SINGAPUR & MALAYSIA

KÜRZBERICHT

KOMPLETTBERICHT

-Little India-

Flug mit Silk Air von Yangon (Myanmar) und um 17.10 Uhr Landung auf dem Chiangi Airport in Singapur

Transfer zum New Park Hotel in Little India, Einchecken, Zimmerbezug, kurze Erholung

Abends Bummel in der Umgebung des Hotels und Abendessen

-Little India - Arab Street - Chinatown - koloniales Zentrum-

Rundgang durch den Stadtteil Little India, dort Besuch und Besichtigung u.a. von: - Hindu-Tempel Sri Vadapathira Kaliamman - chinesischer Leong San See Tempel - buddhistischer Tempel der 1000 Lichter (Sakaya Muni Buddha Gaya) - Hindu-Tempel Sri Veeramakaliamman - Abdul-Ghafoor Moschee

Erkundung der Gegend um die Arab Street und Besuch u.a. von: - kath. Kirche Our Lady of Lourdes - Jama-Ath Moschee - ehem. Sultanpalast Istana Kampong Glam (nur von Außen) - große Sultan Mosque

Fahrt mit MTR von Bugis nach Chinatown, dort Rundgang und Besuch u.a. von: - Raffles Place mit den Hochhäusern - chin. Wak Hai Cheng Bio Tempel - kleines Fuk Tak Chi Museum - Thian Hock Keng Temple - ältester taoistischer Tempel der Stadt - Al-Abrar Moschee - Siang Cho Keong Tempel - Sri Mariamman - ältester Hindu-Tempel in Singapur - Jamae Moschee und Melaka Moschee (nur von Außen) - Chin. Hokkien-Tempel Tan Si Chong Su

Rückkehr zum Raffles Place und Spaziergang entlang des Singapore River sowie durch das alte koloniale Zentrum, Besuch u.a. von:- Merlion Park mit der großen Merlion-Skulptur (Wahrzeichen von Singapur) - Cavenagh-Brücke und Uferpromenade am Boat Quay - Raffles Landungsort mit dem Raffles-Denkmal - Parlamentgebäude sowie Victoria Theatre & Concert Hall - Gebäude von Supreme Court (Gericht) und City Hall (Rathaus) - anglikanische St. Andrew's Kathedrale - Berühmtes Raffles Hotel - Einkaufszentren Raffles City und Suntec City

Rückkehr mit MTR ins Hotel

      -Mount Faber - Sentosa Island - koloniales Zentrum - Orchard Rd.-

Fahrt mit MTR bis Harbour Front und Gang zum World Trade Centre (WTC) mit der Station der Sailbahn - Cable Car

Fahrt mit dem Cable Car bis Mount Faber

Spaziergang bis zum Gipfel des Mount Faber mit der Aussichtsterrasse

Fahrt mit Cable Car (Sailbahn) über den WTC bis zur Ferieninsel Sentosa

Rundgang durch die Insel und Besuch einiger Attraktionen, u.a.: - Schmetterlings- und Insektenpark - Waldwanderung auf dem Dragon Trail bis zur Südküste der Insel - Spaziergang entlang der Strände Siloso Beach und Palawan Beach - Wasserspiele und Blumendekkorationen (Fountain Gardens) an der großen Skulptur The Merliono Orchideengarten

Rückfahrt mit der Seilbahn bis WTC und Fahrt mit MTR bis Clarke Quay

Spazieregang entlang des Singapore River, vorbei an dem Raffles Denkmal, Gerichtsgebäude und St. Andrew's Kathedrale bis zum Raffles Hotel

Fahrt mit MTR von City Hall bis Orchard

Bummel entlang der Hauptgeschäftsstraße Orchard Road mit ihren zahlreichen “Shopping Centers”

Absteher in die Emerald Hill Road mit restaurierten, zweigeschossigen Wohnhäusern der Peranakan-Bevölkerung mit sehr schönen Fassaden

Rückfahrt mit MTR von der Station Dhoby Ghaut bis Farrer Park und Rückkehr ins Hotel

-Johor Bahru (Malaysia) - Jurong-

Organisierter halbtägiger Ausflug nach Malaysia, in die benachbarte Provinzhauptstadt Johor Bahru: - Besuch eines Batik-Geschäftes, Vorführung der Batikherstellung, kurze volkloristische Vorführung, Einkaufsmöglichkeit - Auffahrt auf einen Hügel über der Stadt mit der großen, schneeweißen Abu Bakar Moschee von 1892 (Besichtigung nur von Außen) - Besuch des moslem. Friedhofs mit dem prunkvollen Mausoleum der Königsfamilie von Johor - Spaziergang entlang einer Straße im dörflichen Kampung, Besuch eines typischen moslem. Hauses an dieser Straße

Rückkehr ins Hotel, nachmittags Fahrt mit MTR zur Station Boon Lay (vorbei u.a. am Chinesischen Garten)

Besuch des weitläufigen Vogelparks Jurong Bird Park (unterbrochen durch einen bis zum Parkschluß andauernden tropischen Regenschauer und ein starkes Gewitter)

Rückfahrt mit MTR bis Farrer Park und Rückkehr ins New Park Hotel

-Bishan - koloniales Zentrum-

Fahrt mit MTR in den Stadtteil Bishan und Besichtigung der weitläufiger Anlage des Kong Meng San Phor Kark See Tempels (größter buddhistischer Tempel in Singapur)

Rückkehr ins Hotel, Packen, Auschecken

Fahrt mit MTR ins Stadtzentrum bis Clarke Quay, Bummel durch die Stadt und Besuch u.a. von - hinduistischer Tempel Sri Thandayuthapani - katholische God Shephard Kathedrale

Rückkehr ins Hotel, Fahrt mit MTR zum Chiangi Airport

Flug mit Singapore Airlines nach Frankfurt, Abflug um 0.45 Uhr Ortszeit, Landung um 6.15 Uhr

 

1 TAG:

- Little India -

Unsere erlebnis- und eindrucksreiche Myanmar-Rundreise geht zu Ende. Wir sind die letzte Woche von Februar 2005. Gegen 13 Uhr verlassen wir den kleinen Flughafen in Yangon mit einem Airbus A319 der Silk Air Richtung Singapur. Ich erinnere mich an die schönsten Erlebnisse der zurückliegenden Tage, deren es so viele gegeben hat. Gleichzeitig beobachte ich beim schönsten Wetter die Landschaft unter uns - die schöne Küstenlinie von Myanmar und Thailand. Dabei kehren meine Gedanken zu der nur einige Wochen zurückliegenden Tsunami-Katastrophe zurück. Aus dieser Höhe sehen die Strände an der Küste so idyllisch aus; kaum vorstellbar, welche Tragödie sich hier abgespielt hat. Später überqueren Malaysia mit ihren mit Dschungel bewachsenen Bergen. Es tauchen immer häufiger und immer mehr Wolken auf, die in Singapur schon den ganzen Himmel verschleiern. Der Landeanflug auf den Changi Airport von Singapur ist sehr spektakulär. Das Flugzeug macht einen Bogen über die Südküste von Singapur mit seinen vorgelagerten kleinen Inseln. Unzählige große und kleine Schiffe sind auf dem Meer wunderschön von oben zu sehen. Dabei sind wir schon im Landeanflug sehr tief über dem Wasser. Und vor unseren Augen taucht auch malerisch die Skyline von Singapur auf.

Nach knappen drei Flugstunden landen wir um 17.10 Uhr Ortszeit auf dem riesigen, modernen internationalen Flughafen von Singapur. Während der Rest unserer Reisegruppe in einigen Stunden weiter nach Frankfurt fliegt, habe ich noch 4 Tage Stopover in Singapur gebucht. Also verabschiede ich mich herzlich von meinen Mitreisenden und gehe zur Paßkontrolle. Danach tausche ich ein wenig Geld in einer Bank und suche in der Ankunftshalle den Schalter des Airport Bus Shuttle Services, mit dem man günstig, für 7,- S$, zum gebuchten Hotel gebracht werden kann. Ich habe Glück, denn ein Van ist gerade abfahrtbereit. Nach etwa 20-25 Minuten Fahrt erreiche ich gegen 18.30 Uhr das New Park Hotel im Stadtteil Little India, das ich bereits von zu Hause übers Internet gebucht habe. Reserviert habe ich das Hotel über die Seite www.singapur-tourismus.de mit einer sehr komfortablen und einfachen Bedienung. Auch der direkte Kontakt war sehr nett und zuvorkommend, und der Zimmerpreis vergleichsweise günstig. Insgesamt kann ich diese Seiten also gut empfehlen. Der Vorteil dieses großen, ca. 20geschossigen Hotels ist seine Lage nur wenige Schritte von der U-Bahn-Station Farrer Park an der Hauptstraße von Little India, Serangoon Road, was für mich bei der Auswahl mit ausschlaggebend war. Aber das Hotel macht beim Betreten auch sonst einen guten Eindruck auf mich. Nach dem Einchecken bekomme ich ein Zimmer in der 6. Etage. Ich packe dort zunächst die wichtigsten Sachen aus, dann mache ich mich frisch und etwa eine Stunde später, gegen 19.30 Uhr breche ich zu ersten Erkundungen der Gegend auf. Man hat hier wirklich den Eindruck, sich in Indien zu befinden. Die meisten Passanten tragen traditionelle indische Kleidung, insbesondere auch Frauen ihre Saris. Und auch die Gesichter sehen indisch aus, bei Männern nicht selten mit Schnauzer und Bart. Ich mache eine Runde durch die Straßen um das Hotel herum, dann spaziere ich etwas entlang der Serangoon Road. Es ist recht warm (ca. 33 Grad) und die Luft ist schwül, obwohl der Himmel ziemlich bewölkt ist. Gerade beginnt die Dämmerung und bald wird auch schon dunkel. Erst jetzt strömen viele Inder auf die Straßen, unterhalten sich und sitzen auf den Bürgersteigen oder in den Restaurants, die vor allem nordindische Küche anbieten. Auch ich bin schon ziemlich hungrig und suche einen typischen Tandoori-Restaurant auf, von denen es hier sehr viele gibt. Da ich heute schon ziemlich müde bin, und auch der leichte Klimawechsel - vor allem die viel höhere Luftfeuchtigkeit - bleibt nicht ohne Auswirkungen auf mich, gehe ich gegen 21 Uhr zurück ins Hotel und kurze Zeit später lege ich mich schlafen.

2 TAG:

- Little India - Arab Street - Chinatown - koloniales Zentrum -

Nach einem ausgiebigen Hotelfrühstück beginne ich gegen 8.30 Uhr meinen Bummel durch die Stadt. Der Himmel ist jetzt nur leicht bewölkt. Es ist aber sehr warm (die Temperaturen liegen bei ca. 33 Grad), und es herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, so daß der blaue Himmel trotzdem von einem leichten, weißen Schleier verdeckt wird. Bereits nach wenigen Schritten vom Hotel über die Kitchener Road erreiche ich die Serangoon Road - die Hauptverkehrsader des Stadtteils Little India, in dem ich wohne - und folge ihr nach Nordosten. Kurze Zeit später zweigt nach rechts die Petain Road ab. Im hinteren Teil dieser Straße gucke ich mir einige alte Wohnhäuser im chinesisch-barocken Baustil an, die sehr schön mit bunten Kacheln verkleidet und mit üppigen Dekorationen versehen sind.

