Das wirkliche Rio & Co.

wo ich nun auch zuhause bin.

Brasilien-Rio de Janeiro.

Werbetrommler die der Tourismuszunft angehören reduzieren Rio gewöhnlich auf Karneval, Copacabana und Fußball, entsprechend ist das Image des Landes mit der Zuckerhutstadt in Europa. Die zauberhafte Stadt mit den hübschesten Mädchen der Welt, herrliche Palmenstrände, Samba immer und überall, Karnevalstaumel fast das ganze Jahr über. So oder ähnlich kann es jeder in den Prospekten so mancher Veranstalter lesen. Stimmt nur zum Teil. Selten ein anderes Touristenzentrum ist mit so klebrigen Klischees besetzt wie Rio. Wir haben ende Oktober 2002 und wir haben gerade zwei Wochen her unseren « AUSTRALIAN-SHOW-TOUR » beendigt, der angefangen hat am 08.05. in Ayers Rock und endete am 16.10.2002 in Auckland (Neu Zeeland). Und eine Woche her, habe ich noch meinem Jubiläum von « Star Production » (15) bei mir zu hause in Deutschland gefeiert.

Brasilien-Rio de Janeiro- Fähre nach Niteroi

Schon auf der Fahrt vom internationalen Flughafen Galeao zum Hotel fallt dem aufmerksamen Beobachter auf, Slums, aggressiver Verkehrslärm, stinkende Dieselabgaswolken, halbverfallene bewohnte Gebäude, gestreßt wirkende Menschen an den Bushaltestellen haben nichts mit der Schönfärberei der Veranstalter zu tun. Aber das alles bezieht sich hauptsächlich auf die Zone Nord.

Brasilien-Kathedrale

Trotzdem, ist Rio de Janeiro das Kulturzentrum Lateinamerikas und Weltstadt des Tanzes. Ein leidenschaftlicheres von Musik süchtigeres Völkchen gibt es sonst nirgendwo auf der Erde. In fast allen Kneipen, Showpalästen, Theatern und Klubs wird getrommelt und gesungen. Eine sichere Methode, um von all dem möglichst wenig mitzubekommen, besteht darin, sich unverzüglich zur Copacabana zu begeben und den Beach-Stadtteil bis zur Abreise möglichst nicht mehr zu verlassen. So machen es die meisten "Abenteurer" und fühlen sich hinterher als Brasilienkenner. So habe ich es am Anfang auch gemacht.

Rio de Janeiro

Das wirklich brasilianische Rio liegt aber im Zentrum von Rio, in der Altstadt, in der Nordzone. Dort überwiegt auch der Anteil der dunklen Hautfarbe und jeder spürt, daß Rio eine Metropole der dritten Welt ist, mit noch fast direkten Bezug zu Afrika. Übrigens war Rio de Janeiro eine der bedeutendsten Sklavenhalterstädte der Weltgeschichte. Und angemessene Vergangenheitsbewältigung wird abgelehnt. Die Nachfahren der Negersklaven sind bis heute unterprivilegiert oder sogar kraß diskriminiert. Die Nachfahren der schwarzen Sklaven von einst sind auch die besten und charmantesten Tänzer. Tanzen ist in Rio de Janeiro immer noch ein hingebungsvolles, sinnliches erotisches Vergnügen und bietet Platz für Romanzen, Leidenschaften und oft auch für die große Liebe. So habe ich selbst damals Consuela kennen gelernt, die später meine Frau geworden ist.

Ich selber und meine Gattin Consuela.

Nicht zuletzt wurde auch in Rio der Lambada ein Hit. Ein Tanz, ja, ein bewegendes Wählzeichen, typisch für Rio und sein Volk. Man muß es einfach mal gesehen haben oder noch besser sich mittragen lassen mit der Stimmung und der mitteleuropäischen Berufs Verkrampfung wenigstens kurzzeitig ade sagen. Dabei kann nicht schaden, wenigstens einige Grundschritte des Samba und Bolero zu kennen, oder gleich in seiner Heimat zu lernen.

