Die Seychellen, aber diesmal nicht für die Arbeit.
 

SEYCHELLEN

Ich war anfangs des monats noch auf Lanzarote en und nun schon wieder unterwegs für die Seychellen. Eine Insel mit weißen, palmengesäumten Stranden in einem türkisfarbenen Meer voller tropischer Fische. Selbst nach mehrere male, bleibt es für mich immer ein kleines Paradies. Darum gehe ich diesmal dahin fün mein Vergnugen, ende september 2003.

Strand auf Mahé

Source D'Argent

Welcher Schlechtwetter geplagte Westeuropäer träumt nicht davon? Dieser Traum geht weitgehend in Erfüllung, wenn man die Inseln der Seychellen besucht. Die Seychellen liegen im Indischen Ozean und sind mit ca. 9 Stunden Flugzeit im Vergleich zu ähnlichen Schönheiten in der Südsee recht verkehrsgünstig gelegen. Funktionierender Naturschutz, intakte Korallenriffe, keine Unruhen, keine übermäßig hohe Kriminalität, keine Malaria, keine gefährlichen Tiere; all das machen die Seychellen zu einem interessanten und angenehmen, wenn auch nicht ganz billigen Urlaubsziel.

Kuste von Mahé

Source D'Argent

Reisende, die für einen gelungenen Urlaub allerdings Megaphon bewaffnete Animateure und dröhnendes Nachtleben suchen, sind hier fälsch. Die größeren Hotels bieten jedoch ein gutes Sport und Unterhaltungsprogramm, wo ich selbst schon für verantwortlich war. Wer mit dem Flugzeug anreist, landet zwangsläufig auf der größten Insel Mahé.

Markt Victoria (Mahé)

Auf Mahé findet man den größten Teil der Hotelbetten, was nicht bedeutet, daß es hier touristisch überlaufen ist. Selbst an der Beau Vallon Bay, einer großen sichelförmigen Bucht, an der sich einige größere Hotels befinden, tritt man sich nicht gegenseitig auf die Füße. Bettenburgen gibt es auch hier nicht. Freunde des Wassersports finden hier das größte Angebot.

Kuste von Mahé

Source D'Argent

Aber auch eine andere Freizeitbeschäftigung der Touristen auf den Seychellen kann man hier verstärkt beobachten. Es ist das Heiraten. Bietet doch der palmengesäumte Strand oder ein bezaubernder Sonnenuntergang einen exklusiveren Hintergrund, als die Fototapete im heimische Wohnzimmer. Doch die Schweißperlen in den Gesichtern der Frischvermählten verraten, daß der dunkle Anzug und das lange Brautkleid nicht das passende Outfit für den Fototermin am Strand sind.

         Strand auf Mahé                 Strand auf Mahé

Wer trotzdem den Wunsch verspürt, hier den Bund fürs Leben zu schließen, sollte sich an seinen Reiseveranstalter wenden. Er wird alles organisieren, notfalls sogar die Trauzeugen. Ich selber habe hier mit meiner Agentur Rising Star, verschiedene Hochseiten organisiert. Folgende Dokumente sind erforderlich: Der Reisepaß, Geburtsurkunden mit beeidigter englischer oder französischer Übersetzung, sowie eine notariell beglaubigte Ledigkeitsbescheinigung. Nach den einsamen Stranden sucht man am besten mit einem Leihwagen. Und ein Wagen lohnt immer, gibt es doch fast 70 strande auf Mähé zu entdecken.

Mahé Island Anse Takamaka-Beach

Source D'Argent

Grundsätzlich gilt: Je einsamer der Strand, desto beschwerlicher der Weg dorthin. Was auf der Straßenkarte noch wie eine Landstraße aussieht, entpuppt sich nicht allzu selten als einspurige, mit tiefen Schlaglöchern gespickte Piste. Oftmals sind die Wege so zugewuchert, daß sich nur mit viel Phantasie ein Weg erahnen läßt. Abseits der Hauptstraße ist man daher mit einem Jeep am besten bedient.

