So erlebte ich Indonesien einmal anders

Jakarta, Hauptstadt von Indonesien, seit 1949.


Vorige Woche war ich noch in Malaysia. Wir sind nun die zweite Woche von Februar 2004 und ich befinde mich mit meiner Freundin Melissa am Flughafen in Frankfurt und warte ungeduldig auf den Flug nach Indonesien. Ich bin sehr aufgeregt, da ich keine Ahnung habe, was mich erwarten wird. Der Urlaub wird in vieler Hinsicht etwas Neues sein. Noch nie war ich 6 Wochen am Stück im Urlaub. Aber vor allen Dingen ist es mein erster Rucksackurlaub. Wir wissen weder unsere Reiseroute in Indonesien, noch wo wir in der ersten Nacht in Jakarta wohnen werden. Alles was wir wissen, steht in unserem unentbehrlichen Reiseführer, der uns die nächsten 6 Wochen begleiten wird...

INDONESIA

Und so landen wir nach 16 Stunden Flug, mit Aufenthalt in Bangkok und Singapur, endlich in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens. Ich bin völlig erschlagen, da ich auf dem Nachtflug vor Aufregung kein Auge zugemacht habe. Ich bin mittlerweile seit 30 Stunden auf den Beinen. Doch nun sitzen wir im Bus, der uns in die Innenstadt von Jakarta bringt. 1 Stunde dauert die Fahrt bei 35 Grad im Schatten mit dem schrottreifen Omnibus.

Bawamataluo-Indonesia.

Die Stadt ist riesengroß, die Armut überall schockierend sichtbar. Ich habe noch nie zuvor Slums gesehen, aber ich habe sie mir genau so vorgestellt. Eine Wellblechbude neben der anderen, dazwischen vergammeln Autofracks und auf der Straße brennen die Mülleimer. Doch das Schockierendste ist, daß zwischen diesen Blechhütten große verspiegelte Bankhäuser und Industrie Gebäude stehen. Ein Kontrast der einem immer in Erinnerung bleibt.

Batursemeru-Indonesia.

Das Zentrum dagegen ähnelt denen europäischer Großstätte mit McDonalds und Kaufhäusern. Anstatt der vielen Taxis fahren hier jedoch kleine rote Motorräder-Bejaks mit unglaublicher Geschwindigkeit durch die Stadt. Hier steigen wir aus dem Bus und werden sofort von einigen Indonesiern umringt, die uns ein Zimmer anbieten wollen. Doch Vorsicht! Im Reiseführer steht, man soll nicht auf die Schlepper eingehen, da man dann ihre Provision mitbezahlt. Also machen wir uns auf den Fußweg zur Jalan Jaksa.

Motorrad-Bejaks in Jakarta.

Hier sind die billigen Unterkünfte für Rucksackreisende. Und jetzt fährt mir der Schrecken erst richtig in die Glieder. Ich habe nicht unbedingt mit einem Nobelzimmer gerechnet, aber diese Unterkunft läßt nun wirklich einige Wünsche offen. Unser winziges Zimmer enthält außer den beiden Metallbetten mit ihren vergilbten Bettbezügen nur einen Ventilator. Es gibt weder Teppich noch Tapete, und der Putz bröckelt von den Wänden. Das winzige Fenster ist mit einem Moskitonetz abgehängt, dessen Löcher so groß wie Tennisbälle sind. Die Toilette auf dem Flur besteht eigentlich nur aus einem Loch im Boden und die Spülung nur aus einer Schöpfkelle. Das Duschrohr ragt einfach aus der Wand, ohne Duschbecken oder Abfluß. Dies hat natürlich zur Folge, daß das Wasser unter der Tür abfließt und den ganzen Gang hinunter. Aber dafür kostet das Doppelzimmer auch nur 15000 Rupiah, das sind ca.14 DM.
Als ich schweißgebadet im Bett liege, eingecremt mit Dschungelmilch, frage ich mich, ob ein Rucksack-Urlaub wirklich das richtige für mich ist. Doch wie sich herausstellen soll, ist dies mit Abstand die interessanteste Art des Reisens, und ich werde es immer wieder so machen. Am nächsten Tag verlassen wir fluchtartig Jakarta. Wir suchen uns erst einmal ein ruhiges Plätzchen zum Erholen. Deshalb fahren wir an die Westküste Javas, nach Carita.
Java ist die wichtigste der 13000 Inseln Indonesiens. Sie ist zwar nicht die größte, aber hier wohnen 2/3 der Bevölkerung und nahezu die gesamte Industrie des Landes ist hier angesiedelt. Die 100 km lange Busfahrt kostet uns ganze 4 Mark. „Verblüffend billig", denken wir und erfahren kurze Zeit später, daß man uns einfach den doppelten Fahrpreis abgeknöpft hat. Touristen zahlen halt immer ein bißchen mehr. Die gewünschte Erholung finden wir am kilometerlangen Strand Caritas. Bei einem ausgedehnten Spaziergang kommen wir in abgelegene Orte, wo Touristen noch selten sind. Die splitternackten Kinder laufen eine Ewigkeit lachend hinter uns her. Vielleicht liegt es daran, daß wir ihnen zuvor Kaugummis geschenkt haben.

Kindern am Strand von Carita, Java.

Die zweite Nacht unseres Indonesienurlaubs verbringen wir in einer wunderschönen und romantischen Bambushütte mit Doppelbett und Veranda, ein Traum nach der muffigen Stube in Jakarta. Leider kommen wir wieder nicht zu unserem verdienten Schlaf. Die etwas löchrige Hütte entpuppt sich als Ratten-Durchgangs-Straße und die Moskitos scheinen ganz besonders europäisches Blut zu bevorzugen. Wir brauchen also noch einen weiteren Erholungstag. Diesen nutzen wir, um uns ein Moskitonetz zu besorgen, uns mit zwei Pariserinnen, Judith und Lydia, anzufreunden und mit ihnen die indonesische Küche auszuprobieren.
Wir gehen in ein typisch indonesisches Warung, das ist ein kleines indonesisches Straßenrestaurant. Wir bekommen 2 Nasi Goreng, 3 Cola, 1 Tee und 3 Liter Wasser für insgesamt 5 DM. Leider stellt sich daraufhin der obligatorische Durchfall ein.

Indonesisches Warung.

Doch jetzt kann uns nichts mehr erschüttern und der Urlaub kann richtig beginnen. Am nächsten Morgen machen wir uns also auf den Weg nach Bogor, mit einem kleinen Zwischenstop in Rankaspitung. Hier wohnt Gung, ein Lehrer, den wir in Carita kennen gelernt haben. Er besteht darauf, daß wir seine Schule besuchen. Ein echtes Erlebnis, nicht nur für uns. Wir werden in mehrere Klassen geführt, wo die Kinder uns mit offenem Mund anstarren. Jetzt ist uns auch klar, warum wir so wenig Englisch sprechende Menschen treffen. Unsere Konversation mit der Englischlehrerin, wird dadurch erschwert, daß wir kein einziges Wort von ihr verstehen.

Schule in Rankaspitung, Java.