Rio de Janeiro

Corcovado

Der inzwischen ziemlich häßliche Stein- und Betondschungel läßt sich am besten von oben studieren, vom Zuckerhut oder vom noch höheren Corcovado aus. Idealerweise sollte man beide Felsen gleich nach der Ankunft erklimmen um so etwas Orientierung für den Aufenthalt von der manchmal etwas chaotischen Stadt zu gewinnen. Die kulturhistorisch wertvollen Viertel von Rio sehen heute teilweise aus wie nach einem Granatenangriff. Bis in die sechziger Jahre hinein trug Rio de Janeiro, völlig zu Recht, den Beinamen „Cidade maravilhosa“, wunderbare Stadt, und wurde in unzähligen, noch heute populären Liedern gerühmt. Doch dann kam das Jahr 1964. Das Militär putschte gegen die Zivilregierung und ihrer Freiheit und allem unkonventionellem Gedankengut wurden mit Zensur- und Ausnahmebestimmungen der Garaus gemacht. Die Verwaltungsposten der Stadt wurden von den Militärs an „geeignete“ Beamte vergeben, von denen viele noch ihre Ämter verwalten. Das alte, gewachsene Rio wurde bewußt und fährlässig zerstört, seines Charakters beraubt bis 1985, nach über zwei Jahrzehnten, die Militärs endlich abtraten. Ein kleines Häuflein Stadtplaner und Denkmalschützer versucht seitdem mit Ideologie und Leidenschaft zu retten, was zu retten ist. Apropos Leidenschaft: Was an den 10 Millionen Einwohnern dieser vom Klima begünstigten Stadt am Meer so besonders ist, läßt sich überall gut beobachten. Sinnliche, begeisterungsfähige und außergewöhnlich kommunikationsfreudige Menschen in Rio viel häufiger als in Mitteleuropa. Die meisten Cariocas (Brasileiros) leben ihre kindlich naive, spielerische Seite bis hin ins hohe Alter aus. Man unterhält sich fast immer sehr emotional, gestikulierend und bisweilen sehr laut.

Rio de Janeiro

Ein wichtiger Treffpunkt, er stellt alle in den Schatten, an sonnig heißen Wochenenden strömen Hunderttausende dorthin: Der kilometerlange Strand von Copacabana, wo ich nun selber Fuß gefasst habe. Dabei ist den Cariocas das Baden im Meer gar nicht so wichtig, denn viele sind ohnehin Nichtschwimmer. Man plaudert mit Freunden, studiert ein Fachbuch, treibt Sport, oder flirtet und läßt dabei die Blicke schweifen, von der herrlichen Naturkulisse bis zu dem mit erotischen Reitzen übersätem Sandstrand.

Rio de Janeiro-Christusstatue.

 ChachacaDoch auch in Rio geht schließlich die Sonne unter, oder es regnet, bisweilen sintflutartig. Und nicht erst dann schlägt die große Stunde der vielen anderen Treffpunkte. Die von brasilianischen und ausländisch Zugereisten bevorzugten Treffs liegen fast alle auf der Strandpromenade, die sich vom Stadtteil Leme über Copacabana bis Ipanema hinziehen. Discos, Kneipen oder eine der vielen Gastgärten sind jetzt angesagt an der Copacabana mit Aufrißgarantie. Vielleicht kann man das nächtliche Erscheinungsbild mit der Reeperbahn in Hamburg oder dem Wiener Prater vergleichen.

Barra bei Nacht-Brasilien

Vorsichtig sollte allerdings der Rio-Neuling sein, da die vielen Prostituierten, die hier Putas genannt werden, die Transvestiten und Homosexuellen auch fast immer eine Aids-Ansteckungsgarantie nachweisen könnten. Ein leichtes ist es in den Zuckerrohr Schnapskneipen, sich unters Volk zu mischen, zu plaudern und so die Einheimischen näher kennen zulernen, um ihr Leben aus ihrer Sicht zu betrachten. Dem Cachaca (Zuckerrohrschnaps) werden wahre Wunder nachgesagt. Zwar schmeckt dieses Tröpferl nicht sehr bekömmlich doch löst es bekanntlich die Zungen und wirkt bekanntlich in der Erotik auch sehr stimulierend.

Rio-Copacabana bei Nacht.

Für den Rotlichtbezirk der Zona Sul, im Bereich der Copacabana, sollte man sich die Zeit nehmen in diese oder jene Bar hineinzuschauen, und sei es nur um die eigenen Landsleute einmal von einer vielleicht weniger bekannten Seite kennen zulernen.

