Der Nordosten der USA

(u. Nova Scotia - Kanada)
 

Wir sind in der zweite Woche von April 2003. Wenn man von den USA spricht, denken viele an den Westen: Hollywood, San Francisco, Grand Canyon, Las Vegas, Death Valley und Los Angeles sind Stichworte, die einem sofort einfallen. Im Osten denkt man vielleicht gerade noch an New York und Washington. Demnach wären diese beiden Städte alles, was der "wilde" Osten zu bieten hat. Dies ist aber garantiert nicht so: Nationalparks haben eben keine Monopolstellung und dürfen nicht nur im Westen glänzen, denn wild und urtümlich ist die Ostküste allemal. - Oder wüsten Sie, daß der größte Tidenhub (Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut) in der "Bay of Fundy" im Nordosten der USA zu beobachten ist? Wir reden hier nicht von zwei oder drei armseligen Metern, nein, von 13 Metern Unterschied bezüglich Wasserstand innerhalb weniger Stunden!

NEW YORK - MANHATTAN


Auch die Gründung der USA hat sehr wenig mit der Westküste zu tun, denn die ersten Siedler landeten bestimmt nicht bei Los Angeles um ins Disneyland zu gehen, sondern im Bereich der 13 Gründerstaaten des Ostens. Der 4. Juli (wichtigster Feiertag in den USA) geht auf die Unabhängigkeitserklärung von Europa zurück - geschehen im Osten. Und George Washington war mit Sicherheit kein Kalifornier. Alles in allem Grund genug nach mehreren Reisen in den USA (die mich im Westen von Mexiko bis ins nördlichste Alaska und im Osten von Florida bis Neufundland, gebracht hatten) endlich den Nordosten kennen zulernen.

NEW YORK - MANHATTAN


Gelandet in New York am J.F. K.-Airport ging’s gleich in die Innenstadt- sprich Manhattan. Um New York zu erkunden und zu erleben nimmt man sich am besten ein Zimmer in der Nähe des Time Squares, da sich dort nicht nur der Broadway, die Museen und andere Sights befinden, sondern sich der Times Square nachts absolut unvergleichlich mit seinen Lichtern und Reklamen präsentiert. Wie man bemerkt habe ich bis jetzt nur von Manhattan geredet, aber wo bleibt der Rest von New York? Der besticht eher durch seine Wohngebiete und Industrie gebiete und ist damit wohl kaum so interessant wie das pulsierende Leben in Downtown.

               NEW YORK CITY                 NEW YORK CITY

An dieser Stelle ein paar Zahlen, die auf die Größe dieser Wahnsinnsstadt schließen lassen. Insgesamt leben über 8 Millionen Einwohner in diesem "Örtchen". Also, etwa so viele Menschen wie m Österreich oder der Schweiz leben. Betrachtet man allerdings den "Ballungsraum" New York, kann ruhig von etwa 18 Millionen Einwohner gesprochen werden. Was tut man nun als Zugereister in einer pulsierenden Stadt wie New York. Wie war’s mit einem Spaziergang in Manhattan? Kein Problem, denn die Verbrechensrate ist in den letzten Jahren äußerst stark zurückgegangen. Der Grund ist im neuen Polizeichef zu suchen, der mit teils sehr drastischen Mitteln durchgegriffen hat. Allerdings hat man natürlich keine Garantie dafür, daß nichts passiert.

NEW YORK

INFO GUN KILLINGS


Wer glaubt, einsame, dunkle Seitenstraßen Nachts erkunden zu müssen, darf sich nicht wundern, wenn er im Krankenhaus mit einer großen Beule aufwacht. Leuchtschilder wie dieses, das die mittels Waffen ermordeten Menschen beziffert, verhindern (sowieso) zu großen Leichtsinn, oder? Jedenfalls durfte ich am eigenen Leib erfahren, wie man um seine Habseligkeiten erleichtert wird. - Doch ein Anruf bei der Kreditkartenfirma brachte alles wieder ins rechte Lot.

Aber zurück zu den Sehenswürdigkeiten in New York. - Zum Programm gehört natürlich eine "Besteigung" des Empire State Buildings, welches zwar nicht das höchste Gebäude Manhattans ist, aber mit 381 Metern nach dem World Trade Center (411 Meter) an zweiter Stelle rangiert. Doch auf das Dach des Empire State Buildings stellt man sich ja nicht alleine wegen der Hohe, sondern aufgrund des Bekanntheitsgrades und der wirklich tollen Aussicht. Die Idee einmal "oben" zu stehen haben leider auch viele andere und so vergeht schon mal ein Stündchen mit Warten auf einen der 74 Aufzuge! Wer nicht warten will kann ja einige der insgesamt 1860 Treppenstufen besuchen. Wenn man dann endlich 400 Meter über der Erde einen Blick auf das schier endlose Hausermeer wirft:, ist die lange Wartezeit vergessen.