Kuste von Mahé

Markt Victoria (Mahé)

Leicht mit dem Wagen zu erreichen ist auf jeden Fall die Anse Takamaka. Hier befindet sich auch das inzwischen sehr bekannt gewordene Restaurant Chez Batista. War dar als Gast sehr zufrie-den. Apropos Essen: Auf den Seychellen wird kreolisch gekocht. Scharf gewürzt, aber durchwegs gut. Fisch ist der Hauptschwerpunkt jeder Speisekarte. Da 90 % der 73.000 Seychellios gläubige Katholiken sind, ist hier fast jeder Tag ein Freitag (Freitags essen Katholiken ja bekanntlich Fisch).

Mahé Island Beau Vallon Beach

Blick über die Südkuste Mahé


Neben den zahlreichen Stranden, teilweise mit ungebremst heran rollenden Wellen, größtenteils aber mit schützendem Riff, lohnt sich ein Abstecher nach Viktoria, der Hauptstadt der Seychellen, obwohl die Bezeichnung "Stadt" diesem Ort schon sehr schmeichelt. Nicht umsonst gehört Viktoria mit seinen ca. 25.000 Einwohnern zu den kleinsten Hauptstädten der Welt. Man sollte in Viktoria auf jeden Fall den Markt besuchen. Hier wird neben exotischen Früchten, Gemüse, Gewürzen und Vanille auch von den Fischern der Fang des Tages angeboten, nichts für empfindliche Nasen.

Strand von Mahé

Doch gerade am Fischstand kann der Besucher eine besondere Symbiose zwischen dem Fischverkäufer und dem Vogel beobachten. Dieser ist zwar weniger an den zerlegten Fischen interessiert, wohl aber an den durch die Fische angelockten Insekten. Und so dulden es die Verkäufer, daß der Vogel respektlos über ihren Fang trampelt; sparen sie doch dadurch den Fliegenfänger.

Anse Takamaka (Mahè)

Ein weiterer markanter Punkt von Victoria ist “l’horloge”, eine kleine Nachbildung des Londoner Big Ben und ein Erbe aus britischer Kolonialzeit. Die Riesenstanduhr wurde 1903 eingeweiht und steht heute in einem Kreisverkehr. Ringsherum sind der Justizpalast, die Hauptpost und einige Banken angesiedelt. Außerdem ist der Botanische Garten von Viktoria einen Besuch wert.

Mahé Island Fisherman's Cove - Vieuw from Le Meridien

Mit etwas Glück kann man hier die für die Seychellen typischen Flying Foxes (Flughunde) beobachten. Einige eingesperrte Exemplare kann man in jedem Fall in Käfigen betrachten. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Spitz, Fuchs und Fledermaus. Aber keine Angst, sie sind mehr an Früchten als an Touristenblut interessiert.

Wasserfall (Mahé)

In Viktoria beginnt auch Sans Souci Road. Mit einer Paßhöhe von 500m ist sie die höchste Straße auf Mahé.
In den Bergen wird Tee angebaut. Auf der Teeplantage kann die Weiterverarbeitung der Teeblätter beobachtet werden; oder man probiert einfach nur den Tee und deckt sich mit einem Vorrat für zu Hause ein. Außerdem liegt an dieser Straße ein Aussichtspunkt, die Viewing Lodge, mit einem schönen Blick über die Küste und den Nationalpark von Mahé. Mit dem Flugzeug der Air Seychelles erreicht man von Mahé aus in ca. 15 Minuten die zweitgrößte Insel. Auf dem winzigen Flugplatz der 11 x 4 km großen Insel angekommen, bringen Taxis und Minibusse die Reisenden zu ihren Hotels.

Mahé Island Victoria - Sheik Muhammad Bin Khalifa à Al-Nahagan Mosqué

Hotel auf La Digue

Diese befinden sich hauptsächlich an der Grand Anse und der Anse Volbert. An der Anse Volbert sind die Badebedingungen etwas besser. An der Grand Anse ist der Wasserspiegel relativ niedrig, was das Baden nur schwer möglich macht. Zur Zeit des Süd-Ost-Monsums (Mai bis Oktober) ist der Strand außerdem, bedingt durch die Strömungen, mit Tang übersät. Dafür werden die Bewohner der Grand Anse allabendlich mit wunderschönen Sonnenuntergängen entschädigt.