Zurück zum Bus geht es mit dem Bejah. Ich kann kaum glauben, daß dieses kleine Männchen uns alle drei in seinem Fahrradtaxi transportieren will. Aber nachdem wir uns in die kleine Kabine gequetscht haben, geht es los. Nicht besonders schnell, aber wir kommen zu unserem Bus. Dieser bringt uns in nur 3 ½ Stunden nach Bogor. Die 50 km führen durch dicht bewachsenen Regenwald. Weit und breit nichts anderes als saftige grüne Sträucher und Bäume. So schon dieser Anblick ist, so unglaublich sind auch die Regenfälle, die im Dschungel nieder brausen.

Fahrrad-Bejak


Dies müssen wir miterleben, bis wir Bogor erreichen. Damit wir nicht in den Regen müssen, steigen wir direkt in ein Taxi, das uns zum nächsten Hotel fahrt. Doch ein kurzes Überqueren der Straße reicht, um uns bis auf die Knochen zu durchweichen. Das Wasser schießt knöcheltief die Straße herunter. Als wir ins Hotel stürzen, gibt es keinen trockenen Fetzen Stoff mehr an unserem Leib. Da ist es auch egal, wenn man in einem Nobelhotel gelandet ist. 35 DM kostet das billigste Doppelzimmer. Bei meine Auftritte bin ich dies gewohnt, aber für einen Rucksackurlaub in Indonesien, find ich dies nicht billig. Soviel Bargeld hat man in Indonesien nicht einfach in der Tasche. Hallo Eurocard.

BALI-INDONESIA-2.

Bogor liegt am Fuße eines Vulkans, dem 2958m hohen Gunung Gede. Diesen wollen wir unbedingt besteigen, ein erstes Highlight unseres Urlaubs. Also machen wir uns mit Judith und Lydia, die wir in Bogor wiedergetroffen haben, auf den Weg nach Cibodas, dem Ausgangspunkt für die Gede-Besteigung. Hier quartieren wir uns in eine Jugendherberge ein. Mittlerweile sind wir Einiges gewöhnt, so daß uns auch die riesige Spinne vor dem Fenster nicht weiter beunruhigt. Der Körper dieses Ungetüms hat eine Länge von ca. 15 cm und die Beine sind noch einmal so lang. Man hat das Gefühl, einen Roboter vor sich zu haben, der sich langsam und ferngesteuert in seinem Netz bewegt.

Lombok-Indonesia-2.


Am nächsten Morgen stehen wir extra um 7 Uhr auf, da wir einen anstrengenden Aufstieg vor uns haben. Es dauert aber wie immer alles viel länger als geplant und so betreten wir um 9.30 Uhr den Nationalpark des Gunung Gede. Der Aufstieg ist unglaublich toll. Ein schmaler Pfad windet sich durch den dichten Dschungel. Bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 100% kämpfen wir uns den Berg hinauf. Durch saftig grüne Vegetation mit Farnen, Bananenpalmen, Bambus und Lianen. Dampfende heiße Bäche, deren Wasser im Innern des Berges aufgeheizt wird, kreuzen den Weg. Um 15.00 Uhr erreichen wir völlig erschöpft den Gipfel.

         Aufstieg auf den Gunung Gede.                                   Aufstieg auf den Gunung Gede.

Wir stehen auf dem Kraterrand und können nur ein paar Meter weit sehen, weil es hier so nebelig ist. Schade, aber am Nachmittag zieht es sich über der aufgeheizten Erde immerzu. Also machen wir uns sehr bald wieder auf den Rückweg. Doch leider schon zu spät. Als wir 1/3 des Abstiegs hinter uns gebracht haben, wird es dunkel. Und dunkel heißt im Dschungel wirklich dunkel. Man kann die Hand vor Augen nicht mehr erkennen, geschweige denn den Weg. Also tasten wir uns im Gänsemarsch, an den Händen haltend, den schmalen Pfad hinunter. Die einzigen Lichtstrahlen kommen von kleinen Glühwürmchen und einem Moos, das eine leichte phosforizierende Wirkung hat. 3 Stunden lang rutschen wir Schritt für Schritt den Berg hinunter, fallen in Bäche und über Baumstämme und bringen vielleicht 1000m hinter uns. Doch wir haben Glück und werden von 2 Indonesiern mit Taschenlampen überholt. Diese leuchten uns den restlichen Weg und so treten wir um 23.00 Uhr erleichtert aus dem dunklen Wald heraus. Hätten wir dieses Glück nicht gehabt, so wären wir wahrscheinlich die ganze Nacht Zentimeter um Zentimeter den Berg hinabgestiegen. So fallen wir nach einem anstrengenden Tag ins Bett. Was für ein Abenteuer!

Die erste Woche unseres Urlaubs ist vorüber, und wir sind restlos glücklich. An die kleinen Unannehmlichkeiten eines Rucksackurlaubs in Indonesien haben wir uns mittlerweile gewöhnt und ebenso an die unglaubliche Hitze und Luftfeuchtigkeit. Da ich sowieso ein schnell transpirierender Mensch bin, komme ich aus dem Schwitzen gar nicht raus. Am nächsten Tag geht es in den Safaripark. Bei einer Busfahrt durch das Freigehege kommen die Tiger, Löwen, Bären, Giraffe, ganz dicht ans Auto. Die Orang-Utans kann man für 1 DM zum Phototermin bitten. Dieser entwickelt sich dann zu einer heillosen Schlacht um Haargummis, Schuhe und allem, was nicht fest ist. Und das kann mit drei Menschenaffen ganz schon anstrengend werden.

Urang-Utangs im Safaripark von Bogot.

Unsere wichtigste Begegnung ist aber die mit einem Waran, der träge in der Sonne liegt. Bei einer Fete vor unserem Abflug wurde ein Geo-Artikel über die Komodo-Warane herumgereicht. Das sind die letzten noch lebenden Dinosaurier. Seit 60 Millionen Jahren leben sie auf einer kleinen Insel Indonesiens. Eigentlich wollten wir gar nicht nach Komodo, doch jetzt wo wir einen echten Waran vor uns haben, entscheiden wir uns, noch einen kleinen Abstecher zu diesen Ungeheuern zu machen. Wie sich herausstellen soll, ist das ein goldrichtiger Entschluß. Doch jetzt geht es erst mal nach Pangandaran an der Südküste Javas. Dort treffen wir nach einer 10 stündigen Busfahrt ein. Pangandaran ist ein kleines Dorf an einem ewig langen Strand mit riesigen Wellen. Hier bleiben wir sogar drei Tage, weil es uns so gut gefällt.

Am ersten Tag machen wir eine Motorradtour durch das Hinterland. Ludwi, unserer Führer, bringt uns zu verschiedenen interessanten Orten. Höhepunkt ist die Fahrt auf dem Green Canyon. In einem kleinen Einbaum paddeln wir den schmalen Fluß hinauf. Er ist, wie der Name schon sagt, grün. Ein wunderschönes grün, passend zu der üppigen Vegetation am Ufer. Nach einiger Zeit gelangen wir in eine kleine Schlucht. Hier steigen wir aus dem Einbaum und baden zwischen den Felsen. Einfach toll! Abends gibt es frischen Fisch. Er schmeckt zwar sehr gut, aber am nächsten Morgen sind wir uns nicht mehr so sicher, ob er auch für unseren Magen gut ist. Wir laufen nämlich über den Fischmarkt. Von Hygiene keine Spur. Die Fische liegen einfach auf dem dreckigen Boden und vor allen Dingen in der prallen Sonne, natürlich ungekühlt.

Green River bei Pangandaran.