Rio de Janeiro

Der Karneval

Die Brasileiros stehen im Rufe, das feierfreudigste Völkchen auf der Erde zu sein. Gemeinsam singen, gemeinsam tanzen, trinken und auf eine unvergleichliche Art herumzualbern mit einem Vorrat an brasilianischen Liedern, und nur solche werden gesungen. Wenn es denn so ist, muß man sich nicht wundem, daß das prachtvollste, ekstatischste aber auch sinnlichste Fest der Erde alljährlich am Fuße des Zuckerhuts stattfindet und sich bis auf weiteres daran nichts ändern dürfte. Der Karneval in Rio ist wie viele andere Sehenswürdigkeiten dieser Stadt mit unzähligen Klischees besetzt, und an allem ist etwas dran. Es ist wunderschön und abstoßend häßlich, er ist aufregend und langweilig, friedlich und gefährlich. Im Grunde ist der Karneval in Rio unbeschreiblich. In der Tat ist nicht zu übersehen, daß Rios Karneval zunehmend kommersirisiert wird. Es werden Sambaschulen von Sponsoren gekauft und ein Prozeß der kultureller Enteignung im Gange.

Brasilien-Rio.

Das Kulturphänomen Rio Karneval kämpft energisch dagegen an. Noch vor zwei Jahrzehnten war Rio tatsächlich die Hauptstadt des Samba. Jedermann kannte und sang die feurigen Rhythmen der zahllosen Sambakomponisten. Inzwischen hat die Internationale Musikindustrie den Brasilianern zunehmend ihre Normen aufgezwungen. Wenn etwas vom Karneval in Rio auf europäischen Fernsehschirmen gezeigt wird, dann sind es gewöhnlich Bilder von der ohne jeden Zweifel außergewöhnlichsten und dazu auch noch größten Show der Welt. Sie ist gleichzeitig ein Wettbewerb. In den Nächten des Sonntags und Rosenmontags wetteifern die Sambaschulen um den Sieg oder einen der vordersten Plätze. Einmal Zeuge zu werden von diesem Spektakel, mit weit über 50 000 Mitwirkenden, fast durchwegs Amateure aber auch Künstlerprominenz ist ein wahres Erlebnis. Die Borta de Bandeira, die hübsche Fahnenträgerin jeder Escola, schwenkt unentwegt in der Kreisnutte die buntbestickte Vereinsflagge, während sich rundherum mancher zielsicher der Tanzextase nähert. Mit der Bierflasche in der Hand dabeizustehen mag zwar auch ganz unterhaltsam sein, zu durchaus möglichen Erfolgserlebnissen wird es dann aber kaum reichen. Wer sich ins Gewühl stützt, könnte dagegen erfahren, daß die Zauberformel Samba und Karneval vermischt mit den (fast) hübschesten Mädchen der Welt enorme Energien freisetzt und zu rauschhaften Zuständen verhilft.

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Sicher, es gibt immer wieder Todesopfer, niedergetrampelt von den berauschten Teilnehmern, ausgeflippten Süchtigen oder niedergeschlagen und beraubt von den am nördlichen Stadtrand in den Vervelhas lebenden Hungernden, welche die Gunst der Karnevalshysterie nutzen. Daß der Tourist sich nicht als typischer Tourist kleiden, Schmuck (auch die teure Uhr) Fotoapparat und die Brieftasche im Hotel lassen soll, müßte ohnehin für jeden Brasilienreisenden so klar sein wie auch die wichtigsten Impfungen vor der Reise ein wirklich notwendiges Übel bedeuten. Aber auch einen Flohmarktbesuch darf man sich in Rios Stadtteil Botafogo nicht entgehen lassen. So manche edle Schmuckstücke und Schätze, dessen wahre Werte sich erst oft später herausstellten wechselten hier schon ihre Besitzer.

   Brasilien     Brasilien

Wer so wie ich von all dem Trubel gesättigt ist, sich ein bißchen angepaßt hat, und überdies noch etwas Zeit zur Verfügung hat, der sollte sich die Gegensätzlichkeiten von Bra-silien etwas näher ansehen. Im Norden von Rio gibt’s den großen Busterminal, von dem man sich am preisgünstigsten (allerdings auch am gefährlichsten) fast überallhin bewegen kann. Meine Fahrtrichtung hatte ich in den letzten Nächten bei eingehendem Studium des Kartenmaterials beschlossen. Eine Busfahrt in Verbindung mit einer Bootsfahrt bis in den tiefsten Regenwald nach Manaus hatte sich als eine fixe Idee verankert, die ich nicht mehr los wurde. Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Cuiaba, Itaituba, Santarem und weiter mit dem Boot am Amazonas bis Manaus.