Victoria (Mahé)

La Digue (Weg zur Anse Cocos)

Außerdem ist der lange Strand ideal für ausgedehnte Spaziergänge geeignet. An den schönsten Stranden befinden sich sowieso keine Hotels.
Anse Gegorette und Anse Laziao sollen zu den schönsten Stranden der Welt gehören. Erreicht man die Anse Laziao noch über eine bergige Betonpiste, muß man, um zur Anse Gegorette zu gelangen, schon einen Fußmarsch in Kauf nehmen. Bequemer geht es natürlich vom Wasser aus mit einem gecharterten Boot.

Botanischer Garten (Victoria)

Riesenschildkröten (La Digue)

Schön und doch relativ gut zu erreichen ist die Petite Anse Kerlan. Die in Felsen eingebettete Bucht bietet sehr gute Schnorchelmöglichkeiten, kann ich persönlich bestätigen, und selbst ängstliche Naturen können in unmittelbarer Nähe des Ufers viele bunte Fische entdecken.

Mahé Island view of Sainte Anne and Cerf Island

Wenige Kilometer vor der Westküste Praslins liegen die winzigen Inseln Cousine und Cousin. Cousin ist ein wichtiges Seevogel-Reservat der Seychellen und Eigentum des Internationalen Vogelschutzverbandes. 250.000 Seevögel bewohnen die Insel. Neben einigen Riesenschildkröten sind hier auch seltene Landvögel heimisch.

Source D'Argent

Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt hat man die Besucherzahlen begrenzt. Nur dreimal in der Woche wird max. 20 Personen der Zutritt gestattet. Die Eintrittsgelder helfen bei der Finanzierung dieses wichtigen Reservates. Die Attraktion von Praslin befindet sich allerdings nicht am Meer. Es ist das Valleé-de-Mai, ein Naturschutzpark, in dem die Vegetation so erhalten blieb, wie sie zur Zeit der Entdeckung überall auf den Inseln zu finden war.

Anse Kerlan (Praslin)

Durch den dichten Regenwald führen bequeme Wanderwege. Der dichte Blätterwald läßt nur wenig Licht durchdringen und der Boden scheint durch die Feuchtigkeit zu dampfen. Die Blätter der Palmen sind ungewöhnlich hart, sie fühlen sich an wie dünnes Blech. Und so kommt es auch zu einer ungewöhnlichen Geräuschkulisse, wenn der Wind die Blätter aneinander schlagen läßt.

Mahé Beach

Hat man erst einmal eine kleine Anhöhe erklommen, bietet sich ein schöner Blick über das Tal. In diesem Park ist nicht nur der schwarze Papagei zu Hause, den es nur hier gibt, sondern auch die berühmte Coco-de-Mer, jene berühmte Kokosnußart mit der Form eines weiblichen Beckens, deren Erwähnung in keinem Bericht über die Seychellen fehlen darf. Mit einem Gewicht von bis zu 20 kg ist sie die größte Baumfrucht der Erde. Gut 4.000 Exemplare dieser Palme sind hier zu finden und man bedenke, daß es sie nur, mit Ausnahme der kleinen Nachbarinsel Curieuse auf dieser Insel gibt. Unter Aufsicht der Regierung werden jährlich 3.000 Coco-de-Mer zum Verkauf angeboten (Preis ca. DM 150 - 250).

Riesenschildkröten (La Digue)

Ganz in der Nähe des Naturschutzparks befindet sich auch ein Wasserfall. Ein Schild bittet darum, hier nicht zu duschen. Der Wasserfall dient nämlich zur Trinkwasserversorgung der ca. 5.000 Inselbewohner. Im Süden von Praslin befindet sich das kleine Städtchen Baie St. Anne. Von hieraus befordert eine Fähre mehrmals täglich Touristen und Einheimische zur Nachbarinsel.

Anse Lazio (Praslin)

La Digue hat keinen Flugplatz, keine richtige Stadt. Es gibt dort auch (fast) keine Autos. Nur ein paar Vehikel transportieren Versorgungsgüter oder müde gewordene Wanderer. Viel Platz zum Fahren haben die ca. 2.500 Bewohner auf der ca. 3 x 5 km großen Insel sowieso nicht. Daher werden Hotelgäste mit dem Ochsenkarren vom Anleger abgeholt. Originell, aber angesichts der vielen Schlaglöcher herrscht auf diesen Gefährten mehr Seegang als bei der Überfahrt mit der Fähre.