Danach sehen wir den Fischern beim Einholen der Netze zu. Die Netze sind an Land festgebunden und werden mit dem Boot aufs Meer gebracht. Danach ziehen vor allen Dingen Frauen das Netz wieder herein. Die Ausbeute ist armselig. Im Netzt sind 90% Quallen und Müll. Dazwischen hat sich ab und zu mal ein kleiner Fisch verirrt. Der Müll bleibt einfach am Strand liegen. Das hat natürlich zur Folge, daß er kurze Zeit später wieder vom Meer aufgenommen wird, damit er am nächsten Tag wieder in den Netzen hängt. Na ja, ich bin ja auch kein Fischer.

         Fischer am Strand von Pangandaran.                                   Fischer am Strand von Pangandaran.


Ansonsten haben wir uns in Pangandaran einen wunderschönen Sonnenbrand geholt, obwohl wir nicht mal in der Sonne lagen und der Friseur, der mir für 3 Mark in seinem Hausflur die Haare geschnitten hat, war auch sehr gut. Hier gibt es zum ersten Mal uralte, kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Etwas außerhalb von Yogya stehen die beiden großartigen Tempel Prambanan und Borobudur. Für jeden dieser Tempel planen wir einen ganzen Tag ein. Zu erst geht es zu der hinduistischen Tempelanlage, dem Prambanan.

         Typisch indonesische Fähre.       Prambanan.


Sie besteht aus einem Haupttempel und vielen kleinen Nebentempeln, den sogenannten Candis. Jede ist ihrem eigenen Gott gewidmet. Die gesamte Anlage ist im 9.Jhd. entstanden und wurde völlig ohne Mörtel gebaut. Die Rekonstruktion weiterer Candis und einiger buddhistischer Tempel in der Umgebung ist noch im Gange. Dabei werden die noch herumliegenden Steine mit Computersimulation zusammengefügt. Auf der Tempelanlage befindet sich eine Bühne, auf der regelmäßig das bedeutendste hinduistische Epos, das Ramayana, aufgeführt wird. Solch eine Vorstellung schauen wir uns am Abend an. Es ist sehr farbenprächtig mit hübschen Kostümen und vielen Darstellern. Leider bleibt uns der Inhalt des Stücks völlig verschlossen.

Prambanan.

Statt dessen trägt jedoch eine Kindergruppe, die an der Aufführung beteiligt ist, zur allgemeinen Belustigung bei. Einige der Kinder scheinen keine Ahnung zu haben, was sie zu tun haben und laufen und fällen wild durcheinander und über ihre eigenen Füße. Besonders ein kleiner Junge fällt auf. Er ist die ganze Zeit damit beschäftigt seine viel zu große Hose im Zaum zu halten, die ihm regelmäßig an den Kniekehlen hängt.
Am nächsten Tag besuchen wir den Borobudur. Dies ist die größte buddhistische Tempelanlage Südostasiens. Sie entstand, genauso wie der Prambanan, im 9. Jahrhundert. Die Anlage besteht aus einer 40m hohen Pyramide mit einer Seitenlänge von 110m. Ein 5 km langer Weg führt ringförmig zur Spitze dieser Pilgerpyramide. Auf diesem Weg lernt der Pilger alles über das Buddhas Leben und seinem Aufstieg in das Nirwana.

Bali - Indonesia

Auf der obersten Plattform der Pyramide stehen 72 kleine Stupas (Glocken). In der Mitte steht eine etwas größere Stupa. Sie stellt das Nirwana dar und ist völlig unzugänglich. Das Nirwana zu erreichen, ist das oberste Ziel der Buddhisten. Aber nur nach einem besonders gläubigen und guten Leben wird man im Nirwana wiedergeboren. Der Tempel ist durch seine Größe und reiche Verzierung sehr eindrucksvoll.

Borobudur.

Leider ist er noch heute ein beliebtes Pilgerziel. Jetzt jedoch für Touristen. Auch einheimische Touristen sind viele vorhanden. Für sie scheinen wir jedoch interessanter zu sein als der Tempel, denn wir erscheinen jetzt auf mindestens 10 Photos, zwischen Töchtern und Söhnen, irgendwelcher indonesischer Großfamilien. Besonders eindrucksvoll ist der Borobudur bei Sonnenuntergang, wenn die Sonne hinter dem grünen Urwald untergeht und die gesamte Anlage in ein düsteres Licht taucht. An diesem Abend verabschieden wir uns endgültig von unseren beiden Begleitern aus Kiel, mit denen wir jetzt 2 Wochen zusammen gereist sind. Nun trennen sich unsere Wege, da die beiden bald wieder nach Hause müssen und wir ja noch weitere 6 Wochen vor uns haben.

Tempel von Borobudur in Java.

Unser nächstes Ziel ist wieder ein Vulkan: der Mount Bromo. Doch vorerst bleiben wir noch einen Tag in Yogya, um uns die Stadt anzugucken. Hier gibt es noch ein paar kulturelle Höhepunkte. Zum einen den Kraton, Sitz und Wohnstätte des Sultans Hamengko Buwono X. Sein Amt hat zwar nur noch repräsentative Zwecke, trotzdem ist der Sultan sehr angesehen, da er bei den Befreiungskriegen gegen die Holländer sehr viel Einfluß hatte. Der Kraton ist allerdings nicht sonderlich interessant. Im Hof spielt ein Gamelan-Orchester. Gamelan ist die traditionelle Musikform Indonesiens. Die Instrumente bestehen aus unterschiedlich großen Töpfen, die wie ein Xylophon mit Hilfe eines kleinen Hammers geschlagen werden. Das Gamelan ist für westliche Ohren ohnehin schon sehr ungewohnt, da es keinerlei Melodie oder Harmonie enthält. Doch dieses Orchester ist besonders unharmonisch. Es hörte sich an wie eine rein zufällige Aneinanderkettung von Tönen.
Als nächstes besuchen wir den Vogelmarkt. Hier gibt es Vögel in allen Farben und Größen zu kaufen. Auch wenn die Indonesier kein besonders tierliebendes Volk sind, so werden doch immense Summen für Vögel bezahlt. Dabei kommt es besonders auf den Gesang an. Leider werden die Vögel in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Teilweise sitzen 10 Vögel in einem winzigen Käfig, in den wir nicht einen einzigen Wellensittich stecken würden.
Weiter geht es zum Lustschloß. Dieses etwas heruntergekommene Bauwerk heißt so, weil es einem früheren Sultan diente, der von einer Aussichtsgalerie seine Frauen beim Baden zusah. Den Kulturtag beenden wir mit dem Besuch einer Wajang Kulit-Vorstellung. Wayang Kulit ist das traditionelle Schattenspiel der Indonesier. Hinter einem aufgespannten Tuch sitzt der Dalang, der mit Puppen aus Leder ein Schattenspiel auf die Leinwand projiziert. Gleichzeitig ist der Dalang der Erzähler und mit den Füßen macht er die Geräusche zur Geschichte. Die ganze Aufführung hat eine schone Atmosphäre, da wir aber des Indonesische Sprache nicht mächtig sind, verlassen wir die 3 stündige Vorstellung schon vorzeitig.

Wayang-Kulit Vorstellung.