Little India - Chinesischer Leong San See Tempel

Wieder zurück an der Serangoon Road, wo auch viele alte Häuser mit interessanten und farbenfrohen Fassaden stehen, folgt einige Dutzend Meter weiter ein Hindu-Tempel mit dem kaum auszusprechenden Namen Sri Vadapathira Kaliamman. Es ist zwar ein kleiner Tempel, zwischen alten Wohnhäusern erbaut, beeindruckt mich aber durch seine sehr bunte und schön dekorierte Fassade. Sie sieht etwas anders aus, als die meisten Hindu-Tempeln in Singapur mit ihren typischen Tortürmen (Gopuram). Aber auch seine Fassaden und Türme sind mit verschiedenen Götterfiguren reichlich geschmückt. Einer der Eingänge wird z.B. von einem mehrere Meter hohen, grünen Affengott flankiert. An der nächsten Kreuzung der Hauptstraße biege ich nach links in die Balestier Street ab, und dann an Race Course Rd. vorbei gehe ich in die nächste Linksstraße (Tessensohn Rd.). Auch hier stehen schöne alte, eingeschossige Reihenhäuser mit reichlich verzierten Balkonen und Fassaden. Im Erdgeschoss dieser Häuser befinden sich meistens kleine Läden die zum Teil aber geschlossen sind. Von hier gehe ich wieder zurück und biege dann in die Race Course Road. Rechterhand folgt gleich ein sehr kleiner chinesischer Tempel, Fu Xi Tang Temple, den ich kurz besuche. Auch entlang dieser Straße stehen noch viele alte chinesische Häuser mit - wie immer - sehr dekorativen Fassaden. Aber man sieht in dem Stadtviertel auch viele moderne, schmucklose Häuser und zahlreiche Baustellen. Dort und da werden die alten Häuschen gerade abgebrochen, oder wurden bereits dem Erdboden gleich gemacht. Mehrgeschossige Wohnhochhäuser sprießen dann an ihrer Stelle aus dem Boden und bedrängen die noch verbliebenen alten aber schönen, zum Teil bereits verlassenen Bauten. Etwas später folgt auf der rechten Straßenseite ein weiterer chinesischer Tempel - Leong San See, dessen Eingang sehr schön mit roten Lampions dekoriert ist. Auch sein bunt gekacheltes Dach ist mit prächtigen Figuren dekoriert. Im Inneren hängen weitere rote Lampions mit darunter hängenden Zetteln, die in chinesischer Schrift verschiedene Wünsche und Gebete der Gläubigen enthalten. Daneben befindet sich wahrscheinlich ein Kloster, denn einige Mönche sind gerade hier im Tempel. Zu meinem erstaunen entdecke ich im Inneren des Tempels einen weißen Kakadu-Papagei, der an ein speziell gebautes Metallgestell mit einer Kette angebunden ist. Aus anderen Räumen hört man das laute Singen der Kanarienvögel. Auf der anderen Straßenseite, gegenüber dem Leong San See Tempel befindet sich ein weiterer kleiner chinesischer Tempel, dessen Namen ich leider nirgendwo finden konnte. Er darf im Gegensatz zum gerade besuchten Tempel nur barfuß betreten werden. Seine Fassade, die an ein hohes chinesisches Tor mit ockerfarbenen Dächern erinnert, unterscheidet den Tempel stark von dem Leong San See Tempel. Direkt neben diesem namenlosen Tempel befindet sich der berühmte buddhistische Tempel der 1000 Lichter (Sakaya Muni Buddha Gaya). Ich bin etwas enttäuscht von dem von Außen relativ schmucklosen und sehr kleinem Gebäude, das von zwei ockerfarbenen Tigerfiguren flankiert wird (den Eingang zum chinesischen Tempel daneben bewachen zwei weiße chinesische Löwen). Vor dem Eingang muß ich jetzt meine Schuhe ausziehen. Fast den gesamten Innenraum füllt eine 15 m hohe Figur des sitzenden Buddhas aus, vor dem sich ein Altar befindet. Den Namen verdankt der relativ neue Tempel einer Lichterkette mit 1000 Glühbirnen um die Statue herum, die gegen Bezahlung eingeschaltet wird. Seitlich der Figur führt an der Wand ein schmaler Gang nach hinten. Hier befinden sich hinter der Statue einige Stufen, die nach unten zu einer kleinen Nische unter dem sitzenden Buddha führen. In dem engen Raum ist eine lange Statue des sterbenden Buddhas zu sehen. Sie darf man im Gegensatz zum sitzenden Buddha nicht fotografieren.

Little India - Buddhafigur im Tempel der 1000 Lichter (Sakaya Muni Buddha Gaya)

Nach dem Besuch des buddhistischen Tempels suche ich jetzt einen weiteren, großen hinduistischen Tempel - Sri Srinivasa Perunal, der sich die Straße weiter abwärts befinden soll und in vielen Reiseführern erwähnt wird - leider ohne Erfolg. Wie ich später feststelle, befindet sich an dieser Stelle eine große, nicht zugängliche Baustelle. Der Tempel wird wahrscheinlich gerade wieder renoviert. Ich folge jetzt also weiter der Race Course Road in südlicher Richtung und über die Birch Road komme ich an der schmucklosen Anguilla Moschee vorbei wieder zur Seragoon Road. Jetzt gehe ich entlang dieser Straße nach Süden. Auch hier stehen noch viele ein- bis zweigeschossige, alte Reihenhäuser mit bunten Fassaden, und meistens mit Arkaden, unter denen sich zahlreiche Geschäfte verbergen. Sie sehen etwas anders aus, als die vorher gesehenen chinesischen Häuser. Ich würde sie dem indischen Baustill zurechnen. Gerade hier, an der Serangoon Road, und auch in den Seitenstraßen haben sich viele typisch indische Restaurants angesiedelt, die vor allem das traditionelle nordindische Tandoori-Essen anbieten. Nach wenigen Minuten erreiche ich die nächste Sehenswürdigkeit von Little India - den hinduistischen Sri Veeramakaliamman Tempel. Er besitzt einen reichlich geschmückten und farbenprächtigen Gopuram (Torturm), der typisch für südindische Tempel ist. Auch diesen Tempel, wie alle Hindu-Tempel, darf man nur barfuß betreten. Vor dem Eingang stehen bereits viele Schuhe. Insgesamt ist hier sehr viel los. Ständig kommen neue Gläubige in den Tempel, andere gehen heraus. Auch ich betrete die Anlage und fühle mich sofort, wie in eine andere Welt versetzt. Nicht nur die Dekorationen des Raumes mit vielen farbigen Abbildungen und Darstellungen aus der hinduistischen Götterwelt, aber auch der Rauch in der Luft und die lauten Gebete der Gläubigen und Priester schaffen hier eine besondere Atmosphäre. Man fühlt sich in dem Tempel, wie Mitten in Indien - die Frauen tragen ihre bunten Saris, die Männer stolz ihre schwarzen Schnauzer - befinde ich mich hier doch in Klein-Indien. Am interessantesten finde ich jedoch die zahlreichen Brahmanen - Hindupriester, die die Opfer der Gläubigen zu den in getrennten Nischen befindlichen Altären bringen, die Leute anschließend segnen, und anderen Ritualen nachgehen. Manche von ihnen sitzen auch nur einfach af dem Boden und Lesen oder Beten. Am ungewöhnlichsten für mich - ich bin doch in Singapur, einem hochmodernen Wirtschafts- und Finanzzentrum - ist das Aussehen der Brahmanen. Sie tragen weiße Gewänder, wobei die Oberkörper nackt sind und ebenso wie auch die Gesichter mit weißer Farbe in Streifen teilweise bemalt. Die Stimmung in dem Tempel, das ständige Kommen und Gehen der Gläubigen, die Tätigkeiten der Hindupriester faszinieren mich, so daß ich hier ziemlich viel Zeit verbringe. Aber ich will heute noch sehr viel mehr besichtigen. Gegen 10.30 Uhr mache ich mich also auf den weiteren Weg. Auch auf den Straßen sieht man in Little India fast nur charakteristisch gekleidete Inder. Ich gehe noch ein Stück Serangoon Road entlang, dann biege ich nach links in die Dunlop Street mit schönen alten Häusern ab und verlasse langsam Little India. Etwas weiter kommt auf der rechten Seite das Gelände der sehr sehenswerten Abdul-Ghafoor Moschee von 1910. Die gelblich-grüne Fassade zeigt faszinierende Mischung aus arabischer und viktorianischer Architektur. Der Platz vor der Moschee und die Moschee selbst kann nur barfuß betreten werden. Ich werfe einen kurzen Blick in den leeren, großen Gebetsraum. Um die Moschee herum befinden sich mehrere Gebäude mit Räumen, in denen u.a. die Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Beim Besuch einer Toilette sehe ich auch die Waschräume mit speziellen gekachelten Sitzbänken, wo die Gläubigen die rituellen Waschungen vornehmen.

Little India - Ein Priester im Hindu- Tempel Sri Veeramakaliamman

Weiter in südöstliche Richtung gehend überquere ich den Rochor Kanal und erreiche die Arab Street, die ins islamische Viertel führt. Unterwegs mache ich einen Abstecher in die Queen Street und besuche die schneeweiße katholische Kirche, die der Muttergottes von Lourdes geweiht ist (Our Lady of Lourdes). Auch das Innere der Kirche ist in weiß-hellblau gehalten. Zurück an der Arab Street gehe ich an einem Market vorbei, wo u.a. chinesische und moslemische Händler ihre Ware anbieten. Auf den Ständen unter den Arkaden fällt mir die Riesenauswahl an verschiedenen getrockneten Fischarten auf, bis hin zu kleinsten Lebewesen. Auf der nächsten Kreuzung mit der verkehrsreichen Victoria Street biege ich nach links ab. Nach einigen Hundert Metern komme ich zur hübschen Malabar Muslim Jama-Ath Moschee, die an der Kreuzung mit Jalan Sultan steht. Diese ganz im blau gehaltene Moschee wirkt mit ihrem Minarett und der zwiebelartigen, goldfarbenen Kuppel, wie ein kleines Märchenschloss. Seitlich umgeben ist sie von Palmen und üppigen Bäumen des dahinterliegenden malaiischen Friedhofs. Ich gehe jetzt zurück und tauche in eine der schmalen Gassen ein, die von der Victoria Street nach Südosten abgehen. Auch hier stehen noch viele alte, niedrige Häuser mit kunstvoll geschmückten Fassaden und großen bunten Fensterläden. Beim Überqueren der North Bridge Road, einer belebten Einkaufsstraße, sehe ich in einiger Entfernung die goldfarbene Kuppel der Sultan Moschee. Bevor ich aber zu dieser größten und wichtigsten Moschee Singapurs gehe, wandere ich noch etwas durch die engen, dicht bebauten Basargassen des Stadtviertels und komme zum Istana Kampong Glam am Ende der Sultan Gate. Es ist der ehemalige Sultanpalast des malaiischen Sultans von Johore. Er wurde 1867 als einfacher Palast angelegt. Heute befindet sich in dem gerade frisch renovierten, und deshalb wie neu wirkendem Gebäude ein Ausstellungs- und Kulturzentrum. Über die Baghdad Street und Bussorah Street gehe ich dann Richtung der großen Moschee. Hier befand sich früher das Zentrum des alten malaiischen Kampong Glam. Heute ist die Bussorah St. eine von schönen Palmen flankierte Fußgängerzone. In den hübsch restaurierten Häusern auf beiden Seiten befinden sich zahlreiche Restaurants, Boutiquen und Souvenirläden. Die Perspektive der Straße bietet einen schönen Blick auf die Sultan Moschee mit ihrer großen, goldenfarbenen Kuppel. Zwischenzeitlich sind immer mehr Wolken aufgezogen, aber ich habe etwas Glück, denn gerade jetzt kommen zwischen den Wolken einige Sonnenstrahlen durch und tauchen die Moschee in ein schönes Licht ein. Man kann die Moschee betreten, barfuß natürlich, aber vorher sollte man sich noch in ein Gästebuch eintragen. Ich mache auch einen kurzen Spaziergang durch den Innenraum der 1928 erbauten Moschee. Die Nicht-Moslems dürfen jedoch den von einem Gitter umgebenen großen Gebetsaal nicht betreten. Man kann ihn nur von Außen betrachten. Beim Verlassen der Moschee muß man in dem Gästebuch noch die Aufenthaltzeit eintragen - 18 Minuten bei mir. Anschließend mache ich eine kurze Pause auf einer Bank in der Fußgängerzone vor dem schönen Bauwerk. Dann bummele ich noch durch die Straßen um die Moschee herum und mache noch ein paar Bilder. Die Wolken haben aber wieder die Sonne verdeckt. Jetzt folge ich der Victoria Street nach Süden, bis zur nächsten MRT-Station, Bugis. Es ist die erste U-Bahn Station in Singapur, die ich betrete und ich muß mich etwas orientieren, wie man die Fahrkarten kauft, etc. Aber dies ist sehr einfach, wie es sich bald erweist. Die Einzelfahrt-Tickets, die ich kaufe, bekommt man einfach an den Automaten. Die Ticketpreise sind sehr klein, sie liegen zwischen 0,80 und 1,80 S$. Man muß aber daran denken, daß man jedesmal noch 1,- S$ Kaution für die Plastik-Chipkarte bezahlt. Die Chipkarte braucht man um über die automatischen Schranken zu den Bahnsteigen zu gelangen und sie wieder zu verlassen. Nach der Fahrt kann man wieder die Chipkarte am Automaten einschieben und man bekommt die Kaution zurück. Die Bahnsteige sind, wie auch insgesamt alle unterirdischen MRT-Stationen, die ich später sehe, sehr sauber, hell, großräumig und weitläufig. Man fühlt sich hier sehr wohl, zudem sie klimatisiert sind und eine angenehme Erholung von der Schwüle draußen bieten. Die größte Überraschung für mich ist die Tatsache, daß alle unterirdischen Bahnsteige von den Gleisen durch eine transparente Kunststoffwand abgetrennt sind, in der sich mehrere automatische Türen befinden. Die ankommenden Züge halten immer so genau an, daß sich die Türenpaare des Zugs und des Bahnsteigs gegenüberliegen.