Curieu

Tagesgäste werden zu einem Mietfahrrad greifen, um wenigstens einige Markante Punkte der Insel besuchen zu können. Wer länger auf der Insel bleibt, kann eben so gut zu Fuß vorankommen. Jeder Punkt der Insel ist auch zu Fuß spätestens in 1 Stunde erreicht. Nun es sind die bezaubernden strande. La Digue ist keine Korallen- sondern eine Granitinsel. Eben diese Granitfelsen verleihen den Sandstränden eine bizarre Kulisse, die ihres gleichen sucht.

Valle de Mai (Praslin)           Valle de Mai (Praslin)

Valle de Mai (Praslin)         Valle de Mai (Praslin)

Den schönsten, die Source D’Argent, erreicht man, wenn man sich vom Anleger aus gesehen rechts hält. Vielleicht entdeckt man auf seinem Weg den alten Friedhof von La Digue. Unter Palmen, direkt am Meer bieten die Grabsteine ein ungewöhnliches Bild. Ganz in der Nähe ist auch die Kokosnußplantage L’Union Estate.

Source D'Argent

Auf der Plantage wird interessierten Besuchern die Weiterverarbeitung der Kokosnuß anschaulich nähergebracht. Der Betrieb läuft nur wenn Gäste kommen. Meist sind das Gruppen von Kreuzfahrtschiffen, die vor La Digue ankern.

Alter Friedhof von La Digue

Auf dem Gelände der Plantage befindet sich auch ein Gehege mit Riesenschildkröten. Folgt man weiter dem Pfad, gelangt man zur Source D’Argent und Source a’Jean. Ziel jedes Inselbesuchers. Schmale Wege schlängeln sich durch Fels spalten und lassen immer wieder kleine Sandbuchten entdecken. Nicht umsonst war dieser Strand schon oft Drehort von Filmen und Motiv unzähliger Fotografen. Auch dem Präsidenten der Seychellen scheint es hier besonders gut zugefallen, hat er doch ganz in der Nähe sein Feriendomizil.

Cousin

Strande mit ebenfalls viel Granitfelsen, aber auch mit kräftiger Brandung sind die Grand Anse, Petite Anse und die Anse Cocos. Der Weg bis zur Grand Anse läßt sich noch einigermaßen gut mit dem Fahrrad bewältigen. Die Straßen sind holprig und auch etwas hügelig. Ab der Grand Anse geht es dann nur noch zu Fuß über einen Pfad durch üppige Vegetation. Doch es lohnt sich diese Strapazen auf sich zu nehmen.

Strand auf La Digue

Wie auf vielen der anderen Inseln kommen auch hier die Hobbyornithologen auf ihre Kosten. La Digue ist die Heimat des nur hier vorkommenden "Paradiesfliegenschnäppers" (Black Paradise Flycatcher), gerade mal ca. 30 Pärchen dieser Vogelart gibt es noch. Zum Schutz dieser seltenen Art hat man ein Naturreservat eingerichtet, das sich gut für einen Spaziergang eignet. So richtig idyllisch wird die Insel, wenn die letzte Fähre nach Praslin abgefahren ist und die Sonne noch nicht untergegangen ist.

Ladigu

Die Tagesgäste haben die Insel verlassen, die Touristen machen sich für das Dinner fein. Nun kehrt Ruhe ein. Ein paar Hühner kratzen auf den Straßen nach etwas Eßbarem, die Dorfjugend probt den neuesten Tanz, denn jeden Samstag wird das Dorfgemeinschaftshaus zur provisorischen Disco.

Strand auf La Digue

Die alten Männer haben sich zu einem Plausch unter einem Baum am Pier versammelt. Kurz, die richtige Zeit für einen Spaziergang.
Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören und so endete unsere kurze Stippvisite auf den Seychellen hier.

Seychelles

Wer über ausreichend Zeit und Geld verfügt, kann noch andere Inseln der Seychellen erkunden, denn alle sind einen Besuch wert.

INDIAN OCEAN-SEYCHELLES
                                                                                                         Seuqcaj Named

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