Am selben Abend machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Zum ersten Mal werden wir die indonesische Eisenbahn ausprobieren. Um 24 Uhr suchen wir einen Sitzplatz im Zug nach Surabaya. Plätze gibt es eigentlich genug. Doch die ausnahmslos indonesischen Fahrgäste bestehen auf einem Doppelbank als Schlafplatz für sich allein. Nachdem wir den gesamten Zug abgelaufen sind, finden wir Gott sei Dank noch ein freies Doppelbänkchen, das wir uns für die Nacht teilen. In Surabaya, das bereits in Ostjava liegt, steigen wir um in den Zug nach Probolinggo. Hier fährt ein Bus hinauf in die Berge zum Tenggermassiv. Das ist ein riesiger Vulkankrater, in dem sich durch spätere Ausbrüche mehrere kleine Vulkane gebildet haben. Einer davon ist der Mount Bromo, unser Ziel.

Tengermasiv.

Der Bus fährt bis zum Tengger-Krater hinauf, wo ein Hotel auf dem Kraterrand gebaut wurde. Hier quartieren wir uns für die Nacht ein. Vom Speiseraum aus hat man einen wunderbaren Blick in den enormen Krater. Das der Vulkan noch aktiv ist, sieht man sofort. Der Bromo ist ununterbrochen am dampfen und ein zweiter Vulkankegel dahinter schickt alle paar Minuten ein kleines atompilzförmiges Wölkchen in den Himmel. Trotz des wunderschönen Ausblicks sind wir nicht wirklich glücklich. Das liegt zum einen an den großen, roten, juckenden Flecken, die wir am ganzen Körper haben. Eine nähere Untersuchung unserer Schlafsäcke und des Moskitonetzes bringt einige kleine braune Käfer zum Vorschein: Bedbugs oder auch Wanzen genannt. Die Schlafsäcke nutzen wir im Allgemeinen nicht, um uns zu wärmen, sondern um eine Unterlage auf den manchmal arg vergammelten Bettlaken zu haben.
In der kommenden Nacht sind wir jedoch wirklich auf die Säcke angewiesen, da es auf 2320m Höhe auch in Indonesien ganz schon kalt ist. Die Unterkunft bietet leider auch nicht, was sie verspricht. Das Essen ist wirklich miserabel und wird mich noch den ganzen nächsten Tag beschäftigen. Die Zimmer sind klein und dreckig, das warme Wasser ist gar nicht warm, und der versprochene Weckdienst tritt auch nicht in Aktion. Gott sei Dank haben wir unseren eigenen Wecker dabei, der um 2.30 in der Nacht klingelt. Wir müssen so früh raus, damit wir zum Sonnenaufgang an einem bestimmten Aussichtspunkt sind, um ein grandioses Schauspiel der Farben zu erleben. Nach einer Stunde anstrengendem Aufstieg, das schlechte Essen macht sich heftig bemerkbar, erreichen wir den Aussichtspunkt.
Kurze Zeit später kommen die ersten Sonnenstrahlen über die Bergspitze. Das ist der Anfang des atemberaubendsten Sonnenaufgangs meines Lebens. Die Sonne ist feuerrot und taucht das gesamte Tenggermassiv in eine rotbraune Farbe. Doch die Steinwüste vor uns ändert von Minute zu Minute ihre Farbe. Rot, braun, orange, gelb. Der Fotoapparat steht gar nicht still. Dann steigt der Nebel langsam aus dem Krater auf und verflüchtigt sich. Die Vulkane vor uns leuchten mittlerweile blau. Die Steinmassen sehen aus wie in einem Ölgemälde. Das gesamte Schauspiel geht in einigen Minuten vorbei. Wenn man nah am Äquator ist, scheint die Sonne sich richtig zu beeilen, um zum Zenit zu kommen. Doch diese Minuten werden immer unvergeßlich bleiben.

Gunung Bromo.

Eigentlich sollte nun eine Wanderung in den Krater auf dem Programm stehen, doch die Müdigkeit und der angeschlagene Magen treiben uns wieder ins Bett. 5 Stunden Schlaf holen wir nach, bevor wir das Hotel verlassen, um uns eine andere Unterkunft zu suchen. Wir landen in Yoschi's Guesthouse, einem Geheimtipp aus unserem Reiseführer. Es stellt sich heraus, daß dies die schönste Unterkunft unseres Urlaubs sein soll. Das Zimmer ist gemütlich eingerichtet mit Wandteppichen und einem riesigen gemütlichen Bett, ganz ohne Wanzen. Das Restaurant ist typisch indonesisch eingerichtet und das Essen schmeckt hervorragend. Und die heiße Dusche liefert tatsächlich heißes Wasser. Dies ist übrigens die erste und letzte heiße Dusche unseres gesamten Urlaubs. Und alles zu einem Preis von 5 DM für ein Doppelzimmer. Ein echter Geheimtipp.
Die Besteigung des Bromos am nächsten Tag blasen wir ab. Unser nächstes große Ziel ist die Insel Komodo, und da wollen wir jetzt so schnell wie möglich hin. Zwischen uns und Komodo liegen allerdings noch ca. 400 km und 3 Inseln. Das nächste Etappenziel ist jedoch nicht ganz so weit weg. Wir wollen nach Denpasar, der größten Stadt auf der so bekannten Insel Bali. Doch die Weiterreise verläuft ganz anders als erwartet. Am Morgen fahren wir dem Bemo zurück nach Probolinggo, dem nächsten größeren Busbahnhof, und kaufen zwei Tickets nach Denpasar. Der Bus soll angeblich nur 7 Stunden brauchen. Doch 1½ Stunden später ist der Bus noch nicht einmal losgefahren. Mit der Unterstützung der Polizei kriegen wir wenigstens einen Teil unseres Geldes wieder und kaufen zwei Tickets für den nächsten Bus. Dieser macht sich dann weitere 1½ Stunden später auf den Weg. Verwunderlicherweise hält er jedoch 2 Stunden später schon wieder an und uns wird mit Händen und Füßen klar gemacht, daß wir jetzt dreistündigen Aufenthalt haben. Oops! Doch dieser Aufenthalt soll interessanter werden als erwartet.
Wir fällen in das nächste Warung ein. Ein Warung ist ein kleines Straßen Restaurant, das nur aus ein paar Brettern besteht und im Allgemeinen nur eine typisch indonesische Malzeit anbietet. Es ist jedoch immer sehr billig und meistens auch noch gut. In diesem Warung scheint jedoch noch nie ein Ausländer gegessen zu haben. Die Leute starren uns an, als kämen wir vom Mond. Na ja, man lächelt und grüßt auf gebrochenem Indonesisch: „Aba kabar!" Das freut die Menschen immer ganz besonders und bricht das Eis. Und kurze Zeit später sitze ich mit einem Einheimischen bei einer Partie Schach und eine ganze Menschentraube sammelt sich um uns herum. Wir kaufen dann noch die ein oder andere Flasche Bier für die neuen "Freunde" und es entwickelt sich ein kleines Fest, bei dem man sich mit Händen und Füßen zu verständigen weiß. Selbstverständlich präsentierte ich auch einige Zaubertricks, mit Sachen die sich um mich herum befanden. Verschiedene hielten mich für ein „Animist“, der Leben in Sachen blasen kann, und diese also einen Geist geben kann. Dar waren selbst einige, die sich ein bisschen Zurucksogen, aber trotzdem verbluffend weiterschauten. Somit wird der Aufenthalt dann doch noch richtig nett.

Seuqcaj präsentiert einige Zaubertricks in eine Warung in Jembe.