Sultan Mosque im islamischen Viertel

Mein nächstes Ziel heute ist die Chinatown. Ich fahre also mit MTR zur Station Raffles Place. Als ich hier gegen 13.30 Uhr ankomme und die U-Bahn-Station verlasse, finde ich mich in einer ganz anderen Umgebung wieder. Der grüne Raffles Place ist von allen Seiten von Wolkenkratzern des Central Business District, des Hauptgeschäftszentrums am südlichen Ufer des Singapore River umgeben. Zunächst gehe ich zum nur wenige Dutzend Meter entfernten Flußufer, wo die Uferpromenade beginnt. Von hier kann ich den ersten Blick auf die von vielen Postkarten bekannte Skyline mit den davor stehenden alten, bunt bemalten Kolonialhäusern an der Boat Quay werfen. Nach einer kurzen Verschnaufpause am Ufer wende ich mich aber meinem nächsten Ziel. Über die Chulia Street und die Phillip Street nähere ich mich dem alten chinesischen Stadtteil. Bereits an der Phillip Street steht eingeengt im Schatten der ihn umgebenden Wolkenkratzer des Geschäftszentrums der erste chinesische Tempel - der 1826 erbaute Wak Hai Cheng Bio Temple. Im Innenhof hinter den sichtbar gealterten Mauern hängen unzählige Räucherspiralen, deren Rauch dem Ort eine ganz andere, beruhigende Atmosphäre verleiht. Nach der Tempelbesichtigung folge ich der Telok Ayer Street nach Süden. Hinter der Kreuzung mit der Pekin Street befindet sich rechts ein ehemaliger schentoistischer Fuk Tak Chi Tempel von 1824 (erster Tempel Singapurs), der heute ein sehr kleines Museum beherbergt. In dem einzigen Raum des Museums, dem früheren Gebetsraum, befinden sich u.a. ein Miniaturmodell mit der nachgebauten Szene aus dem Straßenleben in Chinatown von ca. 100 Jahren (alte Häuser und arbeitende Leute) und ein Modell eines chinesischen Segelschiffes (Dschunke) sowie verschiedene Gegenstände, die die Bewohner von Chinatown über die Jahre gesammelt haben. Hinter dem Museum gelangt man durch den zweiten Eingang in den Far East Square - eine sehr schöne, tlw. überdachte Shopping-Passage mit vielen kleinen Restaurants, Geschäften und liebevoll restaurierten alten Häusern. Sie rekonstruiert Chinatown so, wie es einmal war und erstreckt sich parallel zur Telok Ayer Street zwischen den Pekin und Cross Streets. Ich gehe weiter entlang der Telok Ayer Street, an der immer wieder schöne und bunt gestrichene chinesische Altstadthäuser mit großen hölzernen Fensterläden zu sehen sind. Vorbei am an einen Tempel erinnernden Ying Fo Fui Kun Club House komme ich dann zu einem in dieser Umgebung recht ungewöhnlich wirkenden Bauwerk mit Türmen und einer Säulenfassade, das leider teilweise eingerüstet ist. Es ist eine Tamilenmoschee von 1830, in der sich der Nagore Durgha Shrine befindet, eine von den südindischen Muslimen als Heiligtum verehrte Grabstätte von Shahul Hamid Nagore, einer großen moslemischen Persönlichkeit. Wenige Meter weiter folgt der Thian Hock Keng Temple, der älteste taoistische Tempel der Stadt von 1841. Dies ist auch der schönste chinesische Tempel in Chinatown mit reich geschmückten Eingangstoren, Dächern und Altären sowie einer sehenswerten Pagode. Besonders die fantastisch in goldener Farbe bemalten Eingangstüren mit der Darstellung u.a. von Tempelwächtern finde ich sehr sehenswert. Der Hauptaltar in der Haupthalle ist der Ma Chu Por, der Mutter der göttlichen Weisen, gewidmet. Auch der Gott des Krieges, Kuan Kung und der Schützer des Lebens, Pao Sheng Ta Ti, haben hier ihre Altäre. Ich halte mich eine Weile in dem ruhigen Innenhof des Tempels und spaziere (diesmal nicht barfuß) durch die nicht allzu große Anlage. Hierher kommen mehr Touristengruppen, als ich sie sonst wo gesehen habe, die gerade auch wieder mit mehreren Reisebussen anreisen. Das nächste sakrale Bauwerk an der Telok Ayer Street, das ich kurz besichtige, ist die Al-Abrar Moschee. Diese sehr kleine Moschee wurde 1855 von den indischen Muslimen errichtet. Ich besuche sie nur ganz kurz, denn im Inneren ist nicht viel zu sehen - das Ausziehen der Schuhe am Eingang hat sich eigentlich gar nicht gelohnt. Kurz hinter dieser Moschee biege ich nach rechts in die Amoy Street ab, die gleich wieder einen Bogen nach rechts macht und parallel zur Telok Ayer Street zurück führt. In einer Ecke hinter dem Bogen befindet sich ein weiterer, winzig kleiner chinesischer Tempel, Siang Cho Keong, der gerade von vielen Gläubigen besucht wird. Auf der Straße neben dem Tempel steht ein großer Käfig, in dem Holzkohle brennt. Die Chinesen verbrennen hier gerade im Tempel gekaufte Papierblätter. Der Rauch und die verbrannten Papierfetzen fliegen durch die Luft in der ganzen Straßenecke.

Chinatown - Häuser an der South Bridge Road

Direkt neben dem Tempel befindet sich ein schmaler Wandelgang, der zum Ann Siang Hill Park führt. Der Weg führt einen Hang hinauf, und bei den heute herrschenden Temperaturen muß ich unterwegs auf einer Bank verschnaufen und wieder einige kräftige Wasserschlücke aus meiner Wasserflasche nehmen. Gut, daß der überdachte Wandelgang etwas Schutz vor der Sonne bietet, die trotz des verschleierten Himmels ziemlich brennt. Auch die grüne Umgebung mit Palmen bietet etwas Pause von der Straßenhektik. Zwischenzeitlich ist es ca. 14.30 Uhr geworden. Nach wenigen Minuten setze ich meinen Rundgang fort. Am Ende des Ganges verlasse ich wieder den kleinen Park und über die Ann Siang Street und Erskine Road gelange ich zur South Bridge Road. Es ist eine der Hauptverkehrsachsen, die durch Chinatown führen. Hier biege ich nach rechts ab und gehe wieder nach Norden, in Richtung des Singapore Rivers zurück. Auch an dieser Straße und in den davon abgehenden Straßen stehen noch sehr viele alte und schön restaurierte chinesische Häuser aus der Kolonialzeit, die auch zahlreiche traditionelle Geschäfte beherbergen. Mein nächstes Besichtigungsobjekt ist der relativ große hinduistische Sri Mariamman Tempel an der linken Straßenseite. Es ist der älteste Hindu Tempel der Stadt, dessen Anfänge bis in das Jahr 1827 zurück reichen. Gewidmet ist der Tempel der Göttin Mariamman, in deren Macht es steht, Epidemien wie Cholera und Pocken zu heilen. Bereits am Eingang beeindruckt der fantastische Gopuram (ornamentaler Eingang) im südindisch-tamilischen Stil, der von 1903 stammt. Gleich hinter dem Eingang muß man wieder die Schuhe ausziehen. Barfuß besuche ich dann die reichlich geschmückte Gebetshalle und den Innenhof. Eine Treppe führt zu einer Terrasse, von der aus man einen guten Blick auf den Tempel und insbesondere auf die reichlich mit verschiedenen Gottheiten dekorierten Dächer, auf die lebensgroße Kuh-Skulpturen, die die Tempelmauern zieren, sowie auf die Singapurs Skyline im Hintergrund hat. In der Tempelanlage können in den Gebäuden hinter der Gebetshalle auch saubere Toiletten aufgesucht werden. Fast direkt neben den hinduistischen Sri Mariamman Tempel steht die Jamae Moschee, in der seit 1835 das Grab eines heiligen Mannes verehrt wird. Diese Moschee schaue ich mir nur kurz von Außen an. Dann biege ich nach links in die Mosque Street, die mich zur nächsten Hauptverkehrsstraße durch Chinatown, der mehrspurigen New Bridge Road, bringt. Hier sind noch üppige und farbenfrohe Dekorationen zum chinesischen Neujahrsfest zu sehen, die gerade abgebaut werden. Über eine Fußgängerbrücke überquere ich die breite Straße, über eine weitere Brücke - die Havelock Street, und gelange dann zu der Havelock Road, über die ich weiter nach Westen bis zum Arbeitsministerium gehe. In der darauffolgenden Querstraße, Keng Cheow Street, sehe ich das interessante, hohe Minarett der Omar Kampong Melaka Moschee, die anstelle der ersten Moschee Singapurs errichtet wurde. Gegenüber der Moschee führt die Cumming Street weiter nach Westen. Über einen kleinen Umweg gelange ich schließlich zum letzten chinesischen Tempel meines heutigen Rundganges, zum Hokkien-Tempel Tan Si Chong Su an der Magazine Road. Dieser 1876 erbaute Ahnentempel ist ein Gemeindezentrum der mächtigen chinesischen Tan-Familie in Singapur und heute auch ein Nationaldenkmal des Landes. Vor dem Tempel werden gerade Bühnen und Dekorationen abgebaut, die wahrscheinlich zum Neujahrsfest aufgebaut wurden. Ich besichtige kurz den schmucken und sehenswerten Tempel. Dabei fotografiere ich munter, wie auch in den anderen Tempeln. Beim Verlassen der Anlage, spricht mich ein Chinese an und macht darauf aufmerksam, daß ich hier nicht fotografieren durfte und will 5,- S$ haben. Nach einem kurzen Gespräch gibt er aber nach und meint nur, daß ich etwas spenden sollte. Nach der Besichtigung mache ich mich auf den Weg zurück Richtung Osten über die Merchant Road und North Canal Road. Dabei überquere ich erneut die Hauptstraßen New Bridge Road, South Bridge Road, und komme schließlich wieder zum Raffles Place, dem Ausgangspunkt meines Rundganges durch die Chinatown.

