das mit filigranen, farbigen Keramikblumen geschmückte Gebäude gefällt mir besonders gut.  In dem nördlichen Wandelgang dahinter knien mehrere Gläubige und beten leise, parallel zu einem mehrstimmigen, aus einem Gebetsraum laut übertragenen (oder aber vom Band abgespielten?), monoton-rhythmischen buddhistischen Gebet. Jetzt gehen wir zurück zur Plattform mit dem Chedi und der königlichen Bibliothek. Zwischen der Gebetshalle und dem Bibliothekgebäude gelangt man hier zu einem kleinen steinernen Modell der Tempelanlage in Angkor in Kambodscha. Weiter östlich auf der Marmorplattform, neben der königlichen Bibliothek steht der dritte von den erhöht gelegenen Bauwerken. Es ist das imposante königliche Pantheon (Prasat Phra Debidorn)   mit kreuzförmigem Grundris und einem von schlanken Säulen getragenen und von einem Prang bekrönten Dach. Das mit blauen und roten Fayencen prunkvoll geschmückte Gebäude birgt die Urnen der verstorbenen Chakri-Könige. Es wird überwacht von vergoldeten, mythischen Wesen, sog. kinaras.  An der östlichen Seite des Pantheons befinden sich zwei kleinere, goldene Chedis,  die von mehreren Dämonenfiguren gestützt werden. Diese Dämonen bilden auch ein sehr häufiges Photomotiv.    Hinter dem nördlichen Chedi und östlich von der Gebetshalle Vihara Yot befindet sich eine zweite königliche Bibliothek - Ho Monthien Dhamma. Im Osten wird das Tempelgelände von acht großen, mit verschiedenfarbigen Mosaiken belegten Prangs begrenzt. Wenn man hier durch ein Tor in dem Wandelgang hinausgeht, gelangt man zu einem kleinen parkähnlichen Innenhof,  wo man auch Toiletten finden kann. Zurück im Tempelbezirk, kommen wir zum Abschluß unseres Rundgangs durch die Tempelanlage zum allerwichtigsten Gebäude - dem prunkvollen Bot, der unter König Rama I. für den Smaragd-Buddha errichtet wurde. Der Bot steht im Zentrum der Anlage, südlich der Plattform mit dem Pantheon und der Bibliothek, und ist das größte Gebäude auf dem Gelände. Die Außenwände sind mit bunten Glasmosaiken und Basreliefs aus 112 Garuda-Figuren geschmückt. Auch die Fenster sind wundervoll verziert. Das dreifach gestaffelte Dach wird von hohen Säulen getragen. Auch hier hängen überall am Dachrand kleine, im Wind läutende Glöckchen. Vor dem Bot-Haupteingang im Osten stehen zwei schöne, große Fächerpalmen.  Daneben befindet sich ein großer Opferaltar, an dem die Gläubigen Räucherstäbchen entzünden, Lotosblumen opfern und beten. Da heute ein Sonntag ist, sind neben den Massen von Touristen auch sehr viele einheimische Besucher und Gläubige auf dem Tempelgelände zu sehen.  Jetzt wollen wir den Bot besuchen. Man darf nur barfuß hereintretten. Unsere Schuhe müßen wir also vor dem Gebäude, in speziell dafür aufgebauten Regalen stehen lassen. Im Mittelpunkt des hohen, reichlich geschmückten Raumes thront auf einem goldenen, mit wertvollen Votivgaben bestandenen Altar der Smaragd-Buddha. Die nur 66 cm hohe Figur aus milchig-grünem Nephrit (eine Jade-Art) stammt vermutlich aus der Mitte des 15. Jh. und ist das Nationalheiligtum von Thailand. Im Tempel dürfen wir nicht stehenbleiben. Man muß sich auf dem Boden hinknien oder hinsetzen. Dabei muß man darauf achten, daß man der Statue niemals die Fußsohlen entgegenstreckt, da das als äußerst unhöflich gilt (auch im Bezug zu lebenden Personen). Wir bleiben hier auch etwas länger auf dem Boden sitzen. Die Stille dieses halbdunkles Raumes und die hier betenden Buddhisten verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Und auch die angenehme Kühle der Halle verschafft uns eine willkommene Pause von den tropischen Temperaturen draußen. Gegen 13.00 Uhr beenden wir unserer Rundgang durch beide Anlagen und verlassen das Gelände auf dem gleichen Wege   über das Haupttor im Norden. Zunächst versorgen wir uns an einem Stand wieder mit einigen Flaschen Wasser, den bei den vorherrschenden Temperaturen schwitzen wir wie Weltmeister. Jetzt wenden wir uns dem riesigen, ovalen, parkähnlichen Platz Sanam Luang zu, nördlich des gerade besuchten Tempels gelegen. Hier treffen sich viele Bangkoker, hier wird gepicknickt, hier läßt man Papierdrachen steigen. Am westlichen Rand entlang gehen wir ca. 10 Minuten lang zur Wat Mahathat Tempelanlage. Dieses Kloster mit einer buddhistischen Universität ist aber leider wegen der zur Zeit dort stattfindenden Meditationsstunden heute erst ab ca. 18.00 Uhr für Touristen zugänglich, wie wir dort erfahren. Schade, wir wolten auch diesen, einen der größten Tempel der Stadt besichtigen. So werfen wir nur von draußen einige Blicke rein, aber hinter den Bäumen kann man nicht allzu viel erkennen, und gehen anschließend, mit einer kurzen Zwischenpause auf einer Bank in Sanam Luang Park, zurück. Am nordöstlichen Rand des Wat Phra Kaeo-Tempelgeländes befindet sich eine verkehrsreiche Kreuzung der Na Phra Lan und Sanam Chai Straßen. In der Mitte der Kreuzung steht ein großer Denkmal des Königs Bhumipol (Rama IX.). Östlich davon befindet sich der Lak Muang-Schrein. Der von einem weißen Prang gekrönte Schrein ist dem Schutzgeist Bangkoks gewidmet und birgt den Grundstein der Stadt. Er markiert das Zentrum des Landes, von dem alle Entfernungen gemessen werden. An dem Schrein vorbei gehen wir jetzt entlang der stark befahrenen und breiten Sanam Chai Straße nach Süden. Auf der linken Straßenseite verbirgt sich hinter einer hohen, insgesamt 1900 m langen Mauer das ausgedähnte Gelände des Königspalastes. Östlich der Straße liegt das sehr europäisch wirkende Verteidigungsministerium, von mehreren historischen Kanonen umgeben, und weiter südlich davon - das Außenministerium. Hinter den Ministerien erreichen wir einen Park, wo wir im Schatten der Bäume eine Erholungspause anlegen. Danach machen wir uns auf den Weg zur nächsten wichtiggen Sehenswürdigkeit, die wir uns für heute vorgenommen haben - zum Wat Pho Tempel. Er liegt nicht mehr weit von hier, nämlich südlich vom Königspalast. An der nächsten Kreuzung biegen wir nach rechts in die Thai Wang Straße und gehen einige Dutzend Meter Richtung Fluß bis zum Tempeleingang. Um etwa 14.30 Uhr sind wir da. Der Eintritt auf das Tempelgelände kostet 20,- Baht p.P., also ein Zehntel des zum Wat Phra Kaeo Tempel. Der 1789 errichtete Wat Pho Tempel ist wohl die älteste und auch größte Tempelanlage von Bangkok. Zu Beginn unseres Rundganges im Uhrzeigersinn überschreiten wir ein Tor zum östlichen Tempelbereich. Der Zugang wird von grimmig dreinblickenden, riesigen Tempelwächtern mit großen Hüten bewacht, die angeblich dem Marco Polo nachgebildet wurden. In diesem Teil des Tempels befindet sich ein großer Bot, der als der eindrucksvollste von Bangkok gilt. Um ihn herum sind symmetrisch vier Viharas, die meisten von den insgesamt 95 Chedis sowie zahlreiche Nebengebäude angeordnet. Der Bot ruht auf einer Marmorplattform, die von Hallengalerien mit ihsgesamt ca. 400 Buddha-Figuren umgeben ist. Im Inneren befindet sich auf einem Altar eine kleine Buddha-Statue. Entlang der südlichen Begrenzung der Tempelanlage, hinter der sich die Wohnungen der ca. 300 hier lebenden Mönche befinden, kommen wir zum zentralen Tempelbereich. Hier dominieren vor allem vier hohe verschiedenfarbige Chedis, die mit Fayencen bedeckt sind. Weiter westlich steht ein sehr sehenswerter Pavillon der mit Porzellan reich dekorierten Bibliothek. Unweit davon befindet sich ein chinesischer Pavillon, mit Lampions und farbigen Bändern dekoriert, in dem, unter einem heiligen Baum der dickbäuchige chinesische Milefo-Buddha sitzt. An dem Bibliothekgebäude vorbei kommen wir zu der größten Atraktion des Tempels, die sich in dem westlich des Tempel-Haupteinganges stehenden Vihara befindet. Er beherbergt den großen liegenden Buddha. Ihm verdankt der Tempel den Namen: Tempel des liegenden Buddhas. Die 45 m lange und 15 m hohe, vollständig vergoldete Statue aus Ziegeln und Zement stellt Buddha beim Eingang ins Nirvana dar. Auf den Sohlen seiner überdimensionalen Füße sind 108 Perlmuttplättchen angebracht, die über die Eigenschaften eines Buddhas belehren. Leider ist heute die Statue wegen Renovierungsarbeiten vollständig eingerüstet. Einen der häufigsten Photomotive in Bangkok kann ich also nicht aufnehmen. Aber es macht nichts, die Besichtigung selbst hinterläßt unvergeßliche Eindrücke. So wie jedes Tempelgebaude bisher, können wir auch den Vihara nur barfuß betreten. Wie vor jedem wichtigen Tempel, befinden sich auch hier große Regale für die Schuhe. Man muß sich nur gut merken, wo man sie abgestellt hat. Nach ca. 1 Stunde beenden wir unseren schnellen aber interessanten Rundgang durch diese beeindruckende Tempelanlage. Ich bin besonders fasziniert, ähnlich wie schon bei der Besichtigung des Wat Phra Kaeo Tempels, von den farbenfrohen, filigranen Dachkonstruktionen der buddhistischen Tempelbauten. Dabei dominieren immer die Farben orange, gelb und grün, die miteinander unterschiedlich kombiniert werden. Mittlerweile ist es schon 15.30 Uhr geworden, aber wir haben heute noch einiges vor. Also begeben wir uns jetzt schnell zur nächsten Anlegestelle am Fluß. Die Tha Tien Pier liegt nicht weit, in der direkten Verlängerung der Thai Wang Straße, die das Palastgelände vom Wat Pho Tempel trennt. Von dieser Pier pendeln ständig kleine Fähren auf die andere Flußseite, zum dort etwas weiter südlich gelegenen Wat Arunratchawararam (kurz Wat Arun genannt) - dem Tempel der Morgendämmerung (bzw. Tempel der Morgenröte). Er zählt zu den schönsten Sakralbauten des Landes und gilt auch als eines der Wahrzeichen Bangkoks. Sein mit bunten chinesischen Keramik- und Porzellanscherben vollständig bedeckter, 66,8 m hoher Prang (mit einer 236 Quadratmeter großen Grundfläche) ist schon von Weitem sichtbar und bietet einen majestätischen Anblick. Der aus dem frühen 18. Jh. stammende zentrale Prang ist von vier kleineren Prangs und vier Viharas flankiert, sie alle auch überreich mit Porzellanmosaiken verziert. Die Überfahrt auf die andere Flußseite kostet je 2,- Baht und dauert nicht lange. Die Fähre manövriert dabei geschickt zwischen den flußaufwärts und -abwärts zahlreich fahrenden großen und kleinen Booten. An der anderen Ufer angekommen, kaufen wir direkt an der Pier für 20,- Baht unsere Tickets für die Tempelbesichtigung und nähern wir durch einen Park dem imposanten Prang. Etwas weiter südlich des Wat Arun befindet sich das Hauptquartier der Marine (Royal Thai Navy Headquarters) und wohl auch eine Offiziersschule. In dem Park am Tempel findet gerade eine große feierliche Zeremonie statt. Vielleicht ist es eine Schlußfeier der Kadeten der Offizierschule? Auf jeden Fall wimmelt es überall von Marinesoldaten in schicken, weißen Uniformen. Immer wieder kommen kleine Delegationen von Offizieren zu einem im Park stehenden Denkmal einer Persönlichkeit und bringen Blumen sowie spezielle Opfergaben mit sich, die wie kleine, weiße, eiförmige Urnen oder Pokale aussehen. All dies läuft sehr förmlich ab. Vor dem Denkmal stehen einige Uniformierte, wohl Militärpolizisten, die den Zugang zu ihm regeln. Fotografen und TV-Reporter sind auch dabei. Auf dem Gelände wird laut die Thai-Musik gespielt. Auf einer kleinen Bühne führen junge Mädchen in bunten Trachten typische Thai-Tänze und Lieder auf. Es sind wohl die Kinder der Offiziere, denn die Zuschauer - wahrscheinlich hauptsächlich deren Eltern - reagieren mit großer Begeisterung auf die Aufführung. Überall auf dem Rasen sind auch Stühle und Tische aufgestellt, an mehreren Ständen kann man sich mit warmen Thai-Essen versorgen. Wir lassen das bunte, exotische Treiben hinter uns und nähern uns dem Prang. Vier steile Treppen führen auf einen hohen Sockel hinauf, auf dem der zentrale Prang emporragt. Man darf aber nur zu der untersten Plattform aufsteigen und darauf den Prang umrunden. Erst aus der nächsten Nähe kann man den Detailreihtum der Keramikverzierungen und Dekorationen so richtig erkennen. Immer wieder entdecken wir hier interessante Details, wie z.B. die Dämonen, die den Prang im unterem Bereich stützend umringen. Danach spazieren wir noch durch das nordwestlich des Prangs gelegene Tempelgelände mit zahlreichen größeren und kleineren Gebäuden, u.a. der Kapelle (Phra Viharn) und der Nische mt dem Fußabdruck Buddhas, sowie durch die benachbarten Straßen. Die weißen Säulen und Außenwände des Bots dieser Tempelanlage bzw. der Ordination Hall sind mit bunten Porzellanblumen dekoriert. In dem Innenhof, der von einem in grellen Farben bemalten Wandelgang mit Buddha-Statuen und Bronze-Elefanten umgeben ist, stehen zahlreiche chinesische Steinstatuen. Hier begegnen wir einer hochrangigen Delegation. Ein wichtiger General oder uniformierter Minister verläßt gerade den Tempel, begleitet von mehreren ihn respektvoll umgebenden Offizieren (darunter auch Frauen) in festlichen Uniformen sowie von einem Fernsehteam. Wir werfen noch einen Blick in den Innenraum des Bots mit einem goldenen, sitzenden Buddha und gehen gleich weiter über die angrenzenden Straßen zurück zur Pier. Auf die Fähre wartend, beobachten wir den regen Verkehr auf den Fluß.  Gegen 17.30 Uhr setzen wir auf die östliche Flußseite zurück und nehmen uns dort gleich ein Taxi, mit dem wir für 69,- Baht zum Geschäftszentrum im Osten, am Siam Square, fahren. Hier ist richtig etwas los. Massen von Menschen, mit Autos und Tuk-Tuks verstopfte Straßen, Lärm, Abgase - dies sieht hier zu jeder Tageszeit ähnlich aus, aber abends kommt der wahre Höhepunkt. Wir bummeln über die gewaltigen Betonkonstruktionen der riesigen Fußgängerbrücken, die die Kreuzung der beiden Hauptstraßen Rama I. und Phaya Thai Road überspannen. Direkt von diesen Brücken gelangt man zu den gigantischen MBK-Einkaufszentrum sowie zu anderen angrenzenden Gebäuden. Unter uns der laute Straßenchaos, über uns die zweigeschoßige Betonstrecke der Schnellbahn, die sich hier noch verzweigt, überirdische Durchgänge zu den zwei großen Skytrain-Stationen National Stadium und Siam Central, Treppen rauf, Treppen runter. Man weiß nicht, wohin man zuerst hingucken soll, und wo man hinauskommt. All dies ist beeindrückend aber auch bedrückend. Wir erkunden hier ein wenig die Wege und gehen danach zum Siam Centre, wo wir an einem Internet-Terminal kostenlos unsere E-Mail-Konten abfragen können. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden wir einen Pizza-Hut, in dem noch einige Plätze frei sind, und genießen nach dem sehr anstrengenden Tag gemütlich ein für dieses Lokal typisches Menü. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Wir überlegen, wie wir zurück ins Hotel kommen sollen - von der südlichsten Skytrain-Station in Saphan Taksin gibt es noch ca. 40 Minuten Fußweg nach Hause, wofür wir heute wohl nicht mehr genug Kräfte haben - also entscheiden wir uns für einen Taxi. Der Taxi-Fahrer spricht kaum Englisch. Nachdem wir ihm den Hotelnamen gesagt haben, fragt er uns, welches von den beiden, weil es angeblich in Bangkok zwei Hotels mit diesem Namen gibt. Es dauert eine Weile, bis wir uns schließlich verständigen, wohin wir fahren müßen. Dabei widmet er sich, stark gestikulierend, mehr dem Gespräch mit uns, als dem Straßenverkehr. Aber hier im Zentrum kommen wir durch die verstopften Straßen sowieso nur schleppend voran. Da sind die Tuk-Tuk-Fahrer eindeutig im Vorteil. Sie nutzen jede, noch so kleine Lücke zwischen den Fahrzeugen, um voranzukommen. Als wir schließlich auf eine der Schnellstraßen gelangen, ist unser Fahrer so froh darüber, endlich Gas geben zu können, daß er die Abfahrt auf die Charoen Krung Straße zu unserem Hotel verpaßt und über die Brücke auf die andere Flußseite kommt. Es ist ihm zwar richtig peinlich, aber es hilft nichts, man kann hier sowieso nirgendwo wenden. Einen kleinen Vorteil hat die ganze Aktion - wir können ihm von der gegenüberliegenden Flußseite unser Hotel zeigen. Er scheint sich hier auch nicht so gut auszukennen. Auf jeden Fall dauert es einige Zeit, bis er den Weg zurück auf "unsere" Flußseite über eine weiter südlich liegende Brücke findet. Gegen 21.00 Uhr sind wir endlich im Hotel. Der Taxi-Fahrer berechnet uns wegen seiner Panne nur 90,- anstatt der angezeigten 107,- Baht. Im Hotel bereiten wir dann unser Gepäck für die morgen beginnende Rundreise vor, ich schreibe noch einige Postkarten, dann trinken wir noch in der Hotelbar unser Welcome-Getränk. Als wir schließlich erschöpft schlafen gehen, ist es bereits 23.30 Uhr.

 

    Bangkok - Wat Phra Kaeo, Dämonen, die einen goldenen Chedi stützen - Thailand                   Bangkok - Wat Phra Kaeo, Blick auf die Tempelanlage von Außen, von links: der Prang des Pantheons, das Dachturm der Bibliothek und der goldene Phra Sri Ratana Chedi - Thailand

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- Bangkok - Bang Pa-In - Ayutthaya - Suphanburi -

Heute beginnt unsere 4tägige "Kleine Thailand-Rundreise" durch Zentralthailand, die wir bei TUI gebucht haben. Schon frühmorgens werden wir vom Hotel mit einem großen TUI-Reisebus abgeholt, obwohl unsere Reisegruppe nur aus 15 Teilnehmern besteht. Wir fahren zunächst über die uns schon bekannte Charoen Krung Road nach Norden. Wir kommen an der Hochbahn und einigen großen Hotels vorbei,  und nach ca. 30 Minuten Fahrt steigen wir in der Nähe einer Bootanlegestelle (River City Pier) aus, denn unsere Fahrt werden wir gleich mit einem Schiff fortsetzen. Das Schiff ist aber noch nicht da, und bis zur Weiterfahrt haben wir noch etwas Zeit. Wir warten und spazieren also an der River City Pier und an dem River City Shopping Centre. Dies ist das größte Handelszentrum für Kunst und Antiquitäten (art and antique centre) in ganz Südostasien, dementsprechend stolz sind hier auch die Preise. Etwas nördlich davon liegt das große Hochhaus des Royal Orchid Sheraton Hotels. Zwischen dem Hotel und dem River City Gebäude befindet sich ein kleiner Platz, auf dem wir die meiste Wartezeit verbringen. Gegen 8.00 Uhr gibt unser Reiseleiter das Signal, daß das Schiff gleich kommt und wir einsteigen können. Das Schiff mit dem wir jetzt flußaufwärts - nach Norden - unsere Reise fortsetzen werden, heißt "Pearl of Siam" (II) und ist einer der drei gleichnamigen Schiffe der Queen Mary Company. Außer unserer kleinen Reisegruppe sind nur noch einige wenige andere Passagiere am Bord des 1993 erbauten, 33 m langen Ausflugsschiffes, das eine Kapazität von 170 Passagieren besitzt. Wir fahren zuerst durch das Zentrum und dann durch die Vororte von Bangkok. Neben vielen alten Bauten sehen wir im Norden der Hauptstadt auch mehrere moderne Hochhäuser und eine riesige Flußbrücke. Das Wetter in Bangkok ist nicht sehr gut. Es ist eher bewölkt und in der Luft liegt sehr viel Dunst. Aber während der Fahrt wird es besser. Die Sonne kommt heraus und verschwindet nur ab und zu hinter großen Wolken. Am Horizont hinter uns braut sich jedoch etwas zusammen und folgt uns langsam hinterher. Wir verbringen die meiste Zeit auf dem Oberdeck und beobachten das Leben an den Flußufern. Die Landschaft ist flach aber nicht langweilig. Im Gegenteil, die Gebiete entlang der Ufer sind fast durchgehend besiedelt. Wir sehen vom Schiff aus viele, meist einfache aber auch größere Holzhütten, die in der Regel auf Stelzen im Wasser stehen. Aber in größeren Ortschaften sind natürlich auch viele moderne Gebäude, sogar Hochhäuser, zu sehen. Und immer wieder sieht man auch schöne, bunte Tempelanlagen, die an den Ufern errichtet wurden und überwiegend zum Fluß hin ausgerichtet sind. Das traditionelle Leben der Thais am Menam Chao Phraya orientiert sich natürlich zum Wasser hin. Der Fluß und die zahlreichen Kanäle sind hier auch die Hauptverkehrsadern. Wir begegnen vielen anderen Schiffen, kleinen und schnellen Motorbooten und auch großen Kähnen, die voll beladen flußauf- und -abwärts fahren. Während der geruhsamer Fahrt bewundern wir auch die tropische Vegetation an den Ufern und genießen einfach die Sonne und die an uns langsam vorbeiziehenden Landschaften. Hier oben sitzen wir an den Tischen fast ganz alleine. Die meisten Mitreisenden verstecken sich vor der Sonne auf dem unteren Deck oder verbringen die Reise unten im vordersten Teil des Bootes. Dort bekommen wir gegen 9.00 Uhr den Kaffee serviert, und gegen 11.00 Uhr genießen wir am Unterdeck das Mittagessen. Kurz danach, nach einer ca. 4stündigen Schiffsreise kommen wir zum Ziel. An der Anlegestelle Bang Sai mit einem kleinen Tempel Wat Potangtai, ca. 50 km nördlich von Bangkok, verlassen wir das Schiff und steigen in einen Bus um, mit dem wir die Reise zum ca. 10 km nordöstlich entfernten Bang Pa-In fortsetzen. In Bang Pa-In befindet sich seit dem 17. Jh. der Sommerpalast der Könige von Ayutthaya. Später, als die Könige in Bangkok residierten, ließen König Mongkut und sein Nachfolger Chulalongkorn im 19. Jh. an dieser Stelle einen neuen Palast im asiatisch-europäischen Still errichten. Es ist genau Mittag. Zwischenzeitlich ist der Himmel gänzlich hinter einem von Süden heranziehenden Wolkenschleier verschwunden. Die Luft ist sehr schwül und dünstig. Wir fahren jetzt auf Landstraßen durch eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit einigen Reisfeldern sowie vielen Gärten mit Palmen und Bananenbäumen. Bereits während der Fahrt fallen die ersten Regentropfen. Als wir gegen 12.20 Uhr am Parkplatz vor dem Sommerpalast ankommen, beginnt es in Strömen zu gießen. Es ist ein heftiger, tropischer Platzregen. Unser junger Reiseführer behält jedoch die Ruhe und prophezeit, daß in einer halben Stunde der Regen zu Ende ist. Wir bleiben also im Bus sitzen - eine Besichtigung bei diesem Wetter macht keinen Sinn, da hilft kein Regenschutz. Während wir also so vor sich hindüsen, beobachten wir mitleidig andere Touristen, die weniger Glück als wir hatten, und jetzt klitschnaß in ihre Busse nach der Besichtigung zurückkehren. Gegen 13.00 Uhr hört es tatsächlich auf zu regnen, und wir können aussteigen. Dann muß ich, und einige andere Mitreisende auch, aus dem Koffer noch eine lange Hose rausholen und sie anziehen, denn eine Palastbesichtigung in kurzer Hose ist nicht erlaubt. Der Regen ist zwar vorbei, aber es bleibt zunächst bewölkt, und die Sonne kommt nur sehr schwach zum Vorschein. Auf dem Weg durch die weitläufige, an einem Arm des Chao Phraya Flußes gelegene Parkanlage mit vielen künstlichen Seen kommen wir zunächst an einem kleinen Steinschrein im Khmer-Still zu Ehren eines Ayutthaya-Königs (Ho Hem Monthian Thewarat) vorbei. Am Ende des geraden Weges, der an einem See und dem dahinterliegenden Palast im europäischen Still vorbeiführt, kommen wir wohl zu dem schönsten Bauwerk der Anlage. Es ist der kleine, filigrante und elegante Wasserpavillon (Phra Thinang Aisawan Thiphta-Art), der mitten in einem Teich steht und sich malerisch darin spiegelt. Der aus Holz konstruierte Pavillon gilt als ein Beispiel vollendeter Thai-Architektur. Im starken Kontrast zu ihm stehen die steinernen europäischen Statuen auf der Brücke sowie die Warophat Phiman-Residenz und das an den Still der französischen Paläste angelehnte Thewarat Khanlai Gate.  Über eine weitere Brücke gelangen wir zum hinteren Teil der Anlage, der früher ausschließlich der Königsfamilie vorbehalten war. An einigen anderen Bauten und Grünflächen mit aus Hecken schön modellierten Elefanten vorbei gelangen wir zum weiteren sehenswerten Gebäude - zu dem zweistöckigen, im chinesischen Still errichteten Phra Thinang Wehart Chamrun Pavillon. Er war ein Geschenk eines Prinzen für den König Rama V. und später das bevorzugte Domizil von König Rama VI. Das Gebäude mit seiner interessanten Ausstattung dürfen wir nur barfuß besichtigen. Auf einer kleinen, über Brücken erreichbaren Insel steht ein bunter Aussichtsturm, der mich eher an einen Leuchtturm erinnert. Insgesamt ist der ca einstündige Rundgang durch die üppige tropische Parkanlage mit der Ansammlung von Bauten der verschiedensten europäischen und asiatischen Stilrichtungen sehr kurzweilig und interessant. Gegen 14.15 Uhr steigen wir wieder in den Bus ein und fahren jetzt in die alte Hauptstadt Ayutthaya, die ca. 20 km von hier entfernt liegt. Die Landschaft ist, ähnlich wie vorher schon, landwirtschaftlich geprägt. Immer wieder sehen wir in den Dörfern und Orten auch prunkvolle, bunte Tempelanlagen. Ayutthaya war vor Bangkok über 400 Jahre lang die Hauptstadt des Königsreiches und eine der glänzendesten Metropolen Südostasiens (in den Jahren 1350 bis 1767). Obwohl sie 1767 von den birmesischen Truppen völlig zerstört wurde, blieben im alten Kern der Hauptstadt - auf der von drei Flüssen umschlossenen Insel - über 500 Ruinen erhalten; teilweise wurden sie auch restauriert.   Seit 1991 gehört dieses Gebiet zum Weltkulturerbe der UNESCO. Eine ausführliche Besichtigung des weitläufigen Areals der alten Königsstadt mit zahlreichen Tempeln würde sicherlich mehrere Tage erfordern. Wir müssen uns bei der Rundreise nur auf einige wenige Sehenswürdigkeiten beschränken. Noch außerhalb der Flußinsel, südöstlich davon in einem Flußbogen gelegen, befindet sich der gut erhaltene bzw. vollständig renovierte Wat Phanan Choeng Tempel, an dem wir unsere erste Pause anlegen. Er ist der älteste Tempel in Ayutthaya, erbaut 1344, und beherbergt die angeblich größte antike Buddha-Statue, die als "Luang Po To" bekannt ist. Vor dem Eingang zur Haupthalle (Viharn) befindet sich eine abgeschnittene Bananenstaude mit unzähligen eingesteckten Geldscheinen, die so geopfert werden. In der Vorhalle kann man Kerzen, Lotusblüten sowie kleine Blattgoldstücke (oder wohl nur künstliche, goldene Folie?) kaufen und an den Buddhastatuen opfern. Der Reiseleiter Tam erklärt uns, wie man opfert. Während man mit den Goldblättchen eine der vielen kleinen Buddhastatuen im Vorraum beklebt, muß man sich einen Wunsch denken, der dann in Erfüllung gehen wird. Wir kriegen von ihm auch die goldenen Blättchen und probieren es aus. In der Haupthalle mit dem riesigen sitzenden Buddha kann man bei einem älteren glatzköpfigen Mönch auch große, orangenfarbige Gewände kaufen, wenn man sich von irgendeiner Schuld freikaufen will. Diese Gewände werden der großen Buddhastatue immer wieder neu umgehängt. Gerade jetzt werden sie auch wieder erneuert. Dazu dient eine Wendeltreppe am Rücken der Statue, über die die Mönche bis zur Schulter den Buddhas kommen, und von dort das breite orangene Band nach unten abrollen lassen. An einer anderen Stelle in der Haupthalle befindet sich ein Verkaufsstand, an dem mittelgroße Plastikeimer, voll mit Lebensmitteln verpackt und in Folie eingeschweißt, verkauft werden. Es verwundert mich zunächst, daß im Tempel sowiel Handel betrieben wird. Aber wir erfahren, daß man diese Lebensmittel hier kaufen kann, um sie anschließend einem der im Tempel sitzenden und betenden Mönche zu spenden. Sie leben und ernähern sich nämlich nur von den Almosen der Gläubigen. Es ist schon merkwürdig zu sehen, wie die Mönche an den Eimern voller Leckereien sitzen (und sie auch vielleicht selbst verpackt haben) aber erst warten müssen, bis jemand sie ihnen abkauft und anschließend verschenkt. Nach dem Rundgang um die große Buddha-Statue, umgeben von vielen kleinen goldenen Buddhas, und der Besichtigung eines Nebenraumes mit anderen Buddhastatuen und interessanten Wandmalereien, sehen wir noch sieben goldene Miniaturstatuen von Buddha in verschiedenen Haltungen, die jeweils einem Wochentag zugeordnet sind. Dann fahren wir mit dem Bus ein kurzes Stück weiter und erreichen über eine Brücke die historische Ruinenstadt auf der Flußinsel. Von dem Parkplatz gehen wir an einem neuen Tempel Vihara Phra Mongkol Bophit vorbei und kommen zur größten Tempelruine der ehemaligen Hauptstadt. Inzwischen ist das Wetter wieder schön geworden - tiefblauer Himmel und warmer Sonnenschein verleihen den Ruinen eine besondere Atmosphäre. Die Ruine des Königstempels Wat Phra Si San Phet, die wir jetzt besichtigen, ist von hohen Mauern umgeben. Der Tempel war ein Ort wichtiger religiöser und staatlicher Zeremonien, die vom König vollzogen wurden. Nach der Zerstörung durch die Birmesen sind nur drei verbrannte und verwitterte große, weiße Chedis geblieben. Diese enthalten die Asche verstorbener Könige und eine Buddha-Reliquie. Vor der Zerstörung stand im Vihara des königlichen Tempels ein 16 m hoher, vollständig mit Gold überzogener Buddha. Um die drei großen Chedis herum befinden sich noch einige weitere kleinere, zerstörte Chedis aus roten Ziegelsteinen. Alle sie sind schon ziemlich stark verwittert und zerfallen. Wir haben noch etwas Zeit, um durch diese parkähnliche Anlage mit kurzgeschnittenem Rasen und einigen alten Bäumen um die Ruinen herum zu schlendern. Anschließend geht es zurück zum Bus. Auf dem Rückweg zum Parkplatz habe ich noch Zeit, um in den aus den 50er Jahren stammenden Vihara Phra Mongkol Bophit einen Blick zu werfen. Er beherbergt den größten Bronze-Buddha des Landes, der bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt. Es handelt sich dabei um die Rekonstruktion einer Statue aus dem 15. Jh. Mittlerweile ist es schon ein später Nachmittag geworden. Durch ein flaches Land mit vielen Reisfeldern geht es jetzt nach Suphanburi, einer typischen Provinzstadt mit bewegter Vergangenheit und geruhsamer Lebensweise, die etwa 60 km nordwestlich von Ayutthaya liegt. Hier beziehen wir ein großes, mehrstockiges Hotel Songphanburi. Nach dem Begrüßungscoctail haben wir vor dem Abendessen noch Zeit, uns in den Zimmern etwas zu erholen und frisch zu machen. Das Hotel macht einen ziemlich leeren Eindruck. Auch im Speisesaal ist unsere kleine Reisegruppe fast alleine, später kommen noch ein paar Thais dazu. Trotzdem wir für uns Livemusik gesungen. Das erste originelle Thai-Essen schmeckt uns sehr gut, was aber nichts über die Qualität aussagt, wie es sich später erweisen wird. Nach dem Essen verbringen wir mit unserer kleinen Gruppe noch gemütlich etwas Zeit im Lobbybereich des Hotels. Zum Amüsement von jedem, präsentiere ich selbstverständlich einige Zaubertricks, zum Vergnügen der Gruppe und einige Thais die um mich herum platzgenommen haben.