               EMPIRE STATE BUILDING                     MANHATTAN

Das eine Ende Manhattan ist durch die Twin Towers des World Trade Centers gekennzeichnet. Im WTC befindet sich auch eine meiner Künstleragenturen (Wellington Enterprises), der ich selbstverständlich besucht habe, um Halo zu sagen und ein bisschen Business zu machen. Dies ist auch die "reichste" Gegend der Innenstadt, wo sich die großen Banken und die Wall Street befinden. Aber auch China Town befindet sich in dieser "Ecke". Dort kann man Imitationen der bekanntesten Uhrenmarken zu Preisen von etwa 15 Dollar erstehen. Außerdem gibt’s noch T-Shirts, Seide, Obst und, und, und...... Zwar ist dieses Chinatown um einiges kleiner als der große Bruder in San Francisco (dort liegt das größte chinesische Viertel der Welt), aber dafür herrscht ein besonders reges Treiben von insgesamt 10.000 Asiaten.

Zurück zur Aussichtsplattform des Empire State Buildings, denn was liegt eigentlich in entgegengesetzter Richtung zum World Trade Center? Dort liegt er, der Central Park, der größer als das Fürstentum von Monaco ist: 4 km lang und etwa 500 Meter breit zieht sich diese grüne Lunge durch Manhattan. Im Park selbst vergnügen sich täglich tausende New Yorker. Inlineskaten und Mountainbiken gehören ebenso wie Cricket und Baseball zum Alltag. In der Nacht stirbt der Park praktisch völlig aus und wer sich nach Sonnenuntergang noch im selben befindet, wird als "Idiot" tituliert. Der Central Park ist des Nachts sicherlich um einiges gefährlicher als der Rest der Stadt.

MANHATTAN

BROOKLYN  BRIDGE


Da Manhattan eine Insel ist, liegt es nahe, eine "Inselrundfahrt" zu unternehmen. Nicht mit dem Auto sondern mit einem Schiff, welches in regelmäßigen Abstanden um Manhattan kurvt. Dabei sieht der Reisende nicht nur die Freiheitsstatue, auch das UNO-Hauptquartier und eine nicht unbekannte Brücke, die Brooklyn Bridge sind zu bestaunen. Letztere verbindet Manhattan mit Brooklyn und ist vor allem abends besonders schon anzusehen.

Freiheitsstatue

NO-USA


Wieder festen Boden unter den Füßen kann man weiter Sehenswürdigkeiten erkunden und derer gibt es in Manhatten unglaublich viel. Alle zu erwähnen wäre nicht möglich und so habe ich mich auf die "Top-Sights" beschrankt. Erwähnenswert waren da sicher noch das Rockefeller Center mit dem "Prometheusbrunnen" und ein etwas unförmiges Haus, das eher an ein Waffel als an ein Haus erinnert.

               BROOKLYN  BRIDGE                 Waffelhaus

Über breite Highways ging’s nach einigen Tagen weiter nach Washington D.C. Die Hauptstadt der USA ist im Gegensatz zu New York eine Kleinstadt. Mit 626.000 Einwohnern bietet die Hauptstadt der USA aber dennoch das Flair einer Metropole, aber auch das einer kleineren Stadt. Das Klima ist teilweise unerträglich schwül. Dies gilt übrigens auch für New York. Man darf nicht vergessen, daß die beiden Städte in etwa auf der Hohe Neapels liegen.

UNO


Daß Washington nicht gewachsen ist, sondern entworfen wurde, bemerkt man gleich. Alleine die geometrische Anordnung der Innenstadt und der von überall sichtbare Obelisk und auch die highwayähnlichen "Teichrasenverbindungen" zeigen dies deutlich.

Einmal beim Obelisk angekommen ist eine Orientierung nicht mehr schwierig, da man von dort aus alle wichtigen und sehenswerten Gebäude überblicken kann. Das Capitol, Sitz des Kongresses und das Lincoln Memorial liegen auf einer Linie mit dem Washington Monument (Obelisk). Das Weiße Haus liegt genau gegenüber des Washington Monuments. Natürlich durfte ein Blick auf diese Residenz des amerikanischen Präsidenten nicht fehlen, jedoch ist dies ein nicht unbedingt leichtes Unterfangen, da sich immer wieder TV-Teams um die besten Plätze streiten.