Chinatown - Im Innenhof der Sri Mariamman Tempels, hinten die Skyline

Nach einer kurzen Erholungspause und Verstärkung in einem Fast-Food-Restaurant breche ich gegen 16.30 Uhr auf zum dritten Teil meiner heutigen anstrengenden Besichtigungstour durch Singapur. Ich gehe wieder zum Ufer des Singapore Rivers und biege dort nach Osten ab. Entlang der Uferpromenade, vorbei an dem bekannten Fullerton Hotel und an den alten Brücken Cavenagh Bridge und Anderson Bridge komme ich zum Merlion Park auf einer Landzunge an der Mündung des Singapore Rivers in die Marina Bay. Hier steht ein Wahrzeichen der Stadt, eine große Statue von Merlion - einem Fabelwesen, das einen Löwenkopf und einen Fischkörper hat und auf einer Welle sitzt. Die aus Zement gegossene Merlion-Statue, 8.6 Meter hoch und 70 Tonnen schwer, speit aus dem Maul einen mächtigen Wasserstrahl in den Singapore River, der sich jetzt aber beim ziemlich starken seitlichen Wind in kleinen Tröpfchen auf die umgebende Terrasse verteilt und die hier zahlreich versammelten Touristen naß macht. Neben diesem obligatorischen Fotomotiv bietet die Terrasse am Ende der Promenade auch einen Blick auf die Marina Bay mit zahlreichen Booten und Ausflugschiffen sowie auf die Skyline auf der gegenüberliegenden Seite der Flußmündung. Besonders dominiert hier die moderne, riesengroße und architektonisch eigenwillige Halle der Esplanade - eines Theater- und Kulturzentrums, die erst vor kurzem fertiggestellt worden ist. Nach den obligatorischen Fotos und einem kurzen Aufenthalt kehre ich zurück. Ich gehe jetzt wieder über die Promenade entlang des Singapore Rivers. Am Boat Quay befinden sich in den bunten kleinen Kolonialhäuschen zwischen dem Fluß und den Hochhäusern dahinter unzählige Restaurants, die Gerichte für jeden Geschmack bieten, vor allem aber asiatische Küche. Vor jedem Restaurant kann man auch an unzähligen Tischen auch direkt am Fluß sitzen. Im Moment ist es noch ziemlich leer hier, und die Kellner versuchen mich fast vor jedem Restaurant anzusprechen und zum Essen einladen. Aber ich will noch die Zeit bis zum Sonnenuntergang nutzen und die koloniale Altstadt erkunden. Am Ende des Boat Quay komme ich zur Elgin Bridge und überquere den Fluß. Hier gehe ich entlang der Uferpromenade wieder zurück, vorbei am Parlamentsgebäude, bis zum nächsten Wahrzeichen Singapurs, dem Raffles-Denkmal. Die strahlend weiße Statue von Sir Stamford Raffles erhebt sich hoch vor dem Hintergrund der Skyline auf der anderen Flußseite und wird flankiert von mächtigen Fächerpalmen. An dieser Stelle hat am 29. Januar 1819 der englische Entdecker Stamford Raffles der Überlieferung nach erstmals den singapurer Boden betreten (Raffles Landing Site) und baute in der Folgezeit Singapur für die britische Krone zur blühenden Handelsmetropole auf. Nach einigen obligatorischen Fotos der Raffles-Statue tauche ich jetzt in die Straßen des damaligen kolonialen Zentrums ein. Viele prächtige Kolonialbauten liegen auf meinem Weg. Zunächst das Art House, dann das schneeweiße klassizistische Gebäude des Victoria Concert Hall & Theatre mit einem prächtigen Uhrenturm. Auch vor diesem Gebäude steht in einem kleinen Park eine bronzene, bereits 1887 enthüllte Raffles-Statue. Benachbart steht das palastartige Empress Place Building von 1854, ein früheres Gericht, das heute das Asian Civilisations Museum beherbergt. Mein Weg führt weiter nach Norden, über die St. Andrew's Road. Rechts erstreckt sich Padang ("Feld" auf malaiisch), eine riesige Rasenfläche für verschiedene Sport- und andere Massenveranstaltungen. Sie dient auch dem noblen Singapore Cricket Club, dessen Klubhaus im typisch kolonialen Baustil die Fläche im Süden abgrenzt.

Raffles Denkmal und die Skyline am Boat Quay am Singapore River

Auf der anderen Straßenseite reihen sich zwei prachtvolle Baudenkmäler aneinander. Zunächst das mächtige Gebäude des Supreme Court (Obersten Gerichtshofs) mit einer klassizistischen Fassade mit massiven Säulen sowie einer großen Kuppel als Krönung auf dem Dach. Das Gebäude wurde erst 1939 errichtet, zehn Jahre später als das benachbarte Gebäude, das Rathaus (City Hall) von Singapur. Das Rathausgebäude ist nicht weniger monumental als sein Nachbar. Ins Auge fällt mir vor allem die lange Säulenreihe entlang der gesamten Fassade. Vorbei an den beiden Gebäuden komme ich schließlich zum großen Platz, inmitten dessen die anglikanische St. Andrew's Cathedrale herrscht. Die strahlend weiße, größte Kirche Singapurs wurde bereits 1863 erbaut. Ich besuche sie kurz, bin aber etwas enttäuscht. Im Inneren ist die Kathedrale sehr bescheiden - weiße Wände und dunkle Sitzbänke dominieren das Bild. Der Besuch der Kirche bringt mir eine angenehme und willkommene Abkühlung von der draußen herrschenden schwülen Hitze. Im Norden grenzt an das Kirchenareal ein großes Einkaufszentrum an - Raffles City. Ich besuche jetzt den eleganten Einkaufstempel. Die Klimaanlagen erzeugen hier eine fast schon unangenehme Kühle. Erst nach einiger Zeit gewöhnt sich mein durchgeschwitzter Körper daran. Ich bummle etwas durch die Geschäfte und Läden, die sich auf mehrere Etagen um den gewaltigen Innenhof verteilen. Anschließend setze ich meinen Rundgang durch das koloniale Viertel noch ein Stückchen weiter nach Norden fort, bis zum berühmten Raffles Hotel. Es ist ein weitläufiger Komplex, zu dem neben dem eigentlichen Hotel auch Einkaufsarkaden und Restaurants gehören. Jetzt will ich noch einen Abstecher zum anderen Einkaufszentrum machen - zum Suntec City Mall. Das weiter östlich, an der Nicoll Highway gelegene Einkaufsparadies ist wohl das größte und neueste in Singapur. Zu dem Gebäudekomplex gehören neben dem Einkaufszentrum auch ein Kongreß- und Veranstaltungszentrum (Singapore Convention & Exhibition Centre) sowie mehrere riesengroße Hotels. Der gesamte Komplex wirkt sehr monströs und es braucht sicherlich Stunden, um ihn durchzulaufen. Ich bin aber schon ziemlich ermüdet nach der ganztägigen Tour zu Fuß und habe keine große Lust mehr auf eine längere Erkundung. Deshalb bleibe ich in Suntec City nur relativ kurz - laufe mal kreuz und quer durch die Passagen, ohne mich irgendwo länger aufzuhalten. Danach beschließe ich, zurück in mein Hotel in Little India zu fahren. Das sehr anstrengende schwül-heiße Wetter sowie die Kilometer, die ich heute schon in den Beinen habe, machen sich bemerkbar. Der Weg zurück zur nächsten MRT-Station (City Hall), die in der Nähe des Einkaufszentrums Raffles City liegt, ist für mich schon ziemlich beschwerlich. Glücklich erreiche ich endlich die U-Bahn, kaufe ein Ticket und fahre zur MRT-Station Farrer Park, an der mein Hotel liegt. Kurz vor 20 Uhr bin ich zurück im New Park Hotel.