Auf dem Menam Chao Phraya zwischen Bangkok und Bang Pa-In, ein Tempel am Ufer - Thailand

Ayutthaya - Ruinen des ehem. Königstempels Wat Phra Si San Phet, weiße Chedis - Thailand

4 TAG:

- Suphanburi - Kanchanaburi - River Kwai Dschungel Rafts -

Mitten in der Nacht, um 2.30 Uhr, wache ich mit sehr starken Magenschmerzen auf. Gegen 4.00 Uhr morgens holen wir unseren Reiseleiter in der Hoffnung, daß man hier im Hotel vielleicht einen Arzt hat. Leider ist dies nicht der Fall. Stattdessen organisiert der Reiseleiter einen Wagen und bringt mich zum städtischen Krankenhaus. Ich fülle mich total schwach, am Rande eines Kollaps. Ich schaffe kaum noch die paar Schritte vom Auto zum Krankenhaus. Mittlerweile weiß ich fast nicht, was um mich geschieht. Mein Kreislauf ist so schwach, daß ich nur eines will - einfach einschlafen (beinahe schaffe ich dies im Stehen), alles andere ist mir in diesem Moment egal. Im Krankenhaus wird mir relativ schnell die Temperatur und Blutdruck gemessen, dann kriege ich ein Elektrolytgetränk. Nachdem ich mich endlich übergeben konnte, werde ich in einer Kammer auf ein rollendes Bett hingelegt und an den Tropf angeschlossen. Ich kriege noch mit, daß ich in einen anderen Raum gerollt werde - wohl in einen Seminarraum, denn hier stehen gereiht vor einer Tafel mehrere Stühle - und daß der Reiseleiter verspricht, gegen 7.00 Uhr morgens wieder zu kommen. Anschließend schlaffe ich sofort ein. Gegen Morgen werde ich wach, als eine Ärztin und eine Krankenschwester kommen. Mir geht es schon wesentlich besser, bin aber noch ziemlich schwach. Die Verständigung auf Englisch ist extrem schwierig, aber ich verstehe, daß sie mich fragen möchten, ob ich Hunger habe. Etwas später bringt mir die Ärztin einen schwarzen Kaffee und eine Scheibe Zuckertoast. Ich darf aufstehen und mit dem Tropf in ihr Kabinett hinter dem Seminarraum gehen. Sie verschwindet anschließend. Ich schaue auf die Uhr: 7.00 Uhr ist vergangen, bald ist auch 7.30 Uhr vorbei. Aber keiner kommt hier, und ich hänge immer noch am Tropf und kann nicht raus. Ich mace mir schon ernsthafte gedanken, wie es weiter geht, aber kurz vor 8.00 Uhr höre ich endlich laute Stimmen und Schritte. Unser Reiseleiter ist da, und auch Agnes und die Ärztin. Wie ich erfahre, steht der ganze Bus vor dem Krankenhaus. Nachts hatten noch 4 weitere Reiseteilnehmer große Magenprobleme, und sie werden auch noch untersucht. Dies dauert noch eine Weile, und schließlich bekommen wir alle Antibiotika verschrieben. Die Ursache unserer Probleme muß das gestrige Abendessen sein, und irgendwelche, darin enthaltene Erreger, die zu einer starken Vergiftung geführt haben. Der Hotelmanager, der mit der Gruppe auch mitgekommen ist, bestreitet dies zwar wehement, übernimmt aber bereitwillig die Krankenhausrechnung für alle Medikamente, Untersuchung und Behandlung aller Personen. Na, also. Ich muß noch nur meinen Kaffee und Zuckerbrot bezahlen (25,- Baht). Es ist also glimpflich ausgegangen, aber wie ich später erfahre, wollte mich das Krankenhaus ursprünglich unbedingt 3 Tage lang zur Beobachtung behalten. Nur mein gutes Wohlbefinden und der Druck des Reiseleiters haben meine Weiterreise möglich gemacht. Es ist kurz nach 8.30 Uhr. Mit einer gut einstündigen Verspätung kann jetzt also weitergehen. Wir mussen aber eine im Programm geplante Besichtigung des Tempels Wat Palelei in Suphanburi ausfallen lassen, denn sonst würden wir nicht den Zug erreichen, mit dem wir heute über die Brücke am River Kwai fahren sollen. Er soll um ca. 11.00 Uhr in Kanchanaburi abfahren, und wir haben bis dahin noch gute 2 Stunden Fahrt und vorher noch eine Besichtigung. Alle sind damit einverstanden. Ich bin nicht unglücklich darüber, daß fast aus jeder Familie jemand von der Vergiftung betroffen war, denn sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen, die Verspätung verursacht zu haben. Die Gegend, durch die wir heute nach Südwesten fahren, ist landwirtschaftlich geprägt. Die ebenen Landschaften unterscheiden sich nicht viel von den gestern gesehenen. Es dominieren hier vor allem Reisfelder. Erst kurz vor der Provinzhauptstadt Kanchanaburi zeigen sich am Horizont die ersten Bergketten. Das Wetter ist heute schön und mir geht es nach den nächtlichen Turbulenzen auch schon ganz gut. Während der Busfahrt kann ich mich weiter ausruhen und etwas schlafen. Die ca. 50.000 Einwohner zählende Stadt Kanchanaburi, am Zusammenfluß von Kwai Yai und Kwai Noi gelegen, ist bekannt als Ausgangspunkt der von Japan im Zweiten Weltkrieg gebauten Bahnverbindung von Thailand nach Birma. Hier, ca. 4 km nordwestlich des Stadtzentrums, befindet sich auch die legendäre Brücke am Kwai.  In der Nähe liegt auch der Bahnhof, von dem aus die "Eisenbahn des Todes" bis zur Endstation in Nam Tok nahe der birmesischen Grenze verkehrt. Für die 77 km lange, einspurige Strecke braucht der Zug ca. 2 Stunden. Als wir in der Stadt ankommen, heißt es, daß heute der Zug erst um 12.15 Uhr abfahren wird. Nach Worten unseres Reiseleiters verkehrt die Bahn immer sehr unzuverlässig. Wir müssen unser geplantes Programm also erneut überdenken. Das Mittagessen war ursprünglich erst nach der Bahnfahrt in Nam Tok geplannt.  Dies kann aber wegen der Zugverspätung frühestens gegen 14.30 Uhr erfolgen. Und ob der Zug so kommt, wie die letzte Information ist, wissen wir auch noch nicht. Wir sind alle nach der letzten Nacht etwas müde, gestreßt und hungrig. Deshalb überlegen wir, bereits in Kanchanaburi essen zu gehen. Dann schlägt aber der Reiseleiter vor, auf die Fahrt mit der sog. "Todeseisenbahn" zu verzichten, und stattdessen mit unserem Bus zur Endstation der Bahnlinie zu fahren, und dort wie geplant zum Mittagsessen zu gehen. In einer demokratischen Abstimmung spricht sich die Mehrheit für diesen Vorschlag aus. Die Bahnfahrt soll sowieso nicht das größte Vergnügen sein: nur Wagen der 3. Klasse, die voll Touristen sind (obwohl es ein normaler und kein Touristenzug ist), und außerdem sind die Ausblicke nicht besonders berauschend - Dschungel bzw. Felsen und einige Schluchten sowie der Fluß. Für mich ist es nicht so wichtig, dar ich den "Todeseisenbahn" schon einige Jahre vorher genommen hebe. Den eindrucksvollsten Abschnitt der Strecke mit dem spektakulären Wang Po-Viadukt, der parallel zu einer Felswand hängt, würden wir sowieso von der Endstation aus sehen. Bevor wir jedoch zur Endstation Nam Tok fahren, besichtigen wir in Kanchanaburi das sehr authentisch wirkende JEATH-Kriegsmuseum (JEATH - von den Anfangsbuchstaben der Länder Japan, England, Australien, Thailand und Holland, die in diesem Gebiet in die Kampfhandlungen verwickelt waren). Als wir auf dem Parkplatz aus dem klimatisierten Bus aussteigen, werden wir von der heißen, trophischen Luft fast umgehauen. Von hier müssen wir noch einige Meter bis zum Museum durchlaufen. Das 1977 eröffnete Museum befindet sich in einer rekonstruierten Gefangenenbaracke auf dem Gelände des Tempels Wat Chai Chumphon, direkt am Fluß. Es werden hier verschiedene Fotos, Briefe, Zeichnungen, Ausrüstungsgegenstände und andere Fundstücke von den Kriegsgefangenen gezeigt, die hier in den Jahren 1942-1943 zum Bau der Todeseisenbahn eingesetzt wurden. Beim Bau dieser ca. 400 km langen Bahnstrecke von Thailand nach Birma wurden ca. 60.000 Kriegsgefangene aus England, Holland und Australien eingesetzt. Dazu kamen noch ca. 200.000 Zwangsarbeiter aus Indien, China, Malaysia, Singapur, Birma und Thailand. Aufgrund der unmenschlich schwierigen Arbeitsbedingungen, Unterernährung, Tropenkrankheiten und schlechten Behandlung durch die japanischen Besatzer starben währen der Bauarbeiten mehr als die Hälfte der Arbeiter. Deswegen auch trägt diese Bahnlinie den schrecklichen Namen. Bei der Besichtigung des Museums wird jedem das Elend und unglaubliche Leid der Gefangenen schnell bewußt. Unter dem Eindruck dieser Bilder und Erkenntnisse fahren wir weiter und halten noch kurz an einem der zwei großen Soldatenfriedhöfe. Dann geht es zu der berühmten Brücke am Kwai. Sie war ein zentraler Punkt der Bahnverbindung und wurde deshalb vor dem Kriegsende von den Flugzeugen der allierten Streitkräfte bombardiert und schwer beschädigt. Die heutige Brücke wurde einige Hundert Meter von der Originalstelle, mit zum Teil noch ursprünglichen Bauelementen der zerstörten Konstruktion wiederaufgebaut. Wir haben jetzt Zeit genug, um die Brücke selbst und die Gegend zu erkunden. Man darf über die Brücke zu Fuß gehen, wobei man aufpassen sollte, daß man zwischen den Schwellen, oder seitlich der Gleise nicht in den Fluß fällt, denn die Lücken sind groß genug. Auf fahrende Züge muß man dabei aber nicht achten. Es verkehrt hier sowieso nur ein Zug, von dem jedoch auf dem benachbarten, kleinen Bahnhof noch nichts zu sehen ist. Und wenn er kommt, gehen einige Bahnangestellte davor, die die Touristen rechtzeitig warnen und vertreiben. Nach dem Spaziergang durch den ersten Teil der Brücke, laufen wir noch an der Bahnstation vorbei und besuchen auch einige Souvenirgeschäfte, die hier zahlreich vertreten sind. Dabei erstehe ich zwei schöne Elefantenfiguren aus Holz bzw. schwarzem Harz, die überall angeboten werden. Anschließend fahren wir mit unserem Bus, wie verabredet, zur Endstation der Bahnstrecke in Nam Tok. Der Weg führt uns durch eine bergige Landschaft am Horizont, mit kleinen Dörfern, Feldern und einem trockenen und lichten Dschungel. Von der kleinen Bahn-Endstation fahren wir dann ein Stückchen entlang der Bahnlinie zurück, Bis zur Station Tham Krasae. Aus dem Bus ausgestiegen, gehen wir dann noch einige hundert Meter entlang der Gleise zurück. Wir kommen zum Fluß Kwai (Kwai bedeutet eigentlich Fluß auf thailändisch, ebenso wie auch Menam) und zur Aussichtsstelle, von der sich ein schöner Blick auf die Bahnlinie zwischen einem steilen Felsen einerseits und dem Fluß andererseits bietet.  Hier befindet sich auch das spektakulärste Bauwerk der Strecke - das Wang Po-Viadukt, das an der steilen Wand förmlich hängt, und unter größten Schwierigkeiten erbaut wurde. Wir spazieren über die Gleise, die teilweise auf wenig vertrauen erweckenden, langen Holzstützen hoch über dem Grund verlaufen. Seitlich davon gibt es keine Geländer, so daß dieser Gang eigentlich nur für Schwindelfreie zu empfehlen ist. An dieser Stelle befindet sich zwischen den Gleisen und dem Berghang der Eingang zur einer mittelgroßen Höhle (Kra Sae Höhle), in der sich eine goldenfarbige Buddha-Statue befindet. Die angenehme Kühle in der Grotte ist für uns eine willkommene Abwechslung zu den tropischen Temperaturen draußen. Nach einem ca. 30minütigen Aufenthalt an diesem Streckenabschnitt fahren wir zum River Kwai Village Hotel, wo uns um 14.00 Uhr das Mittagessen serviert wird. Das Hotel ist sehr malerisch im Dschungel, direkt am Ufer von River Kwai Noi gelegen. Von der Restaurantterrasse kann man sehr gut den dichten Uferbewuchs mit großen Bambusbuschen und exotischen Bäumen sowie den Fluß beobachten. Die Geräuschkulisse des Dschungels ist für mich faszinierend und überraschend laut. Die Luft ist erfüllt vom beeindruckenden Summen der Zikaden oder anderer Insekte, die um diese Zeit scheinbar ihren Hauptkonzert veranstalten. Wir machen hier eine ca. 1,5 Stunden lange Pause, also nach dem Essen spazieren wir noch durch das angrenzende Gelände. Über einen Pfad geht es durch den Dschungel den Hang herauf zu einem kleinen Zoo, in dem wir einige Pfauen sehen. Viel interessanter ist aber die Dschungelvegetation, insbesondere die Luftwurzeln bzw. Stämme, die wie verdrehte Ketten aussehen. In einem Holzpavillon in einem dem Hotel angeschlossenen kleinen Park unterhalb des Hangs sehen wir Schautaffeln und Bilder, die der Geschichte des II Weltkrieges in der Region gewidmet sind. Viel größere Bedeutung für uns hat im Moment aber die Tatsache, daß dieser Pavillon uns etwas Abkühlung und Schutz vor den tropischen Temperaturen draußen bietet. Um 15.30 Uhr geht es weiter zu unserem schwimmenden Hotel, in dem wir heute Nacht übernachten sollen, und der nur auf dem Fluß zu erreichen ist. An einer Anlegestation unterhalb des Restaurants steigen wir in zwei landestypische, mit Motoren angetriebene Longtail-Boote um, laden auch unser gesamtes Gepäck ein und fahren auf dem Noi Kwai flußaufwärts. Die rasante Fahrt mit diesen schmalen und langen Booten an den mit dichtem Dschungel oder Gestrüpp bewachsenen Berghängen vorbei ist sehr spannend. Ab und zu sehen wir am Ufer einzelne Holzhütten und Wasserbüffel. Nach knappen 30 Minuten Fahrt erreichen wir das heutige Ziel - die "River Kwai Jungle Rafts".  Das Hotel besteht aus mehreren miteinander verbundenen Flößen, die unweit des Ufers auf Schwimmbojen aufgebaut und im Fluß fest verankert sind. Auf diesen Flößen sind als Wohnräume mehrere Bungalows aus Holz aufgebaut. Auch die Rezeption und ein überdachter Speiseraum befindet sich hier. Wir beziehen gleich unsere Bungalows und haben genug Zeit, um uns hier umzusehen. Am Rande der Flöße führt ein Verbindungssteg zwischen den einzelnen Bungalows. Vor jedem Häuschen befindet sich noch eine kleine überdachte Terrasse, wo man an einem Tisch sitzen oder in einer Hängematte schaukeln kann. Aber auch die ganzen Flöße schaukeln ganz schön, wenn ein Motorboot vorbei fährt. Besonders morgens beim Aufwachen hat man ein komisches Gefühl, wenn das Bett schaukelt und man das Planschen von Wasser unter sich hört. Die Bungalows bestehen jeweils aus einem großen Schlafraum, einer Toilette samt Dusche (kaltes Wasser!) sowie einer weiteren, kleineren Terrasse auf der anderen, dem Ufer zugewandten, "privaten" Floßseite. Natürlich gibt es hier kein Strom. Abends bekommt jeder eine Öllampe, die etwas Licht liefert. Sehr empfehlenswert ist aber eine eigene Taschenlampe.  Nachdem wir uns etwas erholt, geduscht, und erfrischt haben, wollen wir jetzt auf eigene Faust das benachbarte Dorf des Mon-Volkes besuchen. Es ist mittlerweile ca. 17.00 Uhr und die Sonne hat sich schon hinter den Hügeln versteckt. Das Ufer erreichen wir über einen Steg. Dann folgen wir durch den Dschungel einem Pfad, der leicht hangaufwärts führt. Nach einigen Hundert Metern erreichen wir einen mit Palmenblättern überdachten Wandelgang, der uns zielsicher ins Zentrum des Dorfes führt. Links und rechts davon beobachten wir die üppige, tropische Dschungelvegetation mit Bambushainen, Palmen, einigen blühenden Pflanzen und vielen uns unbekanten Baumarten. Der Dschungel ist aber nicht besonders dicht. Es sind meistens kleinere Bäume die hier wachsen; der Boden ist aber mit einer dickeren Schicht ausgetrocknetes Laubes bedeckt. An einer Wegekreuzung hängt ein gemahlter Plan der Mon-Village. Das Dorf liegt mitten im Dschungel. Die Holzhütten stehen direkt zwischen den Waldbäumen. Aber es ist hier sehr sauber. Mehrere Dorfbewohner kehren gerade die befestigten Wege und Pfade vor eigenen Häuschen. Viele dieser Häuschen besitzen auch schön gepflegte Vorgärten. Wir kommen an der Dorfschule vorbei, die keine festen Wände besitzt. Man braucht sie auch bei diesem Klima nicht. Alles ist hier aus Holz gebaut. Gegenüber dem Schulpavillon entdecken wir einige Elefanten, die an einer Hütte angebunden sind. Wir nähern uns neugierig, bleiben aber in einer sicheren Entfernung stehen, denn wir sehen hier keine Leute und die Dickhäuter zeigen ein reges Interesse an uns. Wir schlendern durch das Dorf, den ihn umgebenden, lichten Wald und kleine Felder, die von den Einheimischen bewirtschaftet werden. Viele von ihnen kehren gerade von den Feldern heim. Hier sehen wir, wachsen zahlreiche für uns exotische Pflanzen und Früchte: u.a. Ananas, Papayas, Bananen, Pomelos, Kokospalmen. Auf unserem Rundgang laufen wir auch an einem großen Bolzplatz für die Kinder vorbei (auch hier im Dschungel wird Fußball gespielt), entdecken ein Haus, in dem die Mönche wohnen, kommen auch zu einem mitten in einem Teich gebauten Holzpavillon, der über einen Steg ereichbar ist. Wir sehen auch den kleinen Dorftempel, eine Buddhastatue im Wald und einige Geisterhäuschen. Viele der Hütten haben nur durchlässige, gitterähnliche Holzwände, die uns Einblicke in das Innere ermöglichen. Insgesamt bin ich von dem Dorf und deren Sauberkeit sehr beeindruckt. Gegen 18.00 Uhr kehren wir zu unserem Floßhotel zurück. Es ist schon fast dunkel. Eine Stunde später essen wir zu Abend in dem Floßrestaurant. Es werden uns leckere lokale Gerichte angeboten. Wir werden hier von den Dorfbewohnern bedient. Um 20.00 Uhr wird uns noch ein interessanter Programmpunkt angeboten. Auf dem letzten Floß unseres schwimmenden Hotels befindet sich eine kleine Bühne mit einem Zuschauerraum. Die Bewohner des benahbarten Mon-Dorfes - überwiegend Kinder - führen hier für uns in bunten Trachten ihre Volkstänze auf. Wir befinden sich hier nur wenige Kilometer von der Grenze nach Birma entfernt. Das Mon-Volk stammt auch von dort, so daß wir hier typisch birmesische Tänze sehen, und keine thailändischen. Die Vorführung dauert eine halbe Stunde und ist sehr interessant. Die jungen Musiker, Tänzerinnen und Tänzer sind über unser Beifall sichtbar erfreut. Es sind überwiegend die gleichen Jungs und Mädchen, die uns am Abend bedient haben. Nach der Vorstellung haben sie aber endlich frei und laufen schnell ins Dorf zurück. Wir verbringen noch den Abend bis tief in die Nacht zusammen mit einigen Bekannten auf der Terrasse unseres Floßes und präsentiere noch einige von meine letzten neuen Zaubertricks am Tisch. Beim gedämpften Licht der Öllampen und beim hochprozentigen "Mekong" erzählen wir, hören den Dschungel- und Flußgeräuschen zu und genießen einfach die besondere Atmospäre des tief im Dschungel und abseits der Zivilisation gelegenen Flußhotels.