Brasilien
   

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Der Bus war voll. Schon wenige Stunden nach der Abfahrt wurde mir bewußt, daß dieser Trip nicht unbedingt gesegnet war. Kurz nach Belo Horizonte brannte der Motor vom Autobus, nachdem wir schon mehrmals zu einem technischen Halt gezwungen wurden. Jetzt stand der Motor endgültig still und wir auf der Straße. Damit hätte sich wohl geklärt, warum der Preis für die Reise so günstig ausgefallen war. Bis sich das nächste Massenbeforderungsmittel eingefunden hatte bildeten sich gesprächige Gruppen die fast in Raufereien ausarteten. Ich konnte mir wieder einen Sitzplatz erkämpfen, was gar nicht so selbstverständlich erschien, da der neue Bus bei uns angekommen schon halb voll war. Weiter ging’s auf erstaunlich guten aber relativ schmalen Straßen. Bis Cuiaba tat sich weiteres nichts, außer daß unter den Reisenden (worunter ich der einzige Tourist war) geschimpft und gestritten wurde.

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Einen entflohenen Sträfling, der auch unter uns saß und dessen Flucht scheinbar während der Fahrt von den Insassen aufgeklärt wurde, brachten wir über einen kurzen Umweg direkt wieder in seine Heimat, zum Gefängnis zurück. Endlich Cuiaba! Die Freude über den ersten gelungenen Abschnitt wich mir schnell wieder aus dem Gesicht, als man mir erklärte, der Regen habe einen beachtlichen Straßenabschnitt in Richtung Itaituba weggeschwemmt. Sicher nichts alltägliches, sicher aber auch nicht so selten wie ich später erfahren mußte. Einzige Alternative: Mit dem Bus bis Goiania und dann das Flugzeug bis Santarem. Gesagt und getan. In der Hoffnung, nun meinem Traumziel "Amazonien" schneller etwas näher zu kommen tröstete ich mich und vernichtete auf die vielen schonen Fotoaufenthalte, im Bereich des Xingu Nationalparks.

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In Santarem war der Teufel los. Karneval einmal nicht für den Touristen, sondern wie man ihn im Herzen Brasiliens feiert, für das eigene Volk. Ganz ohne Glitzer und Glamour. Ein Fest für die Ärmsten, aber vielleicht die Glücklichsten im Lande. Sicher auch einen großen Beitrag um den Sorgen zu entfliehen und kurzfristig in eine Scheinwelt zu schlüpfen bereitet die Cocapflanze speziell den Regenwaldbewohnern: Ursprünglich war diese Pflanze im gesamten amazonischen Tiefland ein Bestandteil zur Ausübung magischer und religiöser Bräuche. Ihre bewusstseinsverändernden Substanzen rufen Halluzinationen, Wahn und Scheinwahrnehmungen hervor. Obwohl die Indios sich in die neuen Gesellschaften der Amazonas-Länder immer mehr eingliedern, ist die Verwendung der Cocapflanze noch immer weit verbreitet.

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Speziell die Heilpraktiker und Schamanen verfügen über ein größeres Reservoir dieser pflanzlichen Stoffe. Der Handel blüht so gut wie die Pflanze selbst. Für manche Indianische Bauern hat sich durch die steigende Nachfrage sogar eine wichtigste Erwerbsquelle entwickelt. Gekaut genossen, wirken die Coca-Blätter einerseits anregend aber auch hunger- und durststillend was den Indianern ihre entbehrungsreichen Lebensumstände leichter vergessen läßt. Am Volkskarneval am Amazonas herrschen eben andere Bräuche. Santarem, die drittgrößte Amazonas-Stadt an der Mündung des Rio Tapajo’s war seinen Aufenthalt wert, aber Manaus war das Ziel. So steigerte sich mein Drang zur Weiterreise von Stunde zu Stunde. Die Auswahl an Booten ist gering, so fand sich schnell ein Hammok-Dampfer. Angeblich sollte es sogar tägliche Abfahrtsmöglichkeiten geben. Gesetz dem Fall man hat sich schon rechtzeitig um eine geeignete, strapazefähige Hängematte (Hammok) umgeschaut. Märkten günstig angeboten und lassen sich noch um ein viertel herunterhandeln. So gilt es nur noch einen geeigneten Platz am Boot zu finden. Der Abschied fällt einigen besonders schwer und sie winken noch ihren Angehörigen unter Tränen nach. Drei Tage und zwei Nächte verbrachte ich, und natürlich jeder andere der 240 Hämmok-urlauber an Board dieses zwei Etagen hohen Dampfers am Amazonas.