Wieder hat der Bus eine Stunde Verspätung bevor es weitergeht. Der Bus ist mittlerweile völlig überfüllt. Und das heißt nicht nur, daß alle Plätze ausgebucht sind, sondern daß die Leute sich Plätze teilen und auf dem Gang sitzen und liegen. Dazu kommt noch, daß jeder sein Reisegepäck mit in den Bus nimmt. Das Gepäck besteht meistens aus Essen, das auf dem Markt gekauft wurde, also Reis, Gemüse und vor allen Dingen Hühnern. Im Bus herrscht daher das absolute Chaos. Da es selbst in der Nacht noch 30 Grad heiß ist, wird die Luft im Bus immer stickiger. Dies hat dann zur Folge, daß einem Passagier nach dem anderen schlecht wird. Indonesier sind da anscheinend sehr anfällig. In allen Ecken füllen sich Plastiktüten. Davon ungestört, mache ich es mir so gemütlich wie möglich. Das ist meistens nicht so einfach, da die Busse an die Körpergröße der Indonesier angepaßt sind. Da ich ca. 1½ Köpfe größer bin als der Durchschnittsindonesier, fällt es mir meistens nicht so leicht die Beine unterzubringen.
Letztendlich kommen wir trotzdem in Denpasar mit insgesamt 7 Stunden Verspätung an und entscheiden, uns einstimmig die nächste größere Strecke nicht mit dem öffentlichen, sondern mit dem etwas komfortableren Touristenbus zu fahren. Von Denpasar aus geht es gleich weiter mit dem Taxi nach Kuta. Kuta ist die Touristenhochburg Balis, das Mallorca der Australier. Wir steigen um 5 Uhr morgens aus dem Taxi und stehen direkt vor einem in blau-weiß geschmückten bayrischen Restaurant. Es ist offen. Auf der Speisekarte steht gebratenes Hähnchen und Frankfurter Würstchen. Kurze Zeit später sitzen wir vor einer großen Portion Pommes rot-weiß und lesen die aktuellen Bundesligaergebnisse in der BILD -Zeitung. Das ist uns natürlich alles etwas unangenehm, aber nach 3 Wochen Nasi Goreng (Gebratener Reis) und Bami Goreng (Gebratene Nudeln) tut das mal richtig gut. Wir nutzen diesen Hort der Zivilisation, um unsere Klamotten mal richtig durchwaschen zu lassen, liegen ein bißchen am Swimmingpool unter Fahnen und buchen einen Flug von Denpasar nach Jakarta für unsere Heimreise.
Dann geht es weiter nach Osten. Wir suchen den Busterminal namens Kereneng. Im Indonesischen wird das geschriebene "e" meistens nicht gesprochen, doch bei dem Wort Kereneng, war ich mir sicher, daß die "e"s mitgesprochen werden. Und so erkundigten wir uns nach dem Weg zum Terminal Kereneng, doch kein Mensch verstand uns. Ich ließ dann nacheinander das ein oder andere "e" weg. Und siehe da, als ich es nur noch Krng aussprach, wurden wir auch verstanden. Eine seltsame Sprache. Als wir den Terminal endlich gefunden haben, fahren wir nach Padang Bai an die Ostküste Balis. Wir wollen uns nicht lange auf Bali aufhalten und lieber weiter in Richtung Komodo reisen. Bali heben wir uns für die letzte Woche unseres Urlaubs auf. Trotzdem bleiben wir zwei Tage in Padang Bai hängen, weil wir zwei nette Männer aus Frankreich kennen lernen. Rudy und Pierre. Mit ihnen machen wir einen Ausflug zur Goa Lawah, der Fledermaushohle.

Goa Lavar - Fledermaushöle.

Die macht ihrem Namen alle Ehre. Der große Höhleneingang ist übervölkert mit Fledermäusen. Der Felsen ist zwischen den Unmengen von Tieren kaum mehr zu sehen. Man kann nicht erahnen wie weit die Höhle in den Felsen hineinreicht, doch das Geflatter von Tausenden von Fledermäusen läßt darauf schließen, daß es eine ziemlich große Höhle ist. Hineinzugehen ist jedoch sehr gefährlich, weil sich Fledermäuse leicht in den Haaren von Eindringlingen verfangen. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, daß nur ein kurzer Aufenthalt in der Höhle dazu führt, daß man von einem Haufen Fledermauskot getroffen wird. Doch jetzt wollen wir endlich weiter nach Komodo, und zwar ohne Unterbrechung. Wir fahren mit der Fähre nach Lombok. Dort steigen wir in einen Bus, der Lombok überquert, mit der Fähre nach Sumbawa übersetzt und uns nach 22 Stunden an der Ostküste Sumbawas, in Sape absetzt. Von hier starten die Schiffe nach Komodo. Wir kommen um 5 Uhr morgens an, doch an diesem Tag geht kein Schiff mehr nach Komodo. Also gönnen wir uns einen Tag zum Ausruhen.
Sape ist völlig anders als alles, was wir bis jetzt von Indonesien gesehen haben. Das Klima ist hier staubtrocken und so sieht man hier keine grünen Bäume, sondern nur Steppe und Staub. Am nächsten Morgen steigen wir auf das Schiff, das uns zu den Waranen bringt. Die Insel Komodo ist der einzige Ort, an dem man den Komodowaran in freier Wildbahn sehen kann. Diese echsenartigen Tiere, die seit 60 Millionen Jahren auf dieser schwer zugänglichen Insel leben, wurden erst 1912 entdeckt. Ein Waran kann bis zu 4m lang und 150 kg schwer werden. Er kann schwimmen und ist so schnell, daß er einen Hirsch einholt. Sein mächtiger Schwanz dient als tödliche Schlagwaffe und seine 60 cm lange Zunge verspritzt eine giftige Substanz. Diese Beschreibung läßt den Besuch auf Komodo zu einem abenteuerlichen Ereignis werden. Wir sind sehr gespannt. Nach dem Anlegen gelangt man direkt zur einzigen Unterkunft dieser Insel.
Direkt am Strand sind einige Holzhäuser aufgestellt. Es wird geraten, den Wohnkomplex nicht ohne Führer zu verlassen, um nicht einem der Warane zu begegnen. Doch schon am ersten Abend, als wir uns gerade richtig eingerichtet haben, kommt eine Meldung, daß am Strand ein Waran einen Hirsch zerlegt hat. Mutig wie wir sind, wagen wir uns zu dem Ungeheuer. Und dann begegnen wir unserem ersten Waran. Aus sicherer Entfernung beobachten wir, wie ein mindestens 3m langes Ungetüm um einen Hirschkadaver herumschleicht und mit seinem großen Maul Fleischstücke herausreißt, um sie mit einem Happen zu verschlingen. Ganz so mutig sind wir jedoch auch wieder nicht, und so verdrücken wir uns nach wenigen Minuten wieder. Schließlich wollen wir die große Fütterung am nächsten Tag noch erleben.

Die Insel Komodo.