Kanchanaburi - die Brücke am River Kwai - Thailand

Eisenbahn des Todes am River Kwai - im Hintergrund der Wang Po-Viadukt und der River Kwai - Thailand

River Kwai Jungle Rafts (schwimmendes Hotel) - Thailand

5 TAG:

-River Kwai - Muang Singh - Kanchanaburi - Nakhon Pathom - Sampran-

Heute war die Nacht sehr kurz. Bereits um 6.00 Uhr werden wir geweckt. Ich konnte auf dem schaukelndem Floß trotzdem sehr gut schlaffen. Um 6.30 Uhr treffen wir uns alle zum Frühstück. Das Gepäck haben wir auch schon dabei, denn nach dem Essen geht es sofort los. Wir frühstücken in dem überdachten Restaurant auf dem Hauptfloß. Plötzlich sehen wir zwei Elefanten, die direkt neben unserem Floß ins Wasser eintauchen. Die Dorfbewohner kommen nämlich mit ihren Elefanten zum morgendlichen Bad hierher. Zwischen dem Ufer und dem Floß haben die Tiere Platz genug, um ins kühle Wasser einzutauchen. Sie genossen es sichtlich, wie ihre Herrchen sie schrubben und scheuern. Wir beobachten all dies aus der nächsten Nähe. Unser Reiseleiter hat große Mühe, uns davon abzuziehen und in die Boote zu locken, denn die Zeit drängt. Erst mit einiger Verspätung, um 7.40 Uhr nehmen wir wieder in den Longtail-Booten Platz und fahren flußabwärts durch eine malerische Landschaft zurück. Der Morgen ist noch ziemlich dunstig, der Himmel ist bedeckt und die Sonne kommt nicht durch. Dadurch wirkt die Landschaft am Fluß auch etwas rauh und bedrohlich. Nach etwa 40 Minuten Flußfahrt kommen wir nach Paksae, wo uns schon der Reisebus erwartet.  Nach einigen Kilometern Busfahrt halten wir an dem Sai Yok Noi Wasserfall, der sich im gleichnamigen Nationalpark befindet. Der Nationalpark erstreckt sich zwischen dem Kwai Noi Fluß und der birmesischen Grenze. Der Wasserfall liegt direkt an der Highway 323 nach Sangkhlaburi und ist ca. 60 km nordwestlich von Kanhanaburi entfernt. Er lag einst entlang der Strecke der Todesbahn. Heute endet die Bahnlinie 2 km von hier entfernt. Auf dem Weg zum Wasserfall passieren wir eine Schlucht, an der eine Gedenktafel an den Bau der Todesbahn erinnert. Zu sehen sind noch die Reste der Eisenbahntrasse, wo auf einem Gleisabschnitt noch eine historische Lokomotive steht. Der Wasserfall ist besonders eindrucksvoll während der Regenzeit, heute führt er dagegen nur sehr wenig Wasser. Trotzdem sind der Wasserfall selbst und die vom Wasser geglättertten Felsformationen sehenswert. Die großen exotischen Bäume und Bambusbüsche bilden einen hübschen Rahmen für die Kaskaden. Nur der Sonnenschein fehlt heute morgen noch, um diese Szenerie zu verschönern. Es ist immer noch bewölkt. Zurück am Highway, gehen wir auf die andere Straßenseite, wo sich in kleinen Barracken mehrere Geschäfte und Marktstände befinden. Hier werden vor allem Früchte, Lebensmittel und viel Knabberzeug verkauft. Besonders ins Auge fallen mir viele getrocknete oder kandisierte Früchte, die hier angeboten werden, z.B. Bananen, Süßkartoffeln. Sie werden wie bei uns Chips geknabbert. Ein lustiger Architekturprofessor, der mit uns reist, probiert auch ein alkoholhaltiges Potenzmittel, das ihm hier angeboten wird. Kurz nach 9.00 Uhr fahren wir weiter Richtung Kanchanaburi. Das nächste Ziel unserer Reise ist die alte Ruine einer Khmer-Anlage. Die etwa 25 km westlich von Kanchanaburi, in einer Flußschleife des River Kwai Noi gelegene Befestigung Muang Sing (Löwenstadt) wurde vor ca 700 Jahren von den Khmers zur Sicherung ihrer westlichen Grenze erbaut. Die Ruinen dieser Anlage, teils Festung, teils Tempel wurden vor einiger Zeit restauriert. Bevor wir zu der Anlage kommen, besichtigen wir in einem kleinen, benachbarten Museum einige Ausgrabungsfunde, die in dieser Gegend gemacht wurden, u.a. eine Shiva-Statue, deren Kopie in der Anlage steht, sowie andere hinduistische und buddhistische Figuren und Artefakte. Vor dem Museumsgebäude befindet sich ein großes Model des gesamten Muang Sing Historical Parks, schön auf einer Rasenfläche gestaltet. Insgesamt befinden sich auf dem Gelände 4 Ruinenstellen. Über einen mit großen Steinblöcken gepflasterten Weg gelangen wir anschließend zum gut erhaltenen zentralen Prang inmitten der Anlage, der hier die größte Ruinenstätte ist. Zu meiner großen Verwunderung sehe ich im Innenhof der Anlage, zwischen den Steinplatten einen großen Jackfruit-Baum stehen, der noch reichlich große Früchte trägt. Sie wachsen zum Teil direkt unten aus dem Stamm heraus. Um diese Befestigungsanlage herum befindet sich ein gepflägter Park mit zahlreichen Bäumen und einem sehr kurz geschnittenen Rasen. Auf der anderen Seite der Ruinen entdecken wir beim unseren Rundgang mehrere Frauen, die hockend den Rasen mit blosen Händen züpfen. Der zentrale Prang und die verwitterten Ruinen der mächtigen Mauern vermitteln einen guten Eindruck der einstigen Größe dieser Anlage. Zwischenzeitlich kommt die Sonne schwach durch die Wolken durch und taucht die Ruinen in ein dezentes Streulicht ein. Nur das Zwitschern der Vögel unterbricht die Stille. Von hier fahren wir mit dem Bus nur ein kurzes Stück weiter, zu einer anderen Stelle der Anlage, die direkt am Flußufer im Südosten des historischen Parks gelegen ist. Hier sind unter einer Überdachung auf tiefer gelegenen Horizonten verschiedene prähistorische Funde zu sehen, die 1985 entdeckt worden sind. Dazu gehören einige menschliche Skelette, viele Gefäße und diverse Bronzeartefakte. An dieser Stelle befand sich vor mehreren Jahrtausenden wohl eine prähistorische Begräbnisstätte. Nach der Besichtigung dieser Anlage kehren wir gegen 11.30 Uhr nach Kanchanaburi zurück. Hier gehen wir zu einem Restaurant Mittagessen, das direkt in der Nähe der berühmten River Kwai Brücke gelegen ist. Von der Restaurantterrasse, wo wir sitzen, haben wir einen schönen Ausblick auf das Bauwerk. Und gegen 12.20 Uhr sehen wir auch endlich, wie ein Zug Richtung Nam Tok langsam über die Brücke rollt. Bis 13.00 Uhr haben wir noch Freizeit in Kanchanaburi. Wir schlendern also etwas durch die Gegend um die Brücke und die benachbarte Bahnstation, sowie durch die Souvenirgeschäfte. Anschließend fahren wir Richtung Osten in die Provinzstadt Nakhon Pathom, die etwa auf der halben Strecke von Kanchanaburi nach Bangkok liegt (ca. 60 km westlich von Bangkok). Wir fahren über eine Hauptstraße, die in etwa parallel zu der berühmten Bahnlinie verläuft. Gewöhnungsbedürftig für uns ist der in Thailand herrschende Linksverkehr. Unser Reiseleiter Tam besorgt einige exotische Frühte, die wir während der Fahrt probieren dürfen. Auch eine Tüte mit gebratenen und kandisierten, süßlich zubereiteten Würmern und Grillen läßt Tam durch die Reihen gehen. Es ist ein Leckerbissen für die Thais, und es wird ähnlich wie bei uns Chips geknabbert. Aber zur großen Freude des jüngeren Bruders unseres Reiseleiters, der seit gestern mit uns auch fährt (er lernt angeblich auch den Beruf eines Reiseleiters und jetzt hilft er praktisch seinem Bruder), nur einige wenige Reiseteilnehmer lassen sich davon überzeugen und probieren das Zeug. Zum Schluß kriegt er also die fast volle Tüte und genießt begeistert das merkwürdige Knabberzeug. Nach etwa 1,5 - 2 Stunden Fahrt sehen wir vom Weiten schon das Wahrzeichen von Nakhon Pathom - einen gewaltigen, orangenfarbenen Chedi im ceylonesischen Still, das im Zentrum der Stadt steht. Es ist nicht nur das höchste buddhistische Bauwerk Südostasiens (127 m). Der Phra Pathom Chedi gilt auch als das älteste buddhistische Bauwerk Thailands, dessen Kern aus dem 5. Jh. stammt. An diesem Ort hat der Buddhismus in Siam seinen Anfang genommen, hierher sind die ersten buddhistischen Mönche aus Indien gekommen, um die neue Lehre zu verbreiten. Inzwischen haben wir wieder ein wunderschönes Wetter mit einem strahlendblauen Himmel. Wir lassen den Bus auf einem großen Parkplatz vor dem Chedi stehen und haben jetzt eine halbe Stunde Zeit für einen individuellen Rundgang um das imposante Bauwerk. Über eine lange Treppe kommen wir zu einem kreisförmigen Wandelgang mit unzähligen goldenen Buddha-Statuen, der in allen vier Himmelsrichtungen von Viharas durchbrochen ist. Dort stehen große Buddha-Viguren in verschiedenen Positionen. Zunächst sehen wir am Haupteingang im Norden den 8 m hohen, stehenden Buddha Phra Ruang mit erhobener Hand in Lehrhaltung. Dann gehen wir über die Terrasse am Wandelgang in westlicher Richtung. Unterwegs sehen wir viele Nebengebäude, die alle in hellen Pastellfarben bemahlt sind. Überall blühen hier auch wunderschön die Frangipani-Bäume. Ihre cremefarbenen Blütenkelche verbreiten einen starken, wohlriechenden Duft. Bei dem jetzt tollen Wetter könnten wir uns hier wohl noch stundenlang aufhalten und das Geschehen beobachten. Aber die Zeit drängt. Im Westen kommen wir dann zum liegenden Buddha in der Vihara. Auf der Treppe beim Westeingang befindet sich auf einem Opferaltar auch eine andere, sitzende Buddha-Statue. Das Innere des Chedis kann nicht begangen werden, dort gibt es wohl keine Räume. Die Zeit läuft uns sehr schnell Weg und in großer Eile kommen wir zu vereinbarter Zeit zum Bus zurück. Jetzt machen wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Hotel in Sampran, etwas südlich von der Verbindungsstraße Nakhon Pathom - Bangkok, ca 30 km von der Hauptstadt entfernt. Nach ca. 30 Minuten Fahrt erreichen wir am Nachmittag das Hotel "Rose Garden & Country Resort". Das Hotel befindet sich auf dem Gelände eines riesengroßes Parkkomplexes, direkt am Nakorn-Chaisri-Fluß gelegen. Wir beziehen schnell unsere Zimmer, packen unsere Sachen aus und erholen uns ein wenig. Auf dem Tisch steht ein Begrüßungskorb mit Früchten. Meine Aufmerksamkeit ziehen vor allem die grünroten Rambutans mit langen Stacheln zw. Haaren. Diese Früchte kennen wir noch nicht und probieren sie gleich aus. Unter dieser stacheligen Schale verbirgt sich eine weiße Frucht, die ähnlich wie Litschis aussieht und schmeckt. Nach ca. einer ca. 30minütigen Pause im Zimmer gehen wir nach draußen, um diese wunderbar gestaltete Anlage zu besichtigen. Als wir ins Hotel gekommen sind, schien noch die Sonne. Leider zogen in den 30 Minuten Wolken auf, und jetzt ist es schon ziemlich bewölkt. Wir schlendern auf zahlreichen Wegen durch den ausgedehnten Park. Direkt am Hotel sehen wir einen Teich mit mehreren Flamingos. Vorbei an vielen exotischen Bäumen und Palmen gehen wir den Fluß entlang. Auf dem Wasser schwimmen ganze Teppiche von grünen Wasserpflanzen. Es gibt hier immer wieder kleine Seen und Wäldchen, grüne Rasenflächen und eine Vielzahl blühender Pflanzen. Wir genießen die friedliche Ruhe und das beruhigende Ambiente dieser Anlage. Etwas später kommen wir an mehreren Teakholz-Bungalows im Thai-Still vorbei. Dann finden wir einen schönen Teich mit Seerosen und Lotusblüten, einen Rosengarten, einige Mangobäume mit wie auf langen Seilen hängenden Früchten. Zu dem Komplex gehört auch ein Cultural Village, das wir jedoch nicht besuchen. Hier erhalten Touristen bei speziellen Vorstellungen einen Eindruck von überlieferten Zeremonien und traditionellen Handwerkskünsten. Auf einer großen Bühne kann man Thai-Boxen, Hahnenkampf, Tänze, Schwertkämpfe, Elefantenkünste etc sehen. An dem Village vorbei gehen wir zu einem großen See an dem ein schöner chinesischer Pavillon und ein anderes Pavillon mit einer Wasserbühne gelegen sind. Nach dem sehr interessanten, ca. einstündigen Rundgang durch die Anlage gehen wir nochmals ins Hotel bevor wir gegen 19.00 Uhr zum Abendessen gehen. Das Essen wird in einem an dem Fluß freistehenden Pavillon serviert. Sehr stillvoll werden wir hier bedient, während eine Musikgruppe thailändische Volkslieder aufführt. Jeder Gast bekommt eine spezielle Menükarte zum Mitnehmen, auf der das heutige Menü im Original und in der Übersetzung aufgeführt ist. Nach dem Essen machen wir noch einen kurzen nächtlichen Spaziergang durch den Garten, dann nutzen wir noch den Internet-Anschluß im Hotel-Foyer, um einige E-Mails abzuschicken und abzuholen.

Muang Sing - Ruinen eines Khmer-Tempels aus dem 12.-13. Jh. - Thailand

Nakhon Pathom - Phra Pathom Chedi, westliche Seite, äußerer Gang mit Buddha-Statuen - Thailand

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- Sampran - Damnoen Saduak - Petchaburi - Bangkok -

Auch heute klingelt der Wecker bereits um 6.00 Uhr. Nach dem Frühstück steigen wir in den Bus ein, und gegen 7.30 Uhr fahren wir Richtung Damnoen Saduak los, das südwestlich von unserem heutigen Übernachtungsort gelegen ist. In Damnoen Saduak, 110 km westlich von Bangkok, befindet sich einer der noch verbliebenen sog. Schwimmender Märkte, die auf den zahlreichen Wasserkanälen in Bangkok und in der Gegend - den Klongs - abgehalten werden. Früher haben diese Märkte eine große Bedeutung gehabt. Aber mit dem Ausbau von Straßen haben Kanäle und schwimmenden Märkte ihre Funktion weitgehend verloren, so daß sie fast nur noch als Touristenattraktion eine Überlebenschance besitzen. Nicht desto trotz wird hier aber auch noch ein reger Handel betrieben. Etwa um 9.00 Uhr erreichen wir einen Parkplatz in der Nähe von Damnoen Saduak. Hier steigen wir in die landestypischen, mit Dieselmotoren betriebene Langboote um, die sog. Longtail-Boote. Über die Kanäle setzen wir jetzt unsere Fahrt zu dem schwimmenden Markt fort. Diese Fahrt durch ein weit verzweigtes Netz von schmalen Wasserstraßen führt uns an kleinen Feldern, Kokos- und Bananenplantagen vorbei. Wir sehen viele direkt am Wasser auf Pfählen gebaute Holzhäuser, die zum Wasser hin ausgerichtet sind. Auf dem Wasser spielt sich das Leben ab, es ist der schnellste und bequemste Weg, um sich durch die Gegend zu bewegen. Wir bekommen während der schnellen Vorbeifahrt einige Einblicke in das Alltagsleben der Bewohner dieser Dörfer. Vor jedem dieser Häuser, die mit viel Grün umgeben sind, ist mindestens ein Boot festgemacht. Und natürlich dürfen die geschmückten Geisterhäuschen nicht fehlen. Auch winzige, gepflegte Vorgärten zwischen den Häusern und dem Fluß sind nicht selten zu sehen. Vor einem kleinen Tempel sitzt eine weiße Buddha-Statue und schaut in Richtung des Kanals hin. Einige kleine Geschäfte haben ihre Ladetheken direkt am Wasser, so daß man direkt vom Boot aus einkaufen kann. Das Wetter ist heute sehr schön und sonnig. Im Laufe des Tages klettern die Temperaturen auf ca. 35 Grad Celsius herauf. Bei diesem tollen Wetter und den exotischen Ausblicken vom Boot aus auf die sehr grüne, üppige Vegetation und die interessanten Bauten am Wasser vergeht uns die Fahrt wie im Nu. Je näher wir nach Damnoen Saduak kommen, desto dichter wird die Bebauung an den Kanälen. Die Häuser sind jetzt etwas größer, teilweise auch gemauert, und mit großen schönen Terrassen ausgestattet. Häufig sind die Häuser jetzt über im Wasser stehender Stege miteinander verbunden. Kleine Brücken über den Kanälen verbinden die Häuser auf beiden Seiten des Wassers. Auch der Bootsverkehr nimmt jetzt zu. Es zeigen sich die ersten Boote der Verkäufer, die ihre Waren direkt am Wasser anbieten. Und bald folgen auch die großen Souvenirgeschäfte, die ihre Auslagen direkt am Wasser haben. Die bunten Hute, Stoffe und viel anderes hängen direkt am Wasser. Man kann hier nur einkaufen, wenn man in einem Boot sitzt.  Gegen 9.30 Uhr erreichen wir das Zentrum des schwimmenden Marktes und verlassen hier unser Boot. Jetzt haben wir eine Stunde Freizeit und die Möglichkeit, entweder von den zahlreichen Stegen das bunte Treiben am Wasser zu beobachten, oder eine Bootsfahrt durch die Klongs zu buchen. Wir entscheiden uns für die erste Möglichkeit, denn so können wir nach belieben das ganze Gebiet durchwandern. Es gibt hier sehr viele Geschäfte, die verschiedenste Souvenirs an die zahlreichen Touristen verkaufen. Aber es gibt hier auch viele Einheimische, die ihre normalen Markteinkäufe machen - vor allem Früchte und andere Lebensmittel. In Garküchen essen sie auch ihre traditionellen Speisen. Es herrscht auf dem Markt wirklich ein reges, teilweise noch unverfälschtes Treiben. Wir sind noch relativ früh da. Aber später kommen viele Touristenbusse aus Bangkok hierher, und es wird auf den Stegen wirklich eng. Von einigen Brücken aus hat man gute Ausblicke auf die Kanäle und die Boote, in denen sowohl Verkäufer als auch die Käufer sitzen. Vor allem die Bauern aus der Gegend verkaufen hier alle möglichen landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Zeitweise gibt es an manchen Stellen so viele kleine Boote, daß es kein Durchkommen mehr möglich ist, und man die Kanäle trockenen Fußes überqueren könnte. Ständig und überall werden Geschäfte gemacht. Das Geld und die Ware wandert von Hand zu Hand, von Boot zu Boot, manchmal über mehrere andere Boote, die dazwischen liegen. Es werden vor allem sehr viele exotische Früchte angeboten und verkauft: die roten Rambutane, Mangosteens, Jackfruits, Durians (Stinkfrüchte), Bananen, Pomelos, Rosenäpfel, Kokosnussmilch in den Schalen und viele andere. Aber auch sonstige Waren werden von den Booten aus angeboten, z.B. typische Strohhüte, Blumen oder warme Mahlzeiten. In einem der wackeligen, schmalen Boote entdecken wir auch zahlreiche Porzellanschalen und Teller. Fast ausschließlich sind es Frauen in ihren traditionellen, hohen Hüten, die diese kleinen Boote steuern. Wir spazieren entlang der Ufer und kommen zum touristisch weniger besuchten Teil des Marktes. Hier sehen wir in den Markthallen u.a. Unmengen von Chilis und ganze Körbe von verschiedensten Knoblauchsorten die wohl wichtigsten beiden Gewürze in der Thai-Küche. Zur vereinbarten Zeit finden wir uns auf dem großen Parkplatz wieder, der jetzt mit Reisebussen aus Bangkok überfüllt ist. Es dauert also eine Weile, bis wir hier unseren Bus finden. Jedoch die meisten unserer Reisegenossen sind noch nicht da. In Kürze sind wir aber doch vollständig und können abfahren. Unser Reiseleiter hat auf dem Markt für uns verschiedene exotische Früchte zum probieren eingekauft und läßt sie jetzt durch die Reihen gehen. Besonders lecker und interessant finde ich die mir bisher unbekannten Mangosteen-Früchte. Sie besitzen eine violette Schale und ein rotes Fruchtfleisch, in dem sich weiße, saftige Früchte mit harten Kernen befinden, die sehr an Knoblauchzehen erinnern. Auf dem Weg nach Petchaburi halten wir kurz vor 11.00 Uhr bei einer Kokosnußplantage an. In dieser Gegend sind die Plantagen sehr verbreitet, und bereits während der Fahrt sehen wir fast nur Kokospalmen an den Straßen entlang. Vom Parkplatz aus gehen wir dann nur wenige Meter weit zu einem Häuschen im Eingangsbereich der Plantage. Hier wird uns an einem Stand kurz die Herstellung von Zucker und Sirup aus dem Kokossaft erklärt, die in dem angeschlossenen kleinen Betrieb stattfindet. Nach dieser Einführung probieren wir noch die Kokosmilch aus den frisch aufgeschlagenen Nüssen. Nachdem wir das köstliche und bei diesen Temperaturen sehr erfrischende Getränk ausgetrunken haben, werden uns mit einer Machete die Nüsse geöffnet, so daß wir auch das Kokosfleisch probieren können. Danach setzen wir unsere Reise Richtung Süden, nach Petchaburi fort. Gegen Mittag erreichen wir diese Stadt, gelegen etwa 130 km südwestlich von Bangkok. Da es schon ziemlich spät ist, schlägt Tam vor, zunächst eine Mittagspause zu machen, bevor wir die letzte Besichtigung anfangen. Wir fahren ins Zentrum der Stadt, und gehen in ein kleines einheimisches Restaurant in der Altstadt, wo sich wohl selten ein Tourist findet. Viele Thais gucken verwundert zu, als sich unsere kleine Gruppe an den Tischen auf der Terrasse hinsetzt. Die Bedienung ist auch von dem unerwarteten Besuch überrascht aber beeilt sich, uns ein gutes, landestypisches Essen vorzubereiten. Es herrscht eine lustige Stimmung an unseren Tischen. Der Architekturprofessor, unser Spaßvogel, treibt von irgendwo eine Gitarre auf und gibt uns zur großen Verwunderung der einheimischen Restaurantgäste und Passanten ein kleines Konzert. Am Ende klatschen auch die Thais mit. Nach einer etwa einstündigen Pause, fahren wir nun einige Minuten lang zum 92 m hohen "Hausberg" des Ortes, auf dem der Sommerpalast des Königs Mongkut - Rama IV. (1804-1868) gelegen ist. Der Phra Nakorn Khiri Palast, genannt auch "Bergschloß" (Khao Wang) oder "Weißer Palast" wurde 1860 erbaut und erst vor kurzem wieder restauriert. In dem im europäischen, thailändischen und chinesischen Stil erbauten Palast entspannte sich der Monarch und ging seinem Hobby als Astronom nach. Vom Parkplatz am Fuße des Hügels aus gelangen wir zum Gipfel mit Hilfe der Cable-Car. Es ist eine Drahtseilbahn, die am östlichen Hang entlang auf Schienen hochgezogen wird. Wir sitzen in großen, offenen Gondeln mit den Rücken zum Hang, fahren durch eine üppige Vegetation und bewundern die schönen Panoramaausblicke auf die Umgebung. Oben werden wir von wilden Makaken-Affen begrüßt. Ein Affe klaut einer mitreisenden Frau sofort eine Tüte mit Chips oder ähnlichem. Unser Reiseleiter warnt uns, wir sollen auf unsere Sachen aufpassen, denn die Affen scheuen gar nicht vor den Menschen. Von der Bergstation der Seilbahn müssen wir noch über mehrere Treppen zu den Palastgebäuden auf dem Gipfel heraufsteigen. Die ganze Zeit werden wir von den Affen begleitet. Sie sind ziemlich räuberisch und tragen gerade laut zischend einige kleine Gefechte auseinander. Dabei sehen wir, daß ihre Zähne ganz ansehnlich sind. Es ist also besser, den Affen doch nicht allzu nahe zu kommen. Auf dem Gipfel schlendern wir an den schneeweißen Palastgebäuden herum und besichtigen auch einige Innenräume. Insbesondere ein großer weißer Prang und ein Turm, der dem König zu seinen astronomischen Beobachtungen diente, sind sehr interessant. Von dem astronomischen Turm aus haben wir einen herrlichen Rundblick auf die Umgebung. Die unzähligen wohlriechende Frangipani-Bäume, die auf den Hängen gerade wunderschön blühen, bedecken die Hügel wie ein Teppich voll Schnee oder weißem Puder. Auf einem der Nachbarhügel steht ein großer alter Chedi. Auf einem anderen Hügel sehen wir eine sehr schöne Anlage bestehend aus einem thailändischen Tempelgebäude, flankiert von einem weißen Chedi und einer roten Pagode im chinesischen Stil. Nach einem etwa 30minütigen Aufenthalt auf dem Berg machen wir noch eine kurze Pause an den zahlreichen Kiosks und Geschäften vor dem Parkplatz. Auf unserem Rundreiseprogramm stand noch eine Besichtigung der buddhistischen Höhlentempel Kao Luang in Petchaburi, die für ihre schönen Tropfsteinformationen, in die sich zahlreiche Buddhastatuen harmonisch einfügen, bekannt sind. Da die Zeit aber bereits sehr fortgeschritten ist, müssen wir diese Besichtigung schweren Herzens ausfallen lassen. Einige der Rundreisegäste haben nämlich heute noch ihre Anschlußflüge, und die Verkehrslage bei Bangkok ist sehr ungewiß. Wir machen uns also auf den ca. 2stündigen Weg zurück nach Bangkok. Über eine Schnellstraße fahren wir Richtung Norden durch ein ehemals mangrovenbestandenes, heute intensiv landwirtschaftlich genutztes Gebiet am Golf von Thailand. Gegen 16.15 Uhr sind wir wieder in Bangkok, in unserem Hotel "Menam Riverside" zurück. Hier verabschieden wir uns von den anderen Rundreiseteilnehmern, die jetzt ihren Anschluß-Badeaufenthalt im Süden beginnen. Wir und noch eine andere Mitreisende bleiben stattdessen zwei weitere Tage in der Hauptstadt, bevor es mit der "Großen Thailand-Rundreise" weiter geht. Da der Tag noch relativ jung ist, verlassen wir nach einer einstündigen Erholung in unserem Zimmer wieder das Hotel. Wir wollen jetzt ins Zentrum der Stadt fahren. Auf der Rundreise haben wir erfahren, daß sich unweit des Hotels auch eine Anlegestation für die Boote befindet, und begeben uns auf die Suche. Es ist aber nicht ganz einfach diese Pier zu finden. Nach einigen Hundert Metern Richtung Zentrum entlang der Hauptstraße biegen wir nach links in eine schmale Gasse ab. Wir gehen auf gut Glück weiter und passieren irgendwelche Höfe, wo sich herrenlose Hunde (sie sieht man aber in Massen überall in der Stadt) und Gänse treiben. Dann geht es durch einen überdachten Gang, wo gerade an dort aufgestellten Tischen junge Mädchen offensichtlich praktisch kochen lernen, an einem Tempel vorbei und schließlich kommen wir tatsächlich zum Fluß. Und sehe da - es gibt hier tatsächlich eine Pier, die Wat Vorachanyawas Pier. Unterwegs gibt es aber keine Hinweisschilder, die darüber informieren. Man muß einfach wissen, daß sie sich dort irgendwo befindet. Nach einer kurzen Wartezeit kommt auch schon ein Express Boat, mit dem wir ca. 10 Minuten lang zur uns schon bekannten Endstation der Skytrain am Menam Fluß fahren. Anschließend geht es weiter mit der Skytrain bis zur Station Siam Central im Einkaufs- und Geschäftsviertel der Stadt. Hier angekommen schlendern wir durch die Gassen und Geschäfte am Siam Square. Es wird bald dunkel und das Viertel erwacht jetzt erst so richtig zum Leben. Die sonst schon verstopften Straßen sind noch voller, die Bürgersteige und Einkaufszentren noch voller. Wir gehen zu der Kreuzung von Rama I. und Phaya Thai und über der riesige Füßgängerbrückenkonstruktion über dem Knotenpunkt gelangen wir zum großen Einkaufszentrum MBK, wo ich früher schon verschiedene Shows präsentiert habe. Hier wandern wir durch einige Passagen und Geschäfte. Später suchen wir in dem Gebäude noch einen McDonald's auf, um eine Kleinigkeit zu essen. Zwischenzeitlich machen auch schon die Geschäfte zu. Wir begeben uns also über die Fußgängerbrücken zurück zur Skytrain-Station Siam Central und fahren zur Endstation Saphan Taksin (einfache Fahrt kostet 25,- Baht). Mittlerweile ist es schon spät geworden. Die Expressboote auf dem Chao Phraya verkehren nur bis 19.00 Uhr und so müssen wir zu unserem Hotel wieder zu Fuß gehen. Der Weg entlang der lauten und vollen Abgase Straße ist sehr anstrengend. Jetzt sind viele kleine Imbisse und Lokale für Einheimische geöffnet. Es wird auf den Bürgersteigen und in den Lokalen zu Abend gegessen. Im Vorbeigehen erleben wir ein Wechselbad der unterschiedlichsten Gerüche, Düfte und Farben. Jetzt in den Abendstunden sieht die Straße noch exotischer aus als tagsüber. Plötzlich sehen wir einen Thai, der auf einem Elefanten die Straße entlang reitet. Wie es sich bei einem vorschriftsmäßigen Verkehrsteilnehmer gehört, hat der Dickhäuter auf dem Schwanz ein rotes Blinklicht angebracht. Es ist Bangkok eben. Nach ca. 25 Minuten eines anstrengenden Marsches erreichen wir gegen 21.45 Uhr unser Hotel. Da wir für Morgen sehr ausgiebige Besichtigungen der Hauptstadt geplant haben, gehen wir auch bald danach schlafen.