3 TAG:

- Mount Faber - Sentosa Island - koloniales Zentrum - Orchard Rd. -

Mount Faber Park - Blick auf das WTC mit der Sentosa-Insel

Für heute nehme ich mir vor, vor allem die Sentosa-Insel zu besuchen. Ich will dies nicht an einem Wochenendtag tun, denn dann ist die Freizeitinsel der Singapurer ziemlich überlaufen. Nach dem Frühstück im Hotel gehe ich also gegen 8.30 Uhr zur U-Bahn, die mich ohne umzusteigen zur MRT-Station Harbour Front am Hafen von Singapur bringt. Vor dem Besuch der Insel will ich noch einen kurzen Abstecher zum Mount Faber machen, den man ähnlich wie auch die Sentosa-Insel mit einer Seilbahn - dem Cable Car - erreichen kann. Zunächst muß ich aber den Weg zum World Trade Center Gebäude finden, in dem sich auf dem obersten Stock die Cable Car Station befindet. Ich gehe durch das Hafengebäude mit einem weitläufigen Shoppingzentrum. Nach dem Verlassen des Gebäudes sehe ich hinter einem Maschendrahtzaun, der den Weg vom Hafengelände abtrennt, einige riesengroße Kreuzfahrtschiffe. Einige Dutzend Meter weiter steht ein Hochhaus, das ich dank der Gondeln, die hoch über meinem Kopf in dem Gebäude verschwinden, als das WTC identifiziere. Im Eingangsbereich befinden sich Schalter, wo ich für 9,90 $S ein Ticket zum Mount Faber kaufe. Dann fahre ich in einem verglasten Außenaufzug in die 15. Etage des WTC und steige gleich in eine menschenleere Gondel, die mich dann zu dem Berghügel nördlich des Hochhauses bringt. Um diese Zeit sind die meisten Gondeln noch ganz leer. Die Seilbahn fährt über einer Schnellstraße und dann über ein kleines Dschungelgebiet, wie die Stimme aus dem Lautsprecher in der Kabine erzählt. Von der Endstation der Gondelbahn unternehme ich einen ca. 15minütigen Spaziergang durch einen Park bis zur Aussichtsterrasse auf dem Gipfel des ca. 100 m hohen Berges. Sie bietet einen schönen Blick auf die Insel Sentosa und den Hafen auf der einen Seite und auf die dichte Bebauung und die Skyline des Stadtstaates auf der anderen Seite. Hier steht auch eine kleine Statue von Merlion, dem Wahrzeichen von Singapur. Nach einem kurzen Aufenthalt in dem stillen und grünen Mount Faber Park kehre ich zur Seilbahnstation zurück. Ich gehe davon aus, daß man an der Endstation Mount Faber ein Ticket nach Sentosa kaufen kann, was aber nicht der Fall ist. Hier entdecke ich nämlich keinen Verkaufsschalter. Mit meinem Ticket kann ich aber zurück zum WTC fahren. Hier angekommen, muß ich wieder mit dem Aufzug zur Kasse herunterfahren. Wie ich schon vermutet habe, eine kombinierte Fahrt zu Mount Faber sowie Sentosa Island und zurück ist viel günstiger, als die Einzelfahrten. Zum Glück brauche ich aber nur 2,- S$ zuzuzahlen, nachdem ich mein Ticket zum Mount Faber gezeigt und mein Versehen erklärt habe. Wieder im 15. Stock angekommen, steige ich in die nächste Gondel ein. Jetzt ist es hier schon mehr los, fast alle Kabinen sind besetzt. In atemberaubender Höhe geht es über den Hafenbecken und über den tief unter uns an der Pier angedockten Luxuslinern bis zur berühmten Sentosa-Insel. Aus der Gondel hat man einen schönen Ausblick auf die kleinen vorgelagerten Inseln, auf den riesigen Containerhafen mit unzähligen Containern und Kränen, auf die Brücke die beide Inseln verbindet sowie auf die Skyline der Stadt.  Im letzten Abschnitt fahren wir über eine grüne und dichte tropische Vegetation der Sentosa-Insel. Gegen 10.15 Uhr "lande" ich auf der Insel. Das Wetter ist heute ziemlich gut. Am Morgen gab es noch einzelne Wolken, die sich jetzt aber verzogen haben. Trotzdem ist der Himmel wie immer etwas verschleiert, was durch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit verursacht wird. Auf der Insel befinden sich zahlreiche Attraktionen, die zu besichtigen an einem Tag sicherlich nicht möglich ist. Ich habe mir deshalb zu Hause schon überlegt, was ich unbedingt sehen möchte. Zunächst gehe ich also zum Schmetterlingspark (Butterfly Park & Insect Kingdom), der direkt neben der Cable Car Station liegt. Nach dem ich 10,- S$ Eintritt bezahlt habe, betrete ich ein Gebäude, in dem auf zahlreichen Schautafeln präparierte Schmetterlinge aus der ganzen Welt und diverse andere Insekte sowie verschiedene Informationen dazu präsentiert werden. Mich interessieren jedoch mehr lebende Schmetterlinge. Durch das Gebäude gelange ich schließlich zum von einem Zaun umgebenen und mit einem Netz überdachten tropischen Garten, in dem verschiedene Schmetterlingsarten frei durch die Lüfte gleiten. Obwohl die Luft in Singapur schon unglaublich feucht ist, wird sie hier noch zusätzlich befeuchtet. An einigen Stellen befinden sich runde Scheiben mit ausgelegten Nährstoffen (Nektar?), die die Schmetterlinge besonders anlocken. Man kann den Garten auf einigen Wegen durchwandern und auf verschiedenen bunten Blumen oder grünen Blättern die farbenfrohen Schmetterlinge beobachten. Ich verbringe hier über eine Stunde, denn in der scheinenden Sonne bieten die Falter sehr schöne und immer wieder neue Fotomotive. Und es macht Spaß, in der grünen, üppigen Vegetation ständig andere Schmetterlingsarten zu entdecken. Ich würde mich hier noch viel länger aufhalten können, aber die Zeit drängt, denn ich will noch viel mehr von der Insel sehen, und für den Nachmittag habe ich sowieso noch etwas anderes eingeplant. Nach dem Besuch des Schmetterlingsparks gehe ich zum unweit gelegenen Eingang des Nature Walk / Dragon Trail. Es ist ein künstlich angelegter Wanderweg durch die Vegetation des sekundären Urwaldes auf der Insel. Auf dem Wege gibt es verschiedene Skulpturen von Phantasiedrachen und Schautafeln mit Informationen wie auf einem Naturlehrpfad. Der Weg führt teilweise steil nach unten, in den Süden der Insel und endet an einer Straße unweit von Underwater World und Fort Siloso. Aus Zeitmangel verzichte ich aber auf beide Attraktionen und gehe noch weiter in südliche Richtung bis zum hübschen, künstlich angelegten Palmenstrand Siloso Beach. Heute ist hier noch relativ wenig los, aber an Wochenenden werden wohl die Strände von den Einheimischen überlaufen sein. Vor der Küstenlinie befinden sich kleine, künstlich angelegte Palmeninseln, dahinter sieht man auf dem See viele Schiffe und Boote. Zwischenzeitlich sind wieder einige Wolken aufgezogen, die ab und zu die Sonne etwas verdecken. Es ist aber mittlerweile sehr heiß und schwül geworden. Entlang der Strände an der Südküste der Insel führt eine Straße, über die ich jetzt nach Osten gehe. Links begleitet mich die hoch auf Betonpfeilern aufgebaute Bahnschiene der Sentosa Monorail. Von Zeit zur Zeit rauscht lautlos ein kurzer Zug an mir vorbei, mit dem man die Insel auch bequem erkunden kann. Ich ziehe jedoch eine Erkundung zu Fuß vor.

Sentosa Island - Palmen auf dem Siloso Beach

Einige Zeit später erreiche ich den nächsten Strand, den Palawan Beach. Von hier will ich dann über den Merlion Walk zurück nach Norden zur großen Merlion-Skulptur heraufgehen. Wegen einer großen Baustelle - hier, wie auch im Zentrum der Insel am Merlion, wird gerade kräftig gebaut (es entsteht u.a. eine neue moderne Monotrail-Strecke, die an die Strecke des Transrapids erinnert) - muß ich aber einen Umweg über eine asphaltierte Straße suchen. Bei den jetzt herrschenden Temperaturen ist der Aufstieg sehr kräfteraubend. Der 37 m hohe Merlion - halb Löwe, halb Fisch - ist die größte Skulptur dieses Singapurer Wahrzeichens im gesamten Stadtstaat. Für 7,- S$ kann man im Inneren der Skulptur mit einem Aufzug nach oben fahren und die 360-Grad-Panorama der Insel genießen. Ich ziehe aber vor, am Boden zu bleiben und die Umgebung von Merlion zu besuchen. Vor und hinten der Skulptur befinden sich schöne, kaskadenförmige Wasserbecken mit Wasserspielen. Ich erhole mich hier etwas auf einer schattigen Bank direkt neben einem duftenden Kräutergarten. Anschließend gehe ich entlang der Wasserbecken (Fountain Gardens) in die Richtung des Fährenterminals auf der Nordseite der Insel. Kurze Zeit später folgt auf der rechten Seite ein weitläufiger Orchideengarten, den man eintrittfrei besichtigen kann. Ich finde hier zahlreiche, wunderschön blühende Orchideenarten in allen denkbaren Farben und Formen vor. Manchmal kann man sich kaum vorstellen, daß all diese unterschiedlichen Pflanzen zu einer Gattung gehören. Nach einem längeren Aufenthalt im Orchid Garden komme ich wieder zu Fountain Gardens zurück. Die ganze Parkfläche bis hin zum Ferry Terminal ist hier mit bunten, schön miteinander komponierten Blumenteppichen bewachsen. Es macht einen herrlichen Eindruck auf mich. Ich mache hier einige Fotos und kehre dann zurück. Jetzt versuche ich den kürzesten Weg zur Cable Car Station finden, denn es ist nicht nur sehr heiß, was das Wandern sehr anstrengend macht, aber auch schon relativ spät - ca. 14 Uhr geworden. Es geht wieder bergauf, an einem kleinen Waldstück vorbei, in dem sich eine weitere Attraktion, die "Enchanted Grove of Tembusu" befindet. Auf einem Bürgersteig bemerke ich in letztem Moment zu meiner großen Überraschung einen Waran oder eine ähnliche Großechse, die blitzschnell - bevor ich mir sie richtig anschauen kann - in dem Buschwerk des Waldstückes verschwindet. Ich glaube, wir haben uns gegenseitig gleich stark erschrocken. Ohne weitere Vorkommnisse erreiche ich die Seilbahnstation und fahre mit der Gondel zurück zum World Trade Center. Im Hafen hat inzwischen ein neues, riesiges Kreuzfahrtschiff angelegt, über dessen Kamine die Cable Car Gondel jetzt schwebt. Als ich etwas später durch die Ankunftshalle des Hafens auf dem Weg zur MRT-Station bin, werden hier gerade die neuankommenden Kreuzfahrttouristen begrüßt. Laute traditionelle Trommelmusik und bunte, tanzende chinesische (bzw. singapurer) Löwen sind ein echtes Erlebnis und toller Hingucker nicht nur für die reichen Kreuzfahrtteilnehmer.

Sentosa-Insel - Orchideen im Sentosa Orchid Gardens

Bevor ich zur U-Bahn gehe, esse ich noch eine Kleinigkeit in einem weltweit bekannten Fastfood-Restaurant im hiesigen Shoppingcenter. Dann fahre ich mit MRT bis zur Station Clarke Quay. Wie jedes Mal, ist die Fahrt mit der U-Bahn ein erfrischendes Ereignis im wörtlichen Sinne. Hier herrschen nämlich, ähnlich wie auch in den stark klimatisierten Shoppingzentren, fast eisige Temperaturen. Dazu kommt noch die Zugluft in den Bahnen, die bei mir fast die Gänsehaut hervorruft. Es ist zwar schön, sich etwas von der schwülen Hitze draußen zu erholen, aber die Temperaturunterschiede sind etwas zu groß für meinen Geschmack. Ich bin froh nach meinem Singapur-Aufenthalt, daß ich dies ohne gesundheitlichen Schaden überstanden habe. Nach dem Verlassen der U-Bahn Station überquere ich auf der Coleman Bridge den Singapore River und dann dem Boat Quay folgend komme ich zum mir schon bekannten Raffles Denkmal. Dann gehe ich wieder auf dem gleichen Wege, wie gestern, durch das alte Zentrum - an Supreme Court, City Hall, St. Andrew's Kathedrale vorbei. Dann folgt das Einkaufszentrum Raffles City und schließlich wieder das Raffles Hotel. Diesmal habe ich mehr Zeit und Kräfte als gestern, und spaziere durch die schönen Innenhöfe und Galerien in dem Laden- und Geschäftsbereich dieses großen Gebäudekomplexes. Später gehe ich den ganzen Straßenblock herum, den das Hotel und die angeschlossenen Geschäfte einnehmen, und komme schließlich zum repräsentativen Haupteingang dieses Nobelhotels an der Beach Road, den ich gestern nicht gesehen habe. Für mehr reicht die Zeit aber nicht aus. Von hier eile ich dann wieder zur MRT-Station City Hall in der Nähe von Raffles City. Mit der U-Bahn fahre ich jetzt zur Orchard Road (MRT Orchard), der berühmten Einkaufs- und Flaniermeile im Herzen Singapurs, wo ich gegen 16.30 Uhr ankomme. Hier ist wirklich etwas los - Autos, Leute, Reklamen, Musik und Einkaufsmöglichkeiten grenzenlos. Zunächst gehe ich wenige Schritte zur großen Kreuzung der Orchard Road mit der Paterson Road bzw. Scotts Road - d.h. zum Wheellock Place. Es fällt mir an der Kreuzung wieder eine Besonderheit Singapurs ins Auge, die ich schon mehrmals - auch an der Kreuzung vor meinem Hotel - beobachtet habe. Es sind die Fußgängerampeln, die in Sekunden die Zeit anzeigen, die den Fußgängern zur Überquerung der Straße noch verbleibt. Eine interessante Hilfestellung. An einer Kreuzungsecke moderiert jemand gerade lautstark auf einer kleinen Bühne und spielt dann die letzten Hits ab, wohl als Promotion für das in Kürze stattfindende Formel-1-Rennen in Malaysia; daraufhin deuten zumindest die aufgebauten Stände und das ausgestellte Rennauto sowie die zahlreich versammelten Passanten. In einem kleinen Park auf der gegenüber liegenden Kreuzungsseite dröhnt auch Musik von großen Lautsprechern. Hier findet eine große Veranstaltung eines Mobilfunkanbieters u.a. mit Auftritten von wohl bekannten asiatischen Popstars auf einer großen Bühne. Natürlich auch hier ist voll und laut. Auch ich gucke mir etwas diese Veranstaltung an. Die Hektik der Straße, die hohen Temperaturen in Verbindung mit der Schwüle und die Anstrengungen des Vormittags machen mich aber langsam zu schaffen. Ein Glück, daß gerade jemand auf der Straße kostenlose Dosen mit einem Erfrischungsgetränk verteilt. Das köstliche, kalte und sehr erfrischende Zitronengetränk stellt mich wieder auf die Beine.