Die Tour zur Fütterung beginnt schon um 6.30 Uhr. Mit 20 anderen Touristen machen wir uns auf den Weg zur 2,5 km entfernten Fütterungsstelle. Völlig ahnungslos hoffen wir, wenigstens 3 oder 4 Warane zu sehen. Nach 20 Minuten stehen wir vor einem Schild: „Dangerous Area! Watch out komodo crossing!" Großes Gelächter in der ganzen Gruppe. Doch das Lachen bleibt uns im Halse stecken, als ein paar Schritte später 3 riesige Warane aus dem Dickicht kriechen, noch lange bevor wir den eingezäunten Bereich der Fütterungsstelle erreicht haben. Die beiden Führer, die nur mit langen Stöcken bewaffnet sind, haben alle Hände voll zu tun, um die Tiere fernzuhalten. Rasch, aber möglichst unauffällig, huschen wir hinter den sicheren Zaun.

Komodowarane.

Von hier aus kann man in eine tiefer gelegene Mulde sehen. Einer der Führer schleudert die mitgebrachte Ziege hinunter. Wenige Minuten später kommen die Warane aus allen Richtungen herbeigekrochen. 14 Warane stürzen sich auf das tote Tier. Sie reißen und zerren an allen Enden und verschlingen die Ziege mit Haut und Knochen. Ein atemberaubender Anblick. Eine halbe Stunde dauert das Spektakel. Danach legen die Ungeheuer sich gesättigt in die wärmende Sonne, und wir machen uns noch ganz benommen auf den Rückweg. Was für ein Abenteuer!

         Komodowarane.       Komodowarane.


Zwei weitere Touren unternehmen wir auf der Insel. Am Nachmittag laufen wir am Strand entlang zu einem Fischerdorf. Auf dieser vertrockneten Insel wohnen tatsächlich eine Handvoll Menschen zusammen mit diesen furchteinflößenden Tieren. Auch auf diesem Spaziergang begegnen wir drei Waranen. Deshalb haben wir auch andauernd ein ungutes Gefühl. Am nächsten Tag steigen wir mit einem Führer auf den höchsten Berg Komodos. Nach 1½ Stunden anstrengender Tour haben wir einen wunderschönen Blick über die gesamte Insel. Nach der Sommerzeit muß dieser Anblick jedoch noch faszinierender sein, denn dann wachsen zwischen den braunen Steinen einige grüne Pflanzen. Derzeit ist alles vertrocknet und verdorrt. Nach dieser anstrengenden Tour machen wir uns bereit zur Abfahrt. Der Abstecher nach Komodo hat sich wirklich gelohnt. Außerdem haben wir jetzt die Hälfte unseres Urlaubs hinter uns.

Komodo-Indonesia.


Großartige Eindrücke haben wir in diesen 4 Wochen bekommen. Wir sind schon gespannt, was die nächsten 4 Wochen bringen. Wir machen uns wieder auf den Weg nach Westen. Die Insel Sumbawa wollen wir uns nicht anschauen und uns lieber auf Lombokund Bali konzentrieren. Beim Umsteigen auf einem Busterminal in der Hauptstadt Sumbawas bekommen wir jedoch noch etwas geboten. Aus einem überfüllten Bus hängt ein Ochsenkopf aus der Tür. Als wir uns das näher anschauen, sehen wir, daß auch der Rest des Ochsen im Bus ist. Wahrscheinlich mußte der Besitzer dieses Tiers für sein Gepäck nicht mal einen Aufpreis zahlen. Ich stelle mir nur vor, was ein deutscher Busfahrer sagen würde, wenn ein Passagier mit einem toten Ochsen an der Bushaltestelle steht.

Überladener Bus auf Sumbawa.

Für die Rückreise nach Lombok lassen wir uns etwas mehr Zeit als auf der Hinfahrt. Nach 4 Tagen kommen wir in Sengiggi an, einem Touristenort an der Westküste der Insel. Über diesen Ort gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. An Orten an denen viele Touristen sind, gibt es ein großes internationales Angebot. In einem Restaurant wurde T-Bone-Steak als große Spezialität angeboten. Das einzige Fleisch, das wir in den letzten 6 Wochen gegessen haben, war Hühnerfleisch, und das meistens auch nur sehr spärlich dosiert. Also gönnte ich mir das Vergnügen eines T-Bone-Steaks. Leider war es genauso wie die Kühe in diesem Land: halb verhungert und zäh. Als nächstes wollen wir auf die "Gilis", die uns schon mehrfach empfohlen wurden. Die Gilis sind drei winzige Inseln nordwestlich von Lombok. Hier soll es besonders schon zum Schnorcheln sein. Und nicht nur das. Als erstes fahren wir auf die Gili Air. Die Insel kann man in 1½ Stunden leicht umrunden. Es gibt nur wenige Unterkünfte, und die bestehen aus einfachen aber schonen Holzhütten.
Da es kein einziges Restaurant auf der Insel gibt, bieten die Unterkünfte Vollpension an. Jeder bekommt eine Öllampe, da dieses nach 20.00 Uhr die einzige Möglichkeit ist, Licht zu bekommen. Es gibt nämlich auch keinen Strom auf den Gilis und die kleinen Generatoren, die die Pensionen haben, werden um 20.00 Uhr abgeschaltet.

Kelimutu-Indonesia.

Mit Kerzen kommt man auch nicht weiter, da diese eine unglaubliche Vielfalt an Insekten anlocken. Die Insel ist wunderschön und besteht eigentlich nur aus Strand mit Kokosnußpalmen. Gleich nach der Ankunft leihen wir uns eine Schnorchelausrüstung aus. Wir gehen zum ersten mal Schnorcheln und sind völlig überwältigt. Es gibt Korallen in allen nur erdenklichen Farben und ebenso viele Fische. Melissa hat sogar einen kleinen Katzenhai gesehen.

Gili Air.


Am nächsten Tag setzen wir über auf die Gili Terawangan. Diese Insel ist ein bißchen größer als die Gili Air, ansonsten aber identisch. Schnorcheln kann man hier ebenso gut. Ein paar Tage lassen wir es uns auf den Gilis einfach nur gut gehen. Doch als nächstes steht wieder ein etwas anstrengenderer Höhepunkt auf unserem Programm. Eigentlich wollten wir nach Seneru, um uns zwei Wasserfalle anzuschauen, die wunderschön im Urwald liegen sollen, doch es kommt ganz anders. Auf der Fahrt nach Seneru lernen wir Joanna und Jack kennen, ein Pärchen aus Chicago, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstehen. Die beiden überreden uns, mit ihnen auf den Rinjani zu steigen, dem höchsten Berg Lomboks. Dies stellt sich als ganz hervorragende Idee heraus. Doch vorerst geht es zu den Wasserfallen, die wirklich wunderschön im Dschungel liegen. Wir baden dort im eiskaltem klaren Wasser.

Wasserfall in Seneru, Lombok.