Schwimmenden Markt-Thailand.

Petchaburi - Blick vom Bergschloss auf die Nachbarhügel (u.a. alte Chedis und rote Pagode), vorne weiß blühende Frangipani-Bäume - Thailand

7 TAG:

- Bangkok -

Nach der kurzen Rundreise bleiben wir die nächsten zwei Tage in Bangkok, bevor es auf die nächste Rundreise geht. Wie wollen die Zeit in der Hauptstadt so gut wie möglich ausnutzen. Also schon relativ früh morgens klingelt der Wecker, und nach dem Frühstück verlassen wir kurz nach 9.00 Uhr das Hotel. Wie gestern, gehen wir die Hauptstraße Charoen Kung Road entlang, bis zur Bootanlegestelle am Wat Vorachanyawas. Nach einiger Wartezeit gelangen wir von hier mit einem Express-Boat bis zur Tha Chang Pier im Stadtzentrum, unweit des Grand Palace. Die Bootsfahrt dauert etwa 25 Minuten.
Auch heute herrscht ein sehr schönes, sonniges Wetter mit Temperaturen bis zu ca. 35 Grad. Nur vereinzelte Quellwolken schmücken den blauen Himmel. Bei dieser tollen Witterung beginnen wir gegen 10.15 Uhr unsere Wanderung zu weiteren Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Zunächst gehen wir über die uns schon bekannte Thanon Na Phra Lan am Eingang zum Phra Kaeo Tempel und Königspalast vorbei, bis zur großen Kreuzung am Lak Muang Schrein, dem Mittelpunkt der Stadt. Weiter geradeaus kommen wir an dem Verteidigungsministerium vorbei bis zu einem Klong, der parallel zur breiten Thanon Rachini Straße verläuft. Wir folgen ihr nach rechts bis zur nächsten Kreuzung, an der wir wieder nach links abbiegen und der ebenfalls stark befahrenen Namit Thanon nach Osten folgen. Über diese Straße gelangen wir nach ca. 25-30 Minuten seit dem Verlassen des Schnellbootes zum ersten Tempel, den wir uns für heute vorgenommen haben. Es ist der Wat Suthat.
Bereits vor dem Tempel sehen wir auf einer Straßeninsel eine rote Riesenschaukel. Sie besteht aus zwei etwa 25 m hohen Teakholzstämmen, die oben ein verzierter Querbalken verbindet. Dort fanden bis 1933 zu einem zweitägigen bramahnischen Fest lebensgefährliche Wettkämpfe statt. Mannschaften von je drei Männern mußten versuchen, eine auf ebenfalls 25 m hohen und 20 m entfernten Bambusstange befestigte Geldbörse beim Schaukeln zu greifen.
Nachdem wir den Eintritt (20,- Bath pro Person) bezahlt haben, betreten wir den Innenhof des von Anfang bis Mitte des 19. Jh. erbauten Tempels Wat Suthat. Hier herrscht eine absolute Stille; von dem lauten Straßenverkehr draußen dringt hier kaum etwas ein. Wir sind hier wohl auch fast die einzigen Besucher zurzeit. Inmitten des großen Innenhofes steht ein schöner Vihara, der von zahlreichen in regelmäßigen Abständen aufgestellten chinesischen Pagoden aus grünem Granit umgeben ist. Der Innenhof selbst ist mit Marmorplatten ausgelegt, die so glänzend und sauber poliert sind, als ob es sich dabei um funkelnde Glasplatten handeln würde, in denen sich der große Vihara spiegelt. Dementsprechend verhalten und vorsichtig umkreisen wir den Tempel mit seinen schönen kaskadenförmigen Satteldächern aus farbigen Ziegeln und werfen auch einen Blick hinein. Die hölzernen Türen des Vihara sind mit interessanten Schnitzarbeiten bedeckt. Der gesamte Innenhof ist von einem Wandelgang mit 156 Buddha-Statuen in meditierender Haltung umgeben.
Nach der Besichtigung und einer kurzen Verschnaufpause in der Tempelanlage setzen wir unseren Stadtrundgang fort. Wir gehen weiter nach Osten entlang der Bamrung Muang Straße, die den großen Ong Ang Klong (Wasserkanal) durchquert. In dieser Straße und den Seitenstraßen befinden sich zahlreiche Devotionaliengeschäfte, die Buddhastatuen und andere religiöse Artikel verkaufen. In den Läden und teilweise auch auf den Bürgersteigen türmen sich zum Teil riesige, manchmal noch in Folie eingeschweißte bronzene oder vergoldete Buddha-Statuen. Nach einem knappen Kilometer kommen wir zu einer Kreuzung mit der Chakkaphatdi Phong Straße und biegen nach links in diese ab. Noch wenige Hundert Meter und wir erreichen eine weitere sehenswerte Tempelanlage - den Wat Sakhet. Er ist etwas weiter weg von der Hauptstraße entfernt und über eine nach links abbiegende schmale, mit Palmen und Blumentöpfen gesäumte Seitenstraße erreichbar.
Zunächst suchen wir den Innenhof der Kloster- und Tempelanlage mit einem großen Bot in der Mitte auf. Dieser Haupttempel ist von mehreren kleinen Schreinen umgeben. Ähnlich wie in Wat Suthat ist auch hier der Mosaikboden des Innenhofes leuchtend geputzt - ich schätze, nicht ein Staubkörnchen würde sich hier finden lassen. Es ist gerade die Mittagszeit, als wir den Tempel besichtigen, und mehrere Mönche sitzen jetzt im angenehmen Schatten des Wandelganges um den Innenhof herum und warten auf Speisen, die ihnen gerade gereicht werden. Auch im Bot selbst sehen wir Mönche, die am Boden kniend Reis essen. Es ist wie üblich die letzte Mahlzeit der Mönche am heutigen Tag.
Wir verlassen den Innenhof durch den westlichen Eingang und gehen an einem weiteren großen Tempelgebäude des Shine Hall vorbei zum bekanntesten und bedeutendsten Teil der Tempelanlage - dem Golden Mount, Goldenen Berg. Auf dem Weg sehen wir einige weitere Mönche - im Süden befindet sich der Klosterkomplex, wo sie wohnen.
Das Kloster wurde bereits unter dem König Rama I. Ende des 18. Jh. errichtet, aber der künstliche Hügel des Golden Mount entstand erst Mitte des 19. Jh. Auf dem Golden Mount befindet sich ein Gebäude mit einem vergoldeten Chedi, der die Höhe von 87 m über dem Geländeniveau um den Berg erreicht. In dem Chedi wird eine Buddha-Reliquie aufbewahrt. Über lange Treppen steigen wir den Hügel hinauf und gelangen in das Gebäude und von dort auf sein Dach (beides dürfen wir nur barfuß betreten), wo sich eine Aussichtsplattform um den Chedi herum befindet. Viele kleine Glöckchen läuten leise im leichten Wind. Von hier oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Altstadt mit den einfachen alten Häusern und slumsähnlichen Buden, mit den vielen Tempeln und Chedis sowie auf die Wolkenkratzer am Horizont im Osten. Auch die im Osten zum Fuße des Berges liegende Tempelanlage des Wat Sakhet können wir von hier gut überblicken.
Zurück vom Golden Mount unten, gehen wir jetzt entlang des Ong Ang Klongs nach Norden bis wir zu einer großen Kreuzung von mehreren breiten Straßen kommen. Wir überqueren den Klong auf einer Brücke und wenden uns wieder nach Süden in die Maha Chai Straße. Nach wenigen Minuten sind wir in einem kleinen Park, der dem nächsten Tempel auf unserem Weg, dem Wat Ratchanatda, vorgelagert ist. Nach einer kurzen Erholungspause auf einer Bank laufen wir um das Bot dieses Tempels herum. Hier entdecken wir aber nichts besonders sehenswertes. Viel interessanter ist das im Westen direkt daneben angrenzende rosafarbene Gebäude mit vielen weißen und ein Geschoß darüber schwarzen Türmchen. Das ungewöhnliche, pyramidenartige Gebäude mit einem quadratischen Grundriß heißt Loha Prasat - Metallpalast, und gehört zu der Tempelanlage des Wat Ratchanatda.
Das Gebäude wird gerade renoviert, aber wir dürfen es trotzdem betreten, natürlich nur barfuß (trotz der dicken Staubschicht, die im ersten Geschoß auf dem Boden liegt). Im Inneren der ersten Ebene verlaufen schachbrettartig schmale Gänge, es gibt aber nichts besonderes zu sehen. Von hier aus führt aber eine Wendeltreppe bis in den Turm hinauf. Oben gehen wir wieder nach draußen und können auf einem Balkon den Turm umkreisen. Auch von hier hat man einen nicht schlechten Ausblick auf die Stadt.
Danach verlassen wir diese Tempelanlage, gehen zurück zu der großen Kreuzung, und von hier entfernen wir uns vom Zentrum auf der Nakhon Sawan Straße in nordöstliche Richtung. Nach etwa einem Kilometer entlang der stark befahrenen Straßenschlucht zwischen zwei alten, niedrigen Häuserreihen mit vielen kleinen Geschäften, biegen wir nach links zu einer weiteren Tempelanlage ab, dessen großen goldenen Chedi wir schon von weitem gesehen haben. Der Tempel Wat Sommanat ist schön im Grünen, etwas abseits der Straße gelegen. Man sieht, daß es kein bedeutender und häufig besuchter Tempel ist. Er ist etwas heruntergekommen, die alte weiße Farbe splittert von den Wänden ab, die Farben der Wanddekorationen und Tempelverzierrungen sind verblaßt. Aber trotzdem glänzt der große goldene Chedi schön in der Sonne. Es ist hier sehr ruhig und still. Einige Mönche, die wir treffen, schauen uns neugierig zu. Wir suchen uns hier ein schattiges Plätzchen und machen unsere Mittagspause mit dem Proviant, den wir dabei haben.
Nach einer kurzen Erholung gehen wir dann aber bald weiter, den wir haben heute noch einiges vor. Wir erkunden noch etwas die Tempelanlage, dann kehren wir zur Nakhon Sawan Straße zurück und setzen den Weg in die vorher eingeschlagene Richtung fort. Kurze Zeit später überqueren wir den Krung Kasem Klong und kommen zum Ende der Straße. Sie mündet an einem großen Sportgelände des Royal Turf Clubs in die Hauptstraße Thanon Phitsanulok. Wir folgen ihr jetzt nach links, bevor wir dann später wieder nach rechts in die Nakhon Pathom abbiegen. Nach einigen Dutzend Metern kommen wir schließlich zu einem weiteren Höhepunkt unseres heutigen Stadtrundgangs - zum ausgedehnten Gelände des Wat Benchamabophit Tempels.
Er wird allgemein auch Marmortempel genannt, den für seinen Bau im Jahre 1899 vor allem weißer Carrara-Marmor verwandt wurde. Wir schlendern zuerst durch die schöne Gartenanlage mit einigen anderen Bauwerken und interessanten roten Brücken. Dann kaufen wir die Eintrittkarten zum Haupttempel - dem Bot. Ich bewundere die strenge Symmetrie und ausgewogene Proportionen des prunkvollen Bauwerks, die ihm einen besonderen Reiz verleihen. Der Haupteingang zu dem Bot mit dem hohen, dreifach gestaffelten Dach wird von zwei riesigen Marmorlöwen bewacht. Er wird allgemein auch Marmortempel genannt, den für seinen Bau im Jahre 1899 vor allem weißer Carrara-Marmor verwandt wurde. Wir schlendern zuerst durch die schöne Gartenanlage mit einigen anderen Bauwerken und interessanten roten Brücken. Dann kaufen wir die Eintrittkarten zum Haupttempel - dem Bot. Ich bewundere die strenge Symmetrie und ausgewogene Proportionen des prunkvollen Bauwerks, die ihm einen besonderen Reiz verleihen. Der Haupteingang zu dem Bot mit dem hohen, dreifach gestaffelten Dach wird von zwei riesigen Marmorlöwen bewacht. Der Innenhof hinter dem Bot, sowie auch der Bot selbst darf nur barfuß betreten werden, und ist mit einem Wandelgang umgeben, in dem 52 verschiedene lebensgroße Buddha-Statuen stehen. Im Bot steht noch eine viel größere Buddha-Statue. Die weißen Marmorwände und Bodenplatten des Innenhofs, die ziegelroten Dächer und die goldenen Verzierrungen glänzen jetzt wunderschön im Lichte der scheinenden Sonne. Die Sonne sorgt aber auch dafür, daß es sehr heiß ist, und daß wir eine Wasserflasche nach der anderen leeren. Wir sind schon ziemlich geschafft und verschwitzt, machen also wieder eine kleine Verschnaufpause auf einer Gartenbank im Schatten mit einem schönen Blick auf den Tempel. Im Bot steht noch eine viel größere Buddha-Statue. Die weißen Marmorwände und Bodenplatten des Innenhofs, die ziegelroten Dächer und die goldenen Verzierrungen glänzen jetzt wunderschön im Lichte der scheinenden Sonne. Die Sonne sorgt aber auch dafür, daß es sehr heiß ist, und daß wir eine Wasserflasche nach der anderen leeren. Wir sind schon ziemlich geschafft und verschwitzt, machen also wieder eine kleine Verschnaufpause auf einer Gartenbank im Schatten mit einem schönen Blick auf den Tempel.
Kurze Zeit später treibt es uns aber schon weiter. Vom Haupteingang des Tempelgeländes gehen wir nach links und nach wenigen Metern erreichen wir die nächste Hauptstraße - Thanon Sri Ayutthaya, in die wir wieder nach links, in den repräsentativen Stadtteil Dusit abbiegen. Im Norden, auf der rechten Seite dieser Straße, jetzt schon etwas hinter uns, befindet sich ein großer, streng bewachter Park mit dem Chitralada-Palast, in dem die Königsfamilie lebt. Man darf ihn natürlich nicht betreten. Rechterhand schließt sich an das Palastgelände ein weiterer ausgedehnter Park mit einem kleinen Zoo im hinteren Bereich. Kurze Zeit später überqueren wir eine sehr breite aber kurze Promenadenstraße (Uthong Nai Straße; sieht fast so aus, wie ein Paradeplatz), die zu dem Parlamentsgebäude (ehem. Thronhalle) führt. Auf dem Platz bzw. der Straße vor dem Parlamentsgebäude steht ein großes Denkmal des Königs Chulalongkokorn (Rama V.) auf einem Pferd, das 1908 errichtet wurde.
Wir folgen der Hauptstraße weiter und nach einigen Dutzend Metern biegen wir nach rechts auf einen Weg ab, der in das große Parkareal um das Parlamentsgebäude hineinführt. Es ist der Park des Dusit Palastes. Hier sind in großen Abständen mehrere schöne, villen- bzw. palastartige Gebäude (zum Teil aus Teakholz) aufgebaut und vom Grün des Parks umgeben. Sie gehörten früher verschiedenen Mitgliedern der Königsfamilie und beherbergen heute Museen. Und so gehen wir vorbei u.a. an der schönen Residenz der Königin Saovabha und Prinzessin Valaya Alongkorn (Tante des Königs Bhumibol), am Tamnak Ho Residenzhaus (Residenz der Neuvermählten: des Prinzen von Nakorn Sawan - Sohn von Rama V. und der Prinzessin Prasongsom Chaiyant) und an vielen anderen Residenzen. Auch einen schönen chinesischen Pavillon - ein Geschenk der chinesischen Regierung - sehen wir unterwegs.
Nach einer Weile erreichen wir das wichtigste Gebäude in dem Parkkomplex: die Vimanmek Mansion. In diesem Palast residierte von 1901 bis 1907 der König Rama V. mit seiner Familie. Erst 1982 wurde das Gebäude restauriert und in ein Museum umgewandelt. Es ist das weltweit größte Gebäude aus Teakholz mit über 80 Räumen auf drei Stockwerken. Ein Teil der Räume mit altem Mobiliar, Kunstgegenständen, Fotos und Erinnerungsstücken der Königsfamilie kann besichtigt werden. Als Ticket gilt hier ein Coupon, das man mit der Eintrittskarte zum Wat Phra Kaeo bekommt.
Leider kommen wir hier zu spät an. Man darf das Gebäude nur mit geführten Rundgängen besuchen und die Letzte Führung ist vor 16.00 Uhr gewesen. Und jetzt ist schon kurz nach 16.00 Uhr. Schade, aber wir dürfen noch einen Rundgang um das Gebäude herum machen, das sich auf einer künstlichen Insel befindet. Der Palast ist sehr interessant erbaut und auch von draußen absolut sehenswert. Hinter dem Palast verlassen wir über eine kleine Brücke über dem Kanal die Palastinsel und gelangen zu einem weiteren sehr sehenswerten Gebäude mit sehr kunstvollen und zierlichen, geschnitzten Verzierungen der Holzfassaden mit einem sog. Floral-Design. Es ist die alte Abhisek Dusit Thronhalle von 1904.
Jetzt sind wir fast schon auf der Rückseite des großen Parlamentsgebäudes, das wir bereits auf dem Weg zum Park des Dusit Palastes von der anderen Seite gesehen haben. Mittlerweile ist schon ca. 17.00 Uhr geworden. Wir kehren zum Eingangsbereich in die Vimanmek Mansion zurück, versorgen uns dann in einem benachbarten "Food Center" für die Parkbesucher mit neuen Getränken, und nach einer kurzen Erholungspause gehen wir zurück zur Sri Ayutthaya Straße. Hier nehmen wir ein Taxi und lassen uns zur Skytrain Station Siam Central im Zentrum fahren. Bald bereuen wir aber, daß wir ein Taxi genommen haben. Es herrscht gerade die Rush Hour und wir kommen kaum voran. Es geht nur mit Stop and Go weiter, wenn überhaupt. Auf jeden Fall sind die Standzeiten viel länger als die kurzen Fahrtphasen und wir schauen zu, wie uns die Fußgänger, sowie Rad- und Mopedfahrer überholen. Die Straßen sind dicht und es geht nichts mehr. Jetzt erfahren wir, was heißt Verkehrschaos in Bangkok. Wir ändern also unsere Entscheidung, und lassen uns nur bis zur nächsten Skytrain-Station bringen, die nur wenige Kilometer vom Dusit Park entfernt an der gleichen Straße liegt. Nach ewigen Minuten sind wir endlich da. Zu Fuß wären wir vielleicht sogar schneller gewesen, gebe es nicht die Hitze draußen und wären wir nicht so erschöpft.
Von der Skytrain-Station Phaya Thai kommen wir mit der Schnellbahn in nur wenigen Minuten nach Siam Central. Hier essen wir etwas in einem Fast-Food-Restaurant und anschließend gehen wir zu Fuß durch das Zentrum nach Süden. Inzwischen ist es draußen dunkel geworden. Wir passieren das Universitäts- und Campusgelände an der Phaya Thai Straße und kommen beim Tempel Wat Hua Lamphong zur breiten Rama IV Straße. Dann geht es diese Straße entlang. Einige Dutzend Meter hinter einer bekannten Schlangenfarm biegen wir schräg nach rechts in die Silom Road ab und landen in dem berühmt-berüchtigten Vergnügungs- und Amüsierviertel Patpong. Die Straßen und Lokale hier sind voller Menschen, es dröhnt Musik von links und rechts, überall bunte Reklamen und Lichter sowie Markstände, wo es wohl nur Fälschungen zu kaufen gibt. Wir schlendern durch die Straßen, gucken uns von draußen einige Go-Go-Bars an mit den dort tanzenden Mädchen, und finden uns plötzlich in einer Gasse, die wohl nur schwulen Männern vorbehalten ist. Ich merke bald die merkwürdigen Blicke und Gesten in meine Richtung, also verschwinden wir schleunigst von hier.
Etwas später suchen wir noch ein Internet-Shop auf und verbringen hier beim Durchzug und fast eisigen Temperaturen im Vergleich zu draußen etwa eine Halbe Stunde, um Kontakt mit zuhause aufzunehmen und Mails abzufragen. Dabei merken wir, wie müde wir schon sind. Also orientieren wir uns jetzt zurück zur Silom Road und zur nächsten Skytrain-Station dort - Sala Daeng. Von hier kommen wir bequem mit der schnellen Hochbahn zur Station Taksin am Menam Fluß. Um diese Zeit fahren keine Schnellbote mehr, also vor uns liegt noch der lange Weg über die Charoen Kung Road zum Hotel. Dies schaffen wir auch noch, aber um ca. 21 Uhr angekommen, fallen wir fast sofort total erschöpft ins Bett. Der heutige Tag war trotz der anstrengenden Stadtwanderungen bei sengender Hitze und lauten Straßenlärm sehr interessant gewesen und hat uns sehr viel von den Sehenswürdigkeiten Bangkoks aber auch von dem normalen Alltagsleben auf den Straßen und in den Tempeln sehen lassen.

Bangkok - Tuk-Tuk auf der Straße vor dem Wat Suthat, rechts die große Riesenschaukel - Thailand

Bangkok - Blick vom Dach des Metallpalastes (Loha Prasat) Richtung Osten auf den Tempel Wat Ratchanatda, dahinter der goldene Chedi des Wat Sakhet auf dem Golden Mount - Thailand                   Bangkok - Wat Benchamabopitr (Marmortempel), im Innenhof des Bots - Thailand