               Die Twin Towers im World Trade Center, wo sich auch meine Künstleragentur                   WASHINGTON - OBELISK

Nach New York und Washington hatte ich für’s erste genug von Großstädten und wollte endlich die Natur "pur" erleben. Die Strecke zwischen den beiden Großstädten hatte ich mit dem “Greyhound” zurückgelegt. Richtung Norden mietete ich nun einen Leihwagen und fuhr abwechselnd auf einsamen Autobahnen (Highways) und sechsspurigen Autobahnen (Interstate Higways).

WASHINGTON - OBELISK

    
Lincoln Memorial


Ein Wort zur Übernachtung:
Die ist weder im Westen, noch im Osten der USA ein Problem. Man findet die Motels sozusagen hinter jeder Ecke. Die Ausstattung dieser ist großteils sehr gut, Dusche und WC sind überall im Zimmer und die Preise liegen bei etwa DM 60 (2 Personen). Vor Hotelgutscheinen ist eher abzuraten, da diese nur für Hotels respektive Motels in höheren Preiskategorien gelten und zusätzich ist ein genau einzuteilender Zeitplan notwendig, um die diversen Hotels rechtzeitig zu erreichen. Außerdem muß das Kommen telefonisch angekündigt werden.

Das Weiße Haus

NO-USA


Eine gute Tagesreise von N.Y. entfernt kam ich in den Arcadia Nationalpark. In Europa ist dieser wunderschöne, am Meer gelegene Nationalpark weniger bekannt, da er etwas abseits der normalen Touristenrouten liegt. Die Amerikaner jedoch schätzen diesen Park sehr.

NO-USA

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Der Park bietet traumhafte Küsten, an denen ich nicht nur einmal die verschiedensten Segelschiffe vorbeiziehen sah. Zahireiche Seen hat man in diesem Park für sich alleine, kleinere Berge (etwa 700 Meter) auf die unzählige, naturbelassene Wanderwege führen und wunderschöne Wasserfälle runden dieses "Erlebnispaket" ab.

NO-USA

NO-USA


Weiter nördlich und damit schon in Kanada gibt es ein weiteres Highlight:  Die Bucht von Fundy (Bay of Fundy). Auf dem Weg dorthin kam ich immer wieder an kleinen Städtchen vorbei, in denen die Zeit stehensgeblieben zu sein scheint. Daß ich mich doch im 20.Jahrhundert befand, bemerkte ich, durch einen Automarkt am Straßenrand: 600 PS, irre Farben, extreme Karosserien und ausgeflippte Typen zeigten mir, daß ich im Amerika bzw. Kanada des 20. Jahrhunderts war.

NO-USA

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NO-USA

Aber zurück zur Bay of Fundy:
Wer schon einmal die französische Atlantikküste besucht hat, weiß, daß dort der Unterschied zwischen Ebbe und Flut schon mal ein paar Meter betragen kann. Verglichen mit der Bay of Fund nur ein lächerlicher Tidenhub (Unterschied Flut und Ebbe). An dieser Stelle der Erde gibt es nämlich den größten Tidenhub der Erde. 13 Meter wurden vor einigen Jahren gemessen. Dieses Naturschauspiel ist zwar interessant anzusehen, bringt aber auch einige Problemchen mit sich. Wer beispielweise sein Schiff im Hafen anbindet und dann vielleicht einen Spaziergang im Ort macht, braucht sich nicht wundern, wenn das Schiff nach einiger Zeit in der Luft baumelt. Fotos, wie dieses, bezeugen dies eindeutig.

NO-USA

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Besonders schön anzusehen ist das Naturschauspiel bei "Cape Hopewell". Die hier abgebildete Gesteinsformation (THE ROCK) wird regelmäßig umspühlt und so erkennt man deutlich den riesigen Unterschied zwischen Ebbe und Flut. In St. John gibt es zu diesem Thema noch eine weitere Besonderheit. Dort fließt ein Fluß zu einer bestimmten Tageszeit rückwärts. Klingt unmöglich, ist aber wahr! So verändert sich der Lauf des Flusses innerhalb weniger Minuten. Der Grund liegt darin, daß durch die hohe Flut das Meer landeinwärts fließt.

               NO-USA                   NO-USA

NO-USA

Etwa 200 Kilometer weiter kommt man auf die Halbinsel Nova Scotia. Auch hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, denn wer einmal in Peggy’s Cove war, wird diesen alten Fischerhafen mit den schon fast kitschigen Häusern, nie vergessen. Die Umliegenden Küsten sind absolut unberührt und haben etwas Wildes an sich. Der Atlantik läßt jedenfalls seine ganze Gewalt spüren. Bei naherer Betrachtung erinnert diese Halbinsel an Skandinavien. Die Häuser könnten durchaus auch in Norwegen oder Schweden angesiedelt sein. Dieses europäische Flair verdankt Nova Scotia der frühen Besiedelung durch Schotten (auch heute noch 50 % der Bevölkerung) und Franzosen. Nun durfte auch klar sein, warum dieses Gebiet Neuschottland heißt.