Peranakan-Häuser an der Emerald Hill Road

Ich bummle entlang fast der ganzen Orchard Road, bis hin zur MRT-Station Dhoby Ghaut und zurück, und besuche dabei das eine oder andere Einkaufszentrum. Von deren Ausmaßen bin ich aber ein wenig enttäuscht. Ich habe mir sie noch großer und moderner vorgestellt. Da habe ich schon viel schönere Passagen und Galerien in Bangkok, Hongkong oder Schanghai gesehen. Aber die Einkaufszentren an der Orchard Road sind wohl schon etwas älter als die anderen. Vielleicht täuschen mich aber auch nur meine Sinne, da ich schon müde bin? Dafür sind die Geschäfte aber wohl teurer und exklusiver, als woanders, insbesondere die schicken Designer-Boutiquen. Auf jeden Fall ist die Orchard Road nach wie vor ein Anziehungspunkt erster Klasse für alle Kauflustigen. Ich bin es aber nicht. Deshalb mache ich später einen Abstecher in die Emerald Hill Road, die etwa gegenüber dem Phoenix Hotel nach Norden abzweigt. An der Straßenecke, auf dem Peranakan Place, befinden sich einige sehr bei den Touristen beliebte und dementsprechend gut besuchte Restaurants, aber bereits nach wenigen Metern befindet man sich, wie in einer Oase der Ruhe, weg von der lauten Straßenhektik. Entlang der Straße befinden sich wunderschöne, restaurierte kleine Wohnhäuser der Peranakan-Bevölkerung, die unter dem Denkmalschutz stehen. Eine Infotafel am Anfang der Straße informiert ausführlich über die wichtigsten Gebäude. De meistens eingeschossigen Häuschen mit pastellfarbenen Fassaden, kunstvoll mit Blumenornamenten verzierten Fensterläden und teilweise mit winzigen Vorgärten, oder nur vor dem Haus stehenden Blumentöpfen, sind sehr sehenswert für jeden Architekturinteressierten, der eine Mischung von malaiischem und chinesischem Baustil sehen will. Als Peranakans bezeichnet man nämlich in Singapur die chinesischen Einwanderer, die malaiische Frauen heirateten. Nach dem schönen Ausflug in die Beschaulichkeit kehre ich in die Hektik der Einkaufsmeile zurück. Ich besuche noch ein Fastfood-Restaurant, um schnell etwas zu essen, und schlendere weiter über die Orchard Road, bis es dunkel wird. Dann gehe ich zu der schönen, mehrgeschossigen MRT-Station Dhoby Ghaut und fahre zurück ins Hotel, wo ich gegen 20.30 Uhr ankomme.

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- Johor Bahru (Malaysia) - Jurong -

Bereits in Deutschland habe ich im Internet ( auf der Seite www.singapur-tourismus.de ) für heute einen halbtägigen Ausflug nach Johor Bahru in Malaysia gebucht. Nach dem Frühstück, pünktlich um 8.00 Uhr werde ich vom Hotel mit einem Kleinbus abgeholt. Zunächst werden alle Tagesausflügler zu einem Sammelpunkt im Einkaufscenter Suntec City gebracht. Hier erfolgt die generelle Einteilung der Teilnehmer zu den gebuchten Ausflügen, jeder bekommt eine Aufklebmarke in entsprechender Farbe je nach Ausflugsziel, und nach einer kurzen Wartezeit werden auch wir zu unserem Reisebus geführt. Das Wetter ist heute leider nicht besonders gut. Bereits als ich aufstehe, sehe ich, daß der Himmel ziemlich bedeckt und dunkelgrau ist. Als wir in unseren Reisebus gegen 8.40 Uhr einsteigen, beginnt es leicht zu regnen. Unsere internationale Gruppe zählt ca. 20 Leute, die meisten aus den USA, Japan und verschiedenen asiatischen Ländern. Ich bin der einzige Deutsche dabei. Die Fahrt geht zunächst über die City von Singapur und dann weiter nach Norden über eine 3- bis 4-spurige Autobahn bis zur Grenze nach Malaysia. Während wir fahren, regnet es teilweise sehr heftig, aber je weiter wir nach Norden kommen, desto trockener wird es. Während unserer Busfahrt bekommen wir die Einreisekarten für Malaysia und für Singapur (für die Rückkehr), die jetzt ausgefüllt werden müssen. Die Grenzkontrollposten befinden sich auf beiden Seiten einer langen Brücke über die Strait of Johor, die die Insel Singapur mit der malaiischen Halbinsel verbindet. Die Einreiseformalitäten sind ziemlich umständlich - wir müssen sowohl auf der singapurer als auch auf der malaysischen Brückenseite den Bus verlassen und die Paßkontrollschalter in den Grenzgebäuden passieren. Hier steigt auch die offizielle malaiische Reiseführerin in einem traditionellen langen Kleid zu, die uns auf der Tour begleitet wird.

Malaysia - Abu Bakar Moschee in Johor Bahru

Gegen 9.15 Uhr sind wir endlich in Johor Bahru, einer malaysischen Provinzhauptstadt, die direkt am südlichen Ufer der Malaiischen Halbinsel liegt. Der Regen hat zwar aufgehört, es bleibt aber die ganze Zeit ziemlich bewölkt. Unsere erste Station auf dem Programm des halbtägigen Ausflugs steht ein kleines Batik-Geschäft. Nach einer kurzen Vorführung und Erläuterung der Technik bei der Herstellung der bunten Batik-Stoffe draußen vor dem Gebäude, werden wir mit Tee begrüßt und in einen Vorführraum geführt. Auf einer kleinen Bühne werden uns einige traditionelle Tänze vorgeführt während eine Musikgruppe traditionelle Instrumente spielt. Nach der nur wenige Minuten dauernden, interessanten Vorstellung folgt die obligatorische Kaufgelegenheit. In den benachbarten Verkaufsräumen kann man nicht nur verschiedene Batiken erstehen, sondern auch zahlreiche andere malaiische Souvenirs, u.a. auch diverse Masken. Danach fahren wir zur wohl schönsten Sehenswürdigkeit von Johor Bahru - zur Abu Bakar Moschee. Diese auf einem Hügel errichtete und sich hoch über die Stadt erhebende Moschee wurde 1892 errichtet. Ihre schneeweiße Fassade mit blauen Dächern, die Stilelemente der Neorenaissance zeigt, seht sehr imposant aus, insbesondere auch gerade jetzt, als für einige Augenblicke sogar die Sonne durchkommt und sie erstrahlt. Leider ist eine Innenbesichtigung der Moschee für Nicht-Moslems nicht erlaubt. Wir beschränken uns also nur zu einem Rundgang um das Bauwerk herum. Auf seiner südlichen Seite hat man von dem Hügel einen schönen Ausblick auf die Nordküste Singapurs und die beide Länder trennende Wasserstraße Strait of Johor. Anschließend fahren wir den Hügel herunter, u.a. an einem kleinen Zoo und einer Schule vorbei, bevor wir an einem moslemischen Friedhof anhalten. Hier befindet sich neben einfachen Gräbern in einem prunkvollen Mausoleum die Grabstätte der Königsfamilie von Johor. Vom Eingangsbereich des Friedhofs können wir einige Blicke darauf werfen, während unsere Reiseführerin auf Englisch einige Erläuterungen dazu gibt. Von hier geht es dann zu Fuß durch den umliegenden Kampung, in dem noch ein ursprüngliches Dorfleben herrscht. Unterwegs zeigt uns die Führerin einige exotischen Pflanzen und Bäume in den Vorgärten der typischen Häuser, u.a. den Rambutan, Durian. Zum Schluß dürfen wir barfuß ein typisches moslemisches Haus besuchen. Während die Bewohner ihren Tätigkeiten nachgehen, ziehen wir durch deren Vorzimmer und die Küche, bestaunen die Haushaltsgegenstände und die Fotos an den Wänden. Aber keine Angst - wir stören die Bewohner nicht. Hierher kommen viele Reisegruppen und das Haus ist wohl für die Besichtigungen vorgesehen. Direkt daneben, im Hof, befindet sich eine kleine Bühne, auf der von jungen Frauen landestypische Volkstänze und Musik vorgeführt werden. Danach steht noch eine kurze Besichtigung einer dazugehörigen Werkstatt, in der aus einer Metall-Legierung verschiedene Becher hergestellt werden. Der Besuch der Verkaufsräume schließt den Schnupperbesuch in Malaysia ab, und von hier geht es mit dem Bus direkt zur Grenze zurück, die wir gegen 12 Uhr erreichen. Unsere Reiseführerin verabschiedet sich an dem malaysischen Grenzposten, dann fahren wir wieder über die Brücke, die jetzt voll nach Singapur fahrender LKW's ist. Vor der Einreise nach Singapur müssen wir wieder den Bus verlassen und uns in den Schlangen an den Passkontrollschaltern einstellen. Es dauert ziemlich lange, bis ich schließlich dran bin und den Einreisestempel in den Paß bekomme. Als ich dann zurück in den Bus komme, stelle ich fest, daß hier auch alles gründlich kontrolliert wurde - der gesamte Inhalt meines Rücksackes wurde auf die Sitze ausgekippt. Die Formalitäten an den Grenzen haben ca. 30 Minuten gedauert. Wir fahren in die jetzt ziemlich von den Autos verstopfte Stadt hinein. Auf einem Parkplatz werden wir dann in Kleinbusse verteilt, die uns zu den jeweiligen Hotels bringen. Ich erreiche mein Hotel schließlich gegen 13.10 Uhr. Hier verbleibe ich aber nur ca. 20 Minuten - Zeit, um mich etwas frisch zu machen - und gehe anschließend zur MRT-Station. Für den Nachmittag habe ich mir nämlich vorgenommen, einen großen Vogelpark im Stadtteil Jurong zu besuchen. Mit der NE-Linie komme ich zur Station Outram Park, wo ich auf die EW-Linie umsteige und bis zur Endstation Boon Lay im Westen der Insel fahre. Nach Verlassen des dicht bebauten Stadtzentrums führt die U-Bahn-Strecke oberirdisch, und so kann ich auch ein wenig die Umgebung beobachten. Unter anderem fahren wir am Chinesischen Garten vorbei, den ich auch besuchen wollte aber heute wohl nicht mehr schaffe. Von der Bahn sehe ich dort nur eine schöne chinesische Pagode. Inzwischen kommt auch leicht die Sonne durch.