8 TAG:

- Bangkok -

Nach den Strapazen des gestrigen Tages und vor den uns ab Morgen erwartenden Anstrengungen der nächsten Rundreise lassen wir uns heute morgen viel Zeit. Und so frühstücken wir auch ausgiebig und in aller Ruhe. Erst nach 10 Uhr verlassen wir das Hotel. So wie an den beiden letzten Tagen schon gehen wir zur nächsten Anlegestelle am Wat Vorachanyawas und fahren von hier mit einem Expressboot bis zur Tha Ratchawong Pier im Süden der Altstadt (also einige Anlegestellen vor dem Grand Palace). Heute möchten wir diesen Teil des alten Bangkoks erkunden.
Auch heute herrscht ein recht schönes Wetter, allerdings gibt es am Himmel mehr Wolken als gestern. Von der Anlegestelle führt eine recht breite Straße - die Thanon Ratchawong - nach Norden. Wir folgen ihr bis zur Kreuzung mit der Thanon Anuwong, in die wir nach links abbiegen. Sie bringt uns in einem leichten Bogen zu einer weiteren Kreuzung, an der sich fünf kleine Straßen treffen. Wir nehmen dort die zweite Straße nach rechts (Tr. Krai), und über diese kurze und schmale Gasse erreichen wir nach wenigen Minuten eine der zwei Hauptstraßen, die von der Phra Pok Klao Brücke kommen, und die Stadt in der Nord-Süd-Richtung durchqueren (Thanon Chakkra Wat). Auf der anderen Straßenseite befindet sich eine kleine buddhistische Tempelanlage, Wat Bophit Phimuk, die jedoch eng in die vorhandene Innenstadtbebauung integriert ist und wenig Sehenswertes bietet. Wir halten hier also nicht lange auf, sondern gehen weiter nach Westen, kommen zu der zweiten von der Flußbrücke kommenden Hauptstraße (Thanon Chakkra Phet) und folgen ihr nach Norden. 
Wir befinden uns jetzt im indischen Stadtteil Pahurat. Bald kommen wir auch zu einem großen Straßenmarkt. Dicht gedrängt stehen hier auf den Burgersteigen unzählige Stände, wo ähnlich wie in den zahlreichen kleinen Geschäften entlang der Straßen, vor allem Textilien und Stoffe aller Art aber auch Kurzwaren und viel anderes. Es herrscht hier ein unglaubliches Gedränge, so daß wir nur mit Mühe auf den fast vollständig zugestellten und vollen Leute Bürgersteigen vorankommen. Der Weg ist auf jeden Fall sehr anstrengend. Überall sieht man auch traditionell gekleidete Hindus - Männer mit langen Bärten, traditionellen Wickelröcken und Turban auf dem Kopf, Frauen in bunten Saris. Wir bewundern die unglaubliche Vielfalt der Waren (hier gibt es wohl alles, was das Herz begehrt), besuchen manche Geschäfte und machen einige kleine Einkäufe an den Ständen auf der Straße.
Unterwegs sehen wir mehrmals, wenn der Blick frei ist, eine über den Hausdächern krönende, goldene zwiebelartige Kuppel von einem Hindu-Tempel. Leider finden wir aber in dem Gewühl der Stände keinen Weg, der zu dem Tempel führt. Inzwischen haben wir nach links in die Thanon Phahurat abgebogen. Bevor wir erneut nach links in die Thanon Tri Phet abbiegen, sehen wir rechts ein großes modernes Einkaufszentrum, das wir später noch besuchen wollen. Jetzt gehen wir aber erst mal über die Parallelstraße wieder zurück Richtung Menam-Fluß. Nach ca. 350 Metern kommen wir zu einem weiteren buddhistischen Tempel - dem Wat Ratchburana. Ein kleiner Mönch - etwa 11-12 Jahre alt - kommt gerade aus dem Wat, und einen Geldschein in der Hand haltend läuft er ergrifen die Straße rauf. Dabei schaut er auf uns, grüßt artig und rennt weiter.
Wir spazieren etwas durch das nicht allzu große Tempelgelände. Hier ist viel ruhiger, als in dem Straßengewühl des indischen Viertels. Mit gefällt der filigrane Tempelbau. Etwas weiter steht ein schlanker turmähnlicher Prang. Von hier aus sieht man gut die alte Memorial Brücke von 1932, die fast direkt neben der neuen und breiteren Phra Pok Klao Brücke steht. Davor sehen wir das große Phra Buddha Yodfa Monument.
Jetzt gehen wir wieder zurück ins Little India. Kurz vor der Hauptstraße Thanon Phahurat biegen wir nach rechts in eine schmale, verkehrsfreie Gasse ab. Wir sind inmitten des Markts angekommen. Es gibt hier mehrere Gassen, zum großen Teil auch überdacht, voll mit Geschäften und Ständen ohne Ende, wo die indischen Schneider ihre bunten Stoffe ausbreiten, wo die Verkäufer ihre Waren anpreisen und mit den Käufern feilschen. Es erinnert mich etwas an die Souks in den arabischen Ländern.
Plötzlich sehen wir vor uns einen den Eingang zu einem hinduistischen Sikh-Tempel. Es ist der Siri Guru Singh Sabha Tempel. Es muß dieser Tempel sein, dessen goldene Kuppel wir aus der Ferne gesehen haben. Von hier sieht man sie aber nicht; die Gasse ist so schmal, daß man den Tempel nicht mal fotografieren kann. Und der Eingangsbereich ist gar nicht auffällig. Wir gehen herein und laufen zuerst durch einen langen und breiten Flur mit mehreren verglasten Seitenräumen, bis wir in eine große Eingangshalle mit großen Bildern an den Wänden kommen. Eine ganz andere und neue Architektur für uns. Hier stehen einige Sikhs mit langen Bärten und orangefarbenen Turbans. Einer fragt uns, ob wir den Gebetssaal sehen möchten. Als wir dies bejahen, müssen wir zunächst unsere Schuhe ausziehen, dann überreicht er uns orangenfarbene Tücher, die wir uns als Kopfbedeckung mit seiner Hilfe binden müssen, und führt uns zu einem Aufzug. Wir schauen etwas verwundert auf ihn, aber er erklärt uns, daß der Saal sich in der vierten Etage befindet. Also gut, wir lassen unsere Schuhe hier unter in dem Foyer stehen und fahren hoch. Es ist das erste Mal, daß ich in einem Aufzug barfuß fahre, und ich überlege, ob unsere Schuhe immer noch da stehen werden, wenn wir zurück kommen. Oben angekommen, gelangen wir gleich in den Gebetsraum. Es ist ein großer und leerer Saal, mit Teppichen ausgelegt, und mit einem Altar vorne. Er hat eine goldene Kuppel und ist mit vielen Blumen geschmückt. Der Raum ist leer, nur zwei Sikhs bereiten die Dekorationen vor. Wir schauen uns hier ein bißchen um und gehen dann die Treppe runter. Unsere Schuhe sind noch da. Wir bedanken uns und gehen wieder nach draußen.
In einer der Gassen befinden sich viele Restaurants und Garküchen, und da es schon ein früher Nachmittag ist, wird überall im Freien gekocht und gegessen. Dabei sind die Gerüche und Dämpfe der Garküchen so unglaublich scharf, daß uns bereits beim Vorbeigehen Tränen in die Augen kommen und die Atemluft ausbleibt. Wir verlassen also schnell diese Gasse und schlendern noch etwas durch das Viertel, bevor wir dann zu dem modernen fünfstöckigen Einkaufszentrum Old Siam Plaza gehen. Es wurde auf dem Gelände des ehemaligen Ming Muang-Marktes errichtet und in Anlehnung an den traditionellen Baustil des Marktes offen angelegt. Dabei hat man viele traditionelle Keramiken und Bleiglas verwendet. Es hat drei schöne überglaste Innenhöfe, die wie große Bahnhofshallen aussehen. In einem werden gerade verschiedene Handwerkfertigkeiten vorgeführt und die Erzeugnisse verkauft. In einem weiteren werden zahlreiche Textilien, Schmuck etc angeboten. In dem dritten Innenhof werden auf zahlreichen Ständen verschiedene traditionelle Speisen zubereitet und verkauft. Dabei geht das Spektrum von verschiedenen Suppen, diversen Nudelgerichten und Maultaschen bis hin zu Obst und verschiedensten bunten Süßspeisen und Leckereien aus Marzipan. Wir schlendern zwischen den Ständen und mit großem Interesse schauen uns die Zubereitung der diversen Gerichte und Speisen durch die Köche und Köchinnen an. Vieles davon ist uns völlig unbekannt. Später gehen wir auch selbst etwas essen, entscheiden uns aber für das Fastfood in einem KFC (!).
Wir verbleiben in dem Einkaufszentrum bis etwa 15 Uhr, dann gehen wir über die Straßen Thanon Phuhurat und Thanon Yaowarat zum im Osten benachbarten chinesischen Viertel. Der Weg entlang der Hauptgeschäftsstraße ist ziemlich beschwerlich. Zum einen wegen dem lauten und ununterbrochenen Straßenverkehr und den stinkenden Abgasen der Autos, Tuk-Tuks und Mofas - manchmal sieht man regelrechte blaue Abgaswolken auf der Straße. Zum anderen, weil die Bürgersteige mit Warenauslagen der unzähligen Geschäfte, mit Verkaufsständen und allem anderen so zugestellt sind, daß nur ein schmaler Korridor - wenn überhaupt - für die vielen Fußgänger frei bleibt. Die Bürgersteige erfüllen jede mögliche Funktion - hier wird die Ware ausgeladen, umgeladen, gelagert, hier wird gehandelt, gekocht, gegessen, geschlafen.
Unterwegs besuchen wir einige an die Straße angrenzende, kleine chinesische Buddha-Tempeln, die ganz anders als die thailändischen aussehen und von den Wohn- und Geschäftshäusern dicht umringt sind. Es ist eines der am dichtesten besiedelten Viertel der Stadt. Hier hat man wirklich den Eindruck, in China zu sein. Auch die Reklamen, Werbe- und Hinweisschilder sind überwiegend mit chinesischen Zeichen geschrieben. So durchqueren wir entlang der Hauptstraße fast die gesamte Chinatown und kommen zu deren Einmündung in die Charoen Krung Straße. Ein kurzes Stück weiter kreuzt sich die Charoen Krung in einem großen Kreisverkehr mit der Traimit Straße. Inmitten des Platzes steht ein riesiges chinesisches Ausgangs- bzw. Eingangstor in die Chinatown (China Gate).
Direkt benachbart befindet sich an der Thanon Traimit ein weiterer und im Chinatown meistbesuchter buddhistischer Tempel, der Tempel des Goldenen Buddhas (Wat Traimit). Er ist das eigentliche Ziel unseres heutigen Stadtbummels. Die Hauptattraktion dieses Tempels ist ein 3 Meter hoher und 5,5 Tonnen schwerer sitzender Buddha, der zu mehr als 75 % aus purem Gold besteht. Er wurde im 14. Jh. während der Sukhothai-Periode hergestellt, aber erst 1955 wiederentdeckt, und zählt zu den größten buddhistischen Kunstschätzen. Damals mußten zwei Tempelruinen einer Firmenerweiterung weichen, und die vermeintlich aus Bronze gegossene Buddha-Figur von einer dieser Tempel-Ruinen wurde in Wat Traimit abtransportiert. Als man dann zur Einweihung die Bronzestatue an ihren Platz im neuerbauten Gebäude hieven wollte, riß ein Hacken und die Statue fiel zum Boden und aufplatzte. Unter dem dabei gerissenen Bronze und Gips kam schimmerndes Gold zum Vorschein. Rätselhaft bleibt bis heute, warum dieser Schatz unter Gips verborgen worden war. 
Der Goldene Buddha befindet sich in einem recht unscheinbaren - so wie auch der gesamte Tempel - Nebengebäude. Wir gehen zunächst an dem Bot des Tempels und an einem heiligen Bo-Baum vorbei, der mit zahlreichen bunten Bändern dekoriert ist und vor dem gebeten wird, bis wir schließlich dieses Nebengebäude finden. Hier versammeln sich zahlreiche gläubige Buddhisten und neugierige Touristen, um den kleinen Raum zu betreten. Wir verbringen hier auch etwas Zeit. Zeitweise herrscht hier ein dichtes Gedränge. Einige angereiste Mönche beten gerade vor dem Buddha, und dann zu meiner Überraschung lassen sie sich nacheinander vor der Statue fotografieren. Ich dachte, es wäre eigentlich nicht erlaubt, sich mit den Buddha-Statuen zu fotografieren, aber wenn es sogar die Mönche es tun? Ich habe dann natürlich selbst einige gemacht.
Nach dem Tempelbesuch gehen wir zurück zur Anlegestelle, wo wir heute morgen gekommen sind. Zunächst nehmen wir wieder die Hauptstraße Thanon Yaowarat, dann aber biegen wir in die Parallelgasse Soi Wanit 1 ab, die auch Sampeng Lane genannt wird, und als das Geschäftsherz Chinatowns gilt. Zunächst gehen wir an zahlreichen Garküchen und Straßenrestaurants vorbei, wo alles mögliche und auch unmögliche gekocht und gegessen wird. Dann gehen wir an Geschäften vorbei, wo sackweise nur getrockneter Fisch in verschiedensten Arten und Variationen angeboten wird. In der schmalen und autofreien Sampeng Lane herrscht wieder eine echte Basar-Atmosphäre. Unglaubliches Gedränge, lautstarkes Anpreisen der Ware, Musik aus den Geschäften, Arbeiter mit Handkarren und Fahrrädern, die zwischen den Leuten mühsam ihre Waren transportieren, chinesische Läden wo es fast alles zu kaufen gibt - Stoffballen, Schuhe, Textilien, Gläser, Kinderspielzeug, Taschen, Hüte, Schmuck, Haushaltswaren, Elektronikgeräte, Obst, Gemüse, Reis und anderer farbenprächtiger Schnickschnack. Die Häuser stehen hier dicht gedrängt, kaum ein Sonnenstrahl erreicht stellenweise den Boden, denn aufgespannte Tücher bieten zusätzlichen Schutz vor der Hitze.
Als wir die Tha Ratchawong Pier erreichen, warten hier schon unzählige Leute. Es ist die Rush Hour und die Berufstätigen wollen nach Hause. Am schnellsten geht es eben über den Menam Fluß, auf dem ein reger Bootsverkehr herrscht. Als das erste Expressboot Richtung Süden kommt, sind wir fast am verzweifeln. Wie soll man hier noch zusteigen. Die Passagiere die keinen Platz mehr im Bootsinneren gefunden haben, hängen förmlich wie Trauben auf dem Hinterdeck mit nur einem Bein auf dem Boden stehend, und den anderen über dem Wasser. Trotzdem schaffen es manche noch zuzusteigen. Wir warten weiter. Als das nächste Boot 20 Minuten später kommt, sind wir schon etwas schlauer. Wir "kämpfen" uns vor, und kaum hat das Boot angelegt, springen wir aufs Deck mit vielen anderen rüber, unbeachtet dessen, dass manche hier aussteigen wollen. Aber nur so geht es, und diese Vorgehensweise ist nichts Unübliches - alle tun so.
Am Wat Vorachanyawas steigen wir aus. Inzwischen hat sich das Boot schon geleert, die meisten Passagiere sind vorher nach und nach ausgestiegen. Wir legen das letzte Stück ins Hotel zu Fuß zurück, und um etwa 18.15 Uhr sind wir da. Den Rest des Abends verbringen wir im Hotel, u.a. beim Umpacken und Vorbereiten unseres Gepäcks für die morgige Rundreise.

Bangkok - Stadtteil Pahurat, Tempel Wat Ratchburana - Thailand

Bangkok - Chinatown, Wat Traimit (Tempel des Goldenen Buddhas), ein Tor vor dem Tempel - Thailand

9 TAG:

- Bangkok - Klang Dong - Korat - Phimai - Khon Kaen -

Bereits vor 6.30 Uhr haben wir gefrühstückt, und eine halbe Stunde später sind wir bereit zur Abreise. Im Foyer des Hotels warten auch schon andere Teilnehmer der "Großen-Rundreise", die uns in den nächsten Tagen nach Zentral- und Nordthailand führen wird. Der vor dem Hotel wartende Reisebus füllt sich langsam und wir steigen auch ein. Unsere Reisegruppe zählt ca. 30 Personen. Der Reiseleiter Chinnarong (Chinna) Neorakul begrüßt uns herzlich, und um 7.15 Uhr fahren wir los. Vor uns liegen ca. 2300 km Strecke mit vielen kulturellen und natürlichen Höhepunkten, auf die wir sehr gespannt sind.
Wir verlassen die Hauptstadt in nördlicher Richtung und nach etwa 100 km, bei Saraburi, zweigen wir auf eine andere Hauptstraße (Highway Nr. 2) ab, die nach Nakhon Ratchasima (Korat) führt. Diese Straße wurde Ende der 50er Jahre von den USA als Geschenk des Landes bis hin zur laotischen Grenze bei Vientiane ausgebaut. Sie trägt auch den Namen Friendship Highway. Heute und Morgen werden auch wir auf dieser Straße bis zur Grenze nach Laos reisen. Entlang der Straße sind später US-Militärbasen entstanden und die Straße selbst wurde während des Vietnam-Krieges intensiv von den US-Militärs benutzt. Diese amerikanische Präsenz bescherte der lokalen Bevölkerung auch einen Bauboom und eine Verbesserung des Lebensstandards. Während des kalten Krieges wurde Thailand von den USA stark politisch und wirtschaftlich unterstützt, erzählt uns der Reiseleiter. Es war ein wichtiger Verbündeter der USA in der Region, wo es sonst nur kommunistische Regime gab (Vietnam, Kambodscha, Laos).
Wir fahren durch die gleichförmige Landschaft einer ausgedehnten, kargen Hochebene. Der Himmel ist heute bewölkt und die Luft ist etwas trüb. Etwa 40-50 km von der Auffahrt auf die Hauptstraße Nr. 2 entfernt, machen wir unseren ersten kurzen Abstecher von dem Highway. Wir fahren jetzt zum Tempel Wat Theppitak Poonnaram, der in einer leicht hügeligen und bergigen Umgebung liegt. Von weitem schon sehen wir eine 45 m große weißgekalkte Buddha-Statue auf 27 m breitem Sockel, die auf etwa halber Höhe eines bewaldeten Berghanges über die Gegend thront. Sie soll etwa 3000 Tonnen wiegen. Wir steigen schon früher aus dem Bus aus und spazieren langsam in Richtung des Tempels, der sich unterhalb des Berges befindet. Die Buddha-Statue, die zum Wahrzeichen der Gegend geworden ist, erreicht man über eine lange Treppe, die 112 m hoch führt. Wir verzichten auf den Aufstieg zur Statue, zumal die Sichtverhältnisse zurzeit nicht so gut sind, um die Aussicht von oben richtig zu genießen.
Stattdessen hören wir unserem Reiseleiter zu, der uns über den Tempelaufbau, über den Buddha selbst und über die buddhistische Religion erzählt. Und so erfahren wir u.a. daß die Buddhisten daran glauben, daß die "Wirkung" eines Buddhas und der Einfluß seiner Religion ca. 5000 Jahre dauert. Danach muß ein neuer Buddha folgen. Der heute verehrte Buddha lebte vor ca. 2500 Jahren und ist der 4. bekannte Buddha. Alle Darstellungen Buddhas in Thailand zeigen nur ihn. Der in China sehr bekannte und verehrte dickbäuchige lachende Buddha (Milefo) ist in Thailand nur aufgrund der chinesischen Einflüsse manchmal zu sehen. Er wird hier aber nicht verehrt, denn er ist noch nicht erleuchtet. Er ist der künftige Buddha nach Ablauf der jetzigen 500-Jahre-Periode. Man stellt sich ihn in China als einen glücklichen und satten Buddha. Er symbolisiert die Vorstellung, daß in Zukunft alle glücklich und gleich sind, keiner Hunger leidet und allen es gut geht.
Bei den Darstellungen Buddhas gibt es 4 Grundpositionen, erklärt uns Chinnarong: eine sitzende, eine liegende, eine stehende und eine gehende. Viele Darstellungen zeigen den Buddha in verschiedenen Situationen, die er erlebt hat. Und so sehen wir gerade hier zwischen den Bäumen am Fuße des Berges Skulpturen, die den Buddha bei seiner Predigt zu einem Elefanten und zu Affen zeigen. Nach der Führung durch unseren Reiseleiter bekommen wir noch 20 Minuten Freizeit. Wir spazieren durch das parkähnliche Gelände des Tempels und sehen noch einige weitere Buddha-Figuren um und in einem filigranen Pavillon. Das Hauptgebäude des Tempels ist ein weißer Bot mit einem dreifach gestaffelten roten Dach. Hinter ihm befindet sich ein goldener Chedi. 
Wie gesagt, ist die Luft heute ziemlich dunstig, obwohl man hinter dem Schleier einen blauen Himmel erkennen kann, und die Sonne kommt ab und zu leicht zum Vorschein. Grund dafür ist, daß wir uns jetzt am Ende der trocken-warmen Jahreszeit befinden und so langsam die feucht-heiße Zeit beginnt. Dabei trifft die trockene kühlere Luft vom Norden auf die feuchtere und wärmere Südluft und kondensiert dabei.
Kurz nach 10 Uhr steigen wir wieder in den Bus ein aber bereits nach wenigen Minuten machen wir den nächsten Stop. Wir besuchen kurz den Obstmarkt Klang Dong mit einer Vielfalt exotischer Früchte, der direkt an dem Highway gelegen ist. Der Reiseleiter erklärt uns dabei die verschiedensten, zum Teil uns unbekannten Früchte und kauft auch einige zum Probieren ein. Und so genießen wir gleich im Bus während der Weiterfahrt kleine Stückchen von Mango und Jackfruit.
Der Highway verläuft jetzt über eine Hochebene, am Horizont sehen wir aber Bergzüge. Immer mehr Obst- und Gemüsefarmen sowie Rinderzuchtstationen liegen entlang der Straße. Hinter der Provinzstadt Pak Chong sehen wir linkerhand einen großen Stausee - Lam Takhong, der zu einem Freizeitzentrum ausgebaut wurde. Um ca. 11.45 Uhr erreichen wir die Stadt Nakhon Ratchasima, umgangssprachlich Korat genannt, Hauptstadt der großen gleichnamigen Provinz. Mit ihren ca. 200.000 Einwohnern ist sie eine der größten Städte Thailands und ein großes Wirtschaftszentrum. Sie liegt etwa 200 km von Bangkok entfernt. Die Ursprünge von Korat reichen bis ins 8. Jh., aber sie hat heute kaum Sehenswürdigkeiten zu bieten. So machen wir hier nur unsere einstündige Mittagspause und bekommen im Hotel Grand Palace ein leckeres Mittagsessen serviert.
Um 12.45 Uhr geht es weiter nach Nordosten durch den Isaan, wie die Thais diesen großen Teil des Landes nennen. Nach 43 km auf dem Highway biegen wir nach rechts auf eine Nebenstraße ab und nach weiteren ca. 10 km erreichen wir um 13.30 Uhr eine bedeutende Khmer-Ruinenstätte in Phimai. Diese Tempelanlage aus der Zeit der Khmer-Herrschaft (8.-13. Jh., erbaut im 11. Jh.) ist der größte Sandsteinbau in Thailand. Genannt wird sie auch das kleine Angkor von Thailand in Anspielung auf das Angkor Wat in Kambodscha. Chinnarong erzählt uns einiges über die Geschichte und Bedeutung des Heiligtums und führt durch die Anlage vom Haupteingangstor bis zum inneren Hof. Hier befindet sich ein schon vom Weiten sichtbarer 28 m hoher, wundervoll verzierter Zentralprang, der von zwei dunkleren Nebengebäuden flankiert wird. Die faszinierend düsteren Reliefs im typischen Stil der Khmer-Kunst unterscheiden sich deutlich von den verspielten Dekorationen der Thai-Tempeln.
Nach der Führung bekommen wir noch Zeit für eigene Erkundungen der Anlage. Wir spazieren durch das ausgedehnte Gelände, machen einige Fotos. Neben vielen in- und einigen ausländischen Touristen sehen wir auch mehrere Mönche, die die Tempelruinen besuchen. Es ist jetzt mittlerweile sonnig geworden, aber der Himmel ist immer noch etwas verschleiert. Wir bleiben hier bis 14.45 Uhr. Dann machen wir mit dem Bus einen Abstecher auf eine Flußinsel im Menam Mun, etwa 1,5 km nördlich der Tempelanlage. Hier befindet sich ein riesiger, ca. 350 Jahre alter Banyan-Baum, der mit seinen Stelz- und Luftwurzeln sowie vielen aus der Erde sprießenden neuen Stämmen eine Fläche von fast einem viertel Hektar bedeckt. Er wird ständig gepflegt und seine weitreichenden Äste gestützt. Das Gebiet, wo der Baum steht wird regelmäßig jedes Jahr in der Regenzeit vom Flußwasser überflutet.
Wir spazieren unter dem weitverzweigten Gewirr von Ästen und Luftwurzeln. Die gewaltige Baumkrone spendet kühlenden Schatten. Viele Thai-Großfamilien sitzen hier gerade auf mitgebrachten Decken, und verbringen ihre Freizeit beim Picknicken und Erholen. Der Baum ist in ganz Thailand sehr bekannt und verehrt. Unter der Krone entdecken wir auch einen kleinen überdachten Tempel. Und auch ein Wahrsager liest interessierten Leuten aus der Hand. Vor dem Baum haben mehrere Händler ihre kleinen Stände aufgestellt. In mit Wasser gefühlten Plastikbeuteln sehen wir verschiedenste Fischarten, im Eimern und Plastikschüsseln zahlreiche Schildkröten. Auf Nachfrage erfahren wir von unserem Reiseleiter, daß für 20 Baht (oder auch mehr) man diesen Tieren das Leben schenken kann. Dass heißt, man bezahlt und der Händler läßt den ausgewählten Fisch oder die Schildkröte zurück in den Fluß schlüpfen. Auch eine Art, das Geld zu verdienen. Es entspricht aber auch der buddhistischen Tradition und ist in ganz Thailand nichts Ungewöhnliches.
Wir bleiben an dem Banyan-Baum etwa 20 Minuten und genießen die besondere Atmosphäre des Ortes. Um 15.20 Uhr steigen wir dann in den Bus ein und kommen zum Friendship Highway zurück. Jetzt folgen wir ihm weiter nach Norden, etwa 150 km weit, bis Khon Kaen. Die Hauptstraße führt durch eine leicht hügelige Hochebene, die landwirtschaftlich geprägt ist. Wir sehen viele Zuckerrohrplantagen aber auch Maniok-Felder. Das Zuckerrohr wird hier zweimal jährlich geerntet. Auch gerade jetzt ist wieder die Erntezeit. Wir begegnen zahlreichen LKW's, die das abgeerntete Zuckerrohr in eine Zuckerfabrik transportieren.
Gegen 17 Uhr erreichen wir unser Hotel "Charoen Thani Princess" in Khon Kaen, ca. 150 km nördlich von Phimai. Wir bekommen ein Zimmer im 12. Stock. Von hier aus bietet sich ein schöner Ausblick auf die Stadt. Um 19 Uhr treffen wir uns unten zum Cocktail und anschließenden Abendessen im Hotelrestaurant. Unser Reiseleiter empfiehlt uns einen abendlichen Besuch des Marktes und insbesondere der Garküchen auf der Straße, wo jetzt abends viel gegessen wird. Hier kann man die besten Spezialitäten ausprobieren, die die lokale Küche zu bieten hat, u.a. gegrillte oder gekochte Maden, Grillen, Würmer, Heuschrecken und einiges mehr. Wie gut, das wir ein Abendessen im Hotel serviert bekommen haben. Dem Rat von Chinnarong folgend gehen wir aber nach dem Abendessen in die Stadt. Wir spazieren zunächst durch einen Obst- und Gemüsemarkt, dann finden wir einen Internet-Laden. Hier verbringen wir ziemlich viel Zeit, um unsere Post abzufragen und einige Mails zu schreiben. Danach wollen wir noch nach den Garküchen Ausschau halten, aber da wir sie nicht gleich finden und schon ziemlich müde sind, kehren wir ins Hotel zurück.

Kloster Wat Theppitak bei Klang Dong - eine Szene aus dem Leben von Buddha (mit Elephanten) - Thailand

Phimai - buddh. Mönche vor der Khmer-Tempelanlage - Thailand

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- Khon Khaen - Ban Chiang - Nong Khai - Udon Thani -