NO-USA

Als ich nach einiger Zeit wieder Lust auf Großstadt hatte, fuhr ich weiter nach Halifax. Die Hauptstadt von Nova Scotia hat ca. 120.000 Einwohner. Ihre wirtschaftlich Bedeutung verdankt diese Stadt dem ganzjährig eisfreiem Hafen. Im Gegensatz zum restlichen Teil der Halbinsel bietet Halifax eine Mischung aus moderner Stadt mit Wolkenkratzern, einer netten Altstadt und einem alten Hafenviertel. In diesem Hafen liegt ein wunderschön renoviertes Segelschiff namens Blue Nose.

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NO-USA

Beim Bummeln durch die Stadt wurde ich immer wieder mit der Geschichte konfrontiert. Über der Stadt liegt eine im 19 Jahrhundert angelegte Zitadelle, von der aus die gesamte Stadt überblickt werden kann. Heute ist diese "Festung" ein Museum, welches als Beispiel für effektiven Geschichtsunterricht angesehen werden kann. Neben Videogroßleinwänden trifft der Besucher immer wieder auf Angestellte, die in jedem Kostümabenteuerfilm mitspielen könnten. Aber auch die Festung selbst spiegelt die Geschichte Nova Scotia wieder. Der gesamte Gebäudekomplex ist "vollgestopft" mit alten Uniformen, Gewehren, Feldbetten usw.

NO-USA

NO-USA - KANADA

Da ich im Zeitplan schon etwas hinten lag, mußte ich Halifax verlassen und machte mich auf den Weg in Richtung Niagara Fälle. Über Quebec und die großen Seen ging es wiedereinmal über endlose Higways Richtmig Südosten. Und auch auf der Fahrt traf ich in immer wieder auf Historisches. Beispielsweise auf einen kleinen Ort, in dem die Zeit nun wirklich stehengeblieben ist. Genauer gesagt handelte es sich um ein Museum der besonderen Art. Es wurde das Leben und Arbeiten im letzten Jahrhundert nachgestellt. Wieder liefen die Frauen in ihren Rocken herum, statt Autos "kurvten" Pferdewagen umher und als Antrieb für die Mühle gab’s natürlich nur Wasser. Ein Schmied formte gar sonderbare Dinge und im Laden um die Ecke konnte ich einkaufen, wie vor hundert Jahren. Aber wie gesagt die Zeit drängte und so fuhr ich weiter zu den Niagara Fällen.

NO-USA

Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Nordamerikas sind die Niagara-Fälle. Zwar sind diese ja nicht allzu hoch (50 Meter - ein Wasserfall in Venezuela stürzt 1000 Meter in die Tiefe), aber dafür breit und tosend. Was viele nicht wissen: Der schönere und imposantere Teil der Wasserfalle liegt in Kanada und nicht in den USA: Die Horseshoe Falls sind 790 m breit und 49 Meter hoch. Jenseits der Grenze liegen die "American Falls" mit 390 Metern Breite. Ûbrigens wird es die Niagara Fälle nicht lange in dieser Form geben! Alleine zwischen 1842 und 1905 sind die Falle um 80 Meter durch Erosion zuruckgewandert. Leider sind die Falle von Touristen geradezu überrannt. (Nach meinen Aufenthalten in den unberührten. Gegenden der USA und Kanada hatte ich einen regelrechten "Menschenschock".)

Niagarafälle

Hinter jeder Ecke lauert ein Souvenirladen und die Preise für Hotels sind weniger touristenfreundlich. Als ich allerdings abends die Fälle sehen durfte, war aller Ärger verflogen. Durch eine selten gesehene Bestrahlung durch riesige Scheinwerfer, erschienen die Falle in wirklich unglaublicher Schönheit. Nach zwei Tagen verließ ich die "Niagara Falls" um den Flieger von New York nach Deutschland rechtzeitig zu bekommen. Wer eine Reise in die USA plant und vielleicht nicht genau weiß wohin - Der Osten bzw. Nordosten bietet jedenfalls eine Alternative zum "Wilden Westen".

Niagarafälle

NIAGARA FALLS BY NIGHT

SEUQCAJ NAMED

REIZEN-D

SHOW-TOUR