Jurong Bird Park - Papageien am Eingang zum Vogelpark

An der Endstation Boon Lay kommen wir gegen ca. 14.20 Uhr an. Von hier aus ist noch ein weiter Weg zum Jurong Bird Park, der einige Kilometer weiter südlich der MRT-Station gelegen ist. Man kann dorthin mit den Buslinien 194 oder 251 fahren, ich entscheide mich aber für den Fußweg, auch um etwas von der Umgebung mitzubekommen. Obwohl ich einen Stadtplanausschnitt dabei habe, verlaufe ich mich leider zunächst, denn ich biege zu früh an der MRT-Station in eine Straße nach Süden ab, statt zuerst entlang der MRT-Strecke ein Stückchen zurückzugehen. Erst nach ca. 10 Minuten merke ich mein Irrtum und muß umdrehen, da es von hier keine Querverbindung zu der richtigen Straße besteht. Zurück an der MRT-Station, achte ich jetzt auf meinen Plan und finde schließlich den richtigen Weg. Alles ist etwas weitläufiger, als ich mir dies ursprünglich vorgestellt habe. Der Weg ist eigentlich auch nicht besonders interessant, denn er führt hauptsächlich durch ein offenes Gelände entlang einer Schnellstraße und dann durch ein Gewerbegebiet. Nach etwa 35-40 Minuten Fußweges erreiche ich schließlich um ca. 15.15 Uhr den Eingang des Jurong Birdparks. Das Ticket kostet 14,- S$, es lohnt sich aber, denn mit ca. 600 Vogelarten und ca. 9.000 Exemplaren zählt er zu größten seiner Art in der Welt. Direkt am Eingang gibt es große und bunte Ara-Papageien, die tolle Fotomotive bieten. Ich halte mich hier zunächst etwas länger auf und mache viele Bilder, merke aber später, daß wieder dunkle Wolken aufziehen. Es wird langsam ziemlich grau - kein gutes Wetter fürs Fotografieren und auch nicht, um das bunte Gefieder in Sonnenstrahlen zu bewundern. Ich folge dem Hauptweg der u.a. an Eisvögeln, Spechten, Löffelreihern, Ibissen und großen Königstauben vorbei führt. Dann folgt ein kleiner Rundweg an riesigen Käfigen mit verschiedensten Arten von Tukanen und Hornvögeln mit ihren imposanten Schnäbeln. Als ich die weitläufigen und begehbaren Käfige mit wunderschönen Paradiesvögeln besuche, fallen die ersten, noch vereinzelten Regentropfen herunter. Ich beeile mich also und gehe zur benachbarten, gigantischen Voliere - Lory Loft. Mit ca. 3000 Quadratmetern ist sie die weltweit größte Flugvoliere. Hier ist die Welt von kleineren und berauschend bunten Papageien, die in Australien, Indonesien und Papua New Guinea beheimatet sind. Etwa 1000 Exemplare von ihnen sollen sich in dieser kleinen Welt befinden. In berauschender Höhe (12 m über dem Boden) wurden hier zwischen den Baumkronen eines lichten Waldes (einer Simulation des australischen Outbacks) Hängebrücken aufgespannt, von denen man die Papageien auf den Bäumen bewundern kann. Aber sie sind ganz zutraulich und kommen auch auf die Brücken, so daß man sie sogar mit der Hand anfassen kann. Es macht wirklich Spaß, den lustigen Vögeln zuzuschauen und sie zu fotografieren. Leider wenige Minuten später, fängt es an, kräftiger zu regnen und man hört auch das Donnern eines sich herannähernden Gewitters. Ich verstecke mich unter eine Überdachung, die Papageien verstecken sich auch im Laub. Als der Regen etwas nachläßt, gehe ich unter meinem Regenschirm weiter und besuche eine weitere, kleinere Voliere - Jungle Jewels, die u.a. Kolibris und andere kleine Vogelarten aus dem südamerikanischen Regenwald beherbergt. Leider scheinen sie das gerade herrschende Wetter auch nicht mögen, denn ich kriege kaum einen Kolibri zu sehen, sie haben sich irgendwo versteckt. Die nächste große Attraktion auf meinem Weg ist die Wasserfall-Voliere. Diese ca. 2 Hektar große Voliere mit dichter Vegetation eines tropischen Regenwaldes, bestehend aus etwa 10.000 exotischen Pflanzen, darunter etwa 125 Baumarten, wie z.B. diverse Palmen oder Bambusbäume, ist ein Objekt der Superlative. Sie gilt als weltweit größte Voliere und beherbergt den mit über 30 Metern höchsten künstlichen Wasserfall der Welt. Hier leben im Freien ca. 1.500 afrikanische Vögel. Als ich mich dem Wasserfall nähere, beginnt es aber wirklich kräftig vom Himmel zu gießen. Auch das Gewitter kommt immer näher. An eine Durchwanderung des künstlichen Regenwaldes ist nicht zu denken, auch der Regenschirm bietet keinen Schutz mehr. Ich bleibe also im überdachten Teil der Voliere, in dem sich auch eine Station der Skytrain-Bahn befindet.

Jurong - Papagei im Jurong Vogelpark

Als ich den Eindruck habe, daß der Regen nachläßt, verlasse ich schweren Herzens die Voliere, die ich so gerne besichtigt hätte, und folge dem Hauptweg Richtung Ausgang. Aber der Weg ist noch weit - ich befinde mich jetzt wohl an der am weitesten vom Ausgang entfernten Stelle des Parks - und das Nachlassen des Regens war nur meine Täuschung. Stattdessen nimmt es noch an der Stärke zu. Trotz der Regenjacke und des Regenschirms kann ich nicht ans Weitergehen denken, will ich nicht klitschnass werden. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als die nächste Überdachung am Parrot Paradise (Käfige mit Papageien) aufzusuchen. Hier sitzen auf den Bänken unter einem kleinen Dach bereits einige andere Parkbesucher. Auch ich bleibe hier fast eine ganze Stunde sitzen und höre dem Rauschen des tropischen Regengusses und dem heftigen Donnern des schweren Gewitters zu. Erst kurz vor 18 Uhr (um 18 Uhr schließt der Park) nutze ich eine vorübergehende Abschwächung der Regenintensität, um weiter zu gehen. Dabei mache ich noch einen kurzen Abstecher auf eine Brücke über den See, in dem Pelikane und Flamingos leben. Die Vögel stehen jetzt alle durchnäßt, regungslos und zusammengedrängt in einigen Gruppen zusammen. Als ich auf der Brücke bin, schlägt gerade ein Blitz in unmittelbarer Nähe ein. Ich höre nur den zerreisenden Knall in der Luft und bekomme etwas Angst, denn ich stehe jetzt auf einer wirklich exponierten Stelle. Ich laufe also weiter zum Ausgang, ohne Rücksicht auf meine durchnäßten Schuhe und Hose zu nehmen. Als ich den Parkausgang erreiche, ist es schon nach 18 Uhr, und auch der benachbarte McDonalds, in dem ich hoffte, etwas zu essen, hat zugemacht. Die letzten Besucher verlassen langsam das Gelände. Vor dem Eingang steht jetzt eine ziemlich lange Warteschlange von durchnäßten Leuten, die auf die Taxis warten. Ich stelle mich auch zunächst dazu, aber die Taxis fahren hier nur sehr selten vor, und es dauert sicherlich noch lange bis ich dran komme. Ich habe heute schon genug gesessen und gewartet. Gleichzeitig läßt der Regen auch deutlich nach, so plötzlich wie er auch gekommen ist. Ich entscheide mich also wieder für den Fußweg zur MRT-Station, denn auf die Suche nach der Bushaltestelle habe ich auch keine Lust mehr, zumal ich nicht weiß, wie lange ich dann noch auf den Bus warten müßte. Als ich die MRT-Station Boon Lay erreiche sind meine Klamotten schon fast ausgetrocknet, und auch die Sonne kommt zwischen den verschwindenden Wolken wieder durch. Anschließend bummle ich noch etwas durch das große Einkaufszentrum, das wie häufig, an der MRT-Station liegt, und gehe ich dort auch essen. Danach fahre ich mit der U-Bahn zurück ins Hotel. Es ist erst ca. 20.30 Uhr, als ich hier ankomme, aber für weitere Unternehmungen heute abend habe ich keine Lust mehr. Schade, daß der heutige Tag so verregnet war und mein Besuch im Jurong Birdpark wörtlich ins Wasser gefallen ist. Wegen des gut 1,5 Stunden dauernden Regenschauers konnte ich nur ca. 1/3 des Parks besichtigen. Dafür habe ich aber erfahren, wie es sich ein heftiges Unwetter am Äquator anfüllt, wie plötzlich es kommt und geht.

5 TAG:

- Bishan - koloniales Zentrum -

Bishan - Kong Meng San Phor Kark See Tempel

gAuch heute ist das Wetter nicht so gut, wie ich es mir wünschen würde. Es ist schwül und bewölkt, der Regen hängt in der Luft, obwohl am Morgen an einigen Stellen noch der blaue Himmel durchschimmert. Für den heutigen Tag habe ich mir vorgenommen, einen großen buddhistischen Tempel weit außerhalb des Zentrums zu besuchen - den chinesischen Kong Meng San Phor Kark See Tempel in Bishan. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel fahre ich um 8.30 Uhr mit MRT nach Dhoby Ghaut und dann weiter mit der NS-Linie bis zur Station Bishan, in einem Neubaugebiet gelegen. Von der MRT-Station kann man die Tempelanlage mit der Buslinie 410 erreichen, ich entscheide mich jedoch für den etwa 3-4 km weiten Fußweg, denn es ist noch trocken. Ich möchte mir dabei auch die normalen Wohnsiedlungen anschauen, wo wohl die meisten Singapurer leben. Zunächst gehe ich jedoch an einigen Villen und Einfamilienhäusern der reicheren Stadtbewohner vorbei. Der Weg führt einige Hundert Meter in Fahrtrichtung der U-Bahn, die hier oberirdisch fährt, bis zur großen Kreuzung mit der Bishan Street. Hier biegt man nach links ab und folgt bis zum Tempel dieser Straße, die sich in mehreren sanften Kurven zwischen den Hochhäusern und Wohnblocks einer großen Wohnsiedlung windet. Nach einigen Dutzend Meter komme ich auf der linken Straßenseite an einem großen Gelände der Catholic High School von Singapur vorbei. Später passiere ich ein Einkaufszentrum (Bishan North Shopping Mall), in dem gerade jetzt, am frühen Vormittag viele Bewohner der umliegenden Wohnblocks ihre Tageseinkäufe machen. An ihren Blicken in meine Richtung merke ich, daß Touristen mit Rücksack hier eher selten zu sehen sind. Die umliegenden Wohnblocks sind architektonisch recht interessant und ziemlich abwechslungsreich gebaut sowie von viel Grün umgeben - es ist keine anonyme Einheitsbebauung, wie es manchmal in solchen Wohngebieten der Fall ist. Ich folge weiter der Bishan Street, die hinter einer großen Kreuzung mit der Marymount Road in die Sin Ming Avenue übergeht. Rechterhand befindet sich das grüne Gelände der Asian Golf Academy, links zweigt etwas weiter die Sin Ming Dr ab. Dahinter sehe ich an der Straße einen Tempel. Es ist aber noch nicht mein Ziel, sondern der Tse Tho Aum Temple. Kurz darauf sehe ich aber schon links den Kong Meng San Phor Kark See Tempel. Er liegt auf einem weitläufigen Gelände, das ich über einen Nebeneingang an der Sin Ming Avenue erreiche. Vor meinen Augen erstreckt sich ein großer Komplex von Tempeln, Pagoden und anderen Gebäuden. Als erstes erreiche ich die geräumige Halle des Großen Mitgefühls (Mahakaruna, Hall of Great Compassion), in der sich gerade viele Gläubige sammeln, Räucherstäbchen anzünden, Opfer darbringen und vor dem Altar mit einer mehrköpfigen und -armigen Gottheit indischer Herkunft (Avalokiteshvara bzw. Guanyin Bodhisattva, Bodhisattva der Großen Anteilnahme), flankiert von anderen Bodhisattvas, beten. Dieser Guadyin ist der wichtigste buddhistische Bodhisattva, ein Bodhisattva mit 1000 Armen und Augen.