Auch heute ist das Wetter nicht anders geworden. Es ist warm und trocken, aber der blaue Himmel und die Sonne bleiben von einem weißen Schleier bedeckt, der sich erst am späten Nachmittag etwas verzieht und die Sonnenstrahlen durchläßt. Pünktlich um 8 Uhr verlassen wir das Hotel in Khon Kaen. Ähnlich wie gestern fahren wir auch heute durch die Hochebene des Isaan nach Norden. Die Landschaft ist durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt, es dominiert die grüne Farbe. Wir sehen viele Zuckerrohrplantagen, aber auch vereinzelte Baumgruppen, Palmen, Bananenbäume und viele andere Pflanzenarten. Auch Wasserbüffel gehören hier als Arbeitstiere zum Alltag (später, auf der Nebenstraße machen wir einen Photostop bei diesen Tieren).
Nach etwa 90-100 km verlassen wir wieder den Highway Nr. 2 und fahren Richtung Osten durch mehrere kleinere Dörfer nach Ban Chiang. Dieses Dorf verdankt seinen Ruhm den archäologischen Funden von Gebrauchskeramiken, die bis ca. 5500 Jahre alt sind, und deren Schönheit in der archäologischen Welt als eine Sensation gefeiert wurde. Sie wurden 1992 in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.  Ab ca. 10 Uhr besichtigen wir das kleine aber bedeutende Nationalmuseum am Ortseingang mit den Funden aus dem Neolithikum. Es besteht im wesentlichen aus 4 großen Räumen. Im ersten Raum werden verschiedene Werkzeuge und Gegenstände aus Bronze und Eisen gezeigt, die man bei Loei fand (bis zu 2800 Jahre alt). Der zweite Raum beherbergt die bedeutendsten Ausstellungsstücke - die Keramikfunde. Unter anderem sind hier die ältesten archäologischen Keramikfunde Thailands zu sehen, die ca. 9000 alt sind und aus einer Höhle im Norden stammen. Im Zentrum der Ausstellung stehen aber die bemerkenswerten Gebrauchskeramiken aus Ban Chiang, die hier seit 1966 gefunden werden. Den größten Eindruck auf mich machen sehr große Gefäße und Krüge, die mit gemalten geometrischen Mustern schön verziert sind. In einem weiteren Raum im ersten Stockwerk befindet sich eine in den USA erstellte Ausstellung, welche die Entdeckungen und Ausgrabungen von Ban Chiang in Bildern und Schautafeln dokumentiert. Es werden hier z.B. auch Bilder von verhafteten Dorfbewohnern gezeigt, die manche Funde illegal an Sammler verkauft haben. Den Bogen in die Gegenwart spannt die vierte Ausstellung, die das heutige Ban Chiang als Beispiel für traditionelles Dorfleben in Thailand zeigt.
Insgesamt ist es ein interessantes Museum. Nach dem Museumsbesuch sammeln wir uns alle draußen auf der Straße. Manche nutzen noch die günstige Gelegenheit, Toiletten aufzusuchen. Ich schaue mir das weitläufige offene Gelände um das Museum herum an. Hier werden noch weitere archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Nachdem alle wieder da sind, machen wir jetzt einen gemütlichen Spaziergang durch das Dorf. In einigen Geschäften, werden verschiedene Keramiktöpfe und Gefäße verkauft, die im Stil der alten Funde bemalt und dekoriert sind. Wir sehen auch sehr viele Häuser, die aus Teakholz gebaut sind und zum Teil auch auf Stelzen stehen. Deren Fassaden sind meistens mit sehr schönen und aufwendigen Schnitzereien in Holz geschmückt. Man sieht daß es den Dorfbewohnern hier wohl sehr gut geht - sicherlich eine Auswirkung des Tourismus, den die archäologischen Funde in diese abgelegene Region geholt haben. Auf jeden Fall sind manche Bewohner hier reich geworden, denn wir sehen neben den alten Häusern auch einige neue und große Teakholz-Villen, die gerade gebaut werden. Auch ein großes Schild eines Internet-Cafes fällt mir ins Auge. Nur der Straßenzustand läßt noch einiges zu wünschen übrig. Meine Aufmerksamkeit ziehen auch immer wieder viele exotische Bäume und Pflanzen in den Vorgärten. Schade nur, daß der Himmel weiterhin bedeckt bleibt und die Sonnenstrahlen diese schöne Atmosphäre nicht vollkommen machen.
Am anderen Ende des Dorfes kommen wir zu einem buddhistischen Tempel, in dessen Garten einige junge Mönche und Kinder uns interessiert beobachten. Hier in der Nähe befindet sich eine weitere überdachte Ausgrabungsstelle. In einer Grube sieht man entsprechend präparierte zahlreiche Gefäße und Knochenreste. Am Kloster wartet schon unser Bus. Um 11.40 Uhr fahren wir weiter. Es geht jetzt etwa 50 km nach Westen, in die Stadt Udon Thani und zurück zum Highway Nr. 2. In Udon Thani, der letzten großen Stadt vor der Grenze nach Laos und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, machen wir von 12.30 bis 13.30 Uhr die Mittagspause. Im Hotel Charoen, in dem wir heute auch übernachten werden, bekommen wir ein Buffet serviert.
Anschließend wird uns eine halbstündige Fahrt mit Fahrrad-Rikschas durch die Hauptstraßen der Stadt angeboten. Genug Rikschas warten schon am Hotel und wir machen uns mit ca. 30 solchen Gefährten auf den Weg. Die Rikschas sterben in Thailand langsam aus. Z.B. in Bangkok gibt es sie nicht mehr, sie wurden von den viel bequemeren Tuk-Tuks verdrängt. Aber hier auf dem Lande und insbesondere in Udon Thani werden die Rikschas noch im Alltag benutzt. Unsere Kavalkade weckt ein allgemeines Interesse bei den Fußgängern. Viele lächeln uns an und winken zu, wir erwidern diese Gesten. Und wir beobachten mit Interesse das Geschehen auf den Straßen dieser lebhaften Provinzstadt. Unsere Rikscha-Fahrer erlauben sich mitunter kleine Rennen, aber dann schonen sie doch ihre Kräfte, denn das Treten in die Pedale bei diesen Außentemperaturen ist wohl nicht gerade das größte Vergnügen. Mittlerweile hat sich das Wetter etwas verbessert, und die Sonne scheint jetzt vom schon nahezu blauen Himmel. Am Ende dieser interessanten Fahrt verabschiedet sich jeder von seinem Rikscha-Fahrer mit einem Trinkgeld. Dann steigen wir in den hier schon wartenden Bus um und um 14 Uhr geht es weiter. 
Wir fahren wieder über den Highway Nr. 2 nach Norden zur Grenze mit Laos in der Stadt Nong Khai, die wir nach 45 Minuten erreichen. Die Grenze verläuft hier entlang des Mekong-Flusses. Mit ca. 4700 km ist er der siebtlängste Fluß der Erde. Wir kommen auf die Aussichtsterrasse eines Restaurants am Südufer des Flußes. Von hier aus kann man gut das Geschehen am Mekong beobachten. Der andere Flußufer ist dicht mit Palmen und Bäumen bewachsen. Dazwischen erkennt man aber einzelne kleine Häuser. Viele kleine Boote, aber auch größere mit Passagieren und Waren, setzen auf die andere Seite des breiten, braunen Flusses um. Sie sehen sehr gebrechlich und alt aus. Dieser kleine Grenzverkehr ist für die Einheimischen ohne Kontrollen erlaubt. Nicht aber für die Ausländer, die den offiziellen Grenzübergang benutzen müssen. Er befindet sich auf einer neunen großen Brücke, die wir einige Hundert Meter entfernt im Westen sehen. Sie wurde von Australien gebaut. Über dieser Brücke geht der Hauptverkehr nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos, die von hier nur ca. 15 km entfernt auf der anderen Uferseite von Mekong liegt.
Chinnarong erzählt uns etwas über die Beziehungen zwischen beiden Ländern. Laos gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und besitzt kaum Industrie. Deshalb ist Thailand ein wichtiger Wirtschaftspartner von Laos. Viele Güter werden eben hier nach Laos eingeführt. Beide Länder verbinden seit vielen Jahrhunderten enge historische Beziehungen und sie bezeichnen sich als Brüderländer. Laotisch ist ein Dialekt der Thai-Sprache, so daß die Laoten die Thais verstehen können. Laos war früher eine französische Kolonie. Später, in 1975 übernahmen dort die Kommunisten die Macht und seitdem waren die Beziehungen nach Thailand sehr angespannt. Aber nach dem Mauerfall in Europa gibt es wieder enge Beziehungen zwischen diesen Nachbarländern. Laos öffnet sich langsam Richtung Westen und läßt auch die Touristen herein.
Nach einem kurzen Aufenthalt auf der Terrasse gehen wir individuell zum großen Markt, der sich auf den Straßen des Städtchens entlang des Mekong-Ufers erstreckt. Er wird Indochina-Markt genannt, denn hier wird mit Waren aus der gesamten Region gehandelt - aus China, Laos, Vietnam und Thailand natürlich. Die waren werden von diesen Ländern eingeführt, andere wieder nach dorthin mitgenommen. Wir spazieren hier gemütlich, genießen die besondere Atmosphäre dieses Marktes und wundern uns manchmal über die Produkte, die hier verkauft werden. Und kaufen kann man hier fast alles, von den Lebensmitteln und warmen exotischen Speisen aus den Garküchen (z.B. Schnecken), verschiedenen Heilmitteln und Mixturen, über Keramik, Töpfe, Kleidung, Spielzeug bis hin zur Unterhaltungselektronik und Musikkassetten. Natürlich allerlei Ramsch ist auch dabei. Später gehen wir noch durch die Altstadtgassen, die eine besondere koloniale Atmosphäre ausstrahlen. Verursacht wohl durch den besonderen, kolonialen Baustil der Häuser. Zum Schluß finden wir noch einen alten interessanten Tempel, dessen filigrane Verzierungen im Sonnenlicht schön glänzen.
Um 15.45 Uhr steigen wir wieder in den Bus ein und fahren zu einer Oberschule in Nong Khai, wo uns die Tänze der Region vorgeführt werden sollen. In einer Viertelstunde sind wir da. Wir werden von einigen Mitgliedern der Tanzgruppe begrüßt, auf das Gelände der Schule geführt und nehmen Platz auf Stühlen, die auf einer grünen Wiese vor einem Gebäude aufgestellt sind. Wir sind die einzigen Gäste hier. Bald kommen auch die Musiker sowie die ersten Tänzerinnen und Tänzer in bunten Trachten. Die Volkloregruppe besteht aus Jugendlichen im Alter von ca. 15-18 Jahren, die teilweise auch Schüler dieser Oberschule sind. Aber sie vertreten nicht nur die Schule, sondern die ganze Stadt, und treten auch auf Festivals im Ausland auf. 
Wir sehen eine sehr interessante und kurzweilige Vorführung von Tänzen aus der Region, aber auch z.B. einen Khmer-Tanz. Die Darsteller ziehen sich in dem Schulgebäude um, und tauchen vor uns in immer schöneren und bunteren Kostümen auf, z.B. auch als große Schmetterlinge verkleidet. Die rhythmischen, flüssigen Bewegungen der Tänzerinnen, die angenehme Orientale Musik und auch das sanfte Licht der langsam untergehenden Sonne schaffen eine schöne Atmosphäre. Mit großem schauspielerischen Können und präzisen Tanzbewegungen werden uns ganze Geschichten erzählt, z.B. über die Ernte, über den Fischfang, über die Liebe, die mitunter auch sehr lustig und komisch sind, so daß wir lachen müssen. Man versteht alles ohne Worte. Die einstündige Vorstellung vergeht wie im Nu. Wir applaudieren lange und überzeugt, es hat allen sehr gut gefallen. Die jungen Darsteller haben uns die Geschichten wirklich vorgelebt und mit Überzeugung vorgespielt. Es war kein routinenmäßiges Herunterspielen erkennbar, sonder sie hatten wirklich Spaß daran. Und wir natürlich auch. Zum Schluß stellen sich alle Tänzer und Musiker auf unserem Rückweg in eine Reihe auf und verabschieden sich mit uns per Handschlag. Wir tragen dabei auch zur Auffüllung der gemeinsamen "Kaffeekasse" der Gruppe bei.
Um 17 Uhr machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel nach Udon Thani. Unser Reiseleiter hat vorher auf dem Indochina-Markt für die Busfahrt wieder einige lokale Spezialitäten eingekauft. Während der Fahrt läßt er durch den Bus eine Flasche Mekong-Whisky sowie leckere Fladen mit Nüssen, Honig und Sesamkernen rumgehen. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir das Hotel. Eine Stunde später treffen wir uns im Hotelrestaurant zum Abendessen. Wir verbringen hier gemütlich beisammen den Abend. An den Tischen von dem Touristen meine Gruppe, präsentiere ich nach der Mahlzeit, verschiedene Zaubertricks, zum Vergnügen von jeder. Einige Stunden später, gegen 22 Uhr, hören wir draußen etwas knallen und sehen von der Hotelflur ein kleines Feuerwerk über die Stadt. Etwa 40 Minuten später, als wir schon schlafen, hören wir laute Musik auf der Straße vor dem Hotel. Wir stehen auf und sehen aus dem Fenster auf der Straßenkreuzung vor uns einen Umzug. Die Straße ist für Autos gesperrt und viele fröhliche Leute ziehen vorbei. Es kommt gerade eine Musikkapelle, dann folgen Gruppen mit kleinen dekorierten Wagen und kostümierten Männern. Zwei sehr lange und bunte chinesische Drachenschlangen werden von mehreren Männern getragen, die mit ihnen tanzen und um die anderen Teilnehmer herumlaufen. Manche werfen Knallfrösche und Petarden. Insgesamt ein sehr buntes und lautes Treiben. Aber wir können uns den Grund dieses Umzugs nicht erklären. Erst am nächsten Morgen erfahren wir von Chinnarong, daß die Chinesen den Geburtstag einer lokalen chinesischen Gottheit gefeiert haben.

Nong Khai - ein alter Tempel - Thailand

11 TAG:

- Udon Thani - Loei - Phitsanulok -

Wir verlassen das Hotel bereits um 7.30 Uhr. Ein langer und inhaltsreicher Tag steht wieder vor uns. Von Udon Thani nehmen wir Kurs Richtung Westen. Die Landschaft unterwegs ist weiterhin von der Landwirtschaft geprägt - mit vielen Feldern und nur wenigem Baumbewuchs. Später fahren wir aber auch durch lichte Waldstücke. Heute meint das Wetter gut mit uns. Strahlend blauer Himmel begleitet uns den ganzen Tag. Bereits wenige Minuten nach 8 Uhr halten wir an zur ersten Besichtigung am heutigen Tage. Wir sind an einer Waldtempelanlage angekommen (ca. 100 km vor der Stadt Loei gelegen). Das Kloster Wat Tham Klong Phaen ist ein Meditationszentrum der strengen buddhistischen Thammayut-Sekte. Sie ist für seine Meditationspraxis im ganzen Land sehr bekannt. Das Kloster ist kein "Besucher-Kloster" im üblichen Sinne, hier kommen nur selten Touristen und man sollte hier als Gast ganz besonders auf dezente Kleidung und respektvolles Verhalten achten.
Die Klosteranlage ist in einem Waldstück, weit vom Trubel einer Stadt gelegen. Zunächst besuchen wir - natürlich barfuß - einen schlichten Tempel, der zum Teil in eine Felsnische hineingebaut wurde. In dem grottenähnlichen Innenraum befinden sich zahlreiche Buddha-Statuen. Danach spazieren wir auf einem durch den lichten und trockenen Wald führenden asphaltierten Weg zu einem anderen Gebäude, das dem Klostergründer gewidmet ist. Im Zentrum des Raumes befindet sich eine lebensgroße, in einem Sessel sitzende Wachsfigur dieses heiligen Mönchs, umgeben von Blumen, Bildern etc. Von hier fahren wir dann mit unserem Bus einige Hundert Meter weit durch den Wald - immer noch auf dem Gelände des Klosters - zu einer kleinen weißen Pagode mit einer goldenen Spitze. Diese Pagode ist auf einer leichten Erhöhung im sehr modernen Baustil erbaut. Ihre Form erinnert an eine stark stilisierte Lotusblume. Der Aufgang zur Pagode wird von zwei lebensgroßen Elefanten aus Beton flankiert. Wir besichtigen den zu allen Seiten offenen Innenraum der Pagode. Hier werden u.a. verschiedene Gegenstände gezeigt, die dem heiligen Mönch zu seinen Lebzeiten gehört haben, wie z.B. sein Schirm, seine Bettelschale, sein Gebiss. Sie werden wie Reliquien verehrt.
Um 9.45 geht es dann weiter Richtung Loei, Phu Rua und Dan Sai. Unterwegs erzählt uns Chinna weitere interessante Einzelheiten über das Leben der Mönche. Ein Mönch kann man erst ab dem 20. Lebensjahr werden, jüngere werden als Novizen aufgenommen. Vor allem in Zentral- und Südthailand ist es Tradition, daß jeder Mann nach dem 20. Lebensjahr für ca. 3 Monate ein Mönch wird, um von der Religion fürs Leben zu lernen. Aber grundsätzlich kann man in Thailand solange ein Mönch bleiben, wie lange man selbst möchte. In Nordthailand gehen stattdessen die Jungs in der Pubertät für eine gewisse Zeit in die Klosteranlagen als Novizen. Es gibt dann eine feierliche Aufnahmezeremonie, vergleichbar etwa mit der ersten Kommunion bei uns. Die Mönche dürfen nur 8 eigene Gegenstände besitzen. Solche Sachen, wie z.B. das Autofahren, Fotografieren oder Besitz und Verwendung von Handys sind zwar nicht verboten, werden aber nicht gerne gesehen. Mönche dürfen täglich nur bis 12 Uhr essen. Die Speisen bekommen sie meistens von der Bevölkerung gespendet. Dabei bedanken sich die Spender häufig bei den Mönchen für die Möglichkeit etwas Gutes zu tun, d.h. zu spenden. Dann erklärt uns der Reiseleiter noch in kurzen Sätzen die komplizierte buddhistische Lehre, die andauernden Wechselwirkungen zwischen Leiden und Erlösung, die ständige Abfolge von Ursache und Folge sowie die vollständige Erleuchtung - die Nirwana, am Ende dieses Weges.
Während Chinna dies alles uns erzählt, merken wir, daß sich die Landschaft, durch die wir fahren, langsam verändert. Die Ebene geht langsam in ein hügeliges und später bergiges Gelände über. Um 12 Uhr machen wir in dem Städtchen Phu Rua eine einstündige Mittagspause. Wir essen in einem Restaurant am Rande der Ortschaft mit einem Blick auf die umgebenden Berge. In der Nähe befindet sich ein Nationalpark. Gestärkt vom Essen setzen wir unsere Fahrt fort. In den Bergen überwiegt die Farbe Grün. Vereinzelt sieht man hier Palmen, Bananenbäume, Bambusbüsche und viele andere exotische Bäume und Pflanzen. Es gibt hier auch einige Blumenplantagen. Stellenweise ist der lichte Wald und das Buschwerk aber auch sehr trocken. Wir beobachten einige kleinere Waldbrände bzw. Rauchwolken in einer gewissen Entfernung von der Straße und sehen ausgebrannte Stellen direkt am Weg. Aber es ist ganz normal in dieser Jahreszeit, beruhigt uns Chinna.
In der Berglandschaft, etwa 1 km von Dan Sai entfernt, machen wir gegen 14 Uhr eine weitere Besichtigungspause. Zu sehen ist hier die sog. thai-laotische Freundschaftspagode, der Tempel Phra That Si Song Rak. Sie wurde bereits 1560 an den Ufern des Menam Man errichtet. Die Pagode sollte die dauernde Verbindung zwischen dem thailändischen Königreich Sri Ayutthaya und dem laotischen Königreich Sri Satana Kanahut symbolisieren und befindet sich in der Mitte zwischen den beiden damaligen Königreichen. Auch heute ist sie ein Symbol der brüderlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die etwas erhöht gelegene und 30 m hohe Pagode, zu der vom Parkplatz eine lange Treppe führt, ist ein schlichtes weißgekalktes, viereckiges Bauwerk im Lan-Xang-Stil. An jeder der vier Ecken befinden sich goldene, blattförmige Verzierungen. Vor der Pagode befindet sich ein kleiner Tempel mit einigen Buddha-Statuen.
Wir verbringen hier vielleicht eine knappe halbe Stunde und fahren anschließend auf einer Nebenstraße über Nakhon Thai weiter Richtung Südwesten. In Yaeng kommen wir auf den Highway Nr. 12, der von Khon Khaen nach Phitsanulok führt, das unser heutiges Etappenziel ist. Jetzt überqueren wir den Thung Salaeng Luang Nationalpark mit einer sehr schönen Gebirgslandschaft. Etwa 20 km vor Phitsanulok ist das Gebirge zu Ende, und wir erreichen die Ebene von Zentralthailand. Es ist eine fruchtbare Reisebene. Wir sehen vom Bus aus viele Reisfelder, die meisten schon abgeerntet aber einige auch in einer saftig grünen Farbe. In dieser Region ist es dank künstlicher Bewässerung möglich, in zwei Jahren 5 Reisernten zu machen.
Nach 15.30 Uhr erreichen wir Phitsanulok, die wichtige Provinzhauptstadt und einen Verkehrsknotenpunkt am Nan-Fluß. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in der Stadt ist der "Tempel der großen Reliquie", Wat Phra Si Ratana Mahathat, den wir mit unserem Bus direkt anfahren. Gegenüber dem Haupteingang am Fluß steht die Vihara, eine breite Halle mit den tief heruntergezogenen Dächern. Sie ist ein gutes Beispiel der mittelalterlichen Tempelarchitektur. In ihrem Inneren beherbergt die Halle einen vergoldeten Bronze-Buddha aus dem 14. Jh. im besten Sukhothai-Stil sowie herrliche Malereien. Dieser Phra Buddha Jinnaraj ist eine in ganz Thailand besonders verehrte Buddha-Statue und zieht viele Gläubige und Besucher an. Auch die Säulen, welche die Dachkonstruktion stützen, sind herrlich geschmückt. Wir besuchen die Halle mit unserem Reiseleiter und bekommen dann noch Zeit bis 16.45 Uhr für eigene Erkundungen der Tempelanlage.
Hinter der Vihara befindet sich ein hoher, von weitem sichtbarer Prang, dessen oberer Teil wunderschön vergoldet ist. Gerade jetzt, im Licht der tiefstehenden Sonne glänzt er, ähnlich wie auch das Dach des Tempels, besonders intensiv. Wir bummeln noch ein wenig durch das Tempelgelände und um es herum. Auf den Straßen beobachten wir mehrere Mönche in ihren intensiv orangenfarbenen Umhängen sowie mehrere verspielte Schulkinder. Wir spazieren auch etwas am Fluß entlang, bevor wir in den Bus gehen und ins Hotel im Stadtzentrum fahren. In 5 Minuten sind wir da. Wir beziehen unsere Zimmer. Später fahren wir mit dem Aufzug auf das Dach des Hotels, wo sich das Schwimmbad befindet. Von der Dachterrasse hat man einen Ausblick auf einen Teil der Stadt und den eben besuchten Tempel. Danach gehen wir in das große Einkaufszentrum, das sich im gleichen Gebäude, wie unser Hotel befindet. Hier sind sehr viele verschiedene Geschäfte untergebracht. Auch auf der Straße vor dem Hotel befinden sich viele kleine Läden und Stände. Wir schmunzeln über eine volle Cola-Flasche mit einem eingesteckten Strohhalm, die auf einem Geisterhäuschen neben unserem Hotel steht. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Wir schlendern die Straße entlang und beobachten das Geschehen. Als wir zurückkommen, ist die Cola-Flasche in dem Geisterhäuschen weg. Den Geistern hat sie wohl gut geschmeckt. Um 19.30 Uhr treffen wir uns im Hotel zum Abendessen. Danach suchen wir noch ein Internet-Laden in dem Einkaufszentrum auf und beenden so den heutigen Tag.

 

    Thai-laotische Freundschaftspagode Phra That Si Song Rak (zw. Loei und Phitsanulok) - Thailand                   Phitsanulok - Kloster Wat Mahathat - Thailand

12 TAG:

- Phitsanulok - Sukhothai - Lamphun - Chiang Mai -

Heute ist ein noch früheres Aufstehen angesagt. Bereits um 7 Uhr verlassen wir das Hotel Topland. Unser erstes Ziel ist die etwa 60 km westlich von Phitsanulok gelegene frühere Hauptstadt des ersten großen Thai-Reiches - Sukhothai. Auf dem Weg dahin machen wir eine kurze Photopause an einem grünen Reisfeld. Es ist noch ein früher Morgen und über den Feldern hängt ein leichter Nebel. Die Bäume am Horizont erscheinen uns nur schemenhaft, wie hinter einem Schleier versteckt. Und auch der Himmel, obwohl er wolkenlos ist, wirkt verschleiert und getrübt. Nur schwach kommt die himmelblaue Farbe durch. In der Luft spüren wir den Dunst. So bleibt es auch fast den ganzen Vormittag.
Kurze Zeit später, vor den Toren Sukhothais, halten wir noch an einem Teich am Straßenrand an. Hier können wir einige schöne, zartrosagefärbte Lotosblüten beobachten. Um ca. 8 Uhr kommen wir am Sukhothai Historical Park an. Als eine der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten steht diese Anlage seit 1991 auf der UNESCO-Liste der Weltkulturerbe. Sukhothai war bereits eine blühende Khmer-Stadt, als sie 1238 von zwei Thai-Fürsten erobert wurde. Sie gründeten hier die Hauptstadt des ersten Thai-Reiches. Somit ist Sukhothai die Wiege von Thailand. Aber bereits im Jahre 1376 ging die Bedeutung der Stadt unter, als sie zum Vassalen des neuen Reiches von Ayutthaya wurde. Die Kunst und Kultur der Stadt sind jedoch bis in die Gegenwart richtungsweisend geblieben. Von den damaligen Bauten dieser einst mächtigen Stadt sind nur noch vereinzelte Relikte erhalten geblieben. Der historische Park in dem weitläufigen, mit niedrigen Büschen bewachsenen Areal befindet sich 12 km westlich der neuen Stadt Sukhothai.
Wir fahren auf das Gelände des Parks über das Osttor (Pratu Kamphaeng Hak) ein und kommen dort zu einem Parkplatz. Von hier geht es weiter zu Fuß. Bereits nach einigen Dutzend Metern sehen wir einen großen Chedi in Glockenform vor uns (Wat Chana Songkhram). Wir biegen vorher nach links ab und gehen entlang eines langgezogenen Teiches zum Wat Mahathat. Es war der ehemalige Königstempel und das religiöse Zentrum der Hauptstadt. Auf einer rechteckigen Grundfläche von 240 x 280 m gruppieren sich hier um einen großen zentralen Haupt-Chedi ca. 200 weitere Chedis und andere Gebäude. Auch mächtige Säulenreihen und einige restaurierte Buddha-Statuen ziehen unsere Blicke an. Die Säulen trugen früher das Dach des größten Vihara. Wir hören hier zunächst den Erklärungen und Erzählungen unseres Reiseleiters zu. Danach haben wir Zeit, um zwischen den eindrucksvollen Ruinen dieses Tempels zu schlendern. Immer wieder entdecken wir dabei größere oder kleinere Buddha-Statuen, Chedis und andere interessante Details an den Bauwerken. Es bieten sich interessante Perspektiven an, aber zum Fotografieren bleibt leider nicht viel Zeit. Die Anlage ist insgesamt sehr gepflegt, mit einem sehr kurz gemähten Rasen, grünen Bäumchen, Hecken und Büschen zwischen den Ruinen und kleinen Teichen und Seen.
Nach dem Rundgang durch die Ruinen des Wat Mahathat treffen wir uns alle auf einem Weg in der Mitte des historischen Parks. Hier besteigen wir einen offenen Elektrobus und fahren durch die ausgedehnte Anlage. Unterwegs sehen wir sehr viele Touristen, die mit dem Fahrrad den Park besuchen (die Fahrräder kann man hier ausleihen). Während der langsamen Fahrt sehen wir einige andere Ruinen, bevor wir vor einem weiteren Tempel im Süden des Geländes aussteigen. Hier erheben sich die drei stark rekonstruierten Prangs des im Khmer-Stil errichteten Wat Sri Sawai. Es war früher ein hinduistisches Heiligtum, das später in einen buddhistischen Tempel umgewandelt wurde. Wir machen einen kurzen Rundgang um die Prangs und bewundern die steinernen Ornamente. Dann geht es mit dem Elektrobus durch die Anlage zurück zu unserem auf dem Parkplatz wartenden Reisebus. Es ist ca. 10 Uhr, als wir den historischen Park verlassen. Aber bereits nach wenigen Minuten machen wir die nächste Besichtigungspause am einwilligen Tempel Wat Si Chum, der etwas außerhalb des durch Wassergräben umschlossenen Parkgeländes liegt. Auf einem langen Zugangsweg nähern wir uns zu Fuß diesem kleinen Tempel aus dem 14. Jh. Es ist ein quadratischer, nach oben hin offener Mondhop mit 3 m dicken und 15 m hohen Mauern. Im Inneren sitzt die riesige Buddha-Statue Phra Atchana. Auf dem Weg dahin sieht man durch einen langen schmalen Spalt in der Mauer nur das Gesicht des Buddhas. Aber wenn man das Innere des Mondhops betritt macht die monumentale Statue einen überwältigenden Eindruck, unterstrichen durch die Enge des Raumes. Hier verbringen wir etwa eine Viertelstunde, danach verlassen wir schon Sukhothai.
Vor uns liegt jetzt eine etwa 200 km lange Strecke Richtung Norden, nach Lampang. Wir verlassen langsam die fruchtbare Ebene bei Sukhothai. Ab etwa 11 Uhr fahren wir durch eine hügelige und bergige Landschaft. Stellenweise führt die Straße rauf und runter über zahlreiche Serpentinen. Die Gegend ist von einem lichten Laubwald bewachsen. Die Bäume sind ziemlich ausgetrocknet und eintönig. Die Sonne ist immer noch vom Nebel und Dunst getrübt. Die Sicht auf die Berge ist verschwommen, manchmal verschwinden sie fast in der dunstigen Luft oder erscheinen am Horizont nur schemenhaft. 
Um 12.30 Uhr kommen wir im Lampang an und machen hier eine einstündige Mittagspause. Diese Provinzhauptstadt ist in ganz Thailand für ihre Pferdekutschen bekannt, die zum Stadtbild gehören. Auch wir sehen während unserer Durchfahrt durch die Stadt mehrere buntgeschmückte Kutschen. In Lampang haben wir aber keine Besichtigungen und so geht es gleich nach dem Mittagessen weiter nach Lamphun, das etwa 60 km nordwestlich von Lampang liegt. Die Straße führt durch eine bergige Landschaft. Unterwegs halten wir für eine kurze Besichtigung auf einem 623 m hohen Paß. Hier befinden sich direkt am Straßenrand unzählige alte und neue, große und kleine Geisterhäuschen, die nebeneinander aufgestellt sind. Zum Teil sind sie frisch geschmückt, zum Teil schon vergilbt und zerfallend. Daneben stehen einige Elefantenfiguren sowie eine kleine Kapelle. Chinna erzählt uns, daß als hier vor ca. 30 Jahren die neue, breite Paßstraße ausgebaut wurde, mußten an dieser Stelle zahlreiche Bäume gefällt werden. Um die Geister zu beschwichtigen, wurden von den Bauarbeitern auf der Paßhöhe die ersten Geisterhäuschen aufgestellt. Später haben auch häufig vorbeifahrende Autofahrer weitere Häuschen mitgebracht und aufgestellt. Vor allem wird dadurch ein lokaler Berggeist geehrt. Es soll sich dabei um den Geist eines hier früher wirklich lebenden Menschen - den Sohn eines Königs oder Soldatenführers - handeln, der für die Region viel Gutes getan haben soll. Als wir uns die Geisterhäuschen anschauen, hören wir, wie alle vorbeifahrenden Autos hupen, um die Geister zu ehren. Manche Autofahrer halten sogar an, und bringen kleine Opfergaben mit.
Um etwa 14.45 Uhr sind wir in der kleinen Provinzstadt Lamphun, die 14.000 Einwohner zählt. Hauptanziehungspunkt ist hier der Wat Phra That Haripunchai Tempel, den auch wir besichtigen. Seine Ursprünge liegen im 9. Jh., und er zählt zu den imposantesten sakralen Anlagen in Nordthailand. Durch den von zwei burmesischen Löwen flankierten Haupteingang gelangen wir zum großen Vihara mit reich geschmückter Fassade und schönen Wandmalereien. Rechts hängt in einem Glockenturm ein Bronzegong von 2 m Durchmesser, der zu den größten Gongs von Thailand zählt. Links des Vihara befindet sich ein kleines altes Bibliotheksgebäude mit einem filigranen Holzdach. Im Zentrum der Tempelanlage dominiert ein 51 m hoher vergoldeter Chedi, der bereits Ende des 9. Jh. erbaut und 1447 seine heutige Form erhalten hat. Er wird von einem neunfachen Schirm aus purem Gold bekrönt und ist von 8 überlebensgroßen Bronze-Buddhas aus dem 14. Jh. umgeben, die dick mit Goldblättchen beklebt sind. Umgeben ist der Chedi von einem goldenen Zaun. In den vier Ecken stehen vier große, vergoldete Schirme. In den vielen Nebengebäuden sehen wir mehrere weitere Buddha-Statuen und viele andere interessante Details.
Inzwischen hat sich auch das Wetter verbessert. Der tief blaue Himmel harmonisiert sehr schön mit dem in der Sonne funkelnden goldenen Chedi. Wir verbringen in der Tempelanlage etwa eine Stunde. Nach dem ausführlichen Rundgang fahren wir um 15.45 Uhr nach Chiang Mai. Diese 26 km nördlich von Lamphun gelegene, wichtigste Stadt des Nordens erreichen wir in einer halben Stunde. Zunächst fahren wir unser Hotel The Empress an, das südöstlich der Altstadt liegt, und checken ein. Um ca. 17 Uhr begeben wir uns dann alleine auf die erste Erkundung der Stadt. Wir gehen über die lange Straße Changklan Road nach Norden. So kommen wir nach einiger Zeit zur Kreuzung mit der Tha Pae Road, die vom Osttor der Altstadt zu der Nawarat Brücke über dem Ping River verläuft. An der Kreuzung steht rechts der Tempel Wat Oapakoot. Entlang der beiden Straßen befinden sich zahlreiche Geschäfte. Aber am interessantesten ist der Nachtmarkt (Night Bazaar), der abends im Bereich der Changklan Road stattfindet. Gerade werden auch hier die ersten Stände aufgebaut und wir können schon durch den Nachtmarkt etwas bummeln. In einem dreistöckigen Gebäude und auf zahlreichen Ständen entlang der Straße werden hier neben Souvenirs auch z.B. Textilien und viel anderes angeboten. Auch die Angehörigen der Bergstämme bieten hier ihr Kunsthandwerk an. 
Allzu lange können wir aber auf dem Bazar nicht bleiben, denn um 19 Uhr treffen wir uns mit der ganzen Gruppe im Hotel. Wir fahren alle gemeinsam zum typisch nordthailändischen "Kantoke"-Abendessen, das im "Old Chiang Mai" Kulturzentrum etwas außerhalb des Stadtzentrums stattfindet. Das Gelände umfasst originale Holzbauten des letzten Jahrhunderts, die am Ursprungsort demontiert und hier wieder zusammengesetzt wurden. Bevor wir den Speisesaal betreten, müßen wir unsere Schuhe ausziehen und abgeben - eine alte Tradition bei privaten Hausbesuchen in Thailand. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Während wir direkt auf dem mit Teppich und Kissen bedeckten Holzboden barfuß sitzen und auf flachen, runden Tischen ein landestypisches Kantoke-Dinner serviert bekommen, werden in der Mitte des Saales die ersten thailändisch-burmesischen Tänze ausgeführt. Bei diesem farbenfrohen Potpourri hören wir nordthailändische Volksmusik und sehen unter anderem den Fingernageltanz, den Schan-Tanz (die Schans leben heute im Burma), den Zauberhahntanz, den Kerzentanz und den Kreistanz, zu dem auch alle Gäste aufgefordert werden.
Danach verlassen wir den Speiseraum, bekommen unsere Schuhe wieder und gehen zu einem überdachten Amphitheater. Hier werden die Darbietungen der verschiedenen Bergvölker des Nordens aufgeführt. Insgesamt präsentieren fünf Bergstämme ihre Volkstänze: die Lahu, Akha und Lisu von der tibeto-burmesischen Sprachfamilie sowie Hmong (= Mon) und Mien von der sino-tibetischen Sprachfamilie. Und so sehen wir u.a. traditionelle Neujahrtänze, den Kinggalatanz (Kinggala ist der König der Vögel), den Feuerschwerttanz, den Tanz zur Beschwörung der Ahnengeister und den Reistanz. Diese Volkstänze unterscheiden sich in ihrem Stil, Tempo und Gesamteindruck sehr stark von den vorher gesehenen frohen Thai-Tänzen. Während bei der Aufführung der Thai-Tänze beim Kantoke-Essen die Darsteller lächelten und Freude ausstrahlten, sind die Gesichter der Tänzer aus den Bergvölkern häufig sehr ernst, starr und manchmal glaube ich sogar traurig. Ich überlege, ob es an den rauhen, schwierigen Lebensbedingungen in den Bergdörfern liegt, oder daran, daß sie hier ihre Tänze in einer komerziellen Show aufführen müssen. Es bleibt mir ein Rätsel.
Um ca. 22 Uhr ist die insgesamt sehr interessante Tanzvorführung zu Ende. Beim Verlassen des Kulturzentrums gehen wir an Ständen und Auslagen vorbei, wo die Angehörigen der Bergvölker ihre handwerklichen Erzeugnisse zum Verkauf anbieten - u.a. Seide, Schmuck oder Kunsthandwerk. Mit dem Bus kehren wir 15 Minuten später ins Hotel zurück. Von hier aus gehen wir dann noch zu einem Internetladen, den wir vorher in der Hotelnähe gesehen haben. Den Tag beenden wir mit der Abfrage und Versand von E-Mails.