Am Abend beginnen wir mit den Vorbereitungen für unsere Vulkanbesteigung. Wir wollen eine 3-Tagestour machen. Dafür leihen wir uns also ein Zelt, Schlafsäcke und ein bißchen Geschirr aus. Auch mit Verpflegung decken wir uns ein. Auf der Suche nach Reiswein, lernen wir Fauli kennen, der erste Indonesier, der Deutsch spricht. Allerdings nur zwei Sätze: „Ich bin dumm wie Bohnenstroh." und „Ich habe eine kleine Banane." Aber immerhin bekommen wir unseren Reiswein. Am nächsten morgen um 5 Uhr geht es los. Wir wollen hinauf zum Kraterrand und am selben Tag noch hinab in den Krater. Doch nach 2½ Stunden schnellen Aufstiegs kommen uns 4 Bayern entgegengefallen. Völlig entkräftet und halb verdurstet raten sie uns von diesem Höllentrip ab. Bis zum Kraterrand dauert es wohl 10 Stunden, und es gibt kein Wasser. Außerdem ist letzte Woche ein Mann auf dem Rinjani tödlich verunglückt. Wir sind völlig verunsichert, und da wir nur 3 Liter Wasser für 4 Personen dabei haben, entscheiden wir, den Aufstieg abzubrechen.
Einen 5. Bayern aus dieser Gruppe, der kaum noch stehen kann, helfen wir noch den Rest des Berges hinab. Wir sind völlig gefrustet und sitzen gegen Mittag wieder im Restaurant in Seneru. Aber richtig gefrustet sind wir erst, als am Nachnuttag mehrere Leute froh gelaunt vom Berg herunterkommen und uns erzählen, wie schon es dort oben ist, und gar nicht so anstrengend. Der Aufstieg sei in 6 Stunden gut zu schaffen. Also treffen wir erneut unsere Vorbereitungen für den Aufstieg am nächsten Morgen. Vorsichtshalber engagieren wir noch einen Träger. Der Aufstieg, bei dem wir die Wolkendecke durchbrechen, ist extrem anstrengend. Trotzdem erreichen wir wie geplant nach 6 Stunden den Kraterrand. Der Ausblick ist unglaublich. Wir blicken in den großen Krater hinein auf einen glasklaren See.

         Rinjani-Bestegung.       Rinjani-Bestegung.


Ein kleiner Krater hat sich bei einem Ausbruch gebildet. Nach kurzer Verschnaufpause machen wir uns auf den Weg zum Kratersee. Unser Träger, der trotz Erkältung und leichtem Schuhwerk (Bade schlappen) den Aufstieg problemlos gemeistert hat, ist ganz froh, als wir uns von ihm trennen, und er den Weg zurück nach Seneru nimmt. Um 16.00 Uhr kommen wir am Kratersee an. Einige andere Gruppen sind schon dort, und es entsteht ein kleines Feriencamp mit Lagerfeuer. So sitzen wir noch ein paar Stunden um das Feuer, alle sehr stolz auf den geglückten Aufstieg. Am nächsten Tag baden wir im Kratersee und in heißen Schwefelquellen. Uns geht es richtig gut. Am Nachnuttag steigen wir wieder auf den Kraterrand. Hier wollen wir die zweite Nacht verbringen.

Rinjani-Besteigung.


Wir sehen auf 3200m Höhe einen wunderschönen Sonnenuntergang über den Wolken. Die Sonne geht direkt hinter dem Gunung Agung, Balis höchstem Berg, unter. Wieder sitzen wir am Lagerfeuer und trinken den Reiswein, den wir die ganze Zeit mit uns herumschleppen. Der ist auch dafür verantwortlich, daß wir am nächsten Tag mit einem Kater aufwachen. Jack opfert sein T-Shirt, das als Klopapierersatz herhalten muß. Man kann ja nicht an alles denken. Der Abstieg ist nach nur 4 Stunden geschafft. Diese Tour war ein riesiges Erlebnis, das nach uns nicht mehr viele Leute erleben konnten. Denn wenige Monate später brach der Rinjani erneut aus und wurde für lange Zeit unzugänglich. Mit Jack und Joanna reisen wir weiter nach Tete Batu. Hier treffen wir Simon, einen indonesischen Führer. Mit ihm wollen wir eigentlich nur einen kleinen Spaziergang durch den Urwald machen. Simon lädt uns abends zum Essen ein. Dabei erfahren wir einige interessante Sachen über die Bevölkerung von Lombok.

Lombok-Indonesia.

Simon hat nie eine Schule besucht. Er verdient sein Geld als Träger von Mahagoniholz. Er lebt in relativ guten Verhältnissen, trotzdem gibt es in seinem Haus kein fließendes Wasser und somit auch keine Toilette. Im ganzen Haus gibt es nur zwei Möbelstücke, eine Couch und einen Tisch in seinem Wohnzimmer. Darauf ist er sehr stolz. Er hofft, daß seine Sohne eine bessere Ausbildung bekommen als er. Nur die Grundschule ist in Indonesien verpflichtend und kostenfrei. Viele Leute können es sich jedoch nicht leisten, auf ihre Kinder bei der Landarbeit zu verzichten oder sind nicht in der Lage das Geld für Bücher und Schuluniform aufzubringen. So ist die eigentlich geforderte Schulpflicht für viele Familien gar nicht realisierbar. Der schone Abend endet mit einer uns neuen Getränkemischung: Wein und Sprite.

Tanatoraya-Indonesia.


Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Joanna und Jack und fahren weiter in den Süden Lomboks, nach Kuta Lombok. Hier gibt es die längsten und ruhigsten Strande, die wir je erlebt haben. 3 Stunden spazieren wir am Meer entlang, ohne eine Menschenseele zu treffen. Dann erreichen wir den Tajung An, den schönsten Strand in dieser Gegend. Und sage und schreibe 5 Touristen liegen in der Sonne. Leider wird sich das mittlerweile auch geändert haben und an der Küste steht wahrscheinlich eine Hotelanlage neben der anderen. Mittlerweile sind nur noch 2 Wochen Resturlaubszeit übriggeblieben, und deshalb machen wir uns auf den Weg nach Bau. Denn dort soll es ja am allerschönsten sein. Als erstes fahren wir nach Candi Dasa, einem kleinen touristischen Dorf im Osten der Insel.

Strand von Kuta Lombok.

Von hier starten wir eine Motorradtour in das Hinterland und sehen, warum Bali so beliebt ist. Die Landschaft ist wirklich wunderschön mit ihren tollen Reisplantagen. Während der Fahrt fallt uns auf, daß am Wegrand oftmals Käfige stehen. Darin eingesperrt sind Kampfhähne. Hahnenkampf ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung der balinesischen Männer. Die kämpfenden Tiere werden von ihren Besitzern gehegt und gepflegt und damit es ihnen nicht langweilig wird, werden sie an den Straßenrand gestellt.

Reisfelder bei Candi Dasa.

Auf dem Rückweg treffen wir auf eine religiöse Zeremonie. An jedem Vollmond ziehen Priester zu einem bestimmten Tempel, um dort Opfergaben abzugeben. Die Menschen sind wunderschön angezogen und bringen reichverzierte Gestecke mit allen Arten von Früchten und Gemüse zur Tempelanlage. Das sieht alles ganz großartig aus, doch irgendwie ist es aus unsere kapitalistische Sicht unverständlich, daß die Menschen mehr opfern, als sie sich selbst zum Leben leisten. Schließlich vergammeln die Opfergaben auf den Opfertischen und werden irgendwann weggeschmissen.

Religiöse Zeremonie auf Bali.


Vor Candi Dasa gab es früher wunderschöne Korallenriffe. Leider wurden diese Riffe für den Fischfang geopfert. In dieser Gegend wird nämlich viel mit Dynamit geangelt. Die bei der Sprengung sterbende Fische schwimmen hinterher an der Oberfläche und sind leicht einzusammeln. Dabei wurde das gesamte Korallenriff zerstört, das Millionen von Jahren gebraucht hat, um zu entstehen. Den Fischern kann man das noch nicht einmal übel nehmen, da sie mit dieser billigen Art des Fischens ihr Überleben sichern. Wir reisen ab nach Ubud. Ubud liegt im Zentrum Balis und ist nicht nur der geographische, sondern auch der kulturelle und künstlerische Mittelpunkt der Insel. Hier gibt es alles zukaufen, was auf Bali handwerklich hergestellt wird: Schmuck, Holzschnitzereien, Webereien, u.v.m. Wir Bummeln erst mal durch die Stadt und lassen die Kunstwerke auf uns wirken. In Ubud sind allerdings auch viele Touristen.
Das hat den Vorteil, daß jeden Tag traditionelle Veranstaltungen mit indonesischen Tänzen stattfinden.