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Ein Engländer der eigentlich in Argentinien lebt und sich auch nach Manaus aus einem abenteuerlichen Zwang heraus verirrt war außer mir der einzige Tourist. Vorbei an vielen kleinen Dörfern, an einzelnen Häusern, Wasserbüffeln. Die Bootsküche bot zwar zum Essen an, (im Passage-Preis enthalten, was mich sehr erstaunte) aber Trinkwasser ist wegen Seuchengefahren eine Mangelware. Nun mußte ich mir die Ein-Liter Ration Shelterwasser, die ich immer bei mir hatte, auf drei Tage einteilen.

Brasilien

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Es fand sich allerdings im Innersten meines Rucksackes eine Flasche Schnaps zu Desinfektionszwecken, die der Engländer, die Einheimischen und ich am Abend vor der Ankunft in geselliger Runde leerten. Auch eine Art Freunde zu gewinnen. Selbstverständlich, habe ich auch einige meine Zaubertricks vorgeführt. Einladungen bis Boa Vista (liest zwischen Manaus und Venezuela) waren die Folge. Kurz vorm Zielhafen Manaus überholten uns noch kleinere, flinkere Boote.

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Angekommen in Manaus der Metropole Amazoniens: Die ersten Bilder vom Haien in Manaus hinterließen schon die prägnantesten Eindrücke für mich. Einerseits schuften sich die Hafenarbeiter ab um ihre Familien durchzufüttern, was irgendwie an Gemälde aus einer Zeit der Sklaverei erinnert, andererseits ist hier die Freihandelszone eines der interessantesten Einkaufszentren für Brasilien.

 Brasilien Brasilien

Am Ende des Hafens leben die Ärmsten der Armen die Mitten im Gebiet der Manáo’s-Indianer entwickelte sich im Laufe der Zeit der Ort Manaus, ein äußerst geeigneter Ort für den Missionierungseifer verschiedenster Ordensbrüder, sonst aber abseits des Weltgeschehens. Als aber Mitte des vorigen Jahrhunderts der Kautschukboom hereinbrach, änderte sich alles. Manaus entwickelte sich binnen kürzester Zeit zum Zentrum des Kautschukhandels und stand plötzlich im Weltruf. Prunk und Reichtum wurde dann auch mit der Eröffnung des 2000 Personen fassenden Opernhauses im Jahre 1990 demonstriert. Manaus gehörte in der Zeit seines Höhepunktes zu den reichsten Ländern der Welt. Es wird sogar erzählt daß sich die Kautschuk-Barone mit den Geldscheinen die Zigarren angezündet haben sollen. Nicht minder interessant ist auch das im Zollhafen gelegene Zollhaus, das ebenfalls zur Kautschukzeit in Einzelteilen aus England herübertransportiert wurde. In der Nähe stehen auch die Markthallen, die stark an die Hallen in Paris erinnern, da diese auch zum Bau als Vorbild dienten. Manaus verfügt über unzählige Ausflugsmöglichkeiten. Das Betreten der Indianer-Reservate unterliegt allerdings in allen Amazonas Staaten sehr strengen Verordnungen. Wer beabsichtigt ein solches Gebiet: aufzusuchen, sollte sich frühzeitig um eine Sondergenehmigung bemühen wofür die jeweiligen Botschaften zuständig sind. Unter die vielen Stämme gibt es auch noch die Jäger, Fischer und jene, die vom der Sammel-wirtschaft leben. Das wichtigste Grundnahrungsmittel der Indianer ist der Maniok. Durch die geringe Bodenqualität im Amazonas Tiefland ist allerdings keine seßhafte Bewirtschaftung möglich.

Brasilien

Brasilien

  Brasilien Brasilien

Wieviel Zeit allerdings für die eigentlich Ansässigen, den Indios zum Jagen, Sammeln und zum Anbau von Nahrung bleibt, obliegt zum Teil unserer Nachfrage am Edelholz für Möbelstücke, denn zur Zelluloseherstellung eignen sich die tropischen Regenwälder nicht. Zum Abschied probiere ich noch den Saft aus gepreßtem Zuckerrohr, verabschiede mich von meinen neuen Freunden lasse die schönsten Erlebnisse gedanklich noch einmal Revue passieren.

Bevor wir nach Rio zurückehren, besuchen wir noch Búzios und Barra. Beides eine Pracht für das Auge.

Búzios-casas-Terrasse.

Wieder zurück, in Rio angekommen, gilt es noch einige Tage zu faulenzen, die neuen Eindrücke zu verarbeiten und den exotischen Schönheiten an der Copacabana nachzugucken.

In einige tage vereise ich wieder nach Thailand.

Rio de Janeiro.

Seuqcaj Named

REIZEN-D

SHOW-TOUR