Sukothai - hinten die Ruinen von Wat Mahathat - Thailand

       Sukothai - die Ruinen von Wat Mahathat, ein stehender Buddha - Thailand         Lamphun - Wat Phra That Hariphunchai, der goldene Chedi - Thailand

13 TAG:

- Chiang Mai -

Den ganzen heutigen Tag verbringen wir in der Umgebung der Stadt Chiang Mai und in der Stadt selbst. Das Tagesprogramm ist aber voll und deshalb verlassen wir das Hotel schon um 7.30 Uhr. Zunächst fahren wir zum wohl bedeutendsten Tempel von Nord-Thailand, der gut 15 km nordwestlich der Stadt hoch oben am Hang des 1650 m hohen Doi Suthep Berges liegt. Vom Fuße des Berges fahren wir etwa 12 km auf einer sehr steilen und kurvenreicher Serpentinenstraße hoch. Die atemberaubende Fahrt dauert 45 Minuten. Dabei bewältigen wir einen Höhenunterschied von etwa 700 m. Das erste, was wir erblicken, nachdem wir am Parkplatz mit zahlreichen Souvenirständen ausgestiegen sind, ist eine monumentale Treppe mit rund 300 Stufen, die zum Wat Phra That Doi Suthep Tempel hinaufführt. Entlang der Treppe winden sich auf beiden Seiten zwei riesige steinerne Naga-Schlagen. Insbesondere sind die Köpfe der siebenköpfigen Schlangen am Treppenaufgang reichlich verziert und mannsgroß.
Nach oben führt auch eine kleine Bergbahn, aber wir wählen, wie die meisten Pilger und Besucher, den beschwerlicheren Weg zum Heiligtum über die Stufen. Am Ende der Treppe bewachen zwei Dämonen den Zugang zur Anlage. Durch einen äußeren Hof gehen wir zunächst zu einer weiteren, kleineren Treppe, die zum Innenbezirk der Klosteranlage hinaufführt. Den Innenhof dürfen wir nur barfuß betreten, unsere Schuhe bleiben unten stehen. Der Tempel wurde bereits im 14. Jh. gegründet, die meisten Bauwerke stammen aber aus dem 16. Jh. Sie gruppieren sich um den 32 m hohen, vergoldeten Chedi im burmesischen Stil. Er steht auf einer quadratischen Basis, von der an jeder Ecke ein Filigranschirm aus vergoldetem Kupfer aufragt. Mit unserem Reiseleiter umkreisen wir den schönen Chedi. Der Innenbezirk wird begrenzt durch einen rechteckigen, mit Malereien versehenen, offenen Wandelgang mit zahlreichen Buddha-Figuren. In jeder der vier Ecken des Innenhofes wird der Wandelgang von einem Vihara mit weiteren Buddha-Statuen unterbrochen. In einem der Viharas können die Touristen an einem kleinen buddhistischen Ritual teilnehmen. Sie werden einzeln, vor einem Mönch kniend, von ihm gesegnet und bekommen dann ein Schnurband von ihm.
Jetzt haben wir Zeit zur freien Verfügung. Wir bleiben noch eine Weile im Innenhof, bewundern hier die kunstvollen Details und Verzierungen an den Bauwerken sowie diversen Figuren, und gehen anschließend herunter auf die größere, äußere Terrasse. Hier finden wir unsere Schuhe wieder und spazieren dann durch die gesamte Anlage an weiteren interessanten Bauwerken vorbei. Im Südosten der Tempelanlage kommen wir zu einer großen Panoramaterrasse auf dem Berghang, von der sich ein phantastischer Ausblick auf Chiang Mai und die Ebene rundherum bieten soll. Leider ist der Himmel am heutigen Tag ziemlich stark bewölkt und auch der Nebel hängt tief über dem Boden. So daß wir von dem angeblich tollen Ausblick fast gar nichts mitbekommen. Schade. Und wegen der Wolken, die die Sonne verdecken, wirken heute auch der goldene Chedi und die anderen tollen Bauwerke nicht so spektakulär auf mich. Es fehlen halt die leuchtenden Farben und das Glänzen der vergoldeten Bauteile und Statuen in der Sonne.
Um 9.30 Uhr treffen wir uns alle wieder unten am Bus und setzen unser heutiges Besichtigungsprogramm fort. Wir fahren zur sog. Straße der Handwerkkünste südöstlich der Stadt, die von Chiang Mai nach San Kamphaeng führt. Entlang dieser Straße ziehen sich kilometerlang kunsthandwerkliche Betriebe von Teakholzschnitzern über Lack-, Schirm- und Fächermaler bis hin zu Silberschmieden oder Seiden- und Baumwollwebern. Beiderseits der Straße sehen wir überall große Schilder, die auf die "Factories" hinweisen und zum Besuch einladen. Auch wenn man nichts kaufen möchte, kann man hier die Handwerker bei ihren für uns ungewöhnlichen Tätigkeiten beobachten, z.B. beim Brennen von Keramiken, dem Schleifen von Edelsteinen, dem Weben von Seidenstoffen oder vielen anderen.
Auch wir halten bald an einem Betrieb an. Es ist eine Seidenfabrik. Zunächst erfahren wir einiges über die Herstellung von Seide. Wir sehen die Seidenraupen in verschiedenen Entwicklungsstadien, dann die Kokons und die Gewinnung der Seidenfäden daraus. Anschließend werden wir durch die Produktionsräume geführt, wo mit uralten Webstühlen Stoffe aus der Seide gewebt werden, dann gefärbt und handbemalt. Die Führung endet natürlich in Verkaufsräumen, wo vor allem die Frauen von freundlichen Verkäuferinnen angesprochen werden. Wir verbringen hier etwa 45 min.
Nach einer kurzen Busfahrt ist eine Schmuckfabrik unsere nächste Station. Hier werden verschiedene Erzeugnisse vor allem aus Jade und Silber hergestellt. Wir machen zunächst wieder einen Rundgang durch die Produktionsräume und beobachten, wie z.B. aus Jade kleine Buddha-Statuen geschliffen werden oder wie in präziser Handarbeit Ringe oder anderer Schmuck aus Silber geformt werden. Die Arbeitsmittel sind sehr einfach und primitiv. Wir bewundern, wie schön und fein die Schmuckstücke trotzdem sind. Aber die Arbeit hier ist sicherlich nicht leicht, denken wir, wenn wir in der Fabrik die Handwerker beim schlechten Licht tief über den Tischen geneigt, eine Lupe im Auge, beim Schleifen der Edelsteine oder Ausschmücken der Ringe sehen. Zum Schluß folgt der obligatorische Besuch der großen und modernen Verkaufsräume, wo der eine oder andere von uns so manche Bahts lässt, wo ichselber ein schönes stuck für meine Mama kaufe.
Nach dem Besuch der Schmuckfabrik fahren wir über die "Straße der Handwerkkünste" weit nach Süden zu einem Restaurant, wo wir unsere Mittagspause machen. Das Restaurant ist in einem großen Park gelegen, inmitten einiger großen Teiche. Daneben sehen wir zu unserer Überraschung eine Windmühle, sowie Wohnsiedlungen mit modernen niedrigen Häusern im europäisch anmutenden Baustill. Um 13 Uhr ist unsere einstündige Pause zu Ende. Vom guten Essen gestärkt fahren wir jetzt zurück Richtung Chiang Mai zu weiteren Handwerksbetrieben an der "Handwerkstraße". 
Etwa 9 Kilometer vor Chiang Mai kommen wir zum berühmten Dorf der Schirmmacher, Bo Sang. Die Herstellung der Schirme und Fächer in allen Größen und Farben hat in diesem Dorf eine über 200jährige Tradition. Wir besuchen eine der größeren Manufakturen. Hier können wir uns zuerst in einem Innenhof die einzelnen Arbeitsschritte bei der Schirmherstellung anschauen. In den schattigen Ecken sitzen viele Frauen, die unterschiedlich große Bambusstäbe zurechtschneiden. Diese biegsamen Stäbe dienen später als Speichen des ganz aus Bambus bestehenden Gestells. Neben Seide und Baumwolle dient vor allem das Sa-Papier als traditionelles Bespannungsmaterial. Es wird aus der Rinde des Maulbeerbaums gewonnen. Wir erfahren, wie die zerkleinerte Rinde zu einer Papierpaste verkocht und zusammen mit Leim in mehreren dünnen Lagen von Hand aufgetragen und geglättet wird. Anschließend wird dieser Stoff auf die Gestelle bespannt und in der Sonne getrocknet. Zum Schluß werden die Schirme gefärbt und mit farbenfrohen, bunten Blumen, Vögeln, Schmetterlingen, Drachen oder ganzen Landschaften bemalt. Auch bei diesen Arbeiten sehen wir nur Frauen. Die so bemalten und in der Sonne trocknenden Schirme und Fächer sehen fantastisch aus. Im benachbarten großen Laden werden diese Fächer und Schirme, neben verschiedenen anderen Souvenirs, zum Verkauf angeboten. Es gibt sie hier in Hunderten von Motiven und in verschiedensten Größen, von einem Eisbecherschirmchen bis zum einen Marktschirm. Auch ich kann der Schönheit dieser Kunstwerke nicht widerstehen und kaufe mir für einen symbolischen Preis von umgerechnet einem Euro einen ca. 20 cm großen Minischirm. 
Im Dorf Bo Sang verbringen wir ca. 45 Minuten. Einige Kilometer weiter nördlich besuchen wir den nächsten Handwerksbetrieb. Diesmal lernen wir die aus China stammende Kunst der Lackarbeiten kennen. Die Produktion ist sehr aufwendig. Wir können an verschiedenen Arbeitsplätzen den Arbeitern bei der Herstellung von verschiedenen Dosen, Vasen, Tellern oder Figuren zuschauen. Die Grundform aus Holz oder geflochtenem Bambus wird in mehreren Schichten mit Lack überzogen. Bevor die nächste Schicht überzogen wird, muß die letzte Schicht ausgetrocknet sein. Der Lack selbst wird aus dem Saft des Schwarzen Lackbaums, Kalk und Asche hergestellt. Die letzte Schicht wird dann kunstvoll und präzise mit dünnen Pinseln bemalt. Ich sehe den Frauen zu, die dies mit großem Geschick tun. Oder man versieht die Lackarbeiten mit goldenen Ornamenten, die durch das Auftragen einer dünnen Goldschicht entstehen. Interessant finde ich auch die Lackwaren, die mit fein zerkleinerten Eierschalen auf dem Lack beklebt werden. Natürlich auch hier gibt es weitläufige Verkaufsräume voll wunderschöner Ware. Aber man kann nicht überall etwas kaufen.
Als letzten Betrieb auf unserer heutigen "Handwerks-Tour" besuchen wir eine der großen Holzschnitzereien etwa 3 km vor Chiang Mai. Wir wandern durch große Verkaufshallen und bewundern verschiedene Möbelstücke (Stühle, Schränke, Tische u.a.), geschnitzte Elefanten in allen Größen, Buddhas, diverse Figuren und Dekorationen. Überall hier wird auch an neuen Schnitzereien handwerklich gearbeitet. Besonders fallen mir ins Auge große, manchmal mehrere Meter breite, dreidimensionale Reliefs mit der Darstellung von ornamentalen und floralen Motiven oder Szenen aus dem Leben Buddhas bzw. großer Helden. Es sind wahre Kunstwerke mit unglaublichem Detailreichtum und feinsten Verzierungen. Bei allen diesen Holzschnitzereien wird vor allem Teakholz, Rosenholz und Rattan verarbeitet. Die plastische Holzschnitzerei hat in Nordthailand eine große Tradition, was wir auch heute nachmittag an den kunstvoll geschnitzten Giebeln und Türen vieler Tempel feststellen werden. 
Wir verbringen hier auch wieder ca. 45 Minuten und danach kehren wir zurück ins Hotel, wo wir kurz nach 16 Uhr ankommen. Während andere ins Hotel gehen wollen wir jetzt noch die Zeit nutzen und das historische Zentrum von Chiang Mai besuchen. Wir nehmen also gleich einen der vor dem Hotel wartenden Tuk-Tuks und lassen uns dorthin fahren. Die quadratisch angelegte Altstadt mit einer Seitenlänge von knapp 2 km wird von den historischen Wassergräben und teilweise rekonstruierten Resten der Befestigungsanlagen umgeben, die wir vom Tuk-Tuk aus sehen. Wir lassen uns zum Tempel Wat Phra Singh bringen, den wir nach ca. 10 Min erreichen. Die aus dem 14. Jh. stammende Anlage liegt im Westen der Altstadt und gilt als der Chiang Mais größter und bedeutendster Tempel. Hier sehen wir wieder auf dem Mondhop des Tempels wunderschöne Holzschnitzereien. Auch die Vihara und der Bot des Tempels sind mit teilweise vergoldeten Schnitzereien dekoriert. Leider ist der alte, in Holz geschnitzte Teil des Gebäudes und auch das hölzerne Bibliothekgebäude gerade von Gerüsten umstellt. Eine der kleineren Kapellen beherbergt eine hochverehrte Buddhafigur, die im 14. Jh. aus Ceylon hierher gebracht wurde. Neben der Kapelle erhebt sich der weiße Chedi, der die Asche eines früheren Königs von Chiang Mai enthält. Aus der ihn umgebenden Mauer ragen mehrere steinerne Elefantenköpfe heraus.
Wir spazieren ziemlich lange zwischen den einzelnen Bauwerken der Tempelanlage und bewundern überall den Detailreichtum der Dekorationen. Auch das Wetter ist jetzt viel besser geworden. Nur einzelne kleine Wolken sind auf dem sonst blauen Himmel zu sehen. Nach der Besichtigung gehen wir über die vor dem Haupteingang des Tempels beginnende Hauptstraße Rachandamneon Road nach Osten. In dem alten Zentrum gehen wir an einigen Holzhäusern vorbei, die manchmal interessante geschnitzte Teakholzfassaden besitzen. Unterwegs passieren wir und besuchen auch kurz einige ältere und neuere Tempeln, z.B. den Wat Tung Yu mit schönen Treppengeländern in Schlangenform an den Eingängen zu verschiedenen Tempelgebäuden oder den Wat Chai Phra Kait. Dieser kleine Tempel ist jüngeren Datums, gefällt mir trotzdem sehr gut. Er wirkt sehr aufgeräumt und hat etwas märchenhaftes in sich. Einige Mönche reinigen gerade den Vorplatz. Das Hauptgebäude besitzt auch eine sehr dekorative, vergoldete Frontfassade. Dahinten befindet sich ein golden schimmernder Chedi und ein weiteres Tempelgebäude, umgeben von einem farbenfrohen Garten mit Palmen und Blumen. Soviel Grün ist eher selten in der engen Altstadt. Dadurch auch herrscht hier eine ruhige, entspannte Atmosphäre.
Etwas weiter biegen wir nach rechts in die Phra Pokklao Road ab. Zunächst sehen wir rechterhand ein altes Klostergebäude des Wat Phan Toa, das vollständig aus Teakholz errichtet ist. Vor dem Gebäude spielen einige Grundschulkinder und Novizen Fußball, andere warten auf der Ladefläche eines Pick-Ups bis sie wohl abgeholt werden. Als wir auf dem Platz auftauchen, wecken wir ein allgemeines Interesse bei den Kindern. Unser Ziel ist aber der nächste Tempel an dieser Straße, einige Dutzend Meter weiter. Der legendenumwobene Wat Chedi Luang, den wir jetzt besuchen, beherbergte von 1482 bis 1547 den berühmten Smaragd-Buddha, den wir vor einigen Tagen im Wat Phra Kaeo in Bangkok gesehen haben. Hauptattraktion sind hier die 60 m hohen restaurierten Überreste eines Chedi aus dem Jahr 1481, die zu Thailands gewaltigsten Bauwerken zählen. Ursprünglich war das Bauwerk sogar 90 m hoch und war mit vergoldeten Kupferplatten bedeckt. Aber bereits 1545 wurde es von einem Erdbeben zerstört. Die wuchtige, restaurierte Ruine vermittelt aber gut, wie gewaltig der Chedi wirklich war. Leider hat man bei den Restaurierungsarbeiten sehr viel Zement benutzt. Dadurch wirken die Elefantenstatuen auf der mittleren Plattform des Unterbaus und die von Naga-Schlangen begrenzten Treppenaufgänge nur wenig originaltreu und ziemlich künstlich bei dem sonst aus Ziegelsteinen errichteten Bauwerk. In vier Nischen oberhalb der Treppenaufgänge blicken vier vergoldete Buddhas in alle Himmelsrichtungen über die Stadt. 
Die Sonne steht schon ziemlich tief über dem Horizont. An dem Chedi des Wat Chedi Luang können wir den Sonnenuntergang beobachten. Es wird langsam dunkel und wir müssen uns beeilen, dann auf unserem Weg zurück ins Hotel liegen noch einige interessante Tempeln. Über das Osttor (Tha Phae Gate) in der gewaltigen, alten Befestigungsmauer verlassen wir die Altstadt und gehen weiter geradeaus über die Thapae Road. Rechterhand passieren wir den Wat Sum Pow, dann kommen wir zum sehr schönen Kloster Wat Mahawan. Die Tempelgebäude liegen ziemlich dicht gedrängt hinter einer hohen Mauer an einer Kreuzung lauter Geschäftsstraßen. Sehr sehenswert ist der wunderbar geschnitzte und mit Gold verzierte Haupteingang sowie vor allem auch die Tür zum Vihara, mit Szenen aus dem Leben Buddhas. Mit seinem gewaltigen Detailreichtum ist es ein Meisterwerk der Schnitzereikunst. Zwei grimmige Löwen, auf Dämonen gestützt, bewachen den Eingang zu diesem relativ kleinen Gebäude. Hinter den Gebäuden sehen wir einen weißen Chedi im burmesischen Baustil.
Unweit dieses Tempels gelangen wir über die Thapae Road zu einer großen Tempelanlage des Wat Bupharam. Umgeben von grünen Hecken, Bäumen und Blumen stehen hier einige Gebäude, die auf den ersten Blick nicht so recht zueinander passen scheinen. Der kleine Bot aus dem 17. Jh. entspricht z.B. dem typischen für die Gegend Lan Na-Stil mit dunklen Holzschnitzereien und weit heruntergezogenem Dach. Ein Blickfang ist jedoch die erst 1992 fertiggestellte schmale aber hohe, zweistöckige Halle Bo Montien Dham. Sie besitzt reich dekorierte Treppenaufgänge, Balustraden, Säulen sowie Fenster- und Türenumrahmungen. Sehr untypisch ist das mehrfach gestaffelte, kreuzförmige Dach, das von einem dekorativen Tempelturm in der Mitte gekrönt wird. Einen solchen Tempelturm habe ich noch nie gesehen. Das ganze Gebäude erinnert mich eher an einen kleinen Palast. Vor dem Haupteingang dieser Halle steht unter dem Baldachin eine goldene Buddha-Statue. Viele andere größere und kleinere Figuren, bunt bemalte und reichlich geschmückte Naga-Schlangen und Dämonen entdecken wir hier noch bei unserem Rundgang. Wir gehen noch weiter nach hinten zu dem weiß getünchten Chedi im burmesischen Baustil mit vielen Mosaikverzierungen. Auch er ist von burmesischen Löwen und Buddha-Statuen umgeben. Insgesamt ist es eine sehr sehenswerte Tempelanlage.
Jetzt müssen wir uns beeilen, denn gegen 19.30 Uhr ist das Abendessen im Hotel geplant, und wir haben noch einige Kilometer Weg vor uns bis dahin. Wir folgen weiter der lauten Geschäftsstraße Thapae Road nach Osten, bis wir zu der Kreuzung mit der Changklan Road kommen und nach Süden abbiegen. Von hier sind es noch ca. 2 km zum Hotel The Empress. Wir gehen jetzt durch den Nachtmarkt, wo schon viele Stände aufgebaut sind und ein reges Treiben herrscht. Jetzt haben wir aber keine Zeit, uns die interessanten Auslagen anzuschauen. Kurz nach 19 Uhr sind wir zurück im Hotel. Nach dem Abendessen gehen wir nochmals zum Nachtmarkt auf der Changklan Road. Inzwischen ist hier wirklich was los. Wir schlendern zwischen den Ständen und durch die Geschäfte im dreistöckigen Gebäude des Night Bazaar, gucken uns die vielfältigen angebotenen Waren an. Es gibt wohl nichts, was man hier nicht finden kann: Textilien, Kleidung, Lederwaren, Silberarbeiten, Edelsteine und anderer Schmuck, Lackarbeiten, Holzschnitzereien und sonstiges Kunsthandwerk, Souvenirs, Musikkassetten, CD's. Auch ich kaufe mir hier einen hübsch geschnitzten Elefanten aus Teakholz  sowie einen winzigen Messing-Elefanten (den gestern schon)  . Überall wird gefeilscht, die Ware gepriesen, anprobiert, etc. Laute Thai-Musik läuft aus den Radios und Kassettenrekordern. Wir merken gar nicht, wann die Zeit vergeht. Gegen 22.30 Uhr kehren wir zurück ins Hotel und gehen gleich müde schlafen.