Bishan - Kong Meng San Phor Kark See Tempel, Trommel- und Glockenturm

Auch zahlreiche Mönche in ihren orangenen und bräunlichen Umhängen kommen in den Tempel. Kurze Zeit später beginnt hier eine Andachtszeremonie unter der Leitung eines höher gestellten Mönches. Viele Leute strömen jetzt in den Tempel. An den Eingängen bekommen sie kleine Liederhefte, verteilt von Frauen, die wohl bei dieser Zeremonie helfen. Die Mönche betreten in Gänsefußmarsch den Tempel und versammeln sich später in einer langen Reihe vor dem Altar. Die Zeremonie besteht ausschließlich aus monotonen Gesängen des Mönchs, an der auch alle Gläubigen teilnehmen. Ich schaue einer Frau über den Arm, wie sie die vertikal angeordneten chinesischen Zeichen in ihrem Liederheft mit ihren Augen verfolgt und in einen Gesang "verwandelt". Eine Weile wohne ich dieser Zeremonie bei, anschließend gehe ich weiter. Das Gelände steigt jetzt etwas an, und nach einer Treppe folgen weitere Gebäude. Zunächst die Haupthalle (Halle der Großen Stärke, Hall of Great Strength), die dem historischen Gründer des jetzigen Buddhismus, Shakyamuni Buddha, gewidmet ist. Diese Halle, mit roten großen Türwänden, ist etwas kleiner als die vorherige. In ihrem Zentrum steht eine Buddhafigur, umgeben von anderen Statuen. Flankiert wird die Haupthalle auf beiden Seiten von schönen Glocken- und Trommeltürmen. Ein langer, schöner Wandelgang führt an einem Wohngebäude der Mönche vorbei bis zum großen und modernen Gebäude, auf dessen Dach sich eine hohe goldene Pagode befindet, umgeben von vier kleineren in den Ecken. Es ist die Pagode der 10.000 Buddhas, die Tausende kleine Buddha-Statuen beherbergt. Links daneben befindet sich Dharma Hall, die u.a. als Bibliothek dient. Davor steht eine riesige Statue von Guanyin (Avalokiteshvara) Bodhisattva, der im chinesischen Stil als eine Mutter dargestellt ist. Links vom Wandelgang besuche ich noch eine schöne, achteckige chinesische Pagode (Hall of Amrta Vinaya), die einen Vairocana Buddha beherbergt. Westlich vom Wandelgang, am Haupteingang der Tempelanlage an der Bright Hill Road befindet sich eine monumentale, architektonisch supermoderne Halle (Venerable Hong Choon Memorial Hall), die an ein riesiges Schiff erinnert, und als letzte und größte errichtet worden ist. Sie soll an den letzten Abt des Klosters, den Hong Choon erinnern. Auch sie beherbergt neben Küchenräumen, einem Speisesaal und Meditationsraum eine große, bronzene Buddha-Statue. Aus Zeitgründen besuche ich diese Halle aber nicht mehr. Stattdessen gehe ich noch weiter nach Süden, wo sich große Gebäude des Krematoriums und der Urnenhalle befinden. Auf dem Dach steht eine große Statue des Ksitigarbha Bodhisattva. Die ganze Tempelanlage ist mit ihren zahlreichen und sehr unterschiedlichen Gebäuden sehr sehenswert. Das, was mich hier aber am meisten beeindruckt, sind die unglaublich dekorativen, sehr verspielten und fast schon kitschig wirkenden typisch chinesischen Dachdekorationen auf allen Bauwerken. Sie sind zum überwiegenden Teil sehr groß und alle mit bunten Mosaiksteinchen ausgelegt. Man sieht u.a. verschiedene Drachen, Schlangen, Pfauen, Kraniche und menschliche Gestalten aus der chinesischen Mythologie. Schade nur, daß es bewölkt bleibt, denn in der Sonne hätten die Dächer mit ihren wunderbaren Dekorationen sicherlich schön und bunt geglänzt, was für mich als begeisterten Fotografen sicherlich der höchste Genuß wäre. Aber auch so kann ich den bunten Figuren nicht widerstehen.

Bishan - Dachdekorationen in Kong Mang San Phor Kark See Tempel

Zwischenzeitlich ziehen mehr und mehr dunkle Wolken auf. Es wir auch an der Zeit, mich auf den Rückweg zu machen, denn ich muß bis 15 Uhr mein Hotelzimmer räumen. Auch zurück gehe ich zu Fuß. Als ich in der Nähe des Einkaufszentrums bin, fallen die ersten warmen Regentropfen herunter, und wenige Sekunden später beginnt es richtig zu schütten. Ich flüchte mich in den Eingangsbereich eines nahen Wohnblocks. Hier verbringe ich etwa eine halbe Stunde, bis es soweit mit dem Regnen nachläßt, daß ich im Schutz meines Regenschirmes überhaupt weiter gehen kann. Als ich die MRT-Station in Bishan erreiche, hört der Regen auf. Bald setzen sich auch durch die Wolken die ersten Sonnenstrahlen durch. Nach einem kurzen Bummel durch das Einkaufszentrum an der U-Bahn-Station entscheide ich mich dazu, nur eine Station zurückzufahren und in Toa Payoh wieder auszusteigen. Ich habe nämlich in einem Reiseführer gelesen, daß sich hier auch eine große und bei den Einheimischen beliebte Tempelanlage befindet. Sowohl auf meinem Stadtplan als auch auf dem Stadtplanausschnitt, der in der MRT-Station hängt, ist der Sion Lin Tempel jedoch nicht dargestellt. Ich versuche also blind die nächste Umgebung der Station zu erkunden - die grobe Richtung erahne ich in etwa. Ich komme zum schönen Stadtteilpark mit kleinen Teichen (Toa Payoh Town Park), der an der Stadtautobahn endet, aber von dem Tempel keine Spur (wie ich später zu Hause feststelle, bin ich in die richtige Richtung gegangen, aber die Tempelanlage lag noch um einiges weiter). Da die Zeit auch schon knapp wird, verzichte ich auf den Tempelbesuch und kehre zur U-Bahn zurück. Hier esse ich noch etwas in einem Schnellrestaurant, bevor ich zurück ins Hotel fahre. Gegen 13.30 Uhr bin ich zurück im New Park Hotel. Jetzt habe ich noch 1,5 Stunden Zeit um zu duschen, mich umzuziehen und mein Gepäck zu packen. Kurz vor 15.00 Uhr verlasse ich mein Zimmer und checke an der Rezeption aus. Dann deponiere ich meinen Koffer und den Rücksack beim Chef der Hotel-Gepäckträger und ca. 15 Minuten später gehe ich wieder zur MRT-Station. Ich möchte jetzt noch eine letzte Tour in das koloniale Zentrum von Singapur unternehmen. Mit der U-Bahn fahre ich diesmal bis zur Station Clarke Quay. Von hier gehe ich über die Coleman Bridge auf die andere Seite des Singapore River, und dann entlang des Flußufers nach Westen. Über die North Boat Quay, Clarke Quay und die breite Hauptstraße River Valley Rd. gelange ich zur Tank Rd., an der sich der hinduistische Sri Thandayuthapani befindet. Leider ist der Tempel verschlossen, so das ich nur den prachtvollen Turm am Eingang bewundern kann. Der Himmel ist wieder ziemlich bedeckt und es ist unglaublich schwülwarm. Die Luft ist so feucht, daß meine Jeans, die ich vorher für die Rückreise nach Deutschland angezogen habe, sich so vollgesaugt haben, daß ich deutlich merke, wie schwer sie geworden sind. Natürlich auch alles andere ist feucht und durchgeschwitzt. Aber trotz des unangenehmen Wetters setzte ich meine letzte Fußwanderung durch die Stadt fort. Jetzt geht es am westlich am Fort Canning Park entlang, vorbei an der katholischen Sacred Heart Kirche vorbei. Hier biege ich nach Nordosten in die Rise Fort / Canning Rd. ab. Unterwegs passiere ich eine methodistische und eine methodistische Kirche, bevor ich am Ende der Orchard Rd. in die Stamford Rd. abbiege. Sie führt am Historischen Museum (gerade im Umbau) vorbei durch das koloniale Zentrum mit alten Gebäuden Richtung Raffles City. Die ganze Zeit schon fallen einzelne Regentropfen herunter und die Luftfeuchtigkeit hat wohl den Sättigungsgrad erreicht. Mein Ziel ist die katholische Good Shepherd Kathedrale, aber als ich an der Kreuzung mit der Victoria Street ankomme, beginnt es wieder heftig zu regnen. Ich verbleibe hier also eine Weile im Schutz der Arkaden. Eine Pause in dem Schauer nutzend rette ich mich dann zum unweit gelegenen Einkaufszentrum Raffles City. Meine Kleidung ist total durchgeschwitzt und feucht vom Regen. In Verbindung mit der kalten Luft in dem stark klimatisierten Einkaufszentrum wird dies sehr unangenehm. Kaltfeuchte Klamotten gehören nicht unbedingt zu den Sachen, die ich mag. Aber mir bleibt nichts anderes übrig. Ich bummle durch die Etagen des Einkaufstempels. Irgendwann gewöhnt man sich an die Kälte und auch die Kleidung wird trockener.

Skyline - Blick von der St. Andrews Road gegenüber City Hall

Zwischenzeitlich hat es aufgehört zum Regnen und ich wage noch einen Versuch, die unweit gelegene katholische Kathedrale zu besuchen. Die feucht-warme Luft wirkt nach dem Verlassen des inzwischen angenehm kühlen Einkaufszentrums wie ein Hammerschlag. In wenigen Minuten erreiche ich den Bischofssitz von Singapur. Die benachbarte Kathedrale, erbaut 1846 ist eindrucksvoll, obwohl relativ klein, im Inneren sehr schlicht und ziemlich dunkel. Aber vielleicht liegt dies auch an den dunklen Wolken, die draußen wieder aufziehen. Ich verzichte also auf den weiteren Spaziergang zu anderen benachbarten Kirchen und Tempeln, die nördlich der Cathedral of the Good Shepherd liegen. Stattdessen kehre ich zum Raffles City zurück. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straßenkreuzung erwischt mich wieder ein kräftiger Regenschauer, so daß ich unter den zum Glück vorhandenen Arkaden wieder abwarten muß, bevor ich den letzten Sprung nach Raffles City wage. Dort gehe ich anschließend Essen. Ich habe bei diesem Wetter keine Lust mehr auf weitere Wanderungen, zumal die Zeit auch schon fortgeschritten ist. Von Raffles City komme ich direkt in den Tunnel zur MRT-Station City Hall und von dort fahre ich zurück nach Farrer Park zum Hotel. Gegen 18 Uhr hole ich im Hotel mein Gepäck ab und mache mich auf den Weg zur U-Bahn und mit ihr zum Flughafen Changi. Dabei muß ich zweimal umsteigen - in Outram Park und dann in Tanah Merah, wo schon die Zubringerbahn zum Flughafen (die letzten zwei Stationen) wartet. Gegen 19 Uhr komme ich in die riesige Flughafenhalle an. Nach Erledigung der Formalitäten und dem Einchecken habe ich noch viel Zeit, die ich im Internet sowie beim Bummeln durch die weitläufigen Flure verbringe. Der Abflug ist um 23.55 Uhr vorgesehen, aber wir heben erst um 0.45 Uhr ab. Wir fliegen mit einem gleich großen Jumbo (Boeing 747-400), wie auf dem Hinflug. Trotz des riesigen Unterhaltungsangebotes im individuellen Bordprogramm des Singapore Airlines verbringe ich die meiste Flugzeit im Schlaf. Und ich kann heute sehr gut schlafen, so müde, wie ich bin. Deshalb vergeht mir der über 12stündige Flug diesmal sehr schnell. Gegen 6.15 Uhr Ortszeit landen wir ziemlich planmäßig auf dem Frankfurter Flughafen und damit geht auch meine Fernreise zu Ende.

Sentosa Island - Schmetterling im Schmetterlings- und Insektenpark

Euren Seuqcaj.

REIZEN-D

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