Theatralischer Tanz in Bali.

Am heutigen Abend ist eine Legang Vorstellung. Dabei werden 6 verschiedene Tänze gezeigt. Die Tänzerinnen, die alle nicht älter als 14 Jahre sind, tanzen zur Musik eines Gamelan-Orchesters. Die Vorstellung gefällt uns sehr gut, auch wenn wir uns an die Musik immer noch nicht richtig gewöhnt haben. Am nächsten Tag klappern wir die umliegenden Dörfer ab. Hier entstehen die Waren, die in Ubud verkauft werden. Jedes Dorf hat seine eigene "Spezialität". Wir besuchen das Dorf Mas, wo ausschließlich Holzschnitzereien hergestellt werden. In Puaya gibt es die besten Wayang Kulit-Figuren und in Ciluk wimmelt es von Silber- und Goldschmieden. Dann müssen wir schnell wieder nach Ubud, wo an diesem Abend der Kecak-Tanz aufgeführt wird. Bei diesem Tanz sitzen viele Männer um ein Feuer herum und machen Geräusche, zu denen verkleidete Tänzer sich bewegen. Dieser Tanz ist typisch indonesisch und sehr eindrucksvoll. Danach werden noch zwei Trance-Tänze dargeboten. Sie dienen der Vertreibung von bösen Geistern aus kranken Körpern. Bei dem ersten Tanz, bringen sich zwei Tänzerinnen so tief in Trance, bis sie irgendwann ohnmächtig zu Boden fällen. Ähnliches bietet auch die zweite Trance-Vorführung, bei der sich ein Mann so tief in Trance versetzt, daß er keinen Schmerz spürt als er durch brennende Kokusnuß schalen läuft.
Die Vorführung ist ausschließlich für Touristen und verliert dadurch etwas von seinem Reiz, trotzdem sind wir voll beeindruckt. Am nächsten Tag besuchen wir den Monkey- Forest. Wie der Name schon sagt, gibt es hier eine Menge Affen, und zwar die auf Bali weit verbreiteten Markaken. Diese Sorte Affen ist klein, grau und unglaublich frech. Ein kleiner Schlauberger hat mir sogar in die Hosentasche gegriffen, um irgendwelche Leckereien zu ergattern. Den Rest des Tages müssen wir leider in einem Café verbringen, es regnet in Strömen. Das wird uns in den letzten Tagen unseres Urlaubs wahrscheinlich noch öfter passieren, denn die Regenzeit hat bereits angefangen. Die letzte Woche unseres Urlaubs beginnt, wie die vorletzte aufgehört hat. Mit Regen. Trotzdem machen wir uns auf den Weg zu einer traditionellen Bestattungszeremonie.

Monfey Forest, Ubud.

Ein Mann aus einer der hohen indonesischen Kaste ist gestorben. Die Bestattung einer solchen Persönlichkeit ist mit einer großen Feier verbunden. Die Balinesen glauben an das Leben nach dem Tod, und somit gibt es für sie keinen Grund zur Trauer. Eine Einstellung, die uns sehr fremd ist und die wir zugleich auch bewundern. Der Leichnam wird in einem großen Festzug zum Friedhof getragen. Die Träger drehen sich dabei mehrmals im Kreis, damit die bösen Dämonen so irritiert sind, daß sie dem Toten nicht in sein neues Leben folgen können. Am Friedhof wird der Leichnam in seinen Sarg gelegt. Dieser hat die Form eines riesigen Ochsens und ist reich geschmückt. Nach langen Reden von uniformierten Sprechern wird der Sarg in Brand gesetzt. Die Zeremonie gleicht einem Volksfest. Hunderte von Menschen liegen auf der Wiese und verfolgen das Geschehen. Dabei scheinen sie keineswegs traurig zu sein. Die Balinesen gehen mit dem Tod anders um als es bei uns der Fall ist.

Balinesische Bestattungszeremonie.

Den nächsten Tag haben wir uns freigehalten, um einen ausgedehnten Spaziergang durch die Reisfelder zu machen. Auf Bau gibt es die schönsten Reisfelder, die wir in ganz Indonesien gesehen haben. Die Landschaft ist wirklich sehenswert. Dies ist mit Sicherheit auch ein Grund, warum Bau so beliebt ist. Leider werden davon so viele Touristen angelockt, daß man die Schönheit kaum noch genießen kann. Doch jetzt wechseln wir zum letzten Mal unsere Unterkunft. Wir fahren zurück nach Kuta, um von hier aus noch eine kleine Tempeltour zu machen. Bau ist wahrscheinlich der heiligste Fleck Erde auf dieser Welt.

Reisfelder bei Ubud.


All jeder Ecke findet man einen Tempel und jeder ist mehr oder wenig geschmückt. Wir leihen uns ein Mofa, um zwei Tempel im Süden zu besuchen. Der Ulu Watu liegt wunderschön auf einer Klippe. Er gehört zu denn 6 heiligsten Tempeln Balis, was bei einer solchen Tempelfülle schon sehr beachtlich ist. Leider bedeutet das auch wiederum, daß es von Souvenirständen und Händlern nur so wimmelt. Auf dem Weg zum zweiten Tempel machen wir noch einen Abstecher an einen Surferstrand. Bau ist auch bekannt für seine guten Möglichkeiten zum Wellenreiten. Die Wellen sind riesig und viele Surfer sind im Wasser. Weiter geht es also zum nächsten Tempel, dem Oura Siwi. Die Balinesen bauen hinter den Eingang ihrer Tempel immer eine Steinmauer, um die man herumlaufen muß. Dies hat seinen guten Grund. Auf Bau glaubt man nämlich, daß Dämonen nicht um die Ecke laufen können. Daher laufen sie, sobald sie einen Tempel betreten, gegen die Steinmauer.

Kinder in Sape, Sumbawa.

Der letzte Urlaubstag bricht an. Wir machen unsere letzten Einkäufe und liegen noch ein bißchen am Strand. Am nächsten Tag werden wir Indonesien verlassen. In den letzten 6 Wochen haben wir sehr viele Erfahrungen gemacht und eine Menge erlebt. Dies war mit Sicherheit unser schönster Urlaub, der ruhig noch die eine oder andere Woche andauern könnte. Trotzdem freuen wir uns auch auf zu Hause. Es gibt doch ein paar Sachen, auf die man in den letzten Wochen verzichten mußte. Das fangt beim Erdbeerjoghurt an und schließt sowohl die heiße Badewanne als auch das frisch gemachte Bett ein. Doch besonders freuen wir uns darauf, die Erlebnisse unseren Freunden mitteilen zu können. Und so endet ein toller Urlaub in einem der schönsten und interessantesten Länder dieser Welt.

Ich selber und Melissa.

                                                                                                         Seuqcaj Named

REIZEN-D

SHOW-TOUR