Chiang Mai - Kloster Wat Phra Doi Suthep, der goldene Chedi und ein goldener Schirm - Thailand

Chiang Mai - Tempel Wat Chedi Luang, die Ruine des großen Chedis (60 m) - Thailand

14 TAG:

- Chiang Mai - Fang - Thatorn - Chiang Rai -

Auch heute müssen wir sehr früh aus dem Bett. Bereits um 7 Uhr ist die Abfahrt vom Hotel geplant. Wir fahren an den Stadtmauern der Altstadt und dem Westtor vorbei, dann verlassen wir Chiang Mai und nehmen Kurs nach Norden. Das Wetter ist auch heute nicht optimal. Der Himmel ist ziemlich stark und gleichmäßig bewölkt, die Sonne kommt kaum zum Vorschein, und es ist relativ kühl für hiesige Verhältnisse. Unweit der Stadt Chiang Mai, im Mae-Sa-Tal bei Mae Rim, machen wir schon nach 30 Minuten Fahrt unseren ersten Stop. Wir besichtigen hier eine Orchideenfarm - Sai Nam Phung Orchid Farm. Wir spazieren durch lange und breite Gewächshäuser, in denen verschiedenste Orchideenarten blühen. Die Vielfalt der Farben und Formen an einem Ort ist überwältigend. Diese Orchideen werden hier zum Verkauf gezüchtet. Aber auch in den Gärten im Freien gedeihen als Einzelexemplare viele bunte Orchideenarten sowie andere Blumen und Pflanzen. Im milden Klima rund um Chiang Mai wachsen auch empfindliche Arten dieser einmaligen Blütenpflanze sehr gut. Deshalb befinden sich in der Umgebung viele solche Orchideenzüchtereien. In der Nähe befindet sich auch eine Schmetterlingsfarm, die wir aber nicht besuchen.
Bereits um 8.15 Uhr fahren wir weiter nach Norden, denn wir haben heute noch viel im Programm. Es geht durch eine malerische, grüne Landschaft mit Bergen am Horizont. Sie erreichen hier die Höhe von über 2000 m. Etwa 60 km nördlich von Chiang Mai, im reizvollen Berg- und Dschungelgebiet des Doi Chiang Dao, besuchen wir einen Elefantencamp (Chiang Dao Elephant Training Center). Er befindet sich in einer wunderschönen, idyllischen Lage am Mae Ping Fluß, unweit der Ta Yaak Village der Fernstraße nach Fang und Chiang Rai. Über eine schwankende Hängebrücke über dem Fluß gelangen wir auf das Gelände des Camps. Er ist der älteste der vielen Elefantencamps in der Gegend, und wegen der größeren Entfernung von den Städten nicht so zahlreich von den Touristen besucht. Von unserem Reiseleiter hören wir, daß es in Thailand noch ca. 1500 wilde Elefanten gibt und ca. 4000 in der Gefangenschaft als Arbeitselefanten.
Im Chiang Dao Camp leben ca. 40 Dickhäuter, einige erblicken wir auch gleich in einer Lichtung bei der Futterung. Zuerst gehen wir zu einem Hochstand, ich nenne ihn einen "Terminal", an dem schon die Elefanten zu einem Ausritt in den Dschungel bereit stehen. Sie tragen umgeschnallte Holzbänke, auf denen wir zu zweit Platz nehmen. Dabei steigt man von dem Hochstand direkt auf den Rücken des drunter stehenden Tieres. Auf dem Nacken sitzt jeweils ein Mahout, der den Elefanten lenkt. Unsere Kavalkade setzt sich in Bewegung. Die Dickhäuter treten ganz behutsam und gemächlich auf dem schmalen Pfad durch den dichten Urwald. Von hier oben läßt sich die Landschaft und Natur sehr gut betrachten. Die üppige Dschungelvegetation hat viel zu bieten - dort sehen wir verwickelte Lianen, da erblicken wir viele kleine, wilde Orchideen. Wir beobachten auch die Elefanten selbst. Auf dem Kopf und Nacken haben sie kurze, stachelige Haare, die lustig aussehen. Nach etwa einer halben Stunde Marsch durch das Dickicht schreiten die Elefanten vorsichtig den steilen Hang herunter zum Ping Fluß. Mitten durch das Flußbett geht es dann zurück zum Camp. Dabei passen die Dickhäuter, daß ihre Schwänze nicht ins Wasser gelangen - sie halten sie einfach komisch gekrümmt nach oben. Die Rüssel tauchen dafür ab und zu ins Wasser, und ich warte jedes Mal zusammengezuckt auf eine kalte Dusche. Aber sie bleibt zum Glück aus. Nach ca. einer Stunde ist der sehr erlebnisreiche und interessante Dschungelausritt zu Ende. Schade nur, daß sich die Sonne weiterhin versteckt hält. Jetzt beeilen wir uns zurück zu der Lichtung am Fluß, denn um 10 Uhr nehmen hier die Tiere ein ausgiebiges Bad.
Es ist schön zuzuschauen, wie die Dickhäuter mit ihren Mahouts vertraut im Wasser plantschen und sich von ihnen aus Eimern Wasser über den Kopf schütten lassen. Manche Elefanten legen sich einfach zur Seite ins Wasser hin und genießen sichtlich zufrieden diese Erfrischung und das zärtliche Scheuern der Haut durch die Mahouts. Anschließend beeilen wir uns zu einer kleinen Zuschauertribüne, weiter hinten im Wald gelegen. Von hier aus können wir einer Vorführung beiwohnen. Es wird gezeigt, wie die gewichtigen Kolosse ihre Geschicklichkeit und Intelligenz bei der Arbeit im Forstbetrieb unter Beweis stellen. Sie schleppen Baumstämme aus dem Wald, heben sie und stapeln geschickt aufeinander. Wirklich eine beeindruckende und sehenswerte Demonstration. In Wirklichkeit werden die Elefanten aber nicht mehr zur Waldarbeit eingesetzt, seitdem die Rodung der Teakholzwäldern 1987 verboten wurde.
Die Zeit im Elefantencamp vergeht wie im Nu, aber wir müssen weiter. Um ca. 11 Uhr fahren wir also los. Die Straße führt uns auf zahlreichen Serpentinen durch den Regenwald weiter Richtung Norden. Vom Bus aus sehen wir auf den Baumstämmen sehr viele wilde Orchideen, die gerade blühen - jetzt ist gerade die Hochsaison für sie. Wir fahren in der Nähe des höchsten Berges der Umgebung und dritthöchsten Thailands, des 2157 m hohen Doi Chiang Dao. Hier herrscht das beste Klima für den Anbau der aus China stammenden Litschi-Bäume - sagt uns Chinna.  In dieser Region gibt es deshalb sehr viele große Litschi-Plantagen. Nach einigen Kilometern biegen wir von der Fernstraße Nr. 107 nach links ab und fahren durch kleinere Dörfer und den Dschungel zu Chiang Dao Höhlen. Es ist ein ca. 10 km langes, sehr weit verzweigtes Höhlensystem im Doi Chiang Dao Berg. Ein kleiner Teil der Tropfsteinhöhlen ist elektrisch beleuchtet und kann besichtigt werden. Hier befindet sich ein Höhlentempel, der Wat Tham Chiang Dao. Vor dem schön gestalteten Eingang zum Höhlentempel befindet sich am felsigen Berghang ein Teich mit riesigen Goldfischen. Auf mehreren Ständen werden Souvenirs, Heilkräuter sowie Pflanzen und wilde Orchideen angeboten. Um 11.40 Uhr beginnen wir unsere Erkundung des vorderen, beleuchteten Teils der Höhle. Neben Stalaktiten und Stalagmiten sind während des halbstündigen Rundgangs vor allem auch zahlreiche Buddha-Statuen in verschiedenen Größen zu sehen. Sie stehen einzeln in kleinen Felsnischen oder mehrere zusammen auf speziellen Altären, die in größeren Höhlräumen aufgebaut sind. Insgesamt eine sehr interessante Besichtigung.
Danach setzen wir unsere Fahrt nach Norden fort. Nach ca. 40 Minuten erreichen wir ein schön inmitten der Berge gelegenes Hotel Chiang Dao Hill Resort (80 km nördlich von Chiang Mai), in dessen Restaurant wir unsere Mittagpause machen. Das Hotel ist von einer schönen, weitläufigen Parkanlage mit einem See umgeben. Wir essen in einem offenen Restaurant draußen. Danach schlendern wir noch etwas durch den Park und um den See herum. Von der anderen Seeseite hat man einen guten Blick auf die schroffen Berge im Hintergrund. Inzwischen kommt auch die Sonne heraus, obwohl der Himmel verschleiert und ziemlich milchig weiß bleibt.
Kurz vor 14 Uhr brechen wir zur Weiterreise auf. Die landschaftlich sehr schöne Strecke führt, wie auch schon vor der Mittagspause, zwischen felsigen, spitzen und manchmal skurril geformten Bergen, die stellenweise vereinzelt aus dem scheinbar ebenen Grund herausragen. Während der Fahrt erzählt uns der Reiseleiter über die Bergvölker, die diese Region besiedeln und über die komplizierte Drogenproblematik. Der Mohn für Opium wird in Thailand noch in 2 Provinzen angebaut, eine davon ist Chiang Rai, die wir heute erreichen. Hier leben die Bergvölker. Es sind keine Thais, sondern Einwanderer aus Birma und teilweise sogar aus China. Sie werden in Thailand geduldet, dürfen hier aber kein Land kaufen sondern nur besiedeln. Früher waren sie Sammler und Jäger, heute leben sie nur von der Landwirtschaft. Diese Völker nutzten immer schon das Opium für eigene Zwecke, später haben die Drogenhändler viel Geld angeboten, um mehr Mohn anzubauen. Durch spezielle Programme hat man in den letzten Jahren den Opiumanbau stark zurückgedrängt. Stattdessen wird heute die Blumenzucht, der Tomatenanbau und anderes gefördert, wofür es auch Absatzmärkte geschaffen wurden. Gleichzeitig werden die Bergregionen regelmäßig von dem Militär beflogen, um die Opiumanbaugebiete aus der Luft zu entdecken und später zu vernichten.
Sehr stark ist der Opiumanbau aber noch in Birma und Laos vertreten, von wo es nach Thailand geschmuggelt wird. Laos, eines der 10 ärmsten Länder der Welt, hat auch ähnliche Projekte mit dem Tomatenanbau, wie in Thailand, versucht, aber erfolglos. Es gab dort nämlich keine Absatzmärkte für diese schnell verderblichen Produkte, keine Infrastruktur, keine gut ausgebauten Straßen, um die Tomaten zu den entfernten Märkten zu bringen. Es sind also wirtschaftliche Gründe, die in Laos die Drogenbekämpfung erschweren bzw. verhindern. In Birma kommen noch politische Probleme dazu - die Militärjunta, der Bürgerkrieg und die Menschenrechtsverletzungen lassen westliche Hilfe ausbleiben. Es gibt doch einige "private" Armeen, die um die Abspaltung der Bergregionen vom Rest des Landes kämpfen und sich durch den Drogenanbau finanzieren. Aber auch der ernsthafte Wille der birmanischen Regierung, dem Drogenanbau ein Ende zu machen, wird in Thailand angezweifelt. Ein noch größeres Problem stellt zur Zeit aber die Herstellung von synthetischen Drogen dar, die massenweise aus Birma und Laos nach Thailand geschmuggelt werden.
Während wir dem Vortrag zuhören, passieren wir Fang und erreichen eine breite und fruchtbare Hochtalebene. Hier sehen wir viele Reisfelder mit jungem, grünem Reis im Wasser, viele einzeln stehende Kokospalmen, Bananenstauden und große Plantagen. Es wird hier u.a. Zwiebel, Soja und Tabak angebaut. Auch Zitrusfrüchte gedeihen hier gut, z.B. die Tangor - eine Kreuzung aus Mandarine und Orange. Wir fahren über den Ort Thaton, fast an der Grenze zu Birma (Myanmar) am Kok-Fluß gelegen, den wir hier überqueren. Am Hang thront eine riesige weiße Buddha-Statue über dem Fluß und blickt auf die Berge in Myanmar hinüber. Jetzt führt die Straße nach Osten, Richtung Chiang Rai.
Kurz nach Thaton erreichen wir die Siedlungsgebiete der Bergvölker Akha und Lahu. Wir kommen an einigen Dörfern vorbei und halten dann an einem Akha-Dorf an, direkt an der Hauptstraße auf einem Berghang gelegen. Wir spazieren durch die kleine Siedlung bestehend aus wenigen einfachen Holzhütten, die auf niedrigen Pfählen aufgebaut sind. Wir sehen kaum Bewohner hier. Nur einige Kinder und Frauen in Trachten kommen uns entgegen. Sie sind ziemlich zurückhaltend und unsicher, wollen uns aber gegen Bezahlung für Fotos posieren. Eine andere Frau verkauft bunte, gestrickte Bändchen fürs Handgelenk für wenige Bahts. Kinder betteln um Bonbons. Insgesamt sehen wir, daß die Einwohner in viel ärmeren Verhältnissen leben, als die durchschnittlichen Thais.
Fast zeitgleich mit dem Erreichen dieses Akha-Dorfes versteckt sich die Sonne erneut hinter dicken Wolken. Es bleibt bewölkt, bis wir die Ebene vor Chiang Rai erreichen. Hier wird es dann wieder sonniger. In dem Dorf verbringen wir ca. 15 Minuten. Nach einer kurzen Fahrt halten wir einige Kilometer weiter an einem Lahu-Dorf. Hier ist alles schon viel mehr kommerzialisiert. Chinna meint zu uns, daß die Lahus bessere Geschäftsleute als die Akha sind, und als einziges Bergvolk auch lesen können. Und tatsächlich, das ganze Dorf - größer und auch sauberer, als voriges - besteht fast nur aus Verkaufsständen (etwas überspitzt gesagt), wo verschiedene Lahu-Erzeugnisse und Souvenirs verkauft werden. Fast alle kleinen Kinder sind in bunte Trachten mit lustigen, dicken Bommelmützen angezogen. Sie laufen verspielt herum, bieten sich aber immer wieder geschickt zum Foto an, für die natürlich Geld verlangt wird. Einige ältere Frauen sitzen auf Hausschwellen und rauchen dicke Pfeifen. Ob sie wohl Opium drin haben? Auch sie sind den Fotos gegen Geld nicht abgeneigt. Bis zum Bus zurück werden wir von Dorfbewohnern begleitet, die uns etwas verkaufen wollen. Aber trotz alldem gewinnen wir einen Eindruck von dem Dorfleben, den Lebensverhältnissen und dem Baustil der Lahu-Holzhäuser.
Um 16.45 Uhr fahren wir weiter nach Chiang Rai. Zunächst geht es noch durch das Gebirge, später erreichen wir eine Ebene. Um ca. 18 Uhr kommen wir an unserem zentral gelegenen Hotel in Chiang Rai an. Wir beziehen die Zimmer, danach gehen wir im Hotelrestaurant gemeinsam Essen. Nach dem Abendessen machen wir noch individuell einen abendlichen Ausflug zum unweit gelegenen Nachtmarkt von Chiang Rai. Er ist viel kleiner als in Chiang Mai, aber beschaulicher und übersichtlicher. Er ist nicht so voll und so kommerzialisiert, wie der Markt gestern. Es ist ziemlich kalt, aber viele Frauen von den Bergstämmen sitzen auf dem Boden in ihren Trachten und dicken Mützen auf den Kopf. Vor ihnen ausgebreitet liegen Textilien, Schnitzereien und andere Souvenirs, die sie in den Bergdörfern selbst herstellen. Die Vertreter der Bergvölker sind beim Handeln sehr zurückhaltend, still, nicht aufdringlich beim Verkauf und preisen ihre Ware eigentlich gar nicht an. Es ist ein sehr interessanter Rundgang. Der Markt offenbart uns ein ganz anderes Gesicht, als der Nachtmarkt in Chiang Mai.

im Elephantencamp - Trainings Center Chiang Dao bei Chiang Mai, Elephanten beim morgentlichen Bad - Thailand

15 TAG:

- Chiang Rai - Bangkok -

Um 8:30 Uhr starten wir zur letzten Etappe unserer Rundreise. Wir verlassen Chiang Rai Richtung Norden und fahren zunächst über die gleiche Straße, wie gestern nachmittag. Der Weg führt entlang einer Bergkette im Westen durch eine flache bzw. leicht hügelige Gegend. Das Wetter ist ähnlich wie gestern - es ist ziemlich dunstig, der Himmel ist weiß und die Sonne kommt durch den Dunstschleier nur schwach durch, es gibt aber keine großen Wolken. Temperaturen liegen bei etwa 25 Grad. Hinten Mae Chan zweigt eine schmalere Straße nach Nordosten, die uns nach Chiang Saen bringt. Die Landschaft hier ist stark landwirtschaftlich geprägt. Unterwegs sehen wir wieder viele grüne Reisfelder, wo gerade junge Reisstecklinge in die wasserüberfluteten Felder eingepflanzt werden. Nach einiger Zeit erreichen wir die kleine aber sehr alte (seit ca. 10. Jh.) Stadt Chiang Saen, gelegen direkt am Ufer des Mekongs und fahren gleich weiter nach Westen über eine Straße, die parallel zum Fluß stromaufwärts bis zum berühmt-berüchtigten Goldenen Dreieck führt. An dieser Stelle begegnen sich die Grenzen von drei Ländern - Birma, Laos und Thailand - die jeweils durch einen Fluß getrennt sind. Der kleine Mae Sai River bildet hier die Grenze zwischen Birma und Thailand und mündet am Goldenen Dreieck in den viel breiteren Mekong Fluß ein, der Birma und weiter stromabwärts Thailand von Laos trennt. Diese Gegend gilt heute noch als eines der größten Opiumanbaugebiete der Welt, obwohl in Thailand in den letzten Jahren die Opiumproduktion um ca. 80% eingedämpft wurde - wie uns der Reiseleiter erklärt. Die Bezeichnung des Dreiecks als "Goldenes" bringt das große Reichtum zum Ausdruck, das die Region dem Opiumanbau und der Drogenherstellung verdankt. Heute versuchen die drei am Mekong angrenzenden Länder sowie China, das mit der Provinz Yunnan nicht weit von hier ebenfalls am Mekong liegt (wir sehen auch mehrere chinesische Boote auf dem Fluß), im Rahmen eines intensiv betriebenen Projektes das Gebiet zu einer Wirtschaftsregion zu entwickeln. Vor allem sollen Transportwege ausgebaut werden, die den Bauern ermöglichen sollten, schnell Absatzmärkte für ihre landwirtschaftliche Produkte zu erreichen. Am fehlen solcher Wege vor allem in dem sehr armen Laos scheitern immer noch die Bemühungen, dort die Opiumproduktion einzudämmen. Im Rahmen eines Projektes wurden die laotischen Bauern dazu animiert, Tomaten statt Mohn anzubauen, aber bis sie die entlegenen Märkte erreichen konnten, waren die Tomaten verfault. Gleichzeitig wird auch der Tourismus in dieser Region stark gefördert. Direkt am Mekong entstehen neue Hotel- und Ferienanlagen. Ein neues Hotel mit riesigem Casino wurde gerade in Birma unmittelbar am Goldenen Dreieck fertiggestellt. Da die Spielbank nur mit den Booten von der thailändischen Seite erreichbar ist (in Birma gibt es keine Ortschaften in der Nähe), ist sie ein Dorn im Auge der thailändischen Regierung. In Thailand sind nämlich alle Glückspiele verboten und in diesem Casino wird wohl auch die Geldwäsche im großen Still betrieben, ohne dass Thailand dagegen etwas unternehmen kann. Den kleinen Ort Sob Ruak, der sich direkt am Goldenen Dreieck befindet, erreichen wir gegen 9:30 Uhr. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind, werden wir sofort von kleinen Kindern in bunten Trachten empfangen, die laut aber sehr melodisch immer wieder etwas vor sich hin singen. Nach mehreren Wiederholungen des Satzes verstehe ich endlich auch, was sie singen: "Ein Foto, 2 Baht, OK?". Dabei wird der Betrag auch gegen 5 oder 10 Baht ausgetauscht, in Abhängigkeit davon, ob sie sich einzeln, zu zweit oder zu dritt zum Foto aufstellen. Die Kinder singen dabei diese Frage ununterbrochen so lange, bis man sie auch endlich fotografiert (und bezahlt) hat, und da sie es so süß und melodisch tun, kann kaum ein Tourist dem Angebot widerstehen. Gegen 9:50 Uhr besteigen wir ein Schnellboot und machen eine einstündige Bootsfahrt auf dem Mekong. Wir fahren von der Anlegestelle stromaufwärts und verlassen bald das Gebiet von Thailand (oberhalb der Mae Sai River Einmündung bildet Mekong die Grenze zwischen Birma und Laos). Das Wetter ist zwischenzeitlich besser geworden, die Sonne scheint, obwohl immer noch gedämpft und verschleiert, und die in der Ferne gelegenen Berge verschwinden in Dunst. Wir fahren zunächst entlang des birmesischen Ufers direkt an der neuen sehr großen Casino- und Hotelanlage, die in die sonst harmonische Landschaft am Fluß überhaupt nicht paßt und wie ein gewaltiger Fremdkörper wirkt. Neben dieser Anlage befindet sich am birmesischen Ufer noch ein kleines Dorf, in dem sich das Leben noch traditionell abspielt. Vom Boot aus sehen wir, wie die Dorffrauen ihre Wäsche im Fluß waschen oder von dort das Wasser holen. Unsere zwei Bootsfahrer manövrieren das Boot geschickt zwischen zahlreichen gefährlichen Sandbänken, die sich im Fluß ständig verlagern, und wir nähern uns jetzt dem laotischen Ufer. Beide Flußufer sind ziemlich dicht bewachsen, es gibt hier keine Straßen, keine größeren Ortschaften, nur kleine Dörfer, Dschungel und Berge. Insbesondere auf der laotischen Seite sieht man am Horizont hohe bewaldete Bergketten. Auch auf dieser Flußseite sehen wir am Ufer Wasserbüffel und Dorfbewohner, die ihren normalen Beschäftigungen nachgehen. Das Boot kehrt dann zurück und wir fahren noch ein Stück flußabwärts entlang der thailändisch-laotischen Grenze, bevor wir zurück zur Anlegestelle in Sob Ruak kommen. Nach der Bootsfahrt haben wir bis 12:00 Uhr Zeit, um den kleinen Ort am Goldenen Dreieck selbst zu erkunden. Über eine Treppe, geschützt von zwei mehrköpfigen Naga-Schlangen, an einem Tempel vorbei und dann über eine Straße erreichen wir die wohl größte Erhebung am Goldenen Dreieck. Hier befindet sich eine Aussichtsterrasse, von der man einen wunderschönen Ausblick auf die beiden Flüsse und die drei angrenzende Länder hat. Mehrere kleine Tore bzw. Schilder mit Aufschriften "Golden Triangle" laden zum obligatorischen Foto ein. Ähnlich wie unten im Ort, befinden sich auch hier mehrere Verkaufsstände mit Souvenirs und Postkarten. Oberhalb der Aussichtsterrasse befindet sich eine Ruine eines alten Tempels, die gerade restauriert (um nicht zu sagen neu gebaut) wird. Wir gehen über eine Straße noch auf den benachbarten Hügel, wo sich ein weiterer (neuerer und nicht besonders schöner) buddhistischer Tempel mit einer davor im Freien stehenden großen goldenen Buddhastatue befindet. Von hier hat man einen anderen interessanten Ausblick auf das Goldene Dreieck - und vor allem hier gibt es keine Touristen. Auf dem Weg runter sehen wir in den Bäumen zwei etwa 20 cm große Spinnen, sowie ich davon selber verschiedene zuhause habe, die in den Netzen auf ihre Beute warten. Pünktlich sind wir wieder unten am Bus, der auf uns neben dem kleinen Opium-Museum wartet, und fahren anschließend nur ca. 5 Minuten zu einem Restaurant am Mae Sai Fluß, wo wir - halb im Freien - sowohl das gute Mittagsessen als auch den Ausblick auf das Grenzgebiet (direkt vor uns der kleine Mae Sai Fluß, dahinter die schmale birmesische Landzunge, noch weiter der stolze breite Mekong und am Horizont die Bergketten von Laos) genießen. Nach der Mittagspause, um 13:00 Uhr brechen wir zur Rückreise auf. Wir fahren über den gleichen Weg zurück nach Chiang Rai, direkt zum Flughafen. Unterwegs halten wir aber noch bei einem Reisfeld an und gehen zwischen den überfluteten Feldern etwas tiefer in die Felder hinein. Eine Gruppe von Bauern bereitet hier gerade die frischen Reisstecklinge zum Einpflanzen. Wir beobachten eine Weile die arbeitenden Leute, der Reiseleiter erklärt die für uns fremdartigen Tätigkeiten. Gegen 14:30 Uhr sind wir am Flughafen; bis zum um 15:50 Uhr geplanten Abflug haben wir noch genügend Zeit, denn die Abfertigung und Einchecken geht sehr schnell. Der Boeing 737- 400 der Thai Airways startet um 16:00 Uhr und nach einem kurzen Flug landen wir planmäßig um 17:05 Uhr auf dem Bangkoker Flughafen. Jetzt ist die Zeit, uns von den anderen Rundreiseteilnehmern zu verabschieden, die gleich entweder weiter in den Süden oder aber schon zurück nach Hause fliegen. Anschließend werden wir in das uns schon bekannte Menam-Hotel gebracht, wo wir vor unserem Abflug noch eine Nacht verbringen müssen. Gegen 19:00 Uhr gehen wir nochmals in die Stadt, um noch die letzten Einkäufe zu machen: zuerst zu Fuß zur Skytrain Station in Taksin, dann mit der Skytrain bis Ratchadamri-Station in der Nähe des World Trade Center. Hier besuchen wir noch das riesengroße Einkaufszentrum, dann gehen wir zum Siam Square und zum großen Einkaufskomplex an der Skytrain-Station National Stadium. Wörtlich in der letzten Minute schaffen wir noch, ein paar exotische Früchte zu kaufen, bevor die Geschäfte schließen. Mit der Skytrain und dann wieder zu Fuß kommen wir gegen 22:30 Uhr zurück ins Hotel. Unterwegs von der Station in Taksin zum Hotel sehen wir auf der Straße erneut "unseren" Elephanten, wie er an den kleinen Straßenrestaurants und Garküchen von den Einheimischen mit Bananen gefuttert wird, die sein Mahout vorher an sie verkauft. Am Sonntag heißt es, schon wieder um 5:00 Uhr aufzustehen. Um 7:00 Uhr werden wir vom Hotel abgeholt. Die Abfertigung am Flughafen zieht sich ziemlich. Der Airbus A330-300 der LTU startet um 10:30 Uhr (geplant war 10:10 Uhr) und wir fliegen u.a. über Rangun (Myanmar), Bombay, Muskat... Nach 6 Stunden 20 Minuten Flugzeit und zurückgelassenen 4950 km landen wir um 13:50 Uhr beim Regen auf dem Flughafen von Abu Dhabi. Wie auch beim Hinflug müssen wir das Flugzeug mit unserem gesamten Gepäck verlassen. Nach der Betankung und Reinigung der Maschine geht es mit 20minütiger Verspätung um 15:30 Uhr Ortszeit weiter. In München landen wir um 18:45 Uhr Ortszeit (zweite Teilstrecke: 4580 km, Flug u.a. über Katar, Brunei, Saudi Arabien, Jordanien, Syrien, Libanon, Zypern, Türkei, Bulgarien, an Belgrad vorbei). Von hier haben wir den Anschlußflug nach Düsseldorf. Es stellt sich heraus, dass es die gleiche LTU-Maschine ist, mit der wir eben nach München gekommen sind. Also besteigen wir zum dritten Mal das Flugzeug und starten um 20:10 Uhr (planmäßig 19:55 Uhr) zur letzten Etappe unserer langen Flugreise, die mit der pünktlichen Landung in Düsseldorf um 21:05 Uhr endlich auch beendet ist. Von dort nehmen wir zurück unser Auto und fahren nach hause.

Goldenes Dreieck (Sob Ruak) - Blick auf die Einmündung von Mae Sai River in den Mekong, vorne Thailand, links Burma, rechts Laos - Thailand

Goldenes Dreieck (Sob Ruak) - buddh. Statuen vor einem Tempel auf einem Berg, dahinter Mekong und das Goldene Dreieck - Thailand

Auf einem Reisfeld zwischen Goldenem Dreieck und Chiang Rai, arbeitende Bauern - Thailand

REIZEN-D

SHOW